Beruf als Wirtschaftsinformatiker - Arbeiten in der Wirtschaft

Du freust dich schon auf Weihnachten, weil du die PC-Probleme der gesamten Verwandtschaft dann wieder lösen darfst? MySQL-Fehlermeldungen auswendig zu lernen bereitet dir eine wahre Freude? Und wenn du an die Anzahl von UML-Diagrammen denkst, könntest du vor Glück im Dreieck springen? Willkommen in der Welt des Wirtschaftsinformatikers. Als Schnittstelle zwischen BWL und Informatik beherrscht du beides in Perfektion, musst dafür aber keine zwei Jobs annehmen, sondern kannst beide Passionen mit einem Beruf als Wirtschaftsinformatiker vereinen. Dass momentan händeringend nach deiner Spezies gesucht wird, macht das Ganze doch noch viel besser! 

Spezialisierungen
Wirtschaftsinformatiker/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Wirtschaftsinformatiker

Wirtschaftsinformatiker Jobs Wirtschaftsinformatiker/in werden

Wie in so vielen Bereichen auch kann man den Beruf des Wirtschaftsinformatikers nicht pauschalisieren und von dem einen Arbeitsalltag oder der einen Aufgabe sprechen. Zwar sind häufig Stellen ausgeschrieben, die einen Wirtschaftsinformatiker suchen, häufig werden diese jedoch mit zusätzlichen Informationen, wie „IT-Berater“, „Servicetoolmanager“ oder Ähnlichem spezifiziert. Dein Tätigkeitsbereich hängt sehr stark von der jeweiligen Stelle und Richtung ab, auf die du dich spezialisiert hast. Was alle gemeinsam haben ist: Dein Hauptarbeitsgerät ist dein Computer und Programmiersprachen wie SQL und XML, Datenbanken wie SAP oder Webanwendungen wie Sharepoint sind dein tägliches Brot. In der Regel bist du in einem Unternehmen angestellt und kümmerst dich von dort aus um Kunden aller Branchen, um ihnen in IT-Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Mit einem Beruf als Wirtschaftsinformatiker in der IT-Beratung betreust und berätst du die einzelnen Fachbereiche eines Unternehmens in Bezug auf Lösungen. Du begleitest beispielsweise Lösungsentwicklung unter Berücksichtigung der Geschäftsprozesse im Austausch mit internen sowie externen Entwicklungsteams und stellst die IT-technische Umsetzung sicher. Damit deine Kunden immer auf dem neusten Stand sind, sorgst du zudem für die Weiterentwicklung relevanter IT-Strategien. Das heißt, du berätst Kunden, fährst dort hin, begleitest sie bei der Planung und richtest neue IT-Lösungen ein. Damit diese auch benutzt werden können, gehört auch die Unterstützung bei der Erstellung von Schulungs- und Einführungskonzepten zu deiner Aufgabe.

Interessiert dich der Bereich Sales Analysis, schaffst du die analytischen Grundlagen, um den Erfolg und die Effizienz deines Unternehmens zu messen. Vertriebskennzahlen und Außendienststeuerung werden von dir gebündelt und IT-relevante Projekte und Datenbanken mit Bezug zum Außendienst organisiert. Im Rahmen von Projektaufgaben gehört natürlich auch die Optimierung der eingesetzten Softwarelösungen und die Arbeit an Neuentwicklungen zu deinem Wirtschaftsinformatiker Beruf. Dabei arbeitest du jedoch nicht allein, sondern hast ein ganzes Team um dich herum.  

Voraussetzungen für den Beruf Wirtschaftsinformatiker

Um im Beruf als Wirtschaftsinformatiker durchstarten zu können, musst du ein Wirtschaftsinformatik Studium absolviert haben. Kein anderer Studiengang bereitet dich so perfekt auf deine späteren Aufgaben vor, da du hier sowohl wirtschaftswissenschaftliche als auf informationstechnische Seminare besuchst. Willst du die Karriereleiter ganz schnell nach oben klettern, kommst du um eins nicht herum: Zertifikate. Nur wenn du dich ständig weiterbildest und beispielsweise Zertifikate in Microsoft-Programmen oder SAP machst, steigt auch dein Marktwert.

Wenn du allerdings gerade erst aus der Uni kommst, hattest du in der Regel noch nicht die Möglichkeit, Zertifikate zu sammeln. Daher stehen Praktika hier an erster Stelle. Auch in Bewerbungsgesprächen wird immer wieder gefragt, was für Projekte man schon durchgeführt und betreut hat. Auch das Thema der Abschlussarbeit ist immer interessant. Dabei kommt es jedoch zu 90% nicht auf deine Noten, sondern deine Praxiserfahrung an. Solltest du also einen Bachelorabschluss haben und dich fragen, ob du noch ein Masterstudium dranhängen solltest, dann ist die Antwort: Nutze die zwei Jahre lieber, um Berufserfahrung im Beruf als Wirtschaftsinformatiker und Zertifikate zu sammeln. Die großen Kosten dafür werden in der Regel auch von den Firmen selbst getragen. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Mit dem Beruf des Wirtschaftsinformatikers hat man in der Wirtschaft viele Jobmöglichkeiten. Wenn du dich dazu entscheidest, als Consultant zu arbeiten, sind Planung und Organisation deine Hauptaufgabe. Dabei fallen die Zuteilung von Projekten und die Übernahme von verantwortungsvollen Aufgaben ebenso in deinen Tätigkeitsbereich. Bei deiner Arbeit steht Selbstständigkeit an oberster Stelle, da du dir dein Projekt häufig selbst einteilen kannst.

Mit einem Einstieg als Projektmanager bist du für den Verkauf von Hard- oder Software verantwortlich. Kundenkontakt nimmt hierbei die meiste Zeit ein. Neben Kundengespräche vor Ort oder am Telefon berätst du sie und stellst ihnen das optimale Produkt für ihre Nutzungswünsche vor. Hat der Kunde sich dann für ein Produkt entschieden, erstellst du einen Projektplan und legst Ziel und Umsetzung fest. 

Spezialisierungen
Wirtschaftsinformatiker/in
Fachjargon
Ubiquitous Computing

Ubiquitous Computing ist eine rechnergestützte Informationsverarbeitung, das die Nutzung auf viele digitale Endgeräte und Systeme verschiebt, die nahtlos in den Alltag integriert werden können, ohne dass sich der Nutzer immer darüber bewusst ist. Der Computer verschwindet und die Nutzung steht somit im Vordergrund. Anwendungsfelder des Ubiquitous Computing sind Logistik, Supply-Chain-Management, SmartHome und SmartOffice, Augmentation, Wissensmanagement, Sicherheits- und Notfallmanagement, Medizin und Entertainment.

Business Intelligence

Der Begriff Business Intelligence beschreibt die Intelligenz, die auf Unterstützung, Durchführung und Kontrolle betrieblicher Aktivitäten ausgerichtet ist. Bei den Systemen handelt es sich um informationsgetriebene Entscheidungsunterstützungssysteme zur Gewinnung und Verbreitung von Erkenntnissen für und über betriebliche Abläufe.

Outsourcing

Outsourcing leitet sich aus den zwei Wörtern "Outside" und "Resourcing" ab und wurde geprägt, als Eastman Kodak 1989 mit IBM, DEC und Businessland eine Vereinbarung abschloss. Der Begriff IT-Outsourcing beschreibt die mittel- und langfristige Auslagerung von IT-Aufgaben, die bis dato innerbetrieblich ausgeführt wurden, an ein oder mehrere rechtlich unabhängige Dienstleistungsunternehmen.

Wusstest du schon, dass...
  • es in den 1970er und 1980er Jahren zu einem Produktivitätsparadoxon kam? Wirtschaftsunternehmen investierten so viel wie nie zuvor in IT-Systeme und hofften auf deutliche Produktivitätssteigerungen. Diese blieben jedoch blieben jedoch stark hinter den hohen Erwartungen zurück.
  • die Universität Duisburg-Essen 2010 das internationale Studierenden-Austauschnetzwerk IS:link gegründet hat? Es soll Studierenden der Wirtschaftsinformatik dazu dienen, ein Auslandssemester an Partneruniversitäten zu absolvieren und zur interkulturellen Vernetzung im Bereich der Wirtschaftsinformatik beizutragen.
  • die Wirtschaftsinformatik sich in den 1960er-Jahren aus den Fachgebieten Mathematik und Elektrotechnik entwickelte und als neue Wissenschaftsdisziplin der Informatik entstand?
Was man kennen und können sollte
Programm
  • Sharepoint
  • SAP (Datenbank)
  • Java
  • SQL (Datenbanksprache)
  • XML
Sprache
  • Deutsch
  • Englisch
Verwandte Berufsfelder:
Wirtschaftsinformatiker als Beruf - Infos zur Arbeit in der Wirtschaft

Beruf als
Wirtschaftsinformatiker/in

Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 45-55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2800-3300 Euro
Männer/Frauen-Relation 9/1
Bewerber pro Stelle: 3 Bewerber
Spitzenverdiener 8000 €