Kunstbranche und Kulturbranche

Ist das Kunst oder kann das weg? So schwierig es bisweilen ist, andere Menschen vom künstlerischen Gehalt eines Werkes zu überzeugen, so kniffelig kann es sich gestalten, einen Job in der Kunstbranche zu ergattern. Es sei denn natürlich, du bist von der Muse geküsst und hast das Glück, dass sich die Galerien, Bühnen und TV-Sender dieser Welt um dich reißen. Sollte dem nicht so sein, ist das aber auch kein Grund zu verzagen. Schließlich gibt es Stellenangebote in der Kunst- und Kulturbranche in einer ganzen Reihe von Feldern. Allerdings ist der Andrang groß und reich wirst du wahrscheinlich auch nicht. Dafür stehen die Chancen gut, dass du deine Brötchen mit etwas verdienst, für das du brennst – ein nicht zu unterschätzendes Kriterium bei der Jobsuche. 

Stellen in der Kulturbranche eignen sich zum Beispiel für Absolventen von Kunst- und Filmhochschulen, von Schauspiel- und Musikakademien, aber auch für Geistes- und Geschichtswissenschaftler oder Absolventen der Kulturwissenschaften. 

Die 5 meistbesuchten Museen in Deutschland (2010)

Museeum Zahl der Besucher in Deutschland
#1 Residenzschloss Dresden 1.287.000
#2 Deutsches Meeresmuseum, Stralsund 1.200.000 B.
#3 Deutsches Museum, München 1.180.000
#4 Neues Museum, Berlin 1.142.000
#5 Miniatur Wunderland, Hamburg 1.070.000
Dein Alltag in der Kunstbranche/Kulturbranche
Dein Alltag in der Kunstbranche/Kulturbranche
Wusstest du schon, dass....?
  • die Stiftung Preußischer Kulturgüter in Berlin mit einem Budget von 300 Millionen Euro der größte Kulturbetrieb des Landes ist?
  • das Durchschnittseinkommen eines Künstlers in Deutschland laut Künstlersozialkasse bei 900 Euro im Monat liegt, was dazu führt, dass gerade einmal vier Prozent der Künstler ausschließlich von ihrem Job leben können?
  • die Kulturbranche einen Anteil von 60 Milliarden Euro an der gesamten Wertschöpfung in Deutschland hat – und damit eine vergleichbare wirtschaftliche Bedeutung wie der Maschinen- oder der Automobilbau?

Insider Tipps

Geld ist nicht alles

Beim Blick auf die Einstiegsgehälter können selbst die kultiviertesten Zeitgenossen schon mal ihre gute Kinderstube vergessen. Dennoch solltest du bedenken, dass Geld zwar wichtig, aber nicht alles ist. Wenn du dein Hobby zum Beruf machst und das tust, was du liebst und gut kannst, kommt der finanzielle Erfolg meist von ganz allein.

Freiberuflichkeit

Jobs in der Kunstbranche werden oft auf freiberuflicher Basis ausgeübt. Wenn du dich dafür entscheidest, dein eigener Chef zu sein, kannst du das ohne weiteres tun. Einfach eine Steuernummer beim Finanzamt beantragen und schon kann es losgehen. Bestimmte Qualifikationen brauchst du dafür nicht nachweisen.

Künstlersozialkasse

Wer freischaffend tätig ist, muss Versicherungen aus eigener Tasche bezahlen – und das kann richtig teuer werden. Da Jobs in der Kulturbranche aber oft nicht genug abwerfen, gibt es seit 1983 die Künstlersozialkasse, die einen Teil der Beiträge für Künstler und Publizisten übernimmt.

Arbeiten in der Kunstbranche / Kulturbranche

Jobs in der Kulturbranche sind entweder aktiv gestalterischer Natur oder beinhalten das Management von kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Das Tätigkeitsspektrum ist breit: Zieht es dich auf die Bretter, die die Welt bedeuten, findest du Stellen in der Kulturbranche an Theatern, Opern oder bei Fernsehsendern. Bist du ein Organisationstalent und schrecken dich knappe Budgets und Zahlen-Jonglage nicht ab, ist die Arbeit als Intendant oder Direktor eines Museums vielleicht das Richtige für dich. Absolventen, die gern und gut schreiben und ihr gesamtes Bafög in Kino-, Theater- und Konzertbesuche investiert haben, können bei Zeitungen, Fachmagazinen oder Verlagen vorstellig werden. Liegt dir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, hat die Kunstbranche Jobs etwa für Theaterpädagogen oder Kunsttherapeuten in petto. Auch Kunstlehrer an Schulen werden ständig gebraucht.      

Unternehmen in der Kulturbranche / Kunstbranche

Unternehmen und Institutionen, die Stellen in der Kunst- und Kulturbranche anbieten, sind vielfältig, was Größe und Aufgabenbereiche angeht. Von kleinen Hinterhof-Galerien und -Theatern über weit über die Landesgrenzen hinaus angesehene Museen und Opernhäuser bis hin zu kleinen und großen Verlagen, Redaktionen und Fernsehsendern ist alles vertreten. Die Kunstbranche ist zudem ein Feld, in dem überdurchschnittlich viele Freiberufler tätig sind, etwa als Schauspieler, Bildhauer oder Pädagogen. Daneben gibt es Unternehmen, die sich dem interkulturellen Austausch widmen, wie das Goethe-Institut, das mit Einrichtungen rund um den Globus vertreten ist. Auch zahlreiche Stiftungen haben sich dem Erhalt der kulturellen Vielfalt verschrieben und bieten Jobs in der Kunst- und Kulturbranche für gut ausgebildete Fachkräfte an.