Ratgeber für Absolventen & Berufseinsteiger

Welche Hobbys gehören in den Lebenslauf?

Es hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, welche Hobbys im Lebenslauf gut ankommen. Dieser Punkt sollte nie zu viel Raum einnehmen und ab einem gewissen Alter und sehr vielen verschiedenen fachlichen Qualifikationen ist er sogar weitestgehend zu vernachlässigen. Für Absolventen und Berufseinsteiger gilt das natürlich nicht. Du kannst einige ausgewählte Hobbys im Lebenslauf angeben und dem Personaler so helfen, sich ein positives Bild von dir zu machen. Allerdings gibt es einige Lieblingsbeschäftigungen, auf die du verzichten solltest.

Das behältst du besser für dich

Wann immer du daheim bist, läuft der Fernseher. Du lässt dich bei allen möglichen Aktivitäten nebenher berieseln und verbringst deine Abende mit fröhlichem Zappen. „Fernsehen“ kommt als Hobby im Lebenslauf nicht besonders gut an: Es ist passiv, und viele momentan gezeigte Formate haben keinen besonderen Wert.

Du bist mit Leib und Seele Tierschützer, demonstrierst vor Forschungseinrichtungen und befreist nachts Versuchskaninchen. Dein Engagement in allen Ehren, aber diese Militanz solltest du bei den Hobbys im Lebenslauf besser nicht anführen: Müsste dein eventueller neuer Arbeitgeber Angst haben, dass du zeitnah wegen Einbruchs verhaftet wirst, ist das ein Minuspunkt – außer bei Greenpeace, in diesem Falle.

Adrenalin ist deine Droge, und du kannst die bisherigen Knochenbrüche kaum noch zählen? Spannend – aber wer Extremsportarten als Hobby angibt, kann sich den Weg zum Job dadurch verbauen, weil der Personaler sich die Verletzungsgefahr ausmalt und vielleicht zu dem Schluss gelangt, dass du zu oft ausfallen wirst. Aus demselben Grund solltest du auch sehr zeitintensive Hobbys verschweigen.

Solltest du ein Faible für exzessive Partys an den Wochenenden haben, nach denen du irgendwann mittags volltrunken mit deinen Schuhen in der Hand nach Hause kommst, geht das niemanden etwas an. Vor allem nicht den zukünftigen Arbeitgeber.

Hobbys im Lebenslauf – Erfolgreich bewerben Hobbys im Lebenslauf – Erfolgreich bewerben

Das besagen die Klassiker

Einige Hobbys im Lebenslauf sehen Personaler häufiger als andere. Das muss aber nicht zwingend bedeuten, dass sie deswegen langweilig sind. Zu den Klassikern zählt beispielsweise Joggen. Das ist ein Hinweis darauf, dass du dich fit zu halten versuchst und dein Immunsystem aufbaust, das unter langen Bürotagen leiden könnte.

Gibst du einen Mannschaftssport an, etwa Fußball oder Volleyball, kann das darauf hinweisen, dass du teamfähig bist – ohne diese Eigenschaft wärst du ja keine Bereicherung für die Mannschaft. Gleichzeitig lesen Personaler Ehrgeiz aus dieser Angabe, die sich ebenfalls auf die ganze Gruppe bezieht. Jemanden, der zusammen mit seinem Team der Beste sein möchte, stellt man gern ein.

Ist Kochen dein Hobby, ruft das bei den Personalern den Eindruck von Kreativität und Genussbereitschaft hervor. Außerdem assoziieren sie Geselligkeit damit, da Essen in einer größeren Runde deutlich mehr Spaß macht als allein.

Was passt zur Branche?

Es gibt immer Hobbys, die du im Lebenslauf angeben kannst, wenn sie zur Branche passen: Siehe oben; der militante Tierschützer hat bei Greenpeace gute Chancen. Ähnlich ist es bei Informatikern: Hast du schon zu Schulzeiten gerne programmiert und sitzt auch jetzt noch allabendlich gerne vorm Rechner, gehört dieser Vorliebe auf jeden Fall in den Lebenslauf.

Du kletterst und wanderst für dein Leben gern? Bewirbst du dich in einem Unternehmen für Trekking-Utensilien, kann das ein eindeutiger Pluspunkt sein.

Für manchen mögen Lesen und Schreiben zu den langweiligeren Hobbys im Lebenslauf zählen. In der Bewerbung in einer Redaktion aber kommen sie sehr gut an, schließlich wirst du dich tagtäglich mit dem geschriebenen Wort beschäftigen. Mit großer Wahrscheinlichkeit hast du irgendein Hobby, das gut zu deinem Beruf passt, denn das Interesse am gewählten Ausbildungsweg muss ja irgendwoher stammen. Gib dieses Hobby auf jeden Fall an, damit die Personaler sehen, dass das Interesse tief verwurzelt und nicht erst beim Lesen der Stellenanzeige entstanden ist.

Das Ehrenamt als Allrounder

Wenn du ein Ehrenamt übernimmst, solltest du es auf jeden Fall bei den Hobbys im Lebenslauf angeben. Es zeigt, dass du engagiert bist, auch wenn du keinen finanziellen Nutzen aus der Sache ziehst, dass es also Höheres als eine fette Brieftasche für dich gibt. Verantwortungsbewusstsein, soziale und unter Umständen fachliche Kompetenz können die Personaler hier herauslesen. Perfekt ist es, wenn das Ehrenamt mit deinem zukünftigen Berufsfeld zu tun hat. Je nach Aufgabe, die du übernimmst, unterstreichst du damit auch deine Qualitäten als Führungspersönlichkeit, etwa, wenn du die Organisation oder die Koordination bestimmter Events übernimmst.

Was bringt die Angabe von Hobbys im Lebenslauf?

Wer neu in der Arbeitswelt ist, kann nicht viele verschiedene Weiterentwicklungen, Fortbildungen und Erfolge angeben. Daher müssen Personaler sich aus anderen Informationen ein Bild von dir machen können. Hobbys sind hier ein guter Ansatzpunkt: Sie zeigen, inwiefern persönliches Interesse eine Rolle bei deiner Berufswahl gespielt hat. Gleichzeitig lassen sie bis zu einem gewissen Grad Rückschlüsse auf deine Persönlichkeit zu. Werden viele spannende Bewerber eingeladen, deren Fähigkeiten sich gleichen, kommt es auf den Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch an: Wie wirkst du? Würdest du gut ins Team passen? Da der Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch aber oftmals durch die Aufregung der Bewerber verzerrt ist, werden die Hobbys im Lebenslauf als Entscheidungshilfe herangezogen. Entsprechend wichtig ist es, dass du gut überlegst: Schreibe nichts, was negativ ausgelegt werden könnte, und unterstreiche durch die passenden Hobbys dein Interesse an deinem Beruf.

Keine Mogelpackung!

Besonders wichtig ist es, dass du nur Hobbys im Lebenslauf angibst, die du auch tatsächlich hast. Es kann verlockend sein, alles zu schreiben, was in deinen Ohren gut klingt und was die Personaler auf deine Seite ziehen würde. Sieh aber davon ab, etwas zusammen zu fabulieren: Im schlimmsten Fall teilt der Personaler deine angeblichen Hobbys und möchte kurz über bestimmte Bereiche davon sprechen. Sollte er in diesem Moment feststellen, dass du geflunkert hast, wäre das ein Ausschlusskriterium. Du unterschreibst deine Bewerbung mit deinem Namen; sie ist ein wichtiges Dokument. Daher solltest du niemals eine Unwahrheit angeben. Mit etwas Geschick ist das aber auch gar nicht nötig: Allein durch das Weglassen der falschen Hobbys und die Angabe der positiven Interessen kannst du schon bei deinen Gesprächspartnern punkten.

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