Beruf als Volkswirt - Arbeiten in der Volkswirtschaft

Bankenkrise, Arbeitslosigkeit, Börsencrash – wo andere beim Blick in den Wirtschaftsteil die blanke Panik packt, krempelst du nach deinem VWL-Abschluss lieber die Ärmel hoch. Du jonglierst mit Begriffen wie Cashflow, Joint Venture oder Effizienzmarkthypothese, und dein Kopf ist voller Ideen, wie man Hyperinflation und Fehlspekulationen in Wohlstand und Wachstum verwandeln kann. Höchste Zeit also, mit deinem Wissen die globale Wirtschaft anzukurbeln!  

Spezialisierungen
Volkswirt/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Volkswirt

Arbeitsalltag als Volkswirtin Volkswirt/in werden

Als Volkswirt bist du niemals nur Volkswirt allein, sondern übernimmst unterschiedliche Funktionen innerhalb des großen Komplexes der Volkswirtschaft und hast mikro- und makroökonomische Prozesse im Blick. Je nachdem, wo du eingesetzt wirst, kann dein Arbeitsalltag völlig unterschiedlich aussehen. Mit Zahlen und Statistiken wirst du in der Regel überall konfrontiert werden, und generell kannst du dich auf eine lange Zeit am Rechner und in Meetings einstellen. Davon abgesehen sind die Möglichkeiten, das Berufsleben zu gestalten, aber so zahlreich wie die Facetten der Wirtschaftswelt. Eine geregelte 9 to 5-Woche in einem kleinen Büro innerhalb eines überschaubaren Betriebs ist für dich ebenso möglich wie die 24/7-Hektik eines Workaholics oder das Jetset-Leben eines Kosmopoliten. Als Spezialist für einen bestimmten Markt könntest du z.B. Unternehmen beraten, die sich mit ihren Produkten auf diesem Markt etablieren wollen. Als Experte für den Welthandel weißt du, wo ein Produzent die Rohstoffe, die er zur Herstellung seiner Güter benötigt, am günstigsten herbekommt. Du könntest in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung eines Betriebes an der Aufstellung und Umsetzung von Umsatzzielen feilen oder für die unterschiedlichsten Unternehmen oder Verbände Statistiken und Datenerhebungen über die Entwicklung des Leitzins, die Güterverteilung oder die Wirtschaftskraft eines Landes erstellen. Du kannst, anhand deiner gesammelten Daten und Zahlen, Modelle und Tabellen erstellen, du kannst aber genauso gut deine Arbeitszeit in Flugzeugen und Hotels verbringen und dich mit Handelspartnern oder Kunden auf allen Kontinenten treffen; du kannst ein Büro in einer Berateragentur beziehen oder größere und kleinere Bauprojekten vor Ort in den entlegensten Winkeln der Welt betreuen. Hast du politische Ambitionen, kannst du dich in die wirtschaftlichen Belange eines Staates einbringen. Mit einem Interesse für Mensch und Umwelt setzt du dich hingegen vielleicht lieber für eine gerechte Verteilung von Lebensmitteln oder den nachhaltigen Anbau und ökologischen Abbau von Rohstoffen ein. Vielleicht möchtest du aber in New York frühstücken und in Tokio zu Abend essen? Dann solltest du vielleicht eine repräsentative Aufgabe in einem global agierenden Branchenriesen übernehmen.

Voraussetzungen für den Beruf Volkswirt

Für den Beruf des Volkswirts solltest du ein generelles Interesse an Zahlen und wirtschaftlichen Systemen haben und über ausgezeichnete mathematische und analytische Fähigkeiten verfügen. Volkswirte gehen grundsätzlich von einer Begrenztheit von Arbeitskräften, Rohstoffen und Kapital aus und haben die maximale Effizienz ihrer Nutzung zum Ziel. Ein Händchen für organisatorische Tätigkeiten und der Hang zum genauen Arbeiten sind ebenfalls unabdingbar, wenn die Zusammenhänge von der Erzeugung und Verteilung von Gütern untersucht werden müssen, und soziale Kompetenzen sind gefragt, wenn es darum geht, das menschliche Handeln unter ökonomischen Bedingungen zu analysieren. Weil du dich als Volkswirtschaft über Ländergrenzen hinausgehende Faktoren und Entwicklungen beschäftigst, sind sehr gute Fremdsprachenkenntnisse immens wichtig. Die Sprache der Wirtschaft ist Englisch, dementsprechend sollten deine Kenntnisse hier auf Business-Niveau liegen. Eine weitere Fremdsprache in Wort und Schrift kann ebenfalls nur von Vorteil sein, besonders wenn es sich um eine eher exotische Sprache handelt, deren Gebrauch für die Konzentration auf einen speziellen Markt erfordert wird.

Spezialisierungsmöglichkeiten

In deinem Beruf als Volkswirt bist du in die ökonomischen Prozesse integriert, die auf städtischer, globaler oder staatlicher Ebene stattfinden. Gerade, weil die Ökonomie so ein weites Feld ist, wirst du dich schon zur Mitte des Bachelor-Studiums auf einzelne Schwerpunkte spezialisiert haben, z.B. internationale Wirtschaftsbeziehungen, Sozialpolitik oder Empirische Wirtschaftsforschung. Dein Fachgebiet kann beispielsweise das Controlling, Personal- oder Marketingmanagement, die Markt- und Meinungsforschung, das Finanz- und Rechnungswesen, der Vertrieb und Verkauf oder die Risikoanalyse sein. Im Grunde kommen Volkswirte überall dort zum Einsatz, wo es um die Erzeugung und Verteilung von Waren, Gütern und Dienstleistungen geht, in Unternehmen wie an Hochschulen, in Banken und Versicherungen, in der Politik wie in der Lehre oder der Entwicklungshilfe. Potentielle Berufsfelder können in Banken und Unternehmensberatungen liegen, aber auch in Unternehmen selbst, in Forschungsinstituten und  Ministerien, Kammern wie der IHK oder sogar fachbezogenen Redaktionen und Presseabteilungen. 

Spezialisierungen
Volkswirt/in
Fachjargon
Konjunktur

Die Konjunktur gibt Auskunft über die wirtschaftliche Situation eines Staates, seine Produktion, die Lage auf dem Arbeitsmarkt oder das Niveau der Preise seiner Produkte. Die Konjunktur umfasst dabei immer eine Entwicklungstendenz und beschreibt die wirtschaftlichen Schwankungen in Bezug auf die Produktionsleistung. Schwächelt die Konjunktur und herrscht somit ein wirtschaftlicher Abschwung, spricht man von Rezession. Eine Phase des Aufschwungs wird hingegen als Expansion bezeichnet.

Inflation

Als Inflation bezeichnet man in der Wirtschaftstheorie eine beträchtliche Erhöhung des Geldumlaufs im Verhältnis zur Produktion. Es ist mehr Geld vorhanden, als es Güter und Waren gibt, z.B. weil die oberste Bank eines Staates zu viel Geld hat drucken lassen. Inflation beschreibt also immer einen allgemeinen Anstieg von Warenpreisen, oder, andersherum, einen Wertverlust von Geld. Wenn eine Banane plötzlich 1 Euro anstatt 20 Cent kostet, so steigt nicht nur der Preis der Banane, sondern gleichzeitig verliert das Geld an Wert. Man bekommt ja für seinen einen Euro nur noch eine Banane, und nicht mehr fünf. Man spricht aber erst von Inflation, wenn das gesamte Preisniveau steigt, und nicht nur der Preis einzelner Produkte.

Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, gibt einen Überblick über den Wohlstand und die Wirtschaftskraft eines Landes. Es setzt sich zusammen aus dem Wert aller Güter und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einem bestimmten Land erbracht wurden. Dabei werden auch die Leistungen der Ausländer, die in diesem Land leben, berücksichtig. Die Leistungen der dem Land Zugehörigen, die im Ausland arbeiten, spielen hier hingegen keine Rolle.

Wusstest du schon, dass...
  • der bdvb mit über 11.000 Mitgliedern der größte deutsche Verband von Wirtschaftsakademikern ist?
  • es in den USA 47 Hochschulen gibt, deren Vermögen mindestens 1 Milliarde Dollar beträgt?
  • Deutschlands Staatsverschuldung im Jahr 2014 pro Sekunde um 490 Euro wächst?
Was man kennen und können sollte
Programme
  • Microsoft Office
  • ERP und APS
Sprachen
  • Englisch
  • Weitere, auch exotische Fremdsprachen
Werkzeuge/Tools
  • Produkt-Markt-Matrix
  • Analyse-Tools, z.B. für Kapitalmarkt oder Kosten-Nutzen
  • PEST(LE)
Verwandte Berufsfelder: Finanzen
Volkswirt als Beruf - Infos zur Arbeit in der Volkswirtschaft

Beruf als
Volkswirt/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Bis 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 3000-3300 €
Männer/Frauen-Relation 9/1
Bewerber pro Stelle: 10 Bewerber
Spitzenverdiener 8300 €