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Bewerbung per E-Mail: Die perfekte E-Mail Bewerbung schreiben

Finden sich in deinem Briefkasten noch andere Dinge als Werbung und Rechnungen? Mails von Freunden aus Neuseeland, Geburtstagswünsche und Fotos vom Konzert letzte Woche tauchen inzwischen meist im virtuellen Postfach auf. Nur Oma schreibt noch ab und zu eine Karte. Kein Wunder also, dass auch Unternehmen vermehrt auf die Bewerbung per E-Mail setzen. Und das ist für dich ein Grund zur Freude, denn du musst weder Druck- noch Portokosten zahlen und die Umwelt freut sich auch über weniger Papier. Weil alles so schön schnell geht, besteht aber auch die Gefahr, weniger Perfektion an den Tag zu legen als bei einer klassischen Bewerbungsmappe. Dir wird das sicherlich nicht passieren, denn mit diesen einfachen Tipps kannst du ohne Probleme die perfekte E-Mail Bewerbung schreiben.


Bevor du darüber nachdenkst, eine Bewerbung per E-Mail rauszuschicken, solltest du dir deine eigene Adresse noch mal anschauen. Fantasienamen und ausgefallene Eigenkreationen sind hier fehl am Platz. Vorname und Nachname sollten vor dem @ stehen oder zumindest Initial + Nachname. Nach dem @ sollte ein vertrauenswürdiger E-Mail-Anbieter folgen wie z.B. gmail oder web.de. Benutze auf jeden Fall deine persönliche Adresse und nicht die deiner Eltern oder eine „Familienadresse“. Man sollte sich wundern wie häufig so etwas noch vorkommt.

Ganz ehrlich, dieser Hinweis ist nicht zu unterschätzen und hat nichts mit „Erbsenzählerei“ zu tun. Zu einem seriösen Gesamtbild gehört eine ordentliche Absenderadresse einfach dazu. Du würdest ja auch keinen zerknitterten Postumschlag bei einer schriftlichen Bewerbung benutzen.

Bewerbung per E-Mail: Die perfekte E-Mail Bewerbung schreiben Bewerbung per E-Mail: Die perfekte E-Mail Bewerbung schreiben

Viele Ansprechpartner = Kein Ansprechpartner

Um die perfekte E-Mail Bewerbung zu schreiben, ist es unerlässlich, dass du den „richtigen“ Adressaten herausfindest. Wenn in der Stellenanzeige Ansprechpartner samt Mailadresse angegeben sind, hast du es leicht. Bei Initiativbewerbungen oder fehlenden Angaben ist dein Einsatz gefragt, denn einfach an kontakt- oder info@unternehmen.de zu schreiben, wird dir auf deinem Weg zum Traumjob nicht weiterhelfen. Wenn sich hier auf Karista.de oder auf der Firmenwebsite keine geeignete Adresse findet, dann solltest du zum Hörer greifen und dich telefonisch direkt beim Unternehmen erkundigen. Erst wenn man dich auch dann noch auf allgemeine E-Mail Kanäle verweist, solltest du deine Unterlagen dorthin schicken.

Betreff: Keep it simple, stupid.

Ein guter Betreff ist kurz und prägnant. Der Adressat erkennt auf den ersten Blick, dass es sich um eine Bewerbung handelt und auf welche Stelle du dich bewirbst. „Bewerbung als Online-Redakteur“ reicht also völlig aus. Bei großen Unternehmen kann es zudem sinnvoll sein, die Kennziffer der Stellenanzeige hinten anzufügen.

Sieh beim Betreff davon ab, besonders kreativ zu wirken. Hier geht es um Funktionalität, denn wenn deine Bewerbung per E-Mail wiedergefunden werden soll, sind nur die genannten Stichworte wichtig. Deine persönliche Note kannst du dann eher im Anschreiben einbringen.

Höflich, direkt und nicht nur im Anhang – Das Anschreiben

Ein Anschreiben für eine E-Mail-Bewerbung sollte sich grundsätzlich nicht von dem einer schriftlichen Bewerbung unterscheiden. Ein „Hallo“ als Einstieg ist hier also genauso unangebracht wie auf dem klassischen Postweg und auch Smileys und Bilder solltest du rauslassen. Dennoch tun sich natürlich onlinespezifische Fragen auf: Wo kommt das Anschreiben denn hin? In den Anhang?

Wenn du dein Anschreiben nur „anhängst“, hast du die Chance, direkt positiv aufzufallen, schon verspielt. Denn allzu viele schreiben nur einen kurzen Satz in die E-Mail und verweisen auf ihre Anhänge. Dies ist zwar grundsätzlich nicht falsch, aber du bleibst weniger im Gedächtnis. Liest der Personaler direkt in der E-Mail etwas über dich und deine Fähigkeiten, kommt er vielleicht schneller auf dich zurück.

Du solltest also dein Anschreiben (ohne Datum, Betreff und Adresse) direkt in die E-Mail kopieren und es dann noch mal in der Brief-Version als PDF an die Mail anhängen. So kann der Zuständige e sich schön formatiert ausdrucken, bekommt aber auch sofort einen Eindruck von deiner Motivation.

Unsicher, wie dein Anschreiben sofort begeistert? Schau dir doch mal unsere allgemeinen Tipps und Mustervorlagen für ein gelungenes Anschreiben an.

Viel Anhang hilft nicht viel

Der Anhang ist das Herzstück einer Bewerbung per E-Mail, sozusagen deine virtuelle Bewerbungsmappe. Aus technischen Gründen solltest du darauf achten, dass dein gesamter Anhang die 2-3 MB nicht überschreitet, sonst „müllst“ du das Postfach deines Ansprechpartners zu und hinterlässt gleich einen negativen Eindruck. Du solltest dich daher auf das Wesentliche beschränken und auch nur relevante Zeugnisse anhängen. Im Idealfall beinhaltet dein Anhang folgende drei PDFs:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse

Dein Bewerbungsfoto sollte in den Lebenslauf integriert sein und nicht extra im Anhang auftauchen. Auch auf andere Dateiformate oder .zip-Dateien solltest du verzichten, denn PDFs haben einen geringen Dateiumfang und können von jedem ohne Probleme geöffnet werden. Achte nicht nur darauf, die Zeugnisse ordentlich (also nicht schräg und verschwommen) einzuscannen, sondern benenne die Dateien auch eindeutig. Einfach nur „Lebenslauf“ ist nichtssagend, damit der Personaler die Dateien zuordnen kann empfiehlt sich Lebenslauf_LisaMusterfrau.pdf.

Prüfe dich selbst, aber nicht den Personaler

Damit deine Bewerbung per E-Mail nicht an irgendwelchen technischen Unstimmigkeiten scheitert, solltest du eine Generalprobe durchführen. Schicke die Mail zunächst an dich selbst oder an einen Freund, um noch einmal über die Formatierung zu schauen und sicherzugehen, dass alles Anhänge sich öffnen lassen. Darüber hinaus solltest du Freunde und Bekannte auch noch mal um eine Rechtschreibkorrektur bitten.
Zudem solltest du davon absehen, eine Lesebestätigung zu verschicken. Bei vielen Personalverantwortlichen kommt es gar nicht gut an, wenn du sie so „überprüfst“. Zudem nimmst du dir damit selbst das beste Argument für einen Anruf. Denn wenn du nach ein paar Wochen immer noch nichts gehört hast, ist es der einfachste Einstieg in ein Telefonat kurz nachzufragen, „ob die Bewerbung denn überhaupt angekommen sei“.


Alles klar? Dann kann ja nichts mehr schiefgehen. Wir drücken dir die Daumen und wünschen dir viel Erfolg bei deiner E-Mail-Bewerbung.

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