Beruf als Supervisor - Arbeiten im Sozialwesen

In deinem Beruf als Supervisor bist du in der Beratung und dem Coaching tätig. Das ist nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung des „Supervisors“ aus dem Englischen, was so viel wie Abteilungsleiter oder Leiter bedeutet. Allerdings ist diese keine offizielle Berufsbezeichnung, sondern nur ein Überbegriff für Positionen mit Führungsverantwortung in der Wirtschaft. Supervisor im Sozialwesen hingegen ist ein durchaus anerkannter Beruf. Du hast im ursprünglichen Sinne keine führende sondern eher eine beratenden Funktion. Damit ein Betrieb oder eine Institution Erfolge verbuchen kann, müssen vor allem die Mitarbeiter funktionieren. Wenn das Betriebsklima nicht mehr stimmt oder der Beruf an sich emotional belastend ist, brauchen die Angestellten selbst mal Rat und eine Person, bei der sie sich die entstandenen beruflichen Probleme von der Seele reden können. Genau dann bist du zur Stelle. Du überblickst als Unbeteiligter die Situation und kannst dadurch erst deine beratende Position erfüllen. Du bist salopp gesagt der Seelsorger für die Berufswelt und hilfst betriebsinterne Konflikte zu lösen.     

Spezialisierungen
Supervisor/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Supervisor

Arbeitsalltag als Supervisor Supervisor/in werden

Als Supervisor hast du nur selten eine Ganztagsstelle, sondern arbeitest nebenbei noch in einem anderen Beruf, häufig im Sozialwesen. Deswegen ist dein Arbeitsalltag nicht nur von deiner Tätigkeit als Supervisor abhängig. Wenn du dann allerdings in Mission Beratung unterwegs bist, arbeitest du, ganz klar, viel mit Menschen. Ob du dich auf eine Person in der Einzelberatung konzentrierst oder doch für ein ganzes Team ein offenes Ohr hast, hängt von deinen Kunden ab. Auch kann es vorkommen, dass du nicht nur eine bestimmte Berufsrichtung unterstützt, sondern eine bunt gewürfelte Gruppe an Berufstätigen aus verschiedenen Bereichen vor dir hast.

Doch bevor es so weit ist, gehört es in deinen Arbeitsalltag als Supervisor, dass du dich um deine Kunden kümmerst. Gemeint ist nicht deine Fürsorge, sondern, dass du als Erstes Kunden gewinnen musst. Auch wenn du ein Supervisor erster Klasse bist, musst du das deinen zukünftigen Arbeitgebern erst vermitteln und dafür sorgen, dass diese sich bei Bedarf an dich wenden. Denn gerade als Freiberufler hat der Aufbau eines Kundenkreises oberste Priorität. Also an Institutionen wenden, Kontakte auffrischen und Netzwerk erweitern.

Sobald dein Name für dich arbeitet und du für jeden in der Branche ein Begriff bist, kannst du dich mit deinen eigentlichen Aufgaben als Supervisor beschäftigen. Du führst Gespräche, bereitest Sitzungen vor oder überlegst dir Rollenspiele. Eine deiner Hauptaufgaben ist es, den Berufstätigen, den du gerade berätst zur Reflexion zu bewegen und sich in der Gruppe zu öffnen. Generell machst du dir Gedanken darüber, wie du deine Sitzungen gestaltest und welche Methoden zu welcher Berufsgruppe am besten passen.

Damit du immer genau weißt, welche Problematik vorliegt und nicht alles fünfmal durchgekaut werden musst, solltest du auf deine Aktenführung achten. Was genau du aufzeichnest und ob du dir auch während der Gespräche Notizen machst, hängt von deiner Person ab. Da du jedoch Kunden aus verschiedenen Branchen mit unterschiedlichen Streitfragen hast, solltest du die nächste Sitzung nicht mit „Was haben wir letzte Woche nochmal besprochen?“ beginnen. Du sitzt bildlich gesprochen auf dem Olymp, von dem aus du nicht nur die Umstände überblicken kannst, sondern auch immer weißt worum es geht. Denn Ahnungslosigkeit zeugt in deinem Beruf als Supervisor von mangelnder Professionalität, während die neutrale Position nicht wegzudenken ist.

Voraussetzungen für den Beruf Supervisor

Um den Beruf als Supervisor ausüben zu können, brauchst du nicht nur einen Bachelorabschluss, sondern musst eine Liste von Anforderungen erfüllen. Vorab sollte dein Bachelor mit dem Sozialwesen oder der Betriebswissenschaft mit geeignetem Schwerpunkt in Verbindung gebracht werden. Um aber überhaupt für eine Weiterbildung oder einen Master in Supervision zugelassen zu werden, musst du erst einmal in die Berufswelt eintauchen. Ob du Sozialarbeiter, Psychotherapeut oder Ähnliches wirst, hängt davon ab, was genau du studiert hast.

Nach mindestens drei Jahren als glücklicher Berufseinsteiger kannst du dich für einen Master oder eine Weiterbildung bewerben. Zusätzlich solltest du selber eine bestimmte Anzahl an Stunden bei einem Supervisor in Anspruch genommen haben und eine Fortbildung, bestehend aus 300 Stunden absolviert haben. Auch wenn es dir jetzt vorkommt, als müsstest du größere Herausforderungen meistern als Indiana Jones, urteilst du etwas vorschnell. Dadurch, dass du es in deinem zukünftigen Beruf als Supervisor mit unterschiedlichen Personen und Problemen zu tun hast, ist eine intensive Ausbildung ein Must-Have. Manche Voraussetzungen, wie die Arbeit unter einem Supervisor erfüllen sich in manchen Fällen durch deinen beruflichen Alltag automatisch. 

Neben deinem angelerntem Wissen musst du auch charakterliche Eigenschaften mitbringen, die dich im Berufsleben nicht im Stich lassen sollten. Eine davon ist das Einfühlungsvermögen. Du lernst, welche Typen von Menschen es gibt und den jeweiligen Umgang. Du solltest die Probleme nachempfinden können und die Schwierigkeiten deiner Kunden nicht mit einem „Schwamm drüber“ abtun. Dein Verständnis sollte jedoch nicht so weit gehen, dass du gleich mit in Tränen ausbrichst und jede Woche eine neue Kleenex Packung mitbringen darfst. Aus diesem Grund sollte es dir auch nicht an einer gewissen Distanz mangeln. Auch bei ungewöhnlichen Erlebnissen darfst du dich nicht dazu verleiten lassen, zu emotional zu werden, sondern musst deine Position als Supervisor wahren und Professionalität zeigen. Denn aus diesen Gründen wurdest du ja angefragt.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Dein Beruf als Supervisor ist bereits eine Spezialisierung. Du hast dich damit der Supervision, der Beratung und dem Coaching gewidmet. Dabei hast du die Wahl, ob du im Sozialwesen bleibst oder dir die Berufsgruppen in der Wirtschaft vornimmst. Es kann zwar vorkommen, dass eine sogenannte Feldkompetenz erwartet wird, was bedeutet, dass du in der Branche in der du als Supervisor praktizierst, besondere Fähigkeiten erwartet werden, die zu dieser Berufsgruppe passen. Zum Beispiel, wenn du eine Teamsupervision für Ingenieure vorbereitest. In der Regel kannst du aber als Supervisor in allen Bereichen tätig sein und deine Unterstützung zusichern. Ob Jugendamt, Kinderheime, Kanzleien oder Praxen – wo genau du deinen Beruf als Supervisor ausübst, legst du selber fest.   

Spezialisierungen
Supervisor/in
Fachjargon
Rolle

Die berufliche Rolle und die damit verbundenen Erwartungen sind eine bedeutende Thematik in der Supervision. Es kann dann zu Konflikten kommen, wenn unterschiedliche Rollenerwartungen vorliegen oder sich die Rollenumstände verändern. Diese Krise musst du als Supervisor angehen und zur Lösung beitragen.

Supervisand/-in

Unterschieden wird zwischen dem Auftraggeber, der den Kontakt herstellt, dem Supervisanden, der deine Dienste in Anspruch nimmt und dir, dem Supervisor. Als Supervisand lässt du dich auf die Interaktion mit dem Supervisor ein und reflektierst dadurch dein eigenes berufliches Handeln.

Nähe/Distanz

Zwischen einem Supervisor und seinen Kunden muss erst einmal ein Vertrauensverhältnis vorliegen, das durch Kommunikation und Wertschätzung entsteht. Darüber hinaus musst du als Supervisor nicht nur Nähe aufbauen, sondern auch die nötige Distanz wahren, um deine objektive Position nicht zu verlieren. Das Gleichgewicht von Nähe und Distanz muss in jeder Interaktion neu hergestellt werden, was deinem Ermessen unterliegt.

Wusstest du schon, dass...
  • es 1900 bereits das erste Seminar zum Thema „Supervision“ in New York gab?
  • Supervisoren anfangs Praxisberater genannt wurden?
  • „abusive Supervision“ in erster Linie nichts mit dem Supervisor zu tun? Diese Formulierung stammt aus Amerika und bezeichnet eine Führungsposition, die feindselig mit ihren Mitarbeitern umgeht.
Was man kennen und können sollte
Programme
  • Word
  • Excel
  • PowerPoint
Sprachen
  • Englisch
Soft-Skills
  • Objektivität
  • Einfühlungsvermögen
  • Reflexion
Dieses Berufsprofil ist entstanden mit Unterstützung von

Dr. Andreas Knoll ist Dipl. Supervisor, Dipl. Sozialarbeiter und Psychotherapeut. Nach seinem Studium zum Diplom Sozialarbeiter und Diplom Supervisor praktiziert er seit 1981 diese Tätigkeit in vielen Berufsfeldern. Zusätzlich ist er seit 1991 Lehrsupervisor und bietet unterschiedliche Weiterbildungskurse an. Zu seinen zentralen Beschäftigungen gehört Supervision, Therapie und Lehre.  

Dr. Andreas Knoll
Dipl- Supervisor, Dipl. Sozialarbeiter, Psychotherapeut
Verwandte Berufsfelder: Beratung
Supervisor als Beruf - Infos zur Arbeit im Sozialwesen

Beruf als
Supervisor/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: k.A. €
Männer/Frauen-Relation 3/7
Bewerber pro Stelle: k.A. Bewerber
Spitzenverdiener k.A. €