Karriere und Weiterbildung als Rechtspfleger

Zwar kannst du auch mit einem Studium der Rechtswissenschaft als Rechtspfleger arbeiten, doch als Volljurist bist du eigentlich überqualifiziert für eine Karriere als Rechtspfleger. Der gängigste Weg ist das Studium der Rechtspflege an einer FH, das du mit dem Diplom abschließt. Du darfst dich damit offiziell als Diplom-Rechtspfleger, alternativ auch als Justizinspektor bezeichnen. Wenn du einen Platz in der Ausbildung zum Rechtspfleger bekommen hast, dann hast du die größte Hürde schon gemeistert, denn jedes Jahr werden nur so viele neue Rechtspfleger ausgebildet wie auch in Rente gehen. Anschließend erwarten dich nicht nur beste Aussichten auf einen festen Job, sondern auch beste Aufstiegsperspektiven. So kannst du im gehobenen Dienst Karriere machen und bis in die Besoldungsgruppe A13 aufsteigen. Rein theoretisch ist sogar der Sprung in den höheren Dienst möglich, doch das passiert nur in den allerseltensten Fällen. 

Karrierepfad als Rechtspfleger/in

Rechtspfleger Karriere und Weiterbildung
Fortbildungen

Als Rechtspfleger hast du die Möglichkeit, dich über bestimmte Fortbildungen weiterzubilden und dein Wissen in einem Fachbereich zu vertiefen. Solche Fortbildungen werden u.a. als mehrtägige modulare Qualifizierungslehrgänge an Fachhochschulen angeboten, z.B. in dem Bereich Schlüsselkompetenzen oder Grundzüge der Rechtsanwendung, Staats-, Europa- und Verwaltungsrecht oder soziale Kompetenzen. Auch Justizministerien und -akademien veranstalten regelmäßig fachwissenschaftliche Seminare und Arbeitstagungen für Angehörige des gehobenen Dienstes. Daneben bieten auch private Bildungsträger Intensivkurse und Schulungen an, beispielsweise zu den verschiedenen Rechtsgebieten, zur Öffentlichen Verwaltung, zur EDV-Anwendung oder zur Teamführung. Solche Fortbildungen erhöhen deine Chancen, die Karriere als Rechtspfleger voranzutreiben und machen dich auch in der freien Wirtschaft zu einer begehrten Fachkraft.

Aufbaustudiengang Betriebswirtschaftslehre

Beamtinnen und Beamte des gehobenen Justizdienstes des Justizministeriums, aller Gerichtsbarkeiten sowie bei den Staatsanwaltschaften können an einem Aufbaustudiengang Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre teilnehmen. Der richtet sich vor allem an Rechtspfleger, die bisher wenig Erfahrung in der Justizverwaltung gesammelt haben, und wird von den einzelnen Oberlandesgerichten angeboten. In der Regel ist dieser Aufbaustudiengang in zwei Blöcke mit jeweils sechs Wochen bzw. 180 Stunden aufgeteilt. Mit einem solchen Aufbaustudiengang hast du z.B. gute Chancen, zum Bereichs- oder Geschäftsleiter auch größerer Gerichte aufzusteigen

Amtsanwalt / Amtsanwältin

Mit einigen Jahren Berufserfahrung kannst du bei deiner Karriere als Rechtspfleger zum Amtsanwalt bzw. zur Amtsanwältin befördert werden. Noch schneller geht das, wenn du direkt nach dem Ende deiner Ausbildung an einem weiteren 15monatigen Vorbereitungsdienst samt Ablegung einer besonderen Prüfung teilnimmst. Amtsanwälte nehmen vor allem Aufgaben der Anklagevertretung der Staatsanwaltschaft wahr, z.B. bei Verfahren wegen Körperverletzung oder Trunkenheit am Steuer. Wer als Amtsanwalt zugelassen und ausgewählt wird verantworten dabei die einzelnen Generalstaatsanwaltschaften. Als Amtsanwalt beziehst du ein Gehalt aus der Besoldungsgruppe A12.

Aufstiegsmöglichkeiten im gehobenen Justizdienst

Im gehobenen Justizdienst gibt es noch weitere Aufstiegsmöglichkeiten für eine Karriere als Rechtspfleger. So kannst du zum Justizoberinspektor befördert werden, der oftmals als Bereichsleiter oder Geschäftsleiter kleinerer Gerichte arbeitet und nach Besoldungsgruppe A10 entlohnt wird. Das Amt des Justizamtsmanns ist die nächste Beförderungsstufe und wartet nicht nur mit mehr Verantwortung auf, sondern auch mit einem A11-Gehalt. Als Justizamtsrat führst du schon herausgehobene Tätigkeiten der Rechtspflege oder besondere Aufgaben in der Verwaltung aus, z.B. als stellvertretender Geschäftsleiter eines größeren Gerichts, und beziehst ein Gehalt aus Besoldungsgruppe A12. Als Justizoberamtsrat bekleidest du sogar eine sogenannte besonders herausgehobene Tätigkeit als Rechtspfleger oder in der Verwaltung, z.B. mit Aufgaben der Geschäftsleitung eines größeren Amtsgerichts. Hier liegst du in der Gehaltsklasse A 13 des gehobenen Dienstes. 

Beruf als
Rechtspfleger/in