Ratgeber für Absolventen & Berufseinsteiger

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Jede Bewerbungsmappe erzählt eine kleine Geschichte über dich. Wer du bist, was du bisher gemacht hast, und was du dir für die Zukunft erhoffst. Dein Bewerbungsfoto ist dabei so etwas wie der erste Satz deiner Erfolgsgeschichte. Er gibt dir die Möglichkeit, den Personalverwalter gleich mit einem souveränen und einnehmenden Eindruck für dich zu gewinnen. Wir verraten dir, wie du dich mit deinem Bewerbungsfoto gleich ins rechte Bild rückst, so dass dein erster Satz nicht gleich der letzte ist, sondern mit den vielversprechenden Worten beginnt: „Es war einmal ein sympathisch und zielstrebig dreinschauender Bewerber…“

Der Fotograf, dein Freund und Helfer

Ein Bewerbungsfoto ist zwar keine Pflicht mehr, bei deutschen Personalverwaltern aber immer noch äußerst gerne gesehen. Auch wenn für dich als armer Student das große Geldverdienen erst noch bevorsteht, solltest du hier keine Kosten und Mühen scheuen. Ein professionelles Foto unterstützt nicht bloß die Ernsthaftigkeit deiner Bewerbung, es zeugt außerdem von einer Sorgfalt, die du so vermutlich auch später im Beruf an den Tag legen wirst. Lass dich also unbedingt von einem professionellen Fotografen ablichten. Das kostet zwar ein bisschen mehr als die Fotokabine am Hauptbahnhof, aber dafür dirigiert ein Fotograf dich auch von deiner richtigen Körperhaltung bis hin zu einem ehrlichen Lächeln. Wenn du dir unsicher bist, ob ein Fotograf geeignet ist, dann lass dir erst ein paar Arbeitsproben zeigen. Ein guter Fotograf wird dich schon in einem Vorabgespräch beraten, wie du dich am Tag des Shootings zurecht machen solltest. Wenn du ihm außerdem verrätst, auf was für eine Stelle du dich bewerben möchtest, wird er gleich eine konkrete Vorstellung davon entwickeln können, wie dein Bild als Ganzes wirken soll.

Das Bewerbungsfoto – tolle Bewerbungsfotos Tipps Das Bewerbungsfoto – tolle Bewerbungsfotos Tipps

Bildergeschichte

Alles, was auf deinem Bewerbungsfoto zu sehen ist, ist Teil deiner Geschichte. Kleidung und Gesichtsausdruck, Haare und Haltung. Überleg dir also gut, was du dem Personaler erzählen möchtest. Vielleicht hilft es dir, so zu tun, als hättest du den angestrebten Job schon. Stell dir vor, das Unternehmen würde eine Bildergalerie seiner sympathischsten Mitarbeiter anlegen, um sich Außenstehenden zu präsentieren. Würde dein Bild wohl in einer solchen Galerie landen?

Die Do´s und Dont´s der Bewerbungsfoto-Fibel richten sich entsprechend nach der Firma, bei der du landen möchtest. Die Gestaltung deines Fotos sollte sich gleichzeitig auch am Stil der restlichen Bewerbungsmappe orientieren, um ein stimmiges Gesamtbild zu schaffen. In kreativen Branchen können deine Unterlagen natürlich schon mal ein wenig origineller ausfallen. Aber wie das so ist bei einfallsreichen Bewerbungen, musst du für dich selbst entscheiden, wie phantasievoll du dich darstellen möchtest. Unser Ratgeber hingegen zielt auf Bewerbungsfotos ab, auf denen du zugleich seriös und freundlich rüberkommen möchtest.

Kleider machen Mitarbeiter

Deine Garderobe sollte jener ähnlich sein, die du auch für das Bewerbungsgespräch aus dem Schrank kramen würdest. Für Stellen, in denen du generell wenig Kundenkontakt hast, z.B. in Redaktionen,  kann ein schlichtes Hemd oder ein einfarbiges Shirt ausreichend sein. Aber gerade in seriösen Branchen wie dem Finanz- oder Versicherungswesen sind Hemd, Jackett und Krawatte Pflicht. Bewirbst du dich im hingegen in einem Unternehmen, das mit Mode zu tun hat, darf dein Interesse an Kleidung sich hier schon wiederspiegeln. Wenn du dir unsicher bei der Kleiderwahl bist, dann versuche herauszufinden, wie der Dresscode innerhalb des Unternehmens gehandhabt wird. Auf Karrierewebsites sowie auf Facebook, aber auch in den Firmensitzen selbst kannst du dir einen Eindruck davon verschaffen, was die Belegschaft so trägt. Was auch immer du dann letztendlich anziehst sollte nicht von deinem Gesicht ablenken. Visuelle Extravaganzen wie auffällige Muster, grelle Oberteile oder glööckleresker Schmuck werden schnell zum unvorteilhaften Blickfang. Achte außerdem darauf, dass die Klamotten richtig sitzen. Die Knopfleiste deines Hemdes sollte hinter der Krawatte verborgen sein, die Brillenränder deine Augen nicht beschneiden und deine schicke Bluse dir nicht den Hals zuschnüren.

Runter mit der Maske

Dein Bewerbungsfoto soll widerspiegeln, wer du bist, und nicht, wer du gerne wärst oder mit viel Aufwand sein könntest. Das gilt auch für deine Frisur. Wer ansonsten einen Wuschelkopf hat, sollte sich die Haare für das Foto nicht mit Gel einkleistern. Ein wenig zurecht machen darfst du dich natürlich schon. Längere Haare kannst du offen oder zum Pferdeschwanz gebunden hinter die Schulten legen, außerdem sollten keine störenden Strähnen im Gesicht baumeln oder merkwürdige Haarzipfel hinter deinem Kopf hervorlugen. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Geh nicht am gleichen Tag zum Friseur, an dem dein Fotoshooting stattfindet, sondern ein oder zwei Tage vorher. Die meisten Leute, und wir sprechen hier aus eigener Erfahrung, müssen sich immer erst an einen frischen Haarschnitt gewöhnen. Dein Make-Up sollte ebenfalls nur dezent aufgetragen werden. Nimm ein wenig Puder mit, um glänzende Hautstellen abzudecken, im Grunde sollte aber auch dein Fotograf entsprechend vorbereitet sein. Deinen knallroten Lippenstift und den Jack Sparrow-Lidschatten lässt du hingegen lieber im Schminktäschchen.

Haltung annehmen!

Die richtige Körperhaltung zu finden ist eine kleine Kunst. Du wirst dich meistens von dir aus gesehen ein wenig nach rechts eindrehen. Ein guter Fotograf wird dich hier anweisen. Wundere dich nicht, wenn du dabei das Gefühl hast, als würdest du dich völlig unnatürlich verbiegen -  auf dem Foto werden der verdrehte Rücken und der angewinkelte Kopf gut aussehen! Deine Hände haben übrigens nichts im Bild verloren. Die Denkerpose mit der stützenden Faust am Kinn ist als Bewerbungsfoto leider weniger geeignet. Auch der optimale Gesichtsausdruck ist nicht ganz einfach zu treffen. Theoretisch musst du freundlich, natürlich, zufrieden, offen und selbst bewusst in die Kamera schauen. Die Theorie in die Praxis umzusetzen ist da schon ein wenig komplizierter. Doch auch hier wird dir ein guter Fotograf die richtigen Instruktionen geben. Und in unseren digitalen Zeiten hast du quasi unbegrenzt viele Versuche, ehe das perfekte Bild geschossen sein muss.

Die helle und die dunkle Seite der Macht

Ob dein Konterfei dem Personaler in Farbe oder schwarz-weiß entgegenlächelt, ist vor allem eine Frage deines persönlichen Geschmacks. Wichtig ist, dass die Kontraste stimmen und das Bild gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Der Hintergrund sollte einfarbig und ohne Struktur sein, um unnötige Hektik im Bild zu vermeiden. Deine Kleidung sollte dich von ihm abheben, damit du nicht darin verschwindest. Meistens kombiniert man eine eher helle Rückfläche mit dunklem Dress, es kann aber auch genauso gelungen wirken, wenn diese Zusammenstellung variiert oder ganz umgekehrt wird. Die Lichtsetzung für den Hintergrund, deine Kleidung und dein Gesicht sollte dabei immer äußerst sorgfältig arrangiert sein. Weiche Übergänge im Lichtverlauf können elegant wirken, und eine sogenannte Spitze, die auf den Hinterkopf gerichtet ist, verleiht dem Bild die nötige Tiefe.

In the right place

Ist dein Foto reif für deine Bewerbungsmappe, musst du dir nur noch überlegen, ob du es auf einem Deckblatt oder im Lebenslauf anbringen möchtest. Auf dem Deckblatt kann das Bewerbungsfoto mittig oder im oberen oder unteren Drittel prangen, abhängig von dem generellen Design. Wenn es stilistisch passt, darf das Bild auch größer als ein gewöhnliches Bewerbungsfoto ausfallen. Du kannst dich dann sogar für ein Querformat entscheiden, solange dabei nichts von deiner Stirn oder deinem Kinn abgeschnitten wird. Im tabellarischen Lebenslauf gehört das Bild hingegen in die obere rechte Ecke, direkt neben deine persönlichen Daten. Ganz wichtig, wenn du dich nicht online bewirbst: das Foto muss aufgeklebt werden! Eine Büroklammer stört die Personalabteilung bloß beim Kopieren der Unterlagen. Am besten nimmst du hier Montagekleber, der sich problemlos abrubbeln lässt. Auf die Rückseite des Bewerbungsfotos schreibst du noch deinen Namen und deine Telefonnummer. Für den Fall, dass es sich vom Papier lösen sollte, kann man das Bild so ganz leicht wieder deiner Bewerbung zuordnen, und dem Happy End deiner eigenen Geschichte steht nichts mehr im Wege!

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