Beruf als Soziologe – Arbeiten in der Soziologie

Du weißt nicht nur, dass Epistomologie ein echtes Wort ist, sondern auch, was es bedeutet? Und bei t-Test denkst du nicht nur an dieses leckere Heißgetränk? Dann liegt die Vermutung nahe, dass du ein Soziologe bist! Wichtigste Bestandteile im Beruf als Soziologe sind die Neugier und das Interesse an dem Zusammenleben von Menschen in der Gesellschaft. Arbeitslosigkeit, Kriminalität oder Diskriminierung sind nur einige Beispiele für Phänomene, die es zu untersuchen und erklären gilt. Ebenso vielfältig und facettenreich wie die Gesellschaft ist auch die Fülle an möglichen Berufen für Soziologen. Und genau deshalb heißt es für Soziologen oft: Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Arbeitsalltag und Aufgaben als Soziologe

Jobs als Soziologe Soziologe/Soziologin werden

Warum verdienen Frauen in Deutschland immer noch weniger Geld als Männer? Und welche Auswirkungen auf die Leistung hat Schichtarbeit? Diese und andere Fragen rund um deine soziale Umwelt sind Bestandteil in der Forschung. Von der Entwicklung von Erhebungsinstrumenten, z.B. einem Fragebogen, bis hin zur statistischen Datenauswertung – all das sind dann deine Aufgaben. Entscheidest du dich für die Forschung, liegt dein Arbeitsplatz meist in wissenschaftlichen Instituten wie z.B. dem Fraunhofer-Institut. Dort rennst du allerdings nicht unbedingt im weißen Kittel rum, sondern sitzt eher am Schreibtisch. Oft arbeitest du aber auch in Teams, weil Evaluationen an großen Instituten meistens eine Menge Arbeit bedeuten. Ist dir die reine Forschungsarbeit zu langweilig, kannst du im Beruf als Soziologe auch ganz klassisch an der Hochschule bleiben und dein Wissen an junge Studenten weitergeben. Hierbei hast du einen netten Mix aus Daten und sozialer Interaktion.

Aber Soziologen sind auch in vielen anderen Berufen beliebt. Bei der Bundesagentur für Arbeit werden Soziologen gerne als Arbeitsvermittler eingesetzt. Das liegt vor allem daran, dass du als Soziologe sowohl wissenschaftliche Ordnung beherrschst als auch im sozialen Kontakt locker bleibst. Die vielen Kundentermine gehören als Arbeitsvermittler nämlich ebenso dazu wie der bürokratische Teil. Dabei trägst du natürlich auch eine gewisse Verantwortung, da du Kunden nicht nur neue Jobs vermitteln musst, sondern auch darauf achtest, dass jeder genau den Betrag an Unterstützung bekommt, der ihm zusteht. Die Arbeitsvermittlung ist allerdings nur eine von vielen Möglichkeiten, die du mit dem Beruf als Soziologe im öffentlichen Dienst hast.

Willst du im Beruf als Soziologe richtig zu Geld kommen, dann solltest du als Unternehmensberater durchstarten. Ob selbständig oder als Angestellter in einem großen Unternehmen – hier kannst du richtig verdienen. Und das nicht ohne Grund, denn als Unternehmensberater bist du ein echter Workaholic und oft unterwegs.

Man kann wohl sagen, dass Soziologen eine echte Allzweckwaffe sind. Einmal für eine Richtung entschieden, kann man sie außerdem noch in Redaktionen, Beratungsstellen, bei Kommunen, Ländern oder in der IT-Branche antreffen. Und da geht von Personalverwaltung bis Redakteur alles.

Voraussetzungen für den Beruf Soziologe

Für den Beruf als Soziologe brauchst du ein abgeschlossenes Soziologiestudium. Und dank deines Studiums hast du eine Menge Grundlagenkenntnisse von Methoden, Prozessen und Strukturen erlernt und kannst das Handeln von Individuen, Gruppen und Organisationen untersuchen sowie Zusammenhänge erkennen. Das ist natürlich schon mal eine ganz passable Voraussetzung für die meisten Berufe, denn es bedeutet auch, dass man offen ist und sich schnell auf unterschiedlichste Themen einschießen kann.

Trotzdem solltest du im Beruf als Soziologe nicht unbedingt eine gesteigerte Abneigung gegen Zahlen haben. Gerade in der Forschung wirst du mit vielen Statistiken bombardiert. Und die solltest du nicht nur verstehen, sondern auch erheben und auswerten können. Auch in vielen beratenden Tätigkeiten ist ein wirtschaftliches Verständnis durchaus von Vorteil. Bist du eher im sozialen Bereich tätig, zum Beispiel bei der Beratung von Migranten, sind Fremdsprachenkenntnisse ebenso von Vorteil wie Empathie. Und das ist ja auch nicht jedem in die Wiege gelegt worden.

Ein Masterabschluss oder ein Doktor im Beruf als Soziologe können dir durchaus helfen, schneller in eine Führungsposition zu gelangen, sind aber nicht dringend notwendig. Viel wichtiger sind Praktika, denn viele Jobs ergeben sich im Beruf als Soziologe über Kontakte und Erfahrungen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

In dem Beruf als Soziologe ist die Spezialisierung im Grunde ein Muss, denn sie trennt die Spreu vom Weizen. In der Unternehmensberatung benötigst du beispielsweise ein gewisses Knowhow im wirtschaftlichen Bereich. Entweder hat man im Studium schon dafür gesorgt, indem man BWL als Nebenfach gewählt hat, oder man muss es durch Weiterbildungen auffrischen. Arbeitet man hingegen viel mit Menschen zusammen, so lernt man am besten durch gemachte Erfahrungen. Ganz frei von Fingerspitzengefühl sollte man aber nicht sein.

Spezialisierungen
Soziologe/Soziologin
Fachjargon
„soziales Handeln“

Der Begriff des „sozialen Handelns“ wurde geprägt durch Max Weber und ist der Dreh- und Angelpunkt der Soziologie. Damit ist das Tun oder Unterlassen des Handelnden in Bezug auf das Verhalten anderer gemeint. Der Idealtypus ist dabei, dass man aus einzelnen sozialen Handlungen Gesetzmäßigkeiten ableiten kann und so Ursachen für bestimmte Entwicklungen herausstellen kann.

Quantitative Methoden

Quantitative Methoden dienen zu Darstellung von empirischen Sachverhalten und sind Teil der statistischen Datenerhebung. Gerade in der Markt- und Meinungsforschung kommen quantitative Methoden zum Einsatz. Zu den Erhebungswegen der quantitativen Methoden gehören Experimente, Fragebögen und Interviews. Sie helfen dabei, Hypothesen zu überprüfen.

Niklas Luhmann

Niklas Luhmann ist ein bedeutender deutscher Soziologe und einer der wichtigsten Vertreter der Systemtheorie. 1968 wurde Luhmann Professor an der Universität in Bielefeld und half maßgeblich beim Aufbau der ersten deutschen Fakultät für Soziologie mit. Seine Forschungen und Theorien gehören zum Grundlagenwissen eines jeden Soziologen.

Wusstest du schon, dass...
  • Atze Schröder, Heike Makatsch und Bruce Darnell Soziologie studiert haben?
  • Soziologie sich von dem lateinischen Wort socius ableitet, welches Gefährte bedeutet?
  • zur Marktforschung auch Mystery Shopping gehört? Das sind zum Beispiel verdeckte Testkäufe im Einzelhandel.
Was man kennen und können sollte
Programme
  • SPSS, STATA oder ein vergleichbares Statistikprogramm
  • Microsoft Office
Sprache
  • Englisch
  • Ggf. eine zweite Fremdsprach
Autor: Svenja Heyer
Verwandte Berufsfelder:
Soziologe als Beruf - Infos zur Arbeit  in der Soziologie.

Beruf als
Soziologe/Soziologin

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: bis 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1800-3400 €
Männer/Frauen-Relation 3/7
Bewerber pro Stelle: 100 Bewerber
Spitzenverdiener 7500 €