Einleitung

Jeden Tag und jedes Jahr produzieren wir in Deutschland jede Menge Abfall. 450 kg im Jahr um genau zu sein, und das pro Person. Durch diese Berge von Müll ist die Abfallwirtschaft mit einem jährlichen Umsatz von 50 Milliarden Euro zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren in Deutschland geworden. Allerdings ist es aufgrund dieser Massen von Abfall in den letzten Jahren ein großer Bestandteil der Abfallwirtschaft geworden, für eine nachhaltige Entwicklung der Abfälle zu sorgen und so einen positiven Impuls für die Umwelt zu geben und das wirkt sich auch auf die Art der Stellen in der Abfallwirtschaft aus.

Schon länger beschränkt sich die Aufgabe der Abfallwirtschaft nicht mehr ausschließlich darauf, den Müll zu beseitigen. Stattdessen wird er als wertvoller Rohstoff erkannt. So versucht die Abfallwirtschaft inzwischen, Ressourcen durch die Gewinnung von Sekundärrohstoffen und Energie aus Müll zu schonen und hohe Verwertungsquoten zu erzielen. Das Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, in der sich die entledigten Güter unmittelbar oder nach ihrer Aufbereitung wiederverwenden lassen. Ressourcenschonung, das heißt vor allem aber auch den Verbrauch von primären Rohstoffen wie Erdöl und Holz zu senken, indem man diese durch Recycling aus Abfällen gewinnt. Da im Müllbusiness immer mehr im Sinne der Umweltpolitik gearbeitet wird, findet man vermehrt Stellen in der Abfallwirtschaft im Bereich Umweltschutz. 

Die 5 größten Arbeitgeber in der Abfallwirtschaft

Unternehmensname Zahl der Beschäftigten
#1 Remondis 30.600 (weltweit)
#2 Alba 8000 (weltweit)
#3 Interseroh 2000 (weltweit)
#4 Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit 814
#5 Der Grüne Punkt 280
Dein Alltag in der Abfallwirtschaft
Dein Alltag in der Abfallwirtschaft
Wusstest du schon…
  • dass im Ozean zwischen dem US-amerikanischen Festland und dem hawaiianischen Archipel eine Insel aus Plastik schwimmt? Sie besteht aus circa drei Tonnen Müll und hat eine Fläche die genauso groß ist wie Mitteleuropa.
  • dass bis ins 15. Jahrhundert Haus- und Gewerbeabfälle sowie menschliche Exkremente auf die Straßen oder in Stadtbäche geschüttet wurden? Danach wurde der Müll meist auf die umliegenden Felder gebracht. Erst 1896 gab es in Deutschland die erste Müllverbrennungsanlage.
  • dass Leute, die sich hauptsächlich von entsorgtem Essen ernähren, Freeganer heißen, weil sie sich vom Konsum befreien wollen?

Insider Tipps

Messen

Messen sind der ideale Ort, um sich nach potentiellen Arbeitgebern umzugucken und Kontakte zu knüpfen. Alle zwei Jahre findet zum Beispiel in München die IFAT statt, die Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft. Ob Abfallentsorgung, Altglassanierung oder Wissenschaft und Forschung, dort sind so gut wie alle Bereiche der Abfallwirtschaft vertreten.

Trainee

Ein guter Start ins Berufsleben in der Abfallwirtschaft kann zum Beispiel auch ein Trainee-Programm sein. Diese werden unter anderem von Stadtreinigungen angeboten. Sie sollen (Fach-) Hochschulabsolventen von technischen oder betriebswirtschaftlichen Fachrichtungen für spezifische Bereiche in einem Unternehmen qualifizieren und sie an die spätere Position heranführen. Dabei werden dann verschieden Bereiche im Unternehmen durchlaufen, wie der Einkauf, der Vertrieb oder das Marketing.

Umweltschutz

Grade im Bereich Umweltschutz gibt es momentan gute Jobmöglichkeiten in der Abfallwirtschaft. Ob Recycling und Mülltrennung, der Einsatz von Rest- und Abfallstoffen als Sekundärrohstoffe oder die energetische Verwertung von Abfällen, wenn du dich auf diese oder ähnliche Themen spezialisierst, sind deine Chancen auf einen schnellen Einstieg und eine gute Stelle überaus gut.

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Arbeiten in der Abfallwirtschaft

Müllmann ist wahrscheinlich der erste Beruf, der den meisten einfällt, wenn man über Berufe in der Abfallwirtschaft nachdenkt, aber es gibt noch etliche andere Jobs in der Abfallwirtschaft. Als Deponieleiter zum Beispiel übernimmst du die Führungsaufgaben eines Deponiebetriebs. Ob Hausmüll, Sondermüll oder Gewerbeabfälle, du musst dafür sorgen, dass alles vorschriftsgemäß abgelagert wird. Die Türen für diesen Beruf werden dir zum Beispiel durch ein Studium im Bereich Abfalltechnik oder Abfallwirtschaft geöffnet.

Suchst du konkret nach Stellenangeboten in der Abfallwirtschaft, dann solltest du dich gut mit rechtlichen Vorgaben, wie Abfallrichtlinien und Umweltgesetzen auskennen. Aber nicht nur die deutschen Vorgaben sind wichtig, auch die europäischen Richtlinien sollten dir bekannt sein. Diese Richtlinien können sich ständig ändern, du musst also immer auf dem Laufenden bleiben. Guckt man nach Jobs in der Abfallwirtschaft, dann stößt man oft auf Berufe, die sich ums Recycling drehen. Als Abfallbeauftragter könnte es beispielsweise deine Aufgabe sein, dich um die Einhaltung der Recyclingrichtlinien zu kümmern. Du kontrollierst, ob Abfall fachgerecht behandelt und beseitigt wird sowie ob Bestimmungen und behördliche Auflagen eingehalten werden. Außerdem berätst du Betriebe in Bezug auf Abfallvermeidung und das richtige wirtschaftliche umgehen mit dem anfallenden Müll. Um diese Tätigkeit ausüben zu können, ist üblicherweise eine Aus- oder Weiterbildung oder ein Studium in den Bereichen Abfall-, Entsorgungs- oder Umwelttechnik erforderlich.

In der Abfallwirtschaft gibt es Stellen bei denen man verbeamtet werden kann, etwa als Beamter beziehungsweise Beamtin im gehobenen technischen Dienst der Umweltverwaltung. Auch hier ist ein großer Teil deiner Aufgaben dem Umweltschutz gewidmet. Verwaltungsvorgänge oder umweltrechtliche Sachverhalte zu prüfen, gehören dabei zu deinen Hauptaufgaben. Dafür bearbeitest du Verwaltungsvorgänge und prüfst umweltrechtliche Sachverhalte. Voraussetzung hierfür ist eine fünfzehnmonatige Ausbildung, für die man mindestens einen Bachelorabschluss braucht. 

Unternehmen in der Abfallwirtschaft

Jobs in der Abfallwirtschaft gibt es bei den verschiedensten Arbeitgebern, nicht nur bei Müllabfuhrunternehmen. Ein Unterschied wird zwischen kommunaler und privatwirtschaftlicher Abfallentsorgung gemacht. Während für Abfälle aus privaten Haushalten meist Kreise und kreisfreie Städte die Verantwortung tragen, sind für gewerbliche und industrielle Abfälle die Abfallerzeuger selber zuständig und bedienen sich dafür, falls keine eigenen Anlagen vorhanden sind, der privaten Entsorgungswirtschaft. Du kannst aber auch zum Beispiel bei Recyclingbetrieben arbeiten oder bei Betreibern von Kläranlagen.

Suchst du als Ingenieur eine Stelle in der Abfallwirtschaft, kannst du unter anderem in Ingenieurbüros für Umwelttechnik oder Abfalltechnik arbeiten. Denkst du über eine Anstellung als Abfallbeauftragter nach, käme aber zum Beispiel auch ein Krankenhaus als Arbeitsplatz in Frage. Abfallberater kommen übrigens auch oft in der chemischen Industrie unter. Als Beamter kannst du Anstellung bei Umweltämtern, Umweltverwaltungen oder bei Gewerbeaufsichtsämtern finden.