Beruf als Sportmanager - Arbeiten im Management

Der FC Bayern München lässt sich die Dienste von Mario Götze 37 Millionen Euro kosten, ein 30-sekündiger Werbespot während des Superbowls hat mehr Budget als mancher Kinofilm, und wenn Felix Baumgartner aus der Stratosphäre springt, dann ist es Red Bull einen achtstelligen Betrag wert, das Markenlogo dabei ins Bild zu halten – auch wenn Sport an erster Stelle immer noch für Leidenschaft und Spaß steht, ist er gleichzeitig zu einem der umsatzstärksten Wirtschaftszweige weltweit geworden. Um diese rasante Entwicklung zu steuern, sind gute Sportmanager gefragt, die von der Allianzarena bis zum kleinen Fitnessstudio, von der Bundes- bis zum Amateurliga, von den Olympischen Spielen bis zum Jugendtennis-Turnier im Hintergrund die Fäden ziehen, Spieler betreuen, Veranstaltungen organisieren, mit Sponsoren verhandeln, oder aber die wachsende Nachfrage an Merchandise- und Fanartikeln decken.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Sportmanager

Arbeitsalltag als Sportmanagerin Sportmanager/in werden

Verallgemeinert gesprochen, übernimmst du im Beruf als Sportmanager Führungsaufgaben in sämtlichen Institutionen, die in irgendeiner Weise mit dem Thema Sport zu tun haben. Dazu gehören nicht nur Dienstleistungen, wie sie z.B. ein Fitnessstudio, eine Wellnessoase, eine Marketingagentur, aber auch Vereinsmannschaften und ein einzelner Sportler ihrem Publikum gegenüber anbieten, sondern auch Hersteller, die Trikots, Fußballschuhe, Tennisbälle oder Sportgeräte produzieren. Hinter all diesen Einsatzgebieten verbergen sich mögliche Aufgabenfelder, die so zahlreich sind wie die einzelnen Sportarten selbst. Nicht nur, dass vom Turnierreiten bis zum Eishockey jede Disziplin ihre Eigenheiten und Facetten hat, die ein Sportmanager im dortigen Bereich in- und auswendig kennen muss, man muss sich auch noch entscheiden, ob man für einen einzelnen Verein, etwa einen Fußballclub, einen ganzen Verband wie dem Deutschen Sportbund, in einer Sportstätte wie einem Stadion oder einer Sporthalle, in einem Unternehmen wie Adidas oder in einer Marketingagentur arbeiten möchte.

Dementsprechend unterschiedlich kann dein Arbeitsalltag als Sportmanager ausfallen. Als Teil der Finanzführung überwachst und bewertest du Gehaltsstruktur, Budget,  Geldfluss und Geschäftsentwicklung eines Unternehmens. Bist du hingegen für sportliche Belange und Entwicklungen zuständig, reicht dein Aufgabenfeld vom Terminieren von Trainingslagern, der Bereitstellung von Sportgeräten, dem Bau von Jugendzentren bis hin zur Leistungs- und Gegneranalyse. Gerade im Vereinssport geht es dabei nicht immer zwingend um Gewinnmaximierung, sondern auch um Traditionspflege und Jugendförderung. Sportlicher Erfolg wird mitunter sogar über finanziellen Profit gestellt. Im Sponsoring kümmerst du dich um die finanzielle Ausstattung von Mannschaften und Veranstaltungen oder realisierst Sponsorenauftritte, im Marketing kümmerst du dich um die Vermarktung des Vereins in Funk, Fernsehen und Merchandise. Arbeitest du für Sportartikelhersteller, wirst du z.B. im Vertrieb mit Kunden in Kontakt stehen, in der Qualitätssicherung die fertigen Waren überprüfen oder Strategien entwickeln, um neue Märkte zu erschließen oder ein Produkt zu bewerben. Als Tourismusmanager wiederrum verwaltest du hoteleigene Sportangebote und -Anlagen oder organisierst Aktivurlaube wie Golftourismus und Fahrradreisen.

Je nach Größe der Institution fällt dein Kompetenzbereich aus. In kleineren Betrieben oder Vereinen wirst du für die meisten Aufgaben alleinverantwortlich sein und von der Finanzverwaltung bis zur Teambetreuung mit allen Facetten des Managerdaseins in Berührung kommen. Bei großen Unternehmen und Vereinen werden die einzelnen Aufgaben hingegen auf mehrere Schultern verteilt, die aber in permanentem Austausch miteinander stehen.

Doch egal ob Olympisches Komitee oder lokaler Tennisclubals Sportmanager wirst du immer mit einer Vielzahl von Menschen in Kontakt stehen. Ob du nun Fernseh- und Werbeverträge aushandelst, die Mitarbeiter in einem Stadion oder einem Unternehmen koordinierst und delegierst, Hotels und Reisebusse buchst, Fantreffen veranstaltest oder Öffentlichkeitsarbeit leistest, in deinem Alltag wirst du eine Menge Zeit in Gesprächen und Meetings mit Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern, Fans, Sportlern und Medienleuten verbringen. Da Sport häufig abends und an Wochenenden betrieben wird, musst du dich auf lange Arbeitszeiten und Einsätze auch an Samstagen und Sonntagen einstellen. Arbeitest du für einen Verein oder für einen Verband, ist es außerdem nicht sehr unwahrscheinlich, dass du selten zu Hause bist. Dabei ist dein ganzes Tun immer auf das Einhalten unverrückbarer Deadlines ausgerichtet, denn viele Spieltage, Turniere und andere Termine sind fest fixiert. Das große Spiel um die Tabellenspitze kann nicht mal eben ein paar Tage nach hinten verschoben werden, weil der neue Rasen noch nicht gelegt ist.

Voraussetzungen für den Beruf Sportmanager

Stürmer müssen Tore schießen und Tennisspieler mit einem Schläger auf eine kleine Filzkugel eindreschen können. Die nötigen Fähigkeiten, über die du im Beruf als Sportmanager verfügen musst, lassen sich leider nicht so präzise definieren. Du brauchst betriebswirtschaftliches Knowhow, wenn du vom Finanzmanagement bis hin zur Personalverwaltung die Geschicke eines Unternehmen leitest, und du musst dich in internationalen Ökonomiebeziehungen auskennen, um weltweite Entwicklungen und Trends zu erkennen. In der Marktforschung musst du die entsprechenden Analyseinstrumente anwenden können, in der Unternehmensführung Techniken für Planung, Organisation und Durchführung betriebswirtschaftlicher Maßnahmen beherrschen. Gleichzeitig brauchst du aber auch umfassende Kenntnisse über die jeweiligen Sportarten und solltest sämtliche Regelwerke, Anforderungen, Zustände und Beteiligte in den für dich relevanten Disziplinen und Ligen kennen. Dein Fachwissen kann sich von einer Einschätzung der nötigen Ausstattung eines Spa-Bereichs bis hin zu den juristischen Vorgaben beim Ein- und Verkauf von TV-Rechten erstrecken, von Fakten und Zahlen bezüglich der Nachfrage nach dem aktuellen BVB-Trikot bis hin zu dem Grad der Attraktivität, die ein Sportler, ein Unternehmen oder ein Verein im Ausland ausstrahlt. Wie stark welche Kompetenz gewichtet wird, ist abhängig von dem Bereich, in dem du arbeitest. Wenn du die Finanzen in einer Skihalle überwachst, musst du weniger eloquent und hartnäckig sein als in der Vertriebsleitung eines Sportartikelherstellers, und als Stadionmanager musst du eher die vielen Mitarbeiter delegieren können und weniger kreativ veranlagt sein als ein Marketingexperte, der den neuesten Fußballschuh in den eher base- und basketballaffinen USA anpreisen muss. Was du allerdings immer sein musst, ist kommunikativ und teamfähig, flexibel und belastbar. Was klingt wie die Standardantwort auf die Frage nach den eigenen Stärken im Vorstellungsgespräch, ist hier wirklich gefordert. Je nachdem, für welchen Bereich du dich entscheidest, dient dir ein wirtschaftswissenschaftliches Studium, vor allem BWL, oder aber ein Studium in den Fächern Sportwissenschaften oder Sportmanagement als perfekte Grundlage.

Das wichtigste Tool des Sportmanagers ist aber sein umfangreiches Netzwerk aus Kontakten und Beziehungen. Er muss seine Ansprechpartner bei Sponsoringfragen kennen, und er muss die Sportdirektoren und anderen Führungspersönlichkeiten kennen, wenn er seinen Schützling anpreisen möchte. Er muss wissen, wie man Pressetermine ansetzt, welche Ernährungsexperten er beauftragen kann und welche Hotel- und Sportanlagenmanager ihm die besten Konditionen anbieten. Auch für Berufseinsteiger ist so ein Netzwerk lebenswichtig, um später begehrte Jobs zu bekommen. Praktika zu Beginn der Karriere sind daher unumgänglich. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Je größer dein Arbeitgeber, umso spezieller wird dein Kompetenzbereich ausfallen. In überschaubaren Institutionen, z.B. einem eher niedrigklassigen Sportverein, einem privat geführten Betrieb oder einer noch jungen Sportmarketingagentur, wirst du zumindest grundlegend mit sämtlichen Bereichen der wirtschaftlichen und sportlichen Führung in Berührung kommen. Arbeitest du hingegen in einem globalen Unternehmen oder mit einem Akteur aus dem Spitzensport, wirst du dich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren müssen:

 Als Jugendkoordinator förderst du den Nachwuchs und sorgst für einen beständigen Nachschub an Talenten, während du im Scouting alle interessanten Sportler anderer Vereine und Länder auf dem Schirm hast. Als Experte für Sicherheit oder als Stadionmanager kümmerst du dich um den reibungslosen Ablauf von Sportveranstaltungen, oder du verantwortest die Wirtschaftlichkeit von Sporthallen, Freizeitanlagen oder auch großen Eventhallen. Du kümmerst dich um die Belange von einzelnen Sportlern oder ganzen Mannschaften, ob du nun einen möglichst komfortablen Reiseplan für das nächste Turnier erstellst oder Daten über Laufwege und Leistungen sammelst und auswertest. Du kannst Experte für Marketing werden, für Sponsoring oder Vertrieb, du kannst dich auf bestimmte Märkte und Disziplinen fokussieren oder bevorzugt Spieler und Unternehmen beraten..

Deine möglichen Einsatzgebiete beinhalten Sportvereine und Verbände, Sportartikelhersteller und –Vermakter, Promotion- und Sponsoring-Abteilungen, Fitness- und Wellness-Unternehmen, kommerzielle Sport- und Freizeiteinrichtungen, privatwirtschaftlich organisierte Sport- und Freizeitanlagen sowie Medienunternehmen. Auch in regionalen Sportverbänden, kleineren Sportvereinen oder kommunale Sportorganisationen nehmen betriebswirtschaftliche Fragestellungen dabei einen immer größeren Rahmen ein. Das Weiterbildungsangebot hat sich den immer komplexer werdenden Strukturen der Berufsanforderung angepasst und bietet zahlreiche mehrmonatige Fortbildungen und Lehrgänge an, die Sportmanager auf bestimmte Fachgebiete spezialisieren, z.B. auf gesundheitliche Gebiete wie die Ernährungs- und Ausdauertrainingswissenschaft oder Prävention und Gesundheitsförderung, aber auch auf Sportmarketing oder einzelne Sportarten, etwa Internationales Rad-, Motor- oder Kampfsport-Management.

Spezialisierungen
Sportmanager/in
Fachjargon
DOSB

DOSB steht für den Deutschen Olympischen Sportbund, unter dessen Dach seit Mai 2006 der Deutsche Sportbund und das Nationale Olympische Komitee für Deutschland vereint sind. Der DOSB hat über 27 Millionen Mitglieder in mehr als 91000 Sportvereinen. Zu den Mitgliedsorganisationen zählen die 16 Sportbünde der einzelnen Bundesländer, 62 Spitzenverbände, z.B. der DFB, sowie 20 Sportverbände mit besonderer Aufgabenstellung, z.B. der Deutsche Sportärztebund.

Sport

Was genau versteht man eigentlich unter Sport? Sogar das Sportwissenschaftliche Lexikon gibt zu, keine präzise oder eindeutige Definition liefern zu können, denn das Verständnis von Sport wird aus sozialen, rechtlichen, ökonomischen oder politischen Blickwinkeln stets anders ausgelegt. Um als Verband im Deutschen Olympischen Sportbund aufgenommen zu werden, muss man aber eine sportartbestimmende motorische Aktivität zum Ziel haben, deren Ausübung reiner Selbstzweck der Betätigung ist. Zudem müssen innerhalb dieser Aktivität ethische Werte wie Fairplay und Chancengleichheit durch ein Regelsystem gewährleistet werden.

Breitensport

Anders als der wettkampforientierte und trainingsintensive Leistungssport dienen die Aktivitäten des Breitensports hauptsächlich der eigenen körperlichen Fitness. Für die Rechtevermarktung ist der Breitensport sicher weniger interessant als z.B. der Profifußball. Da er aber vom Extremsport über den Amateurbereich bis hin zu Schulsport und dem Jogging am Feierabend von einer Vielzahl von Menschen betrieben wird, kann er für den Sportmanager ein umfangreiches und ergiebiges Arbeitsfeld sein.

Wusstest du schon, dass...
  • der Deutsche Fußballbund (DFB) mit 6,8 Millionen Mitgliedern der größte Sportfachverband der Welt ist?
  • es in Deutschland schätzungsweise 800.000 Jobs gibt, die unter die Bezeichnung Sportmanager fallen?
  • im Jahr 2013 allein für Fanartikel der deutschen Fußball-Erstligisten über 191 Millionen Euro ausgegeben wurden?
Was man kennen und können sollte
Programme
  • Microsoft Office
  • SAP
  • ERP und APS
Sprachen
  • Englisch
  • bestenfalls weitere Fremdsprachen
Soziale Kompetenzen
  • Teamfähigkeit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Empathie
  • Kritikfähigkeit
Verwandte Berufsfelder: Management
Sportmanager als Beruf - Infos zur Arbeit im Management

Beruf als
Sportmanager/in

Sportökonom Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 50-55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2000-3000 €
Männer/Frauen-Relation 9/1
Bewerber pro Stelle: 20 Bewerber
Spitzenverdiener 6000 €