Beruf als Regionalverkaufsleiter - Arbeiten in der Wirtschaft

Man stelle sich vor, ein großes Textilunternehmen möchte sich auf dem Gebiet der Fußballartikel etablieren. Schals, Trikots, Flaggen - alles, was das Fanherz höher schlagen lässt, wird ins Sortiment aufgenommen. Um die originalen Vereinswappen verwenden zu dürfen, wurde sogar die Lizenz vom FC Schalke 04 für viel Geld erworben. Mit einer so großen Marke im Rücken kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen. Oder doch? Käme das Unternehmen nun auf die Idee, seinen ersten S04-Fanshop ausgerechnet in Dortmund zu eröffnen, würden die Anhänger der Borussia das Unternehmen vermutlich noch am Eröffnungstag aus der Stadt jagen. Und in Gelsenkirchen wiederrum ließen sich schwarzgelbe Fanartikel vermutlich nur in äußerst überschaubarer Zahl unters Volk bringen. Jede Region hat halt seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben. Und genau hier kommst du als Regionalverkaufsleiter zum Einsatz. Um den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens in einem bestimmten Bezirk anzukurbeln, kennst du dich mit allen regionalen und saisonalen Besonderheiten aus, kannst Angebot und Nachfrage einschätzen und weißt, wie die Filialen in einem dir übertragenen Gebiet ihre Kunden am besten erreichen.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Regionalverkaufsleiter

Regionalverkaufsleiter Jobs Regionalverkaufsleiter/in werden

Um den Beruf des Regionalverkaufsleiters am einfachsten zu beschreiben, muss man ihn nur in seine drei Bestandteile aufdröseln, nämlich Region, Verkauf, Leitung. Fangen wir mit dem Verkaufen an: du sorgst dafür, dass ein Unternehmen seine Umsatzziele und seine Profitvorgaben erreicht, also mit seinen angebotenen Waren oder Dienstleistungen einen finanziellen Gewinn verbuchen kann. Das Wörtchen Leiter besagt, dass du die Verantwortung dafür trägst und eigenständig Ideen, Maßnahmen und Strategien entwickelst, um diese Ziele zu erreichen. Welche Waren kommen ins Sortiment und welche nicht, welches Personal wird eingesetzt, wie sollen die Kunden angesprochen werden? Regional schließlich steht für deinen Zuständigkeitsbereich, denn du hast nicht nur eine Filiale unter dir, sondern mehrere Filialen innerhalb einer bestimmten Region. Wie viele Filialen, das kommt immer auf das jeweilige Unternehmen an. Du kannst für zwei oder drei, aber auch für zwanzig und mehr Filialen verantwortlich sein.

Im Regionalverkaufsleiter Beruf bist du permanent zwischen den einzelnen Filialen unterwegs und stellst den wirtschaftlichen Erfolg in dem dir übertragenen Bezirk sicher. Dafür stehst du im ständigen Kontakt mit einer Vielzahl von Menschen. Du stimmst deine Ziele und Maßnahmen mit den Führungsetagen über dir ab und gibst deine Vorgaben an die einzelnen Filialleiter und deren Mitarbeiter weiter. Außerdem vermittelst du zwischen den verschiedenen Hierarchieebenen und bewertest die Leistungen und Aktivitäten der einzelnen Filialen. Motivation und Führung der einzelnen Filialleiter und Angestellten gehören ebenfalls zu deinen Aufgaben, daneben bist du oftmals sogar selber in die Personalsuche und Auswahlprozesse involviert. Du stehst auch im Austausch mit anderen Regionalverkaufsleitern und verhandelst mit Zulieferern und allen anderen am Verkaufsprozess Beteiligten. Werden neue Filialen eröffnet, führst du hier oft die Planungen durch, von der Suche eines passenden Standortes bis hin zur Besetzung der Positionen. Auch in Marketingstrategien bist du involviert, zum Beispiel um die Aufmerksamkeit in einem bestimmten Gebiet zu steigern.

Voraussetzungen für den Beruf Regionalverkaufsleiter

Da du im Beruf als Regionalverkaufsleiter eine Führungsposition im mittleren Management bekleidest, gibt es natürlich einige Voraussetzungen, die du erfüllen musst. Schließlich wird man dir nicht mal eben so mir nichts dir nichts die Verantwortung über eine ganze Region übertragen. Dazu zählt vor allem die passende Ausbildung. Mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Studium hast du die besten Chancen. Aber auch eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich reicht hin und wieder aus.

Daneben ist berufliche Erfahrung äußerst wichtig, viele Unternehmen setzen eine mehrjährige Erfahrung im Verkauf oder Vertrieb voraus. Auch Praktika und Traineeships, die häufig angeboten werden, sind immer gerne gesehen, z.B. im Bereich Verkaufsleitung. Trotzdem kann Regionalverkaufsleiter auch ein Einstiegsjob direkt nach dem Studium sein. Viele Stellenausschreibungen richten sich an frischgebackene Absolventen. ALDI SÜD etwa sucht gezielt nach Hochschulabsolventen sowie Hochschulabsolventinnen und bietet zum Einstieg eine umfangreiche Einarbeitung an. Dort lernst du alles für den Posten Wichtige, von der Produktpalette über regionale und saisonale Besonderheiten bis hin zur Unternehmensstruktur. Gerade ein duales Studium ist hier eine perfekte Basis, schließlich hast du dort wirtschaftliche Theorie mit praktischem Knowhow kombiniert. Bei ALDI SÜD findest du zum Beispiel duale Studiengänge in den Bereichen Bachelor of Arts und Bachelor of Science Betriebswirtschaft. Außerdem kannst du dort auch durch ein duales Master-Studienprogramm den Master of Arts erreichen.

Viele Unternehmen betonen aber, dass sie sich zwar um das kümmern, was du erlernen kannst, dass ebenso wichtig aber jene Qualifikationen sind, die du nicht mal eben so lernen kannst. Nämlich die sogenannten Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Kundeninteresse oder Teamorientierung. Außerdem solltest du Reisebereitschaft mitbringen - und natürlich einen Führerschein, Beruf als Regionalverkaufsleiter solltest du nicht unbedingt auf Bus und Bahn warten müssen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Der Beruf Regionalverkaufsleiter ist schon eine relativ spezialisierte Position im großen Bereich der Wirtschaft und der Verkaufswelt. Alle Unternehmen, die etwas verkaufen, ob Produkte oder Dienstleistungen, von Mode bis Möbel, von Marketing bis Medizin, verfügen über Regionalverkaufsleiter. Aber natürlich haben auch jedes Unternehmen und jede Branche so ihre Eigen- und Besonderheiten, die spezielle Anforderungen an dich stellen und bestimmte Fachkenntnisse verlangen. Da du dich immer mit dem Angebot und dem Markt auskennen musst, gestaltet sich der Arbeitsalltag im Beruf als Regionalverkaufsleiter in der Pharma-Branche zum Beispiel anders als im Heimtier- oder Lebensmittelmarkt, und die Menschen im Ruhrgebiet ticken anders als vielleicht in Bayern oder im hohen Norden. Andere Unternehmen, z.B. Tiefkühllieferanten oder Online-Anbieter, haben wiederrum gar keine Verkaufsfilialen. Dort bist du dann mitunter für die Organisation und Anweisung der Auslieferer oder Verkaufsfahrer zuständig. 

Spezialisierungen
Regionalverkaufsleiter/in
  • Regionalverkaufsleiter/in bei
    ALDI SÜD

    Bereits Ihre Studienzeit war von dem Willen geprägt, eigene Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen? Jetzt haben Sie Ihr wirtschaftswissenschaftliches Studium erfolgreich abgeschlossen und möchten direkt ins Management durchstarten? Dann sind Sie bei uns genau richtig, denn als Regionalverkaufsleiter (m/w) gehören Sie von Anfang an zur Führungsebene.

    Sie übernehmen dabei vielseitige Managementaufgaben und tragen die Verantwortung für Planung, Organisation und Führung Ihrer Filialen. In einem einjährigen Training on the Job bereiten wir Sie optimal auf Ihre Führungsaufgabe vor. Sie werden individuell und praxisnah von den erfahrenen Kollegen eingearbeitet und lernen die gesamten Schlüsselfunktionen des Einzelhandels kennen, mit dem Ziel im Anschluss an Ihr Training on the Job die Leitung eines eigenen Verkaufsbereiches mit mindestens 50 Mitarbeitern und circa sechs Filialen zu übernehmen. 

    Passende Jobs bei ALDI SÜD
Fachjargon
Cashflow

Alles in deinem Job als Regionalbezirksleiter dreht sich um den Cashflow, denn dahinter verbirgt sich nichts anderes als der Geldzufluss, den ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum erwirtschaftet hat. Also die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Dein Erfolg als Regionalverkaufsleiter wird dementsprechend an dem Cashflow innerhalb des dir übertragenen Bezirks gemessen. Als wirtschaftliche Messgröße gibt der Cashflow Auskunft über die wirtschaftliche Kraft eines Unternehmens.

B2B / B2C

B2B und B2C stehen für „Business-to-business“ bzw. „Business-to-Customer“ und bezeichnen die Geschäftsbeziehungen zwischen zwei Parteien. Bei B2B sind diese Parteien zwei Unternehmen, z.B. wenn ein Unternehmen von einem anderen Unternehmen Rohstoffe bezieht, um diese für den Verkauf weiterzubearbeiten. Bei B2C findet die Transaktion dagegen direkt zwischen Unternehmen und Kunden statt, wie es etwa in einem Supermarkt der Fall ist. Abhängig von deinem Arbeitgeber kannst du es als Regionalverkaufsleiter mit beiden Geschäftsformen zu tun bekommen.

Break-even point

Hat ein Unternehmen mit einem bestimmten Bereich, etwa einem Produkt, einer Produktion oder einer Filiale, den break-even point erreicht, dann erwirtschaftet sie in diesem Punkt weder einen Gewinn noch erleidet sie einen Verlust. Kosten und Ertrag sind hier nämlich identisch. Als Regionalverkaufsleiter achtest du darauf, dass in es in der dir übertragenen Region bestenfalls in keinerlei Hinsicht zu einem solchen Punkt oder schlimmer noch zu einem Verlust kommt. Dafür hast du immer ein Auge auf das bewilligte Budget, z.B. für Einkäufe, Personal oder Marketing, und dessen Effektivität.

Wusstest du schon, dass...
  • 76% aller Regionalverkaufsleiter einen Firmenwagen haben, den sie auch privat nutzen dürfen?
  • die deutsche Ernährungsindustrie 2012 fast 170 Milliarden Euro umgesetzt hat? Dafür sorgten fast 6000 Betriebe mit über 550.000 Beschäftigten.
  • die meisten Verbraucher regionale Lebensmittel den Bio-Lebensmitteln vorziehen?
Was man kennen und können sollte
Programme
  • EDV (vor allem MS-Office)
Sprache
  • Englisch
Kenntnisse
  • Regionaler Markt
  • Saisonale Bedingungen
  • Waren- bzw. Dienstleistungsangebot
Verwandte Berufsfelder: Sales
Regionalverkaufsleiter als Beruf - Infos zur Arbeit in der Wirtschaft

Beruf als
Regionalverkaufsleiter/in

Bezirksverkaufsleiter, Gebietsverkaufsleiter, Verkaufsleiter, Bezirksleiter, Regionalleiter, Bereichsleiter Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Bis 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 3000-5000 Euro
Männer/Frauen-Relation 5/5
Bewerber pro Stelle: 30 Bewerber
Spitzenverdiener 9000 €