Bewerbung als Volkswirt

Die Volkswirtschaft ist ein eher seriöses Gebiet, dementsprechend klassisch fällt auch der Bewerbungsprozess aus. Hier punktest du nicht mit Originalität und Kreativität, sondern mit den analytischen und methodischen Fähigkeiten, die du durch dein Studium erworben hast, deiner Motivation, dich in diesem Business zu beweisen, und bestenfalls auch mit ersten praktischen Erfahrungen, die durch erste Praktika gesammelt hast. Du bewirbst dich auf freie Stellen mit Anschreiben, Lebenslauf und Arbeitszeugnissen und hoffst auf eine Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch oder einem Assessment Center. 

Anschreiben und Lebenslauf

Auch hier sind in der Regel keine Experimente erwünscht. Im Anschreiben gilt es, deine bisherigen Erfahrungen und deine Motivation hervorzuheben. Gib einen kurzen Überblick darüber, wer du bist, was du bisher gemacht hast, und warum du dich auf eine Stelle bewirbst. Im Lebenslauf gibst du eine strukturierte Übersicht über deine bisherigen Erfahrungen. Konzentriere dich dabei auf jene, die für die ausgeschriebene Stelle relevant sind. Dein Praktikum im Europäischen Parlament in Brüssel ist für den Personaler vermutlich interessanter als deine Teilnehmerurkunde bei den Bundesjugendspielen vor fünfzehn Jahren.

Wachsender Beliebtheit erfreut sich außerdem die sogenannte „dritte Seite“. Sie ist neben dem Anschreiben und dem Lebenslauf ein weiterer Bestandteil der schriftlichen Bewerbung und enthält Ausführungen zu deiner Person und deiner Motivation, die dir wichtig erscheinen, die du aber im Anschreiben nicht mehr unterbekommen hast.

Ob Lebenslauf, Anschreiben oder dritte Seite – mit unseren Bewerbungstipps muss dir dieser Teil der Berufsfindung schon mal kein Kopfzerbrechen bereiten.

Volkswirt Bewerbung - Tipps zu Anschreiben und Lebenslauf

Das Vorstellungsgespräch

Was dich beim Vorstellungsgespräch erwartet, ist abhängig von dem Unternehmen, bei dem du dich vorstellst. Dein Vorstellungsgespräch kann in den Räumlichkeiten des Unternehmens stattfinden, aber auch als Einzelinterview und Abschlussgespräch im Rahmen eines Assessment Center.

Wie immer gilt es für dich, einen ehrlichen und umfassenden Eindruck davon zu vermitteln, wer du bist, und warum ausgerechnet du der absolut Richtige für den Job bist. Sei du selbst, aber die beste Variante von dir, die du sein kannst. Denn die Konkurrenz ist groß. Mach dich auf Fragen zu deinen Stärken und Schwächen gefasst. Großer Wert wird außerdem darauf gelegt, warum du dich bei ausgerechnet diesem Unternehmen bewirbst. Du solltest dich im Vorfeld des Vorstellungsgesprächs also schon mal umfassend über das jeweilige Unternehmen informieren.

Auch kann es sein, dass man dich bereits während des Vorstellungsgesprächs einigen Tests unterzieht, selbst wenn dieses Gespräch nicht im Rahmen eines Assessment Center geführt wird. So musst du etwa Allgemeinwissensfragen beantworten, Matheaufgaben lösen oder zu einem aktuellen wirtschaftlichen Problem Stellung beziehen. Aber keine Sorge, mit unserem Ratgeber bist du für jedes noch so heikle Interview gerüstet.

Der Bewerbungsprozess

Der Bewerbungsprozess läuft in der Regel sehr traditionell ab und beginnt mit deiner schriftlichen Bewerbung, die hoffentlich so viel Interesse beim Unternehmen weckt, dass man dich dort kennenlernen möchte.

Je nachdem, auf welche Stelle und bei welchem Unternehmen du dich bewirbst, musst du dich dabei gegen eine Vielzahl von Mitbewerbern durchsetzen. Volkswirtschaftslehre ist ein äußerst beliebter Studiengang, und gelegentlich überschneiden sich auch die freien Stellen für Volks- und Betriebswirte. Die Konkurrenz ist dementsprechend groß.

Die Qualifikationen, die du für eine Stelle als Volkswirt mitbringen musst, sind qualitativ und quantitativ messbar. Ein Unternehmen kann daher schon beim Bewerbungsprozess testen, ob du für eine Stelle geeignet bist. Wie steht´s mit deinen fachlichen Kenntnissen, wie sind deine Analysefähigkeiten, wie gut ist dein Mathe und Englisch? Gerade in der Wirtschaft sind die sogenannten Assessment Center daher eine beliebte Methode zur Personalauswahl. Die Assessment Center sind ein- bis dreitägige Veranstaltungen, in denen du eine Reihe von Gesprächen sowie Einzel- und Gruppenaufgaben durchläufst und auf diese Weise dem Unternehmen zeigst, wo deine Stärken und Schwächen liegen. Oft ist die Zahl der Bewerber für einen Posten so groß, dass vorab ein Online-Test ansteht, der bereits eine erste Vorauswahl der geeignetsten Kandidaten trifft.

Was genau dich beim Assessment Center erwartet, erfährst du natürlich auf den Ratgeberseiten hier bei karista.de!

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch
  • Warum haben Sie sich für unser Unternehmen entschieden?
  • Wie würden Sie vorgehen, um unsere Produkte im ausländischen Raum zu etablieren?
  • Wie lautet die Ableitungsregel für den Fall y=f(x) + g(x)?

Dresscode

Der Dresscode richtet sich ganz nach dem Unternehmen oder der Branche, in der du arbeitest. In einer kleinen Werbeagentur wird man sicher nicht auf ein solch strenges Outfit wie in einer großen Bank setzen. Wenn du zu Beginn unsicher bist, was du anziehen sollst, so kann dir ein vorheriger Blick auf die Angestellten des Unternehmens helfen. Ansonsten bist du mit einem Businesslook immer auf der sicheren Seite, denn in der Volkswirtschaft geht es in der Regel eher adrett zu, und Anzug und Krawatte sind für Vorstellungsgespräche nicht ungewöhnlich. Prinzipiell wirst du immer irgendwo zwischen Business Casual und hochoffizieller Garderobe pendeln, je nach Anlass. Im Alltag sind die Herren oft in Hemden, Polo-Shirts, Jeans- oder Stoffhosen unterwegs, während die Damen zu unauffälligen Blusen, Blazern und (nicht zu kurzen!) Röcken greifen. Bei eleganteren Anlässen können hingegen auch dreiteilige Anzüge oder schicke Kostüme in dunklen Tönen die Vorschrift sein. Generell wird in der Welt der Wirtschaft viel Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild gelegt.

Beruf als
Volkswirt/in