Beruf als Rechtsberater - Arbeiten im Rechtswesen

Rechtsanwälte klären rechtliche Konflikte – als Rechtsberater sorgst du dafür, dass es so weit erst gar nicht kommt. So bist du weniger in Kanzleien und vor Gericht zu finden, sondern bei Wirtschaftskonzernen, Finanzunternehmen oder auch bei der Bundeswehr. Deine Hauptaufgabe ist, wie die Berufsbezeichnung schon vorwegnimmt, die Beratung. Du prüfst Verträge, erstellst juristische Stellungnahmen und sorgst dafür, dass dein Unternehmen nicht in rechtliche Verwicklungen gerät.

Spezialisierungen
Rechtsberater/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Rechtsberater

Arbeitsalltag als Rechtsberaterin Rechtsberater/in werden

Egal ob ein Kaufvertrag abgeschlossen oder ein Mitarbeiter eingestellt werden soll, zuvor müssen Verträge ausgehandelt und rechtlich geprüft werden. Dies ist einer der Bereiche, in denen du als Rechtsberater zum Einsatz kommst. Doch natürlich ist das längst nicht alles. Nahezu jeder Schritt und jede Handlung eines Unternehmens, muss zuvor rechtlich durchleuchtet werden. Damit teilt sich dein Alltag in Recherche, Analyse, dem Verfassen von Berichten und Stellungnahmen sowie natürlich den Beratungsgesprächen. Diese finden nur selten in der stillen Kammer statt. Vielmehr verhandelst du mit den Führungspersönlichkeiten des Unternehmens und bist zudem bei sämtlichen wichtigen Meetings und Konferenzen dabei.

Rechtsberater findet man in den Rechtsabteilungen der unterschiedlichsten Wirtschaftskonzerne, beispielsweise im Finanz- und Industriesektor sowie in öffentlichen Verwaltungen. Doch auch bei der Bundeswehr werden Rechtsberater beschäftigt. Hier sieht dein Arbeitsalltag natürlich anders aus, als bei einem Wirtschaftskonzern. Rechtsberater werden bei der Bundeswehr bei den Kommandobehörden der Streitkräfte als persönliche Berater des Befehlshabers, Kommandeurs oder des Amtschefs eingesetzt. Damit hast du nicht nur fachlich viel zu leisten, sondern auch mental. Denn du begleitest Auslandseinsätze und wirst insbesondere bei bewaffneten Konflikten zu Rate gezogen. So musst du beispielsweise beurteilen, ob Handlungen gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen haben. Die Verantwortung, die du damit trägst, könnte im Rechtsberater Beruf also kaum größer sein.

Voraussetzungen für den Beruf Rechtsberater

Um Rechtsberater werden zu können, musst du dein Studium der Rechtswissenschaften erfolgreich mit dem 2. Staatsexamen abgeschlossen haben. Besonders gern gesehen sind Bewerber, die mit einem Vollbefriedigend abgeschlossen haben. Hast du darüber hinaus bereits eine Fachausbildung absolviert, kannst du das natürlich zu deinem Vorteil nutzen.

Doch Noten und Zertifikate allein, sind natürlich längst nicht alles. Besonders wichtig sind natürlich deine Kommunikationsfähigkeiten. Egal ob schriftlich oder mündlich, komplizierte Sachverhalte solltest du leicht und verständlich darstellen können. Ebenso wichtig ist es, dass du dich schnell in neue Sachverhalte einarbeiten kannst. Denn du wirst immer wieder auf Probleme und Sachverhalte stoßen, die du nur mit Hilfe intensiver Recherche lösen wirst.

Möchtest du den Beruf des Rechtsberaters bei der Bundeswehr  ausüben, musst du bereit sein, auch an Auslandseinsätzen teilzunehmen. Du bekommst es also auch mit enormen Belastungen zu tun. Zudem solltest du dich besonders gut mit internationalen Recht auskennen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Als Rechtsberater wirst du dich immer nur innerhalb eines bestimmten Themenbereichs aufhalten. Das kann das Arbeits-, Handels- oder Zivilrecht sein. Bei einem Unternehmen, das sich in der Medienbranche aufhält, beansprucht in der Regel einen Rechtsberater, der über tiefes Fachwissen des Medienrechts verfügt.

Bei der Bundeswehr liegt der Schwerpunkt beispielsweise ganz klar auf dem humanitären Völkerrecht. Du hast also die vielfältigsten Möglichkeiten, dich zu spezialisieren. Hast du bereits eine Fachausbildung – trägst also eine Fachanwaltstitel, solltest du gezielt innerhalb deines Fachbereichs deinen Rechtsberater Beruf ausüben. Zwingend notwendig ist dies für die Ausübung des Berufes aber nicht. 

Spezialisierungen
Rechtsberater/in
Fachjargon
Verböserung

Angenommen, du legst hinsichtlich deines Steuerbescheides Einspruch ein und musst letztendlich mehr anstatt, wie von dir erhofft, weniger Zahlen, ist dies eine sogenannte Verböserung. Der Definition nach spricht man immer dann von einer Verböserung, „wenn die Änderung eines Verwaltungsaktes im Widerspruchsverfahren zum Nachteil dessen, der Widerspruch eingelegt hat ausfällt“.

Tauchen

Kurz vor ihrem zweiten Staatsexamen gehen Rechtsreferendare tauchen. Damit ist natürlich nicht ein Ausflug in die Unterwasserwelt gemeint, sondern die letzte intensive Lernphase.

Heilung

Der Begriff der Heilung wird verwendet, wenn ein mangelbehafteter Vertrag aufrechterhalten werden kann. Besonders in Wirtschaftsunternehmen spielt die rechtliche Prüfung von Verträgen im Aufgabenspektrum der Rechtsberater eine übergeordnete Rolle.

Wusstest du schon, dass...
  • der Ausdruck „vollbefriedigend“ in keinem anderen Zusammenhang, als mit dem Jurastudium gebraucht wird und nicht im Duden steht?
  • die erste schriftlich überlieferte Rechtssammlung, der Codex Ur-Nammu, 2100 vor Chr. entstanden ist?
  • das rechtswissenschaftliche Studium in Österreich und in der Schweiz „Jus“ genannt wird? In Deutschland ist die Singularbezeichnung von Jura im Sprachgebrauch selten.
Was man kennen und können sollte
Fachwissen
  • Erfolgreich bestandenes 2. Juristisches Staatsexamen
  • Befriedigender oder vollbefriedigender Abschluss von Vorteil
  • Juristisches Fachwissen
Soft Skills
  • Sehr gute analytische Fähigkeiten
  • Gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
  • Mentale Belastbarkeit
  • Reisebereitschaft
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder: Beratung Jura / Rechtswissenschaften
Rechtsberater als Beruf - Infos zur Arbeit im Rechtswesen

Beruf als
Rechtsberater/in

Fachberater Recht, Volljurist, Justizist, Mitarbeiter juristische Beratung, Unternehmensjurist Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2400 €
Männer/Frauen-Relation 6/4
Bewerber pro Stelle: 500 Bewerber
Spitzenverdiener 10500 €