Ratgeber für Absolventen & Berufseinsteiger

Dein ganzes Leben auf einem Blatt Papier

Der gemeine Curriculum vitae, im Volksmund auch Lebenslauf genannt, ist eine häufig unterschätze Spezies. Schließlich bedarf er keiner wohlgeschliffenen Formulierungen, um in vollster Pracht zu erblühen, sondern muss in tristen Stichpunkten deinen bisherigen Werdegang auf ein Blatt Papier reduzieren. Für den Personaler hingegen ist der Lebenslauf der wichtigste Teil deiner Bewerbungsmappe, weil er ihm einen strukturierten und übersichtlichen Überblick über deine bisherigen Qualifikationen und Erfahrungen liefert. Für dich als Bewerber ist der Lebenslauf daher deine wichtigste Visitenkarte. Wir verraten dir, wie ein erfolgsversprechender Lebenslauf auszusehen hat, auf welche Regeln und Stolperfallen du achtgeben solltest, und welche Stationen deines Lebens du ruhig unerwähnt lassen darfst. 

Lebenlauf schreiben | So schreibt man einen Lebenslauf Lebenlauf schreiben | So schreibt man einen Lebenslauf

Tabelle oder Prosa?

Wenn in einer Stellenausschreibung ein Lebenslauf gefordert wird, dann ist in der Regel der tabellarische und am Computer geschriebene Lebenslauf gemeint. Es gibt zwar auch einen ausführlichen Lebenslauf, doch solche ausformulierten Texte werden in der Regel nur bei der Vergabe von Stipendien und Ausbildungsverträgen gefordert. Bei deinem beruflichen Werdegang als Studienabgänger sollten sie dir nicht begegnen.

Das Auge liest mit – Form

Beim Lebenslauf ist jeglicher Schnickschnack mit äußerster Vorsicht einzusetzen. Der gemeine Curriculum vitae ist meistens ein humorloser Geselle. Das bedeutet nicht, dass er ganz ohne farbliche Elemente auskommen soll, ein ansprechendes Design sollte aber nie auf Kosten der Lesbarkeit gehen. Übersicht und eine angenehm zu lesende Schrift bleiben das A und O. Doch das kommt stark auf die Branche an, für die du dich interessierst. Die Bewerbung bei einer Werbeagentur darf auch schon mal origineller ausfallen.

Der tabellarische Lebenslauf sollte trotzdem nur eine, höchstens aber zwei Seiten umfassen. Erzähl also so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Aber wie viel ist nötig, wie wenig überhaupt möglich? Wie viel ist zu viel, wie wenig ist zu wenig?

Rückwärts durch die Zeit - Aufbau

Der tabellarische Lebenslauf beinhaltet üblicher Weise die sechs Rubriken Persönliche Daten, Berufliche Erfahrungen, Ausbildung, Weiterbildungen, sonstige Qualifikationen und Interessen. Du solltest diese Rubriken auch in dieser Reihenfolge auflisten und nach den persönlichen Daten deine Joberfahrungen aufzählen, die für dich als Hochschulabsolvent wenigstens aus ein paar Praktika oder Nebenjobs bestehen sollten. Anschließend folgt dein schulischer Werdegang, während die sonstigen Qualifikationen und Interessen in jedem Fall den Abschluss bilden sollten. In den meisten Lebensläufen werden die Stationen innerhalb der einzelnen Kategorien in anti-chronologischer Reihenfolge angegeben. Du beginnst mit der Tätigkeit, die zuletzt ausgeführt wurde, und reist von da an rückwärts durch die Zeit. Ans Ende des Lebenslaufs setzt du dann Datum, Ort und deine Unterschrift.

Hi, my name is… - Persönliche Daten

Hier stehen dein Name, deine Anschrift und dein Geburtsdatum. Darüber hinausgehende Informationen, z.B. über deinen Familienstand, sind mittlerweile nicht mehr üblich. Neben deine persönlichen Daten kommt dein Foto, das zwar keine Pflicht mehr ist, auf das die meisten deutschen Unternehmen aber immer noch großen Wert legen. Bei Online-Bewerbungen fügst du dein Foto digital ein, viele setzen heute auf ein gesondertes Deckblatt mit einem Breitbild-Foto. Bei der klassischen Print-Bewerbung wird das Foto aufgeklebt. Auf keinen Fall solltest du das Bild mit einer Büroklammer anheften. Die Qualität des Bildes sollte generell hoch sein und dein Auftreten der Branche entsprechen, dein Facebook-Selfie hat hier nichts verloren.

Praktika und Nebenjobs – Berufliche Erfahrungen

Als Hochschulabsolvent werden deine beruflichen Erfahrungen vorwiegend aus Nebenjobs und Praktika bestehen. Je mehr Praktika du bisher absolviert hast, umso mehr Erfahrung wirst du in der Regel gesammelt haben, insofern solltest du alle relevanten auflisten. Auch Nebenjobs werden vom Personaler gerne gesehen, zeigen sie schließlich, dass du schon während des Studiums dein eigenes Geld verdient und damit Selbstverantwortung übernommen hast. Meistens ist es hilfreich, stichwortartig näher aufzuführen, woraus ein Job oder ein Praktikum genau bestand. Erwähne z.B. ruhig, dass du bei deinem Praktikum in der TV-Redaktion tagesaktuelle Beiträge verfasst und Sendungsgäste betreut hast. 

Vom Abitur bis zum Master - Ausbildung:

Deinen schulischen, universitären und beruflichen Werdegang gibst du mit dem Namen der ausbildenden Einrichtung, dem Grad deines Abschlusses und deiner Abschlussnote an. Als Hochschulabsolvent reicht es dabei völlig aus, nur deinen höchsten Schulabschluss zu erwähnen, also dein Abitur oder Fachabitur. Wo du zur Grundschule gegangen bist, interessiert ein Unternehmen weniger. Wenn es für eine angestrebte Stelle interessant sein könnte, kannst du allerdings das Thema deiner Abschlussarbeit erwähnen.

EDV ja, Bundesjugendspiele nein - Weiterbildungen und Sonstige Qualifikationen

Die Weiterbildungen im Lebenslauf umfassen z.B. den Besuch externer Seminare oder Volksschulkurse. Unter sonstigen Qualifikationen versteht man Fremdsprachen, die du beherrschst, oder deine EDV-, Software- und anderen Kenntnisse. Hast du sogar schon Schriften publiziert oder Auszeichnungen erhalten, kannst du sie hier auch auflisten. Natürlich nur, wenn sie einen Bezug zur angestrebten Position haben. Deine Teilnehmerurkunde der Bundesjugendspiele von vor zehn Jahren interessiert den Pharmakonzern weniger als dein Forschungspreis in Chemie.

Mehr als Schwimmen und Lesen – Interessen und Hobbies:

Hast du Interessen und Hobbies, die dir bei deinem neuen Job helfen könnten, dann solltest du in deinem Lebenslauf ruhig davon erzählen. Floskeln wie Schwimmen und Lesen gehören nicht dazu, sofern du sie nur als Lückenfüller einsetzt und dich nicht als Bademeister oder Lektor bewirbst. Wenn du aber schon ein paar Spiele oder Anwendungen programmierst hast, solltest du das dem Personaler des IT-Unternehmens nicht vorenthalten. Handelt es sich bei deinen Hobbies um Tätigkeiten, die irgendwie mit dem neuen Job zu tun haben, dann kannst du diese Rubrik auch als „berufsbezogene Interessen“ bezeichnen. 

Ein Exemplar für alle Fälle

Denk daran, eine zweite komplette Bewerbungsmappe zum Vorstellungsgespräch mitzubringen. Falls der Personaler die eingesandten Unterlagen verbummelt hat, hast du so nämlich schnell ein zweites Exemplar dieser eigenwilligen Spezies zur Hand. Davon abgesehen findest du hier auf Karista.de aber Tipps, dank derer deiner formvollendeten Bewerbungsmappe nichts mehr im Wege steht!

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