Beruf als Vermessungsingenieur - Arbeiten im Ingenieurwesen

Auf den Spuren von Alexander von Humboldt vermisst du die Welt. Dabei hilfst du, die Erdgestalt zu bestimmen und bist genauso in der Lage, Schiffe, Flugzeuge und jedermanns Auto zuverlässig an sein Ziel zu bringen. Beim Außeneinsatz scheust du bei terrestrischer Messung weder die höchsten Höhen, noch die Meerestiefe der Hydrografie. Im Beruf Vermessungsingenieur bist du aber nicht der Einzelgänger mit dem Tachymeter, sondern führst auch Messtrupps zu Felde. Im Büro kümmerst du dich als Geodatenmanager um die Fülle an Winkeln und Maßen, die du mit Radar, Infrarot und Satellit gesammelt hast, während du gleichzeitig Kunden und Bauherren beim Eigentums- und Verwaltungsrecht weiterhilfst.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Vermessungsingenieur

Arbeitsalltag als Vermessungsingenieur Vermessungsingenieur/in werden

Morgens ins Büro, nachmittags zum Staudamm auf die Baustelle – je nachdem, welche Stelle du wahrnimmst und welche Projekte du begleitest, kann dich dein Job an unterschiedliche Orte bringen. Um die nötigen Winkel und Fotos zu sammeln, bist du oft mit dem Tachymeter im Außeneinsatz. Dabei fährst du direkt von zuhause zur Arbeitsstelle, anstatt nochmal im Büro vorbeizuschauen. E-Mails checkst du während des Frühstücks, um Anfragen zu beantworten und deinen Terminkalender aufzufüllen. Bei der Satellitengeodäsie dagegen wirst du die Daten in der Regel aus dem Büro heraus ermitteln können. Es spielt also keine Rolle, ob du die Landschaft für eine geplante Straße vermisst oder dich mit der grundsätzlichen Erdfigur beschäftigst. Letztendlich geht es im Beruf Vermessungsingenieur darum, Fakten zu sammeln und diese dann auszuwerten und kartografisch zu dokumentieren. 

Voraussetzungen für den Beruf Vermessungsingenieur

In erster Linie geht es im Beruf Vermessungsingenieur um Präzision und die heutige Technik hilft dir dabei, Ländergrenzen und Bodenverschiebungen auf den Millimeter genau zu bestimmen. Hierbei ist die Ingenieurgeodäsie natürlich auch viel präziser als die Bauvermessung. Daneben musst du auf jeden Fall räumliches Vorstellungsvermögen mitbringen, wie auch eine schnelle Auffassungsgabe. Die ist nötig, um Vorgänge schnell zu analysieren und so Daten richtig interpretieren zu können. Da du im Berufsalltag viel mit Zahlen und Werten zu tun haben wirst, ist ein mathematisches Verständnis erforderlich.

Wenn du dich um Grundstücks- bzw. Hoheitsvermessungen kümmerst, dann sind auch weitere Kompetenzen gefragt. So bist du genauso mit der rechtlichen Beurteilung vertraut. Egal ob Eigentumsrecht, Verwaltungsrecht, öffentliches oder Privatrecht – du solltest schnell wissen, wie die Situation einzuordnen ist.

Ein hohes Interesse an Technik kann dir also im Alltag große Vorteile bescheren, genauso wie ein Interesse an EDV und Informatik. Mittlerweile ist die Geoinformatik aus dem Vermessungswesen nicht mehr wegzudenken. Wo dir große Datenbanken einerseits die Arbeit erleichtern können, stehst du andererseits vor der Herausforderung, Herr über die Menge an Zahlen und Werten zu bleiben. Der Beruf Vermessungsingenieur ist daher heutzutage auch immer ein Stück weit Datenmanager.

Managerqualitäten könnten auch dann gefragt sein, wenn du die Projektleitung übernimmst und die Arbeit des Teams oder Messtrupps übernimmst. Da des Öfteren auch andere Fachkräfte mit dabei sind, solltest du interdisziplinär denken können.

Da die handwerkliche Messarbeit oft draußen stattfindet, solltest du nicht davor zurückschrecken, dein Radar- oder Infrarotmesser bei jedem Wind und Wetter auszurichten.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Es gibt unterschiedliche Bereiche, in denen Messungen anfallen und die sich auch von der Arbeit her unterscheiden lassen. Manche spezialisieren sich im Beruf Vermessungsingenieur auf Baulanderschließungen und Bodenordnungsverfahren, andere vermessen im großen Maßstab Kontinente und Gebirge, um Rückschlüsse auf globale Klimaveränderungen ziehen zu können.

Es gibt auch den klassischen Bereich der Kartografie, bei der es um Hoheitsvermessungen wie etwa von Ländergrenzen geht. Alle deine Daten müssen dann natürlich auch in Landkarten eingetragen werden.

Neben der eher üblichen Landvermessung bietet sich dir im Beruf Vermessungsingenieur dagegen auch die Hydrografie, also die Seevermessungen. Hier konzentriert sich deine Arbeit auf die Vermessung von Küsten, Gewässern, Flussbetten und Meeresböden. Dabei findest du heraus, wie es um die Wassertiefe, eventuelle Bodenschätze, den Verschmutzungsgrad oder den Salzgehalt bestellt ist.

Bist du eher an der Geoinformatik interessiert, kannst du dich um die datentechnische Verwaltung von Messergebnissen kümmern, Datenbanken programmieren und aktualisieren oder sie sogar von Grund auf mitentwickeln. Hier bieten dir Unternehmen für die Navigation von Straßen-, Luft- und Seeverkehr viele Möglichkeiten, deine Expertise einzubringen.

Spezialisierungen
Vermessungsingenieur/in
Fachjargon
Liegenschaftskataster

Im Liegenschaftskataster sind Flurstücke und Gebäude eines bestimmten Landesgebiets aufgeführt. Angefangen von der Lage über die Eigentumsverhältnisse bis zu den Nutzungsberichtigungen. Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure sind für die Fortführung des Liegenschaftskatasters verantwortlich, damit dieser immer aktuell bleibt.

Abmarkung

Solche Markierungen dienen der Kenntlichmachung von Grundstücksgrenzen. Deren End- und Knickpunkte sind besonders zu kennzeichnen. Die Abmarkung geschieht hier durch Grenzsteine oder Grenzmarken, die zentimetergenau und dauerhaft positioniert werden.

Polygonzug

Der Polygonzug bezeichnet die Gesamtheit einer bestimmten Anzahl an Geradenstücken. Sowohl in der Geodäsie als auch im Bauwesen sind Polygonzüge die wichtigsten Messlinien für terrestrische Detailvermessungen und dienen vor allem zur Koordinatenbestimmung. Der Messvorgang wird daher Polygonierung genannt.

Wusstest du schon, dass...
  • Gerhard Mercator 1569 die erste winkeltreue Weltkarte einführte? Bis heute werden Seekarten daher in der nach ihm benannten Mercator-Projektion publiziert.
  • es bereits 1800 Jahre v. Chr. ein ägyptisches Mathematikbuch gab, das Darstellungen zur Feldmessung und Flächenberechnung zeigte?
  • die Satellitengeodäsie bereits seit den 60er Jahren Kontinente bis zu 5m genau lokalisieren konnte? Heute ermöglichen moderne Satelliten eine millimetergenaue Bestimmung.
Was man kennen und können sollte
Programme
  • MS Office
  • CAD- und GIS-Programme
  • SAP-Anwendungen
Sprachen
  • Englisch
  • Weitere Fremdsprachen wünschenswert
Sonstiges
  • Führerschein Klasse B
  • Kenntnisse im Baurecht
Verwandte Berufsfelder: Ingenieur
Vermessungsingenieur als Beruf - Infos zur Arbeit im Ingenieurwesen

Beruf als
Vermessungsingenieur/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40-45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2300-3200 €
Männer/Frauen-Relation 8/2
Bewerber pro Stelle: 15 Bewerber
Spitzenverdiener 5500 €