Beruf als Schweißfachingenieur - Arbeiten im Ingenieurwesen

Wer hat nicht das Lebensziel, etwas zu schaffen, das ewig währt? Ewig ist zwar etwas hoch gegriffen, allerdings bist du im Beruf Schweißfachingenieur dafür verantwortlich, dass Maschinen und Konstruktionen zusammenhalten. Egal ob Industrieanlagen, Brücken oder Chassis - die Aufträge sind vielfältig: Du hast die Rahmenbedingungen des Projekts im Hinterkopf , wählst die geeigneten Fügetechniken aus und überwachst die Schweißvorgänge, damit nicht nur eine sichere sondern auch eine saubere Naht dabei herauskommt. Du bist der Verantwortliche, der die Arbeitsschritte von der Vorbereitung bis zur Montage plant, überwacht und die Arbeit und Qualität der Schweißtechniker später kontrolliert. Mit vielen Studiengängen hast du die Möglichkeit zur Zusatzausbildung für den Beruf Schweißfachingenieur.

Ob in Werkshallen, Pipelinemontage oder Reparaturarbeiten an Ölplattformen, deine Arbeit im Beruf Schweißfachingenieur kann dich an interessante Orte bringen und stellt dich vor die eine oder andere Herausforderung.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Schweißfachingenieur

Jobs als Schweißfachingenieur Schweißfachingenieur/in werden

Als Schweißfachingenieur übernimmst du hauptsächlich planerische Tätigkeiten. Du bist du in der Lage, viele Arbeitsschritte hintereinander durchzuführen. Da deine Projekte sich oft über einen längeren Zeitraum erstrecken, ändert sich somit auch dein Arbeitsalltag im Beruf Schweißfachingenieur in regelmäßigen Abständen, falls du an allen Prozessen teilhast. Deine Arbeitgeber können sehr unterschiedlich sein. Im Baugewerbe wirkst du an Wolkenkratzer und Brücken mit, vielleicht auch an „Tunnels und Geleisen“ sowie weiteren infrastrukturellen Einheiten des Eisenbahnbetriebs oder konzipierst Schweißprozesse für die neuen Vorzeigemobile der bekanntesten deutschen Autohersteller. Bei großen Industrieanlagen kümmerst du dich um riesige Tanks, Rohrleitungssysteme oder die Klimatechnik. Von Tankstellen über Fabriken bis hin zu Hotels – deine Arbeitsorte sind vielfältig. Aber nicht nur für Boden und Berge kommt deine Expertise in Frage. Auch in der Luft- und Raumfahrt ist das Wissen über stabile Konstruktionen sehr gefragt.

Ist dein Projekt beispielsweise die Fertigung einer Industrieanlage, bist du bei Projektbeginn damit beschäftigt, die Produktnorm zu überprüfen und die Basisdaten abzuklären. Du informierst dich also über die Anforderungen der Anlage, welche Arbeit sie verrichtet, welche Leistung sie bringen muss und wie es sich dabei mit Temperatur und Druck verhält. Du besorgst dir die Werte über Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit. Auf dieser Grundlage wählst du geeignete Werkstoffe aus und untersuchst deren Eigenschaften eventuell noch einmal selber im Labor. Danach prüfst du passende Schweißverfahren anhand von Form, Abmessung und Stückzahl des Produkts. Schließlich hast du nicht nur die Nahtqualität im Auge, sondern musst auch wirtschaftlich denken. Bevor sich der erste Roboterarm bewegt oder die erste Schweißnaht begonnen wird, ist es deine Aufgabe, alle technischen Spezifikationen genauestens festzulegen, d.h. Vorbereitung, Ausführung, Nachbehandlung und Prüfung müssen bereits von dir vorgedacht sein. So bist du im Beruf Schweißfachingenieur anfangs sehr viel im Büro tätig, prüfst Daten und stehst per E-Mail und Telefon mit Mitarbeitern, Technikern und Kunden in Kontakt.

Geht es dann in die Produktion, hast du die Planung der Arbeitsabläufe inne, prüfst die Arbeitsschritte und überwachst die Schweißarbeiten, schließlich hast du die Abnahmepflicht. Während deine Mitarbeiter hinter den dicken Schweißmasken die handwerkliche Schweißarbeit übernehmen, behältst du ein wachsames Auge auf die vorgeschriebene und saubere Arbeitsweise. Schließlich sollen auf der Außenseite keine Würste zu sehen sein, also sichtbare Schweißnähte, die etwas über die Oberfläche hinausragen. In diesem Arbeitsschritt arbeitest du besonders eng mit den Mitarbeitern aus der Fertigung und eventuell der Konstruktionsbüros zusammen. Nebenher führst du die Dokumentation deiner Arbeitsergebnisse fort.

Bist du im Beruf Schweißfachingenieur im Hoch- oder Tiefbau beschäftigt, arbeitest du auf einer Bohrinsel oder werden gerade Pipelines quer durch die Landschaft installiert, dann bist du für die Abnahme natürlich immer vor Ort. Im Gegensatz zum wetterfesten Büro musst du dann wetterfeste Kleidung einpacken, schließlich lässt sich die Arbeit trotz Dauerregen nicht erst in einer Woche fortführen, wenn Termine eingehalten werden müssen.

Voraussetzungen für den Beruf Schweißfachingenieur

Der Beruf Schweißfachingenieur macht dich zu einer Schweißaufsichtsperson, also zu jemandem, der stellvertretend für ein Unternehmen Schweißarbeiten nach gesetzlichen Vorschriften durchführt und der die Abnahmepflicht erfüllt. Dabei handelt es sich um eine Zusatzausbildung für zahlreiche Ingenieurstudiengänge (Bachelor und Master). Die Ausbildung dauert 480 Stunden und ist auch ohne Berufserfahrung direkt nach dem Hochschulstudium möglich. In der Regel wird den Interessenten aber geraten, mindestens ein Jahr Berufspraxis zu sammeln. Die Zusatzausbildung ist hingegen hauptsächlich theoretisch und endet mit schriftlichen und mündlichen Prüfungen. Manchmal gibt es Fernlehrgänge, manchmal ausschließlich Blockseminare unter der Woche oder an Wochenenden. Die meisten lassen sich die Ausbildungskosten von über 6000 Euro vom derzeitigen Arbeitgeber bezahlen. Wenn du direkt nach dem Studium den Beruf des Schweißfachingenieurs einschlagen möchtest und noch keine Arbeitsstelle hast, dann kommst du selber für die Ausbildung auf.

Da es sich bei den Schweißarbeiten nicht nur um Fahrräder handelt, sondern oft um große Rohre in Industrieunternehmen, um Brücken, Trägerkonstruktionen im Hoch- oder Tiefbau oder aber um Fahr- oder Flugzeuge, ist hier ein Höchstmaß an Verantwortung und Präzision gefragt. Du musst dir mehr als hundert Prozent sicher sein, dass die Nähte bei Wind- und Wetter und sonstigen Widrigkeiten standhalten.

Neben dem Fachwissen über Werkstoffeigenschaften und Schweißverfahren sind aber auch andere Fertigkeiten gefragt. Da du im Beruf als Schweißfachingenieur die Schweißarbeiten oft nicht selber durchführst, musst du gleichzeitig im Stande sein, deine Mitarbeiter genau anzuweisen, die Arbeiten zu koordinieren und die Verantwortung für Fehler tragen zu können. Da die Fertigstellung oft terminlich geregelt ist, musst du auch unter höchstem Termindruck einen kühlen Kopf bewahren und dir möglicherweise Lösungen einfallen lassen, die Arbeitsprozesse ohne Qualitätsverlust effizienter zu gestalten.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Als Schweißfachingenieur kannst du in vielfältige Prozesse mit einbezogen werden. Von der Planung bis zur Instandhaltung kannst du tätig werden. Insofern bieten sich dir hier natürlich auch Spezialisierungsmöglichkeiten im Beruf Schweißfachingenieur. Je größer das Unternehmen ist, je größer und vielfältiger die Projekte werden und je mehr Mitarbeiter involviert sind, desto eher werden einzelne Abteilungen geschaffen, um den Arbeitsaufwand zu splitten. Insofern kann es sein, dass du dort nicht den gesamten Prozess, sondern lediglich Verantwortung für Teilbereiche übernimmst. So bist du möglicherweise größtenteils in die Vorbereitung mit eingebunden, das heißt du bist für die grundsätzliche Planung zuständig und kümmerst dich daher um den Einkauf notwendiger Materialien, planst die Arbeits- und Einsatzzeiten deiner Kollegen und prüfst eventuell schon im Voraus die geeigneten Fügetechniken. Oder aber du bist als Aufsichtsperson vor Ort zuständig, etwa wenn die Montage im Außeneinsatz ansteht und koordinierst deine Mitarbeiter, kontrollierst währenddessen die Arbeit und sorgst ebenso für die Qualitätssicherung. Je nachdem, wo du dich später bewirbst, können sich dein Schwerpunkt und somit auch dein alltägliches Berufsleben stark unterscheiden.

Daneben gibt es den Bereich Forschung und Entwicklung, wo du mit deiner Expertise und bestenfalls viel Berufserfahrung an neuen Methoden und Verfahren mitwirken kannst, welche die Arbeit und die Qualität bei Schweißarbeiten erleichtern bzw. verbessern.

Spezialisierungen
Schweißfachingenieur/in
Fachjargon
Cap

Während viele Leute unter diesem Begriff an eine Kopfbedeckung denken, handelt es sich im Bereich des Schweißens um einen Fachbegriff, der die abschließende Wulst in einer Nahtverbindung bezeichnet. Wenn du international tätig bist, solltest du dein fachliches Englisch auf Vordermann bringen.

Application Program

Dieser Begriff definiert eine Bewegungs- oder Anweisungsabfolge für Roboter, die den Rahmenbedingungen und Anforderungen angepasst werden kann. Die Roboter können so Schweißarbeiten automatisiert und sehr genau ausführen.

SG

Die Abkürzung SG steht für Schutzgas und bezeichnet in der Regel die Methode des Metall-Schutzgasschweißens (MSG). Das Schutzgas dient dazu, die Luft bzw. vor allem den Sauerstoff zu verdrängen.

Wusstest du schon, dass...
  • 90 Prozent der Bauteile in Schiffbau und Kraftwerksindustrie verschweißt werden?
  • es über 250 Fügetechniken gibt?
  • das Fraunhofer Institut eine Schweißtechnik entwickelt hat, mit der bis zu 50mm dicke Bleche mit einer Laserleistung von nur 5 kW geschweißt werden können?
Was man kennen und können sollte
Fachliche Kenntnisse
  • Metalle und Werkstoffe
  • CAD-Software
Sonstige Kenntnisse
  • Englisch (fachlich in Wort & Schrift)
  • MS Office (insb. Excel)
Persönliche Eigenschaften
  • Eigenständigkeit
  • Teamführungskompetenzen
Verwandte Berufsfelder: Ingenieur
Schweißfachingenieur als Beruf - Infos zur Arbeit im Ingenieurwesen

Beruf als
Schweißfachingenieur/in

Schweißfachaufsicht Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: bis 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 3750-4580 €
Männer/Frauen-Relation 9/1
Bewerber pro Stelle: 5 Bewerber
Spitzenverdiener 9500 €