Beruf als Redakteur - Arbeiten im Journalismus

Redakteure sind Geschichtenerzähler, Lehrer und Entertainer – sie berichten von den politischen Geschehnissen, aber auch vom neuesten Klatsch und Tratsch. Sie verfassen Sachbücher ebenso wie TV- oder Radiobeiträge. Sie geben Meinungen vor und stehen gleichzeitig im Mittelpunkt der Kritik. Als Redakteur braucht man daher viel Kreativität und Wortgewandtheit, aber auch Mut und Selbstbewusstsein. Wege in den Beruf des Redakteurs gibt es viele, Hürden allerdings auch. Was du brauchst, um ein erfolgreicher Redakteur zu werden und was den Beruf so besonders macht, das erfährst du deshalb nun bei uns. 

Arbeitsalltag und Aufgaben als Redakteur

Jobs als Redakteur Redakteur/in werden

Redakteure findet man bei Verlagen, Zeitungen, Radio- und Fernsehanstalten, PR-Abteilungen sowie Online-Plattformen – entsprechend unterschiedlich kann der Alltag aussehen. Im Kern gibt es aber eine große Gemeinsamkeit, denn alle Redakteure verfolgen das gleiche Ziel: Aus einer Fülle von Informationen zielgruppengerechte Beiträge zu erstellen. Beim Radio, Fernsehen oder der Zeitung wird es sich dabei meist um einen Beitrag über Politik, Kultur oder auch Sport handeln. Doch berichtet nicht jeder Redakteur über die erste Fußballliga, den G8-Gipfel und die Nobelpreisverleihung, vielmehr wird man den Großteil der Redakteure in Lokalredaktionen finden, wo sie den Bürgermeistern nachjagen oder Volksfeste und Stadtmeisterschaften besuchen.

Das Leben im Redakteur Beruf ist also nicht zwangsweise glamourös, dafür aber umso abwechslungsreicher. Denn jeder Medienbeitrag möchte zunächst einmal gut recherchiert und vorbereitet werden. Man kämpft sich durch hunderte Quellen, spricht mit verschiedenen Ansprechpartnern und holt auch mal die Kamera raus, um auch gleich für die bildliche Untermalung zu sorgen. Die Erstellung des Textes ist erst der letzte Schritt. Trotz der vielen Gemeinsamkeiten zum klassischen Journalisten, ist der Redakteur Beruf davon abzugrenzen. Denn Redakteure betreuen in der Regel ein ganzes Ressort bzw. Themengebiet und behalten nicht nur den einzelnen Beitrag, sondern die gesamte Planung im Auge.

Etwas anders sieht dagegen der Beruf des Redakteurs aus, wenn man hinter die Kulissen eines Verlages blickt. Denn hier werden ganze Bücher und weniger aktuelle Beiträge erstellt. Während bei einer Tageszeitung oft nur wenige Tage oder Stunden Zeit bleiben, um Beiträge fertigzustellen, begleitest du bei einem Verlag einen langwierigen Prozess – angefangen bei der Konzeptionierung über die Auswahl von Bildern und Grafikelementen bis zur Veröffentlichung auf dem Markt.

So unterschiedlich wie die Bereiche sind, in denen du den Redakteur Beruf ausüben kannst, so unterschiedlich können auch die Arbeitszeiten sein. Da du als Redakteur aber in der Regel in einem Angestelltenverhältnis und nicht wie viele Journalisten als freier Mitarbeiter arbeitest, hast du vergleichsweise klare Arbeitszeiten. Aufgrund der Deadlines, an die du gebunden bist, solltest du aber mit Überstunden rechnen. In Radio- und Fernsehredaktionen wird zudem häufig in Schichten gearbeitet. Auch wenn nicht jeder Redakteur um die Welt jettet, um seine Story zu recherchieren, solltest du generell reisebereit sein. Üblich ist eine Recherchetätigkeit im näheren Umfeld. 

Voraussetzungen für den Beruf Redakteur

Natürlich ist ein Studienabschluss in Journalismus die eindrucksvollste Referenz, die du auf formeller Ebene mitbringen kannst. Zurücklehnen solltest du dich dennoch nicht, denn die Branche ist äußerst offen für Quereinsteiger und die Konkurrenz schläft nicht. Wichtiger nämlich als das was du studiert hast, sind deine Praxiserfahrungen, die du bisher gesammelt hast. Hast du also schon während des Studiums in mehreren Redaktionen (oder auch in einer dauerhaft) gearbeitet, dann wird deine Bewerbung mit Sicherheit viel Beachtung bekommen. Der Abschluss spielt häufig erst dann wieder eine größere Rolle, wenn es um das Einstiegsgehalt geht und weniger beim allgemeinen Zugang zum Beruf des Redakteurs. Denn der Direkteinstieg erfolgt generell selten über den Bachelor oder Masterabschluss, sondern über das Volontariat. Gerade in Radio- und Zeitungsredaktionen ist es ohne schwer, in eine Festanstellung zu gelangen, Nachwuchstalente verharren daher oft für eine Weile als freie Mitarbeiter und lauern auf das nächste freie Volo. Möglichkeiten ohne Volontariat den Beruf Redakteur zu ergreifen, gibt es aber dennoch.

Natürlich eignet sich nicht jeder für den Beruf des Redakteurs. Generell solltest du wissen, wie man mit Stress und Kritik umgeht, denn mit beidem wirst du regelmäßig konfrontiert. Zudem solltest du ein kreativer Kopf sein, der von Neugier angetrieben wird. Arbeitest du am liebsten bei absoluter Ruhe in deinem eigenen Büro und mit massig Zeit, könnte dies zu einer Hürde werden, denn nur wenige Redakteure haben ein eigenes schalldichtes Büro. Vielmehr wirst du dich in einer bunten Redaktion wiederfinden, in der nicht immer alle auf dich Rücksicht nehmen können. Stressresistenz lautet daher das nächste Schlagwort. Auf Arbeitszeiten nach Stechuhr solltest du übrigens besser nicht bestehen, denn der Beruf des Redakteurs verlangt auch zeitlich eine große Flexibilität. Immerhin möchtest du immer einen Schritt vor der Konkurrenz sein. Zu guter Letzt sollten natürlich – je nach Anspruch des Arbeitsfeldes – sowohl eine gute Allgemeinbildung als auch fachliches Wissen gegeben sein. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Spezialisierungen für Redakteure gibt es zahlreiche. Zunächst einmal ist natürlich zu unterscheiden, wo der Redakteur seinen Beruf ausübt. In der Radioredaktion spielt nicht nur das geschriebene, sondern auch das gesprochene Wort eine große Rolle. Denn auch wenn Redakteure nicht mit den Moderatoren zu verwechseln sind, findet man sie dennoch regelmäßig im Aufnahemestudio, wo sie die eigenen Beiträge einsprechen oder gleich live präsentieren. Zudem benötigt die Aufgabe, einen Text zu verfassen, der eingesprochen wird, eine andere Herangehensweise als eine Printversion anzufertigen. Immerhin muss auch der Sprachfluss berücksichtigt und O-Töne geschickt eingebunden werden. In einer Online Redaktion dagegen heißt der beste Freund und größte Feind Google. Denn damit auch viele Leser auf den Beitrag und die Website aufmerksam werden, sind umfassende (SEO) Maßnahmen nötig. Ein Thema, mit dem sich kein Printredakteur je auseinander setzen würde. In einer Pressagentur oder der Presseabteilung eines Unternehmens sind Redakteure mit der Anfertigung von Pressemitteilungen und der Bearbeitung von Anfragen beauftragt. Wenn du in diesem Bereich arbeitest, könnte man also sagen, dass du die Seite wechselst.

Aber nicht nur fachlich, sondern auch inhaltlich hast du als Redakteur viele Spezialisierungsmöglichkeiten. Bei einem Sachbuchverlag beispielsweise können sogar ehemalige (oder angehende) Lehrer zu Redakteuren werden, denn hier werden Experten gebraucht. Und da generell viele Redakteure einem bestimmten Ressort, also Themengebiet zugeordnet sind, haben auch Wissenschaftler und Experten gute berufliche Möglichkeiten, als Redakteur zu arbeiten. Spezialisierungen gibt es übrigens auch für Menschen, die mit besonders viel Humor gesegnet sind – sie werden mit Sicherheit ihre Bestimmung im Beruf des Comedy-Redakteurs finden, die häufig für Radio und TV im Einsatz sind. 

Spezialisierungen
Redakteur/in
Fachjargon
Blattmachen

Bei jeder Zeitung sind ein bis zwei Redakteure für das Blattmachen verantwortlich. Sie passen Textlängen an, texten Bildunter- und Überschriften und bestimmen die Themenauswahl. Eigene längere Beiträge übernehmen sie nur selten.

Lead

Unter einem Lead versteht man den Einstieg in einen Text oder eine Nachrichtenmeldung, auch als Vorspann bezeichnet. Der Einstieg entscheidet in der Regel darüber, ob der Leser den Text weiterliest oder verwirft und ist damit einer der wichtigsten Bestandteile eines Beitrags.

Aufriss

Damit auf einer Seite kein Chaos herrscht, muss die Gestaltung konkret geplant und skizziert werden. Wo steht der Aufmacher bzw. der Titel, wie wird der Text strukturiert, wo werden die Bilder eingebunden? Während du als Redakteur den Aufriss erstellst, wird die Gestaltung vom Layouter umgesetzt.

Wusstest du schon, dass...
  • im römischen Reich bereits ein Jahrhundert vor Christus ein Tagesblatt erschienen ist?
  • erst nach dem ersten Weltkrieg damit begonnen wurde, Nachrichtenmeldungen nicht nur zu vermitteln, sondern auch zu bewerten und zu interpretieren?
  • die Presse auch als „vierte Gewalt“ bezeichnet wird?
Was man kennen und können sollte
EDV
  • Microsoft Office
  • Adobe Photoshop/InDesign
  • SEO/SEA-Grundlagen (Online-Redaktion)
  • HTML (Grundlagen) (Online-Redaktion)
  • CMS-Kenntnisse (Wordpress, TYPO3,…) (Online-Redaktion)
  • Dalet/DABiS (Radio-Redaktion)
Sprachen
  • Englisch
  • Überdurchschnittliches Ausdrucksvermögen in der deutschen Sprache
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder:
Redakteur als Beruf - Infos zur Arbeit im Journalismus

Beruf als
Redakteur/in

Reporter, Journalist Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40-50 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1600-2500 €
Männer/Frauen-Relation 5/5
Bewerber pro Stelle: 40 Bewerber Bewerber
Spitzenverdiener 6300 €