Ratgeber für Absolventen & Berufseinsteiger

Lückenlos, aber nicht zu viel des Guten: Die Anlage einer Bewerbung

Soll ich dieses Zeugnis rauslassen, weil es 5 Jahre alt ist? – Aber es liest sich doch zu gut! Die richtigen Dateien an eine E-Mail anzuhängen klingt so einfach, aber bei der Bewerbung musst du dreimal drüber nachdenken, was sich lohnt. Denn um deinen Traumjob zu bekommen, ist die Anlage deiner Bewerbung die wichtigste Eintrittskarte.  

Folgende Unterlagen solltest du in jedem Fall beifügen:

  • Anschreiben (bei E-Mail-Bewerbung)
  • Lebenslauf mit Foto
  • Abschlusszeugnis(se)
  • Praktikums- und Arbeitszeugnisse
  • Zertifikate
  • ggf. Arbeitsproben

 Das Anschreiben

Bewirbst du dich auf dem Postweg, liegt das Anschreiben ohnehin deiner Bewerbungsmappe bei. Aber auch wenn du dich per E-Mail bewirbst, solltest du deinen Text aus der Mail in den Anhang packen. Und das natürlich nicht einfach in eine Word-Datei kopiert, sondern mit Absender, Adressat, Betreffzeile, Datum und Unterschrift, wie du es bei der postalischen Bewerbung auch tun würdest – und als PDF!

Die Anlage einer Bewerbung Die Anlage einer Bewerbung

Lebenslauf mit Foto

Im Lebenslauf sind alle wichtigen Stationen deines bisherigen Bildungs- und Arbeitsweges aufgelistet. Die Betonung liegt hier auf „wichtigen“. Denn tatsächlich solltest du dich auf Angaben konzentrieren, die für deinen zukünftigen Arbeitgeber relevant sein könnten. Ein Ferienjob auf einem Campingplatz kann dazugehören, wenn du dich im Bereich Tourismus bewirbst. Den Geschäftsführer einer Bank wird diese Information dagegen nicht dazu veranlassen, dich anderen Bewerbern vorzuziehen. Zwei Seiten (plus Deckblatt) sollte der Lebenslauf nicht überschreiten und auch ihn hängst im Falle der Online-Bewerbung als PDF an.

Abschlusszeugnis(se): Abi-Zeugnis – ja oder nein?

Viele Absolventen stellen sich die Frage, ob sie ihr Abi-Zeugnis in der Anlage ihrer Bewerbung mitschicken sollen oder nicht. Hier gilt: Leg einfach das Zeugnis deines höchsten Ausbildungsabschlusses bei. Wenn du also einen Bachelor in der Tasche hast, kannst du das Abi-Zeugnis weglassen. Hast du vor dem Hochschulstudium eine Ausbildung abgeschlossen, solltest du den entsprechenden Nachweis jedoch mitschicken, denn für viele Arbeitgeber sind praktische Erfahrungen mindestens genauso wichtig wie ein akademischer Grad.

Praktikums- und Arbeitszeugnisse

In die Anlage deiner Bewerbung gehören ausschließlich Arbeits- und Praktikumszeugnisse. Im Gegensatz zu Bescheinigungen, die lediglich aussagen, dass du in einem bestimmten Zeitraum im Unternehmen tätig warst, enthalten Zeugnisse Aussagen über die Aufgaben, die du während dieser Zeit übernommen hast sowie eine Beurteilung deiner Leistung. Diese Informationen sind für deinen neuen Chef natürlich mehr als interessant.

Die Reihenfolge der Zeugnisse in der Anlage deiner Bewerbung sollte der deines Lebenslaufs entsprechen. Sprich: Beginnt dein Lebenslauf umgekehrt chronologisch mit deinem letzten Job, sollte das entsprechende Arbeitszeugnis das erste sein, das in der Anlage auf den Lebenslauf folgt. Im Idealfall fügst du sie aber alle in einem PDF zusammen, sodass du nicht 10 Anlagen mitschicken musst.

 Auslandsaufenthalte bringen meist Pluspunkte im Bewerbungsverfahren, umso mehr, wenn du außerhalb deines Heimatlandes schon in dem Bereich tätig warst, für den du dich bewirbst. Bei Arbeitszeugnissen in englischer Sprache kannst du davon ausgehen, dass dein potentieller neuer Arbeitgeber dieses verstehen wird. Schließlich werden von dir ja auch mindestens solide Englischkenntnisse verlangt. Anders sieht es bei Arbeitszeugnissen auf Französisch, Russisch, Japanisch oder in anderen Sprachen aus. Diese solltest du dir von einem professionellen Übersetzer übertragen und beglaubigen lassen, bevor du sie der Anlage deiner Bewerbung beifügst. Bei nicht ganz so wichtigen Nachweisen, zum Beispiel über einen Japanisch-Sprachkurs in Tokyo, genügt es, wenn du selbst eine kurze Erklärung auf Deutsch ergänzt.

Zertifikate

Mit Zertifikaten von Weiterbildungen und erworbenen Zusatzqualifikationen in der Anlage deiner Bewerbung signalisierst du deine Bereitschaft, dich auch über die Arbeit im Unternehmen hinaus zu engagieren und stetig dazuzulernen. Das bringt noch einmal ordentlich Pluspunkte im Auswahlverfahren. Allerdings gilt auch hier, dass du dich auf Nachweise beschränken solltest, die im Zusammenhang mit der von dir angepeilten Position stehen.

Arbeitsproben

Arbeitsproben machen nur bei bestimmten Berufen Sinn. Als Mediziner oder Schiffsbauingenieur dürfte es schwierig werden, die Früchte deiner Arbeit in die Anlage einer Bewerbung zu legen. Anders sieht es bei kreativen Berufen aus: Texter, Grafiker, Architekten oder Bewerber auf wissenschaftliche Stellen sollten auch unaufgefordert eine Auswahl an Arbeiten mitschicken. Das können zum Beispiel redaktionelle Beiträge, Zeichnungen, Entwürfe, Fotos, Pläne oder Grafiken sein.

Gerade für Quereinsteiger sind diese Beweise des eigenen Talents der entscheidende Teil der Bewerbung. Hast du dich beispielsweise jahrelang als Verkäufer im Einzelhandel durchgeschlagen, in deiner Freizeit aber Grafiken gestaltet, bei denen deinen Freunden regelmäßig vor Erstaunen die Kinnlade runtergeklappt ist, solltest du auf diesen Teil der Anlage in deiner Bewerbung einen besonderen Fokus richten. Denn selbst wenn der Lebenslauf eine andere Sprache spricht, erkennen Unternehmen anhand der Arbeitsproben, ob jemand Talent hat und für den Job geeignet ist oder eben nicht.

Arbeitsproben müssen übrigens nicht unbedingt in den Anhang, sondern machen sich auch gut auf einer eigenen Website. So musst du nur den Link mitschicken und nicht viele weitere Dokumente.

Abschließende Tipps zur Anlage in der Online-Bewerbung

Wie bereits mehrfach erwähnt: P D F heißen die drei Buchstaben, die zum Glück führen. Zumindest insoweit, als dass deine Bewerbung genau so ankommt, wie du sie abgeschickt hast. Denn PDF-Dateien werden im Gegensatz zu Dateien in Word oder Formaten anderer Textverarbeitungsprogramme auf allen Rechnern in gleicher Weise angezeigt.

Um dem Empfänger Arbeit zu ersparen, solltest du nicht jede Anlage der Bewerbung als Einzel-PDF versenden, sondern Lebenslauf, Zeugnisse und Arbeitsproben zu einer Gesamt-PDF zusammenfassen. Mit den meisten PDF-Programmen ist das problemlos möglich.

Bevor du dein Werk schließlich abschickst, schau noch einmal auf den Anhang deiner Bewerbung: Dieser sollte nicht größer als 5 MB sein. Anderenfalls läufst du Gefahr, dass deine E-Mail nicht ankommt oder direkt auf Nimmerwiedersehen im SPAM-Ordner deines Traum-Arbeitgebers verschwindet. Manchmal genügt es schon, das Foto im Lebenslauf zu komprimieren oder die Zeugnisse in mittlerer Auflösung zu scannen. Natürlich nur, wenn die Lesbarkeit darunter nicht leidet. Ansonsten helfen Programme zur Komprimierung von PDF-Dateien.

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