Ratgeber für Absolventen & Berufseinsteiger

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch - Die Checkliste

Ob du im Vorstellungsgespräch von dir überzeugen kannst, ist kein Zufall. Möglichkeiten, es zu vermasseln, gibt es unzählige. Doch ebenso viele Chancen hast du auch zu überzeugen – und zu überraschen. Das fängt beim Betreten des Raumes an und endet erst mit der Verabschiedung. Zugegeben, fast die Hälfte der Personaler hat unterbewusst schon nach fünf Minuten eine Entscheidung getroffen. Aber du kannst uns glauben, mit der falschen Nase hat das in den seltensten Fällen etwas zu tun – mit dem falschen Outfit dagegen schon eher. Denn letztendlich zeigt sich einfach schon in den ersten Minuten, wer sich ernsthaft mit dem Unternehmen und der Stelle auseinandergesetzt hat – und wer nicht. Die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch solltest du also auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Doch mit unseren Tipps und unserer Checkliste für das Vorstellungsgespräch kannst du ohne großes Lampenfieber überzeugen!

Vorbereitungs aufs Vorstellungsgespräch | Die Checkliste Vorbereitungs aufs Vorstellungsgespräch | Die Checkliste

Sei ein Stalker!

Das heißt natürlich nicht, dass du deinem potenziellen Chef vor seiner Haustür auflauern sollst. Dank des World Wide Webs ist dies auch gar nicht nötig. Hier findest du nahezu alle Informationen, die du zur Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch brauchst. Am naheliegendsten ist natürlich der Blick auf die Firmenwebsite, die Vorstellung hier auf Karista oder die Facebook-Fanpage. Gibt es hier Teambilder oder einen Einblick in den Arbeitsalltag? Stellt sich vielleicht sogar dein persönlicher Ansprechpartner vor? Welchen Fußballverein oder welche Musik er mag? Ein Spruch zum letzten Spiel hat schon so manches Eis gebrochen. 

Als nächstes heißt es, zu schauen, was die ehemaligen Arbeitnehmer über das Unternehmen zu sagen haben. Welche Stimmung herrscht im Unternehmen, wie geht man miteinander um, was waren Gründe für Kündigungen? Dank Bewertungswebsites musst du nicht Sherlock Holmes sein, um an solche Informationen zu gelangen. Doch das Wichtigste ist, dich mit dem Produkt bzw. der Dienstleistung, die das Unternehmen anbietet, auseinanderzusetzen. Schließlich möchtest du das Unternehmen durch deine Mitarbeit voranbringen, da sollte es dir nicht egal sein, womit das Geld ins Haus geholt wird. 

Wer bin ich und was mache ich überhaupt hier?

Kannst du aus dem Stehgreif sagen, wann dein letztes Praktikum war, du dein Abitur gemacht hast und welche Nebenjobs du bereits hattest - und warum du diese aufgegeben hast? In welchem Semester war nochmal der Auslandsaufenthalt in Schweden? Du wirst dich wundern, wie häufig du bei der Beantwortung ins Stocken kommst. Zahlen und Daten verschwimmen einfach mit der Zeit. Wirf bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch noch einen Blick in deinen Lebenslauf und visualisiere dein eigenes Leben. Versuche auch zwischen den Zeilen zu lesen und überlege dir, zu welchen Angaben dein Gegenüber Fragen stellen könnte. Gibt es vielleicht sogar eine Lücke, die es zu erklären gibt?

Heutzutage reicht ein perfekter Lebenslauf allein längst nicht mehr aus, das sollte dir bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch bewusst sein. Ein 1,0 Masterabschluss wird dir nicht zum Job verhelfen, wenn der Personaler dich als unsympathisch wahrnimmt. Überlege also auch in dieser Hinsicht: Was macht dich aus, warum passt du in das Unternehmen, welche Eigenschaften haben in der Vergangenheit deine Kollegen an dir geschätzt? 

„Wenn Sie ein Superheld sein könnten, welche Superkraft würden Sie wählen?“

Natürlich sind die Fragen, die dir im Vorstellungsgespräch gestellt werden, nicht immer so kreativ. Wo du aber eh grad dabei bist, dir Gedanken zu machen, was der Personaler über dich wissen sollte, solltest du dir zumindest schon Antworten für die „Klassiker unter den Bewerbungsgesprächfragen“ zurechtlegen. Zum Beispiel was deine Stärken und Schwächen sind. Dein Gegenüber will durch diese Frage übrigens im seltensten Fall ausschließen, dass du etwas ganz bestimmtes kannst bzw. nicht kannst. Es geht vielmehr um Ehrlichkeit und Selbstreflexion. Haben wir es hier mit Mr. Selbstverliebt zu tun oder neigst du sogar zur Selbstgeißelung? Zugegeben, in vielen Unternehmen ist diese Frage etwas aus der Mode gekommen, ganz anders sieht es bei der nächsten aus: Warum dieser Beruf in unserem Unternehmen? Nun ist Leidenschaft gefragt - Anekdoten, statt kalter Fakten, Berufung statt Beruf. Dir ist klar, dass du dich nicht bei dem nächstbesten Unternehmen bewirbst, sondern bei dem richtigen. 

„Entschuldigung, um welchen Job geht es nochmal?“ - Fragenstellen leichtgemacht

Natürlich sitzt du während des Vorstellungsgespräches nicht auf dem heißen Stuhl und beantwortest Frage um Frage. Im optimalen Fall entwickelt sich ein Gespräch auf Augenhöhe. Bei der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch darfst du also den aktiven Part nicht vergessen – deine Gegenfragen. Nun kann es schnell passieren, dass du dir durch ungeschickte Fragen dein eigenes Grab schaufelst. Regel Nummer eins ist deshalb: Frag auf gar keine Fall etwas, das du auch der Stellenanzeige entnehmen könntest! Generell steht alles, was du auch durch das Wunderwerk der Suchmaschine herausfinden könntest auf der Roten Liste. 

Deine Fragen sollten dort beginnen, wo die Internetrecherche aufgehört hat. Frag danach, wer deine Kollegen sind und ob du konkrete Ansprechpartner haben wirst. Was für Projekte wirst du betreuen, wo kann es in dem Unternehmen für dich hingehen? Kurz – zeig, dass dir oberflächliche Informationen nicht genug sind und du dich bereits mit dem Jobangebot und allem was dahinter steckt auseinandergesetzt hast. 

Was kostet die Welt?

Nicht selten wird bereits im Vorstellungsgespräch nach deinen Gehaltsvorstellungen gefragt. Du solltest nun weder nach den Sternen greifen, noch mit Understatement versuchen zu punkten. Tu dir selbst einen gefallen und nutze die Zeit für die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch indem du ausführlich nach den branchenüblichen Löhnen recherchierst. Vielleicht gibt es hier auf Karista ja auch ein passendes Berufsprofil mit Gehaltsangaben. Nur wenn du weißt, wo die Einstiegslöhne liegen, kannst du eine angemessene Antwort abgeben. Auch wenn wahre Schönheit von innen kommt und die inhaltlich top vorbeireitet bist: Kleider machen Leute. Kommen wir also jetzt zu den Äußerlichkeiten. 

„Die Außenseite eines Menschen ist das Titelblatt des Innern.“ (Persische Weisheit)

Was zunächst oberflächlich klingt, hat einen wahren Kern. Ob bewusst oder unterbewusst – durch deinen Look zeigst du viel über deinen Charakter und deine Motivation. Wer deutlich underdressed zum Bewerbungsgespräch kommt, suggeriert, dass ihm nur wenig an dem Job liegt. Wer dagegen auf Anzug und Krawatte setzt, muss nicht unbedingt die Nase vorn haben. Gerade in jungen Unternehmen kann vermutet werden, dass hier sich nicht das zukünftige Teammitglied vorstellt, mit dem man gern seine Pause verbringt. Auch hier kannst du durch eine gute Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch Missverständnisse umschiffen. 

Gibt es einen allgemeingültigen branchenüblichen Dresscode? Gibt es Bilder aus dem Unternehmen, aus denen man schließen kann, wie sich die Kollegen und Kolleginnen kleiden? Das bedeutet jetzt nicht, dass du losziehen sollst um diene „Unternehmensuniform“ zu kaufen. Ganz im Gegenteil, nun kannst du innerhalb gesteckter Grenzen deinen ganz persönlichen Look für das Vorstellungsgespräch kreieren. 

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!

Deine Antworten als auch Fragen sind vorbereitet, du kennst das Unternehmen in und auswendig, deine Klamotten sind gebügelt, die Frisur sitzt. Und du auch – im Auto – im Stau. Das Vorstellungsgespräch? Das war mehr ein Selbstgespräch, denn du wurdest bereits vor einer Stunde erwartet. Mit einer guten Vorbereitung auf dein Vorstellungsgespräch passiert dir das ganz bestimmt nicht. Denn du hast die Route längst gecheckt, dich über mögliche Staus informiert und Umwege eingeplant. Wo die nächsten Parkmöglichkeiten sind, weißt du natürlich auch längst. Du bist mit der Bahn unterwegs? Du nimmst natürlich nicht die Verbindung, mit der du pünktlich fünf Minuten vor Beginn des Termins am Hauptgebäude ankommst. Du planst plötzliche Unwetter, Gleisarbeiten, Pannen und Weltuntergänge selbstverständlich mit ein. Du hast nicht nur einen Plan B, sondern auch einen Plan C und D. Denn bei Vorstellungsgesprächen gilt, keine Ausrede der Welt, kann den schlechten Eindruck, den du machst, wenn du unpünktlich erscheinst, wieder gut machen.

Die Checkliste

1.       Ich kenne die wichtigen Angaben zum Unternehmen und der ausgeschriebenen Stellen – und die unwichtigen.

2.       Ich weiß, wer mein Gegenüber im Vorstellungsgespräch ist  - wie er heißt, welche Position er besetzt und im Idealfall auch, welchen Fußballverein er mag und wie er seinen Kaffee trinkt.

3.       Ich habe mit Antworten auf die wichtigsten Fragen zurechtgelegt. Ich kann sagen, was meine Stärken und Schwächen sind, warum ich mich um diesen Job bewerbe und was mir an dem Unternehmen gefällt. Welche Superkraft ich mir wünsche, weiß ich natürlich auch.

4.       Ich kann meinen Lebenslauf rückwärts pfeifen.

5.       Ich habe tiefgehende Fragen vorbereitet.

6.       Ich bin auf eine mögliche Gehaltsverhandlung vorbereitet und weiß, was mir in dieser Stelle zusteht.

7.       Mein Outfit, das ich ausgewählt habe, passt nicht nur zum Unternehmen, sondern spiegelt auch wieder wer ich bin. Es liegt bereits gewaschen und gebügelt bereit.

8.       Ich habe nicht nur eine Anfahrts-Route, sondern drei herausgesucht. Keine Autobahnsperrung oder Bahnpanne der Welt hält mich davon ab, pünktlich zu erscheinen. 

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