Beruf als Zahnarzt - Arbeiten in der Zahnmedizin

Als Zahnarzt hast du es wirklich nicht leicht. In der Regel freut sich nämlich niemand, dich zu sehen.  Viele Kinder haben Angst vor dir und auch der Mehrzahl der Erwachsenen treibt das Geräusch deines Bohrers wahre Schauer über den Rücken und Angstschweiß auf die Stirn. Und dann dieser Praxis-Geruch. Schrecklich. Aber natürlich sind am Ende alle froh, dass es dich gibt und du die Menschen von ihren schlimmen Schmerzen erlösen kannst. Denn dicke Backen und höllisches Pochen treiben einen nach nur wenigen Minuten in den Wahnsinn. 

Arbeitsalltag und Aufgaben als Zahnarzt

Arbeitsalltag als Zahnärztin Zahnarzt/-ärztin werden

Neben dem Gefühl, im Beruf als Zahnarztes also Gutes zu leisten, sind auch die Jobaussichten ein gutes Argument dafür, sich für diesen humanmedizinischen Zweig zu entscheiden. Nur wenige Unis bilden überhaupt Zahnärzte aus und wenn man keine Spitzennoten hat, dauert es häufig eine Ewigkeit, bis man in den zulassungsbeschränkten Studiengang zugelassen wird. Es wird immer nur eine sehr begrenzte Anzahl an Studenten zugelassen. Teilweise beginnen Studiengänge mit 35 bis 75 Erstis, in dem Wissen, dass für die Behandlungskurse im achten Semester nur noch 20 Behandlungsplätze zur Verfügung stehen. Die Abbruchzahl ist groß, es wird gesiebt, was das Zeug hält oder man hält dem Druck einfach nicht stand. Wenn du es jedoch geschafft hast, ist dein Abschluss in der Regel auch immer dein Ticket zur Festanstellung oder Selbstständigkeit. 

Kurz vor Behandlungsbeginn bist du bereits in der Praxis, um dich auf deinen kommenden Tag einzustellen. In der Regel öffnet eine Zahnarztpraxis zwischen acht und neun Uhr und ist normal terminiert, schiebt allerdings immer mal wieder ein paar Schmerzpatienten dazwischen. Häufig kommen Patienten einfach so vorbei oder lassen sich morgens einen Termin geben, da sie es nicht mehr aushalten können. Du erlöst sie also von ihren Qualen und hoffst dann, pünktlich in die Mittagspause gehen zu können. Natürlich bist du auch bereit, diese zu verschieben, schließlich darfst du einen Schmerzpatienten, der um kurz vor zwölf die Praxis betritt und Tränen in den Augen hat, nicht wieder einfach so nach Hause schicken. Durch solche unerwarteten Fälle, können sich natürlich die darauf folgenden Termine ein wenig nach hinten verschieben, damit solltest du im Zahnarzt Beruf immer rechnen.

Nach der Mittagspause geht es so weiter, wie es vor der Pause angefangen hat. Du reparierst Prothesen, machst Füllungen und stürzt dich auf Wurzelkanalbehandlungen. Auch hier kann es wieder vorkommen, dass eine Behandlung länger dauert, als geplant. Wenn Patienten zur reinen Routinekontrolle kommen und du Karies entdeckst, aber sehr viel zu tun ist, macht ihr einen neuen Termin aus. Nur wenn es etwas „Kleineres“ ist und du Leerlauf hast, behandelst du das Problem sofort. Wenn alles glatt läuft, kannst du so zwischen 30 und 40 Patienten am Tag behandeln, dazu planst du vorher, wem du welchen Termin gibst. Steht beispielsweise um 15 Uhr eine Wurzelbehandlung an, vergibst du nicht um 15:15 den nächsten Termin, da diese Behandlung je nach Schwere bis zu einer Stunde dauern kann.

Je nachdem, wann du angefangen hast, machst du zwischen 17 und 18 Uhr Feierabend. An manchen Tagen, dazu gehört häufig auch der Freitag, hat die Praxis nur bis 14 Uhr auf. Natürlich gibt es auch Praxen, die im Schichtbetrieb arbeiten und teilweise bis 21 Uhr geöffnet haben, damit Vollzeitbeschäftigte sich nicht extra einen Tag für den Zahnarztbesuch freinehmen müssen. Allgemein kommst du in der Regel nicht über eine 40-Stunden-Woche hinaus. Kleinere Überstunden von bis zu 30 Minuten solltest du allerdings immer einplanen. Nichtsdestotrotz ist der Beruf toll mit der Familie zu vereinbaren, da man auch mit einer Halbtagsstelle im Beruf als Zahnarzt gut verdient. Es ist daher auch nicht überraschend, dass in einigen Semestern 80% der Studierenden momentan weiblich sind.

Generell unterscheidet sich dein Arbeitsalltag nicht dramatisch, wenn du auf dem Land oder in einer Großstadt arbeitest. Auffällig ist aber, dass man in Großstädten vermehrt Gemeinschaftspraxen vorfindet. In ländlicheren Gebieten jedoch findet man fast ausschließlich 1-Mann-Praxen, in denen dann auch wirklich nur ein Zahnarzt, eventuell mit einem Assistenten, tätig ist. Wenn du dich dazu entscheidest, deine zweijährige Assistenzzeit dort zu absolvieren, wirst du somit entweder nicht übernommen, da du als vollausgelernter Zahnarzt zu teuer bist oder es einfach nicht genügend Behandlungsräume gibt. Es kann aber genauso gut sein, dass der Zahnarzt dort dich gerne als Nachfolger seiner Praxis sehen würde. All dies klärst du am besten bereits im Vorstellungsgespräch ab.

Voraussetzungen für den Beruf Zahnarzt

Um für den Beruf als Zahnarzt überhaupt infrage zu kommen, musst du auf jeden Fall Zahnmedizin studiert haben. Nach zehn Semestern hast du dann mit Beendigung deines Staatsexamens die Approbation, die es dir erlaubt, Patienten zu behandeln. Dein Examen berechtigt dich dazu, die zweijährige Assistenzzeit in einer Praxis anzutreten. Selbstständig suchst du dir also nun die für dich passende Stelle heraus, um dort als Assistenzzahnarzt zu arbeiten. Dabei bewirbst du dich in der Regel in einer Praxis.  m ersten Jahr arbeitest du dann bereits sehr selbstständig und darfst eigene Patienten behandeln. Dies ist allerdings nur möglich, wenn dein Chef in der Praxis anwesend ist. Er muss dir nicht direkt auf die Finger gucken, sollte aber vor Ort sein, damit du ihm im Notfall rufen kannst und er die Möglichkeit hat, einzugreifen.

Ab dem zweiten Jahr darfst du dann alleine behandeln. Klar hältst du trotzdem noch Rücksprache mit deinem Vorgesetzten, denn größere oder sehr teure Behandlungen und Eingriffe, sollten am besten immer in Absprache mit anderen dort arbeitenden Zahnärzten erfolgen. Wunder dich nicht, wenn dein Chef sich in den Urlaub verabschiedet und dir die Praxis für ein paar Tage alleine überlässt. Er traut dir zu, dass du die Aufgaben im Beruf des Zahnarztes nun alleine meistern kannst und auch den Praxisalltag im Griff hast. Häufig wird dir gerade in deiner Anfangsphase eine erfahrene und sehr gute Zahnarzthelferin an die Seite gestellt, die dir mit Rat und Tat zur Seite steht. Teamarbeit ist daher ein sehr wichtiger Faktor, wenn du als Zahnarzt erfolgreich sein willst. Du bist nie alleine in einem Behandlungszimmer mit dem Patienten, da mit Helfern die Handgriffe einfach viel schneller von der Hand gehen.

Keine Frage, dass du als Zahnarzt sehr einfühlsam sein musst. Gerade im Umgang mit Kindern musst du wissen, welche Worte die richtigen sind. Dafür gibt es in der Uni teilweise sogar richtige Kinderkurse, in denen du während deiner Behandlungskurse einen Tag lang immer nur Kinder behandelst. Ansonsten bereitet die Uni dich meistens leider nicht optimal auf den Alltag vor, da beispielsweise die Schmerzdiagnostik nur wenig Aufmerksamkeit bekommt, sie jedoch einen Großteil deiner späteren Arbeit ausmacht.


Spezialisierungsmöglichkeiten

Mit einem Zahnarzt Beruf in der Paradontologie sind Prävention, Behandlung und Nachsorge von Zahnhalteapparaterkrankungen dein tägliches Brot. Die regelmäßige Kontrolle der Entwicklung des Zahnhalteapparates, die Entfernung von weichen und harten Zahnbelägen sowie das Thema Zahnhygiene begegnen dir in dieser Subspezialisierung täglich. Auch die Parodontalchirurgie ist ein wichtiger Bereich. Im Gegensatz dazu behandelst du in der Endodontologie mittels modernster Technologien Wurzelkanalentzündungen. Hochmoderne OP-Mikroskope und kleinste Instrumente helfen dir dabei, bis zur Zahnwurzel vorzudringen und die Behandlung durchzuführen.

Ein ganz anderer Bereich bietet die Gesichtsepithetik. Patienten mit angeborenen Fehlbildungen oder Amputationen im Gesichts- oder Halsbereich infolge von Unfällen oder Verbrennungen suchen Hilfe bei dir. Mithilfe von Nachbildungen des entsprechenden Gesichtsteils, sogenannten Epithesen, hilfst du ihnen, wieder ein Teil der Gesellschaft zu werden. Ohren, Wangen, Nasen und Augen aus Kunststoff, Glas, Porzellan und anderen Materialien gehören zu deinem Repertoire. Du passt sie individuell an Gesichtsform und Hautfarbe an, um die sichtbaren Fehlbildungen auszugleichen kann. 

Spezialisierungen
Zahnarzt/-ärztin
Fachjargon
Parodontitis

Parodontitis ist eine Entzündung rund um den Zahn, die durch Plaque (Zahnbelag) ausgelöst wird. Sie beginnt in der Regel mit einer Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und kann im schlimmsten Fall sogar bis zum Zahnausfall führen. Mit der Bestimmung des PSI-(Parodontaler Screening-Index) kann man diese Krankheit jedoch frühzeitig erkennen und dem Voranschreiten der Erkrankung entgegen wirken.

Malokklusion

Der Begriff Malokklusion (steht für „schlechter Biss“) entstammt der Orthodontie. Formen der Malokklusion sind beispielsweise der Kreuzbiss, der Tiefbiss oder der offene Biss. Eine Malokklusion ist eine Störung des Zusammenbisses und dient als Oberbegriff für eine unzureichende, fehlende oder harmonische Verschließung des Ober- und Unterkiefers. Ein perfektes Gebiss hat von Natur aus wohl keiner, daher sind Abweichungen von der definierten idealen Verschließung (Okklusion) in jedem natürlichen Gebiss vorhanden.

Milchzähne

Die ersten Milchzähne kommen ab dem sechsten Lebensmonat zum Vorschein, da sie bis zum Zahnausfall der Zerkleinerung von Essen dienen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne im Gebiss fungieren. Das Gebiss von Kindern wird als „Milchgebiss“ oder „Milchzahngebiss“ bezeichnet und besteht aus 20 Zähnen. Die Zähne im temporären Gebiss haben wichtige Funktionen. Sie sind beispielsweise notwendig, um Laute und Sprache bilden zu können und ein Lispeln zu verhindern.

Wusstest du schon, dass...
  • der Regisseur und Drehbuchautor Andrew Stanton die Idee zu „Findet Nemo“ unter anderem hatte, weil sein Zahnarzt, zu dem er als Kind ging, auch ein Aquarium in seiner Praxis hatte?
  • bereits ab dem 28. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet der Indus-Kultur Zähne behandelt wurden?
  • die früheste bekannte Zahnbürste ein kleiner Stock zum Kauen war? Archäologische Funde in altägyptischen Gräbern aus der Zeit um 3.000 v. Chr. belegen dies.
Was man kennen und können sollte
Programme
  • Microsoft Office
  • Digitale Patientenakten (z.B. Solutio, Dampsoft)
  • Röntgenprogramm (z.B. DS-Win)
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Verwandte Berufsfelder: Medizin
Zahnarzt als Beruf - Infos zur Arbeit in der Zahnmedizin

Beruf als
Zahnarzt/-ärztin

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40 Stunden: Entspannt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2000-2500 €
Männer/Frauen-Relation 4/6
Bewerber pro Stelle: 1 Bewerber
Spitzenverdiener 10000 €