Beruf als Supply Chain Manager - Arbeiten in der Wirtschaft

Wenn der wöchentliche Einkauf vor der Tür steht, machst du dir wahrscheinlich höchstens um den Transport oder deine finanziellen Mittel Gedanken. Dass du keine Milch im Regal findest oder dein Lieblingsshampoo von einem staubigen Fleck ersetz wird – mit solchen Vorfällen rechnest du nicht. Damit das auch genau so bleibt, wirst du als Supply Chain Manager gebraucht. Alles was wir im Alltag benötigen, ob Lebensmittel, Hygieneprodukte oder Auto, ist ja nicht reinzufällig in unserer Nähe vorhanden. Bevor wir überglücklich mit unserem neuen Smartphone nach Hause gehen, hat das Handy bereits eine kleine Weltreise hinter sich. Genau für diese Unternehmungslust der Produkte bist du in deinem Beruf als Supply Chain Manager verantwortlich. Du sorgst dafür, dass die Lieferantenkette von Materialzulieferer bis zum Endverbraucher nicht am seidenen Faden hängt, sondern einwandfrei funktioniert. Wie genau dein Arbeitsablauf aussieht und wo du überhaupt tätig sein kannst, erfährst du jetzt.        

Spezialisierungen
Supply Chain Manager/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Supply Chain Manager

Arbeitsalltag als Supply Chain Manager Supply Chain Manager/in werden

Damit wir als Konsumenten den Luxus genießen können, dass die meisten unserer materiellen Wünsche sofort erfüllt werden, musst du in deinem Beruf als Supply Chain Manager so einiges leisten. Bis ein Produkt in seiner ganzen Schönheit vom Kunden betrachtet werden kann, muss erst einmal das Material geliefert, die Herstellung bewerkstelligt und letztendlich der Artikel bei einem Händler verfügbar gemacht werden. Das ist allerdings nur die Kurzfassung deines Arbeitsprozesses.

Dein Arbeitsalltag als Supply Chain Manager besteht daraus, den gesamten Ablauf von der Ware über die Lagerung bis hin zum Versand zu steuern. Es fängt damit an, dass du die Lieferanten, die mit dir für dasselbe Unternehmen arbeiten, mit Vornamen kennst. Du schaust nicht einfach zu, wie Paletten die Innenräume der LKWs füllen und winkst zum Abschluss, sondern koordinierst den Prozess bis in das kleinste Detail. Du arbeitest an Logistik-Konzepten, indem du Lieferanten analysierst und ihre Arbeitsweise, Zuverlässigkeit oder Schnelligkeit bewertest. Vor allem heutzutage, wenn alles schneller und besser sein soll, musst du dich an vereinbarte Liefertermine halten, die natürlich von den Lieferanten abhängig sind.

Im Mittelpunkt deiner Arbeit steht natürlich das Produkt selbst. Du prüfst die Bestände, führst Vertragsverhandlungen durch und achtest darauf, dass die Qualitätssicherung gewährleistet wird. Doch es wäre nicht das 21. Jahrhundert, wenn alles am besten so bleiben soll, wie es ist. Deswegen arbeitest du an einer ständigen Optimierung des Warenstroms. Zum einem, wie der logistische Ablauf verbessert werden kann und zum anderen wie die Ausgaben des Unternehmens so gering wie möglich gehalten werden können, ohne dass die Marke darunter leidet.     

Was dich in deinem Beruf als Supply Chain Manager ausmacht, ist das Erfassen der logistischen Prozesse und das Überblicken der ganzen Wertschöpfungskette. Du musst dich aber nicht nur darin beweisen, das große Ganze zu sehen, sondern auch ein Gespür fürs Timing haben. Das „Just-In-Time- Handeln“ könntest du als Motto auf dein Hemd sticken lassen. Denn, dass du ein Gleichgewicht zwischen Kosten, Bestand und Kundenservice findest, ist eine Erwartung, die jeder an dich stellt. Einfach mal so viel wie möglich liefern lassen und dann schauen, wie das mit der Nachfrage funktioniert, gehört keinesfalls zu deinem Vorgehen. Im Gegenteil musst du darauf achten, dass nicht nur kurzfristig bestellt werden kann, sondern auch die Menge der Bestellung optimal ist. Wenn das Lager vor Ware überquillt und keine Balance zwischen Bestellung und Nachfrage herrscht, liegt das an deiner Fehlkalkulation. 

Im Endeffekt ist deine Aufgabe als Supply Chain Manager, Methoden für das optimale Logistikverfahren zu festigen und weiter zu entwickeln. Am besten aus der Vogelperspektive, in dem du Faktoren, wie Marktanalyse, Lieferantendaten und Kostenprüfung nicht außer Acht lässt. 

Voraussetzungen für den Beruf Supply Chain Manager

Dass du als frischgebackener Berufseinsteiger direkt Supply Chain Manager wirst, gleicht eher einem Tagtraum. Um den Beruf Supply Chain Manager auszuüben, brauchst du im Idealfall einen Master und einen Koffer voller Berufserfahrungen. Nach deinem Studium kannst du aber durch ein Trainee Programm oder als Junior Supply Chain Manager einsteigen. Um auch wirklich in die engere Wahl zu kommen, solltest du besonders als Junior Supply Manger bereits Projekte geleitet haben und einen logistischen Schwerpunkt im Studium aufweisen.

Was die charakterlichen Anforderungen angeht, musst du Potenzial zum Umdenken und ein Verständnis für Prozessabläufe mitbringen. Diese eignest du dir aber im Idealfall bereits im Studium an und vertiefst diese als Berufseinsteiger. Dadurch, dass du immer das Ziel verfolgst, Verfahren zu optimieren und neue Abläufe zu entwickeln, musst du ebenfalls einen Hauch Kreativität und besonders flexibles Denken mitbringen. Hinsetzen, Hände in den Schoß legen und einfach nur zugucken solange alles funktioniert würde keinen guten Supply Chain Manager aus dir machen. Denn selbst, wenn im Augenblick alle Abläufe einwandfrei gelingen, musst du bereits an Morgen denken und den Wandel der Zeit stets im Hinterkopf behalten. Verpasst du den Moment, in dem sich ein schnelleres Verfahren entwickelt, kann das Konsequenzen für das Unternehmen nach sich ziehen und lässt sich oftmals nicht ratzfatz wieder aufholen.

Als Supply Chain Manager arbeitest du nur selten für dich alleine. Ob Lieferanten, Partner oder Mitarbeiter – du musst nicht nur kommunikative Fähigkeiten aufweisen, sondern auch Führungsqualitäten mitbringen. Oftmals übernimmst du die Führung von einer oder mehreren Abteilungen und musst dafür sorgen, dass nicht nur die logistischen Entwicklungen funktionieren, sondern auch im Team ein positiver Ablauf herrscht. Auch wenn du dabei mal einen längeren Berufsalltag in Kauf nehmen musst, hat sich nach einem erfolgreichen Konzept jede Minute für dich gelohnt.   

Spezialisierungsmöglichkeiten

Wenn du dich in den Beruf Supply Chain Manager einfinden möchtest, solltest du vorzugsweise bereits dein Studium darauf ausrichten, indem du deinen Schwerpunkt unter anderem auf Logistik setzt. Nach einer bestimmten Art der Spezialisierung suchst du allerdings vergebens. Wofür du genau zuständig bist, hängt von deinem Unternehmen ab und deinen vorherigen Erfahrungen, die du zum Beispiel als Projektmanager gesammelt hast. In manchen Firmen kümmert sich der Supply Chain Manager überwiegend um den Einkauf, in anderen um das logistische Management und im dritten Betrieb erfüllst du alle Aufgaben und bist zusätzlich im Vertrieb tätig. Was genau du also am besten können musst, hängt von deinem zukünftigen Betrieb ab.

Genauso wie sich die Unternehmensführungen unterscheiden, gibt es auch kaum eine Branche, die dein berufliches Können ausschlagen würde. Ob Materialbeschaffung, Lager, Händler oder Endverbraucher – diese Kette findest du in unzähligen Bereichen. Deswegen kannst du frei wählen, ob du dich einem Elektronikkonzern widmen möchtest, dich in der Lebensmittelbranche engagieren willst oder doch mit dem Onlinehandel beschäftigen möchtest. Eine Sache, die deine Branchenwahl beeinflussen könnte, sind spezifische Abzweigungen, wie zum Beispiel Luft- und Raumfahrtechnik, für die du mit technischem Wissen ausgerüstet sein solltest. Davon aber abgesehen, entdeckst du in deinem Beruf als Supply Chain Manager nicht nur die Weiten des internationalen Handels, sondern auch die Vielfalt der Branchen.     

Spezialisierungen
Supply Chain Manager/in
Fachjargon
Kosten Management

Du sorgst nicht nur dafür, dass die Abläufe reibungslos funktionieren und versuchst diese ständig zu optimieren, sondern musst dabei auch die Kosten im Blick behalten. Das erfordert neben deinem Verständnis für Zahlen auch eine Balance zwischen Einkauf, Lieferung und Qualität.

Prozessoptimierung

Prozessoptimierung kannst du im Supply Chain Management als Leitfaden für deine Arbeit nehmen. Als Teil des Qualitätsmanagements gibt es unterschiedlich Vorgehensweisen, die zu einer Prozessoptimierung führen. Dabei wird versucht, wie der Name schon sagt, bestehende Verfahren weiter zu entwickeln, ohne den eigentlichen Ablauf in Gefahr zu bringen.

Netzwerke

Was ebenfalls zum wichtigen Faktor in deinem Berufsleben als Supply Chain Manager wird, sind Netzwerke. Du bist eine Art Schnittstelle zwischen Logistik, Produktion sowie Endverbraucher und bist dementsprechend in allen Bereichen gut informiert. Die Netzwerkstruktur von Kunden, Lieferanten und der Produktion selbst, bilden die Basis deiner Arbeit.

Wusstest du schon, dass...
  • das schwerste einzelne Packet circa 190 Tonnen wiegt? Es war Teil eines Gaskraftwerks und wurde nach einer Schiffsreise von Korea über Rotterdam in das größte Flugzeug der Welt in Deutschland verladen.
  • jährlich Reporte veröffentlicht werden, die die 25 Top Unternehmen mit den besten Supply Chain Management ehren?
  • Deutschland mit der Anzahl der Handelsschiffe im internationalen Vergleich auf Platz 26 liegt? An der Spitze steht Panama mit 13-facher Seeausrüstung.
Was man kennen und können sollte
EDV-Kenntnisse
  • Word
  • Excel
  • PowerPoint
  • SAP
Sprache
  • Englisch
Soft Skills
  • Durchsetzungsvermögen
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kundenorientierung
  • Strukturierte Arbeitsweise
Dieses Berufsprofil ist entstanden mit Unterstützung von
Sönke Jungclaus ist Director Global Supply Chain Management in der Textilindustrie. Er hat in Hamburg studiert und als Logistikplaner seinen Einstieg ins Berufsleben gefunden. Mittlerweile arbeitet er in einem internationalen Unternehmen mit Sitz in Weinheim, das 3000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Zusätzlich ist er Mitglied im Leitungsausschuss für die Sektion Logistik beim BME, dem Bundesverband für Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik. 
Sönke Jungclaus
Supply Chain Manager
Work-Life-Balance: 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2300-4000 €
Männer/Frauen-Relation 8/2
Bewerber pro Stelle: 35 Bewerber
Spitzenverdiener 20000 €