Ratgeber für Absolventen & Berufseinsteiger

Carola oder Frau Mustermann: Anschrift und Anrede in der Bewerbung

Die Stellenausschreibung passt und du hast auch schon genau im Kopf, wie du dir deinen Traumjob mit einem knackig-kreativen Anschreiben angeln willst. Doch schon beim Eintippen der lästigen Formalien wartet die erste Hürde, die deinen Kreativitätsfluss für einen Moment ausbremst. An wen sollst du die Bewerbung eigentlich schicken?

Eines ist klar: „Sehr geehrte Damen und Herren“ geht gar nicht. Damit landest du gleich auf dem Zweite-Wahl-Haufen. Bringt auch der erneute Blick in die Stellenausschreibung nicht die erhoffte Erkenntnis, bleibt nur eins: Zum Telefonhörer greifen und direkt beim Unternehmen fragen, an wen du die Bewerbung richten darfst. Zweimal nachfragen ist hier durchaus erlaubt: Lass dir also im Zweifelsfall den Namen deines Ansprechpartners am Telefon buchstabieren und erkundige dich nach etwaigen Zusätzen wie Professoren- oder Doktortiteln. Nicht jeder legt Wert auf den Titel, manch einer aber eben doch. Und gekränkte Eitelkeiten willst du in dieser heißen Phase natürlich keinesfalls riskieren.

Hast du den Ansprechpartner für deine Bewerbung recherchiert, geht es weiter mit den Formalien. Ein Bewerbungsanschreiben gleicht dabei einem Geschäftsbrief. Heißt: Die eigene Adresse kommt nach ganz oben in eine Kopfzeile oder an den linken Rand. Darunter folgt die Anschrift deines potentiellen Arbeitgebers mit Ansprechpartner. Zusätze wie „c/o“ (care of) oder „z.Hd.“ (zu Händen) sind veraltet. Es reicht also, wenn du in der Anschrift deiner Bewerbung den Namen deines Ansprechpartners in die Zeile unter den Firmennamen schreibst.

Nach Datum (rechtsbündig) und Betreffzeile folgt schließlich die Anrede deiner Bewerbung. Hier wird dein ambitioniertes Schreibvorhaben unter Umständen ein zweites Mal kurz ins Stocken geraten. Klar, könntest du einfach mit „Sehr geehrte Frau Mustermann“ loslegen. Aber ist das nicht ein bisschen 0815? Und wurdest du nicht in der Stellenausschreibung sogar mit „Du“ angeredet? Solltest du also lieber „Hallo Carola“ schreiben?

Die korrekte Anrede und Anschrift in der Bewerbung Die korrekte Anrede und Anschrift in der Bewerbung

Du vs. Sie: Die richtige Anrede in der Bewerbung

In Zeiten, in denen immer mehr junge Start-ups auf den Markt strömen und qualifizierte Mitstreiter anwerben, ist dir sicher schon aufgefallen, dass immer mehr Stellenanzeigen in auffallend lockerem Ton daherkommen. Dazu gehört, dass Unternehmen „dich“ suchen und nicht „Sie“. Wenn du dich auf eine solche Ausschreibung bewirbst, kannst du ruhig den lockeren Ton in deiner Bewerbung aufgreifen, das Du solltest du dir aber lieber verkneifen. Auch wenn gerade junge Unternehmen Wert auf einen freundschaftlichen Umgangston legen, geht es hier immer noch um ein Geschäftsverhältnis. Unterbewusst wirkt das Du einfach respektloser als das Sie. Mit einem lockeren Tonfall und dem Sie kannst du nichts falsch machen.

Einfacher ist es, wenn du bereits ein Telefongespräch mit dem Verantwortlichen hattest. Hat er dir hier das Du angeboten, kannst du bei deiner Anrede in der Bewerbung auf die lockerere Variante umschalten.

Bewirbst du dich per E-Mail und bekommst eine dich duzende Mail zurück, kannst du auch getrost vom formellen Sie auf das freundlichere Du wechseln. Grundsätzlich gilt bei der Anrede in der Bewerbung aber, dass du Menschenkenntnis beweisen musst. Sieh dir die Auftritte des Unternehmens im Netz genau an und versuche einzuschätzen, ob du mit einem lockeren Stil besser punkten kannst oder ob Seriosität gefragt ist. Genau wie beim Dresscode gilt aber auch hier: Im Zweifelsfall fährst du mit der etwas eleganteren Version etwas besser, denn so weiß dein Ansprechpartner, dass du die Jobsuche und auch später deine Arbeit ernst nehmen wirst.

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