Beruf als Physiker - Arbeiten in der Physik

Dimension, Lichtgeschwindigkeit, Gravitationskraft? Wenn andere sich fragend umschauen, kannst du nur müde lächeln und hast alle Definitionen gleich parat. Denn du hast als Kind nicht zu viele „Was Ist Was“-Bücher gelesen, sondern hast ein abgeschlossenes Studium im Fachbereich Physik. Damit hast du nicht nur ein mathematisches Grundverständnis, sondern erfasst auch die Welt in ihrem ursprünglichen Sinne. Was für den Einen Luft, Licht und Wärme sind, bedeutet für dich hydrostatischer Druck, elektromagnetische Welle und thermodynamische Energie. Du nimmst die naturwissenschaftlichen Gegebenheiten nicht einfach nur so hin, sondern analysierst und begreifst sie in ihren Einzelheiten. Da du aber von deinem Weltverständnis allein, weder Rechnungen noch Miete zahlen kannst, wäre es wahrscheinlich nicht uninteressant zu erfahren, welche Berufe du als Physiker ergreifen kannst. Einen vorgeschriebenen Karriereweg hast du nach deinem Physikstudium nicht. Das wirkt sich jedoch nicht auf deine Jobchance aus, sondern bedeutet lediglich, dass es unterschiedliche Branchen gibt, die auf deine Tätigkeit angewiesen sind. Denn besonders in Zeiten des Fortschritts hast du als Physiker die freie Wahl.       

Arbeitsalltag und Aufgaben als Physiker

Arbeitsalltag als Physikerin Physiker/in werden

Wuschelige Haare, verwirrter Blick und weißer Kittel? So sieht ein Physiker schon lange nicht mehr aus. Genauso wie sich die äußere Erscheinung eines Physikers gewandelt hat, sind auch die beruflichen Perspektiven nicht mehr dieselben. Es gibt nicht DEN Werdegang nach einem erfolgreichen Studium. Viel eher gibt es verschiedenen Branchen sowie unterschiedliche Bereiche, in denen du deinen Physiker Beruf finden kannst. Wenn du beispielsweise durch Versuchsreihen oder auch deine Bachelorarbeit einen Bereich ausgewählt hast, der dich Tag und Nacht beschäftigt, solltest du dich auch in diese Richtung spezialisieren.

In dem Physikerberuf wirst du schon zu Beginn mit verantwortungsvollen und eigenständigen Arbeiten konfrontiert. Ganz oben auf deiner Liste steht die Zielsetzung deines Unternehmens, die du realisieren sollst. Im Klartext bedeutet das, dass du dir Experimente und Konzepte überlegen musst, wie dieses Ziel am besten zu erreichen ist. Dabei kommt es auch mal vor, dass du die Anlagen, die du benötigst, selber bauen musst. Daten analysieren, Proben entnehmen und Funktionsweise optimieren machst du schon fast ohne hinzuschauen, wobei du natürlich die Sicherheitsmaßnahmen immer im Blick behältst.

Du darfst aber nicht allzu enttäuscht sein, wenn deine Versuche nicht nach Plan verlaufen. Diese Herausforderung begegnet dir täglich und sorgt dafür, dass du dich nicht langweilst. Denn die Fehler, die sich hin und wieder einschleichen, warten nur darauf, von dir entdeckt zu werden. Deswegen solltest du als Physiker im Beruf Kreativität nicht unterschätzen. Gemeint sind jetzt allerdings keine bunten Farben oder witzige Formeln, sondern ein Talent zum Umdenken. Wenn dein Konzept nicht einwandfrei funktioniert, folgt die Fehlersuche, die auch mal von deinem Einfallsreichtum abhängen kann. Wenn also Problemlösungsansätze scheitern, soll das kein Grund für Frustration sein, sondern dient dir eher als Ansporn.  

Dass du daran verzweifelst, ist jedoch selten der Fall. Meistens bist du von einem Team umgeben, das dir bei Schwierigkeiten zur Seite steht und auch mal einen Tipp liefern kann, wo der Denkfehler stecken könnte.

Davor, dass du dich von der Außenwelt abschottest, brauchst du dich nicht fürchten. Im Gegenteil kommt es auch vor, dass du deine Arbeit auf Kongressen präsentieren musst. Ob Vortrag oder fachspezifisches Poster – für eine Diskussion über dein Forschungsgebiet musst du immer gewappnet sein, wobei eine schlüssige Argumentation nicht fehlen darf. Du musst die logischen Zusammenhänge also nicht nur verstehen, sondern auch vermitteln können.

Nicht nur in der Forschung, sondern auch in der freien Wirtschaft gehört konzipieren, planen und realisieren zu deinen Aufgabenbereichen. Dabei versteckst du dich nicht nur hinter Computer und Büchern, sondern musst viel mit Kunden und Partnern zusammenarbeiten. Ob Unternehmensberater oder Patentanwalt – die Kundenberatung ist nicht nur eine Nebenerscheinung. Je nachdem in welcher Branche du als Physiker Halt findest, musst du nicht nur strukturiertes Denken an den Tag legen, sondern auch kommunikative Fähigkeiten mitbringen.              

Voraussetzungen für den Beruf Physiker

Was schon in deinem Studium nicht wegzudenken war, wirst du auch in dem Beruf als Physiker wiederfinden. An erster Stelle steht bei dir als Physiker das Durchhaltevermögen. Nachdem du in den ersten Semestern die Mathevorlesungen überstanden hast, können dich alle anderen Themen nicht mehr aus der Bahn bringen. Du bist es gewohnt, stundenlang an Aufgaben zu sitzen und eine längere Beschäftigung mit demselben Thema macht dir auch nichts aus. Das kann dir in deinem Berufsleben nur zugutekommen.  

Eine weitere Eigenschaft, die dir im Physiker Beruf nicht fehlen darf, ist analytisches Denken. Probleme richtig angehen, über Lösungen nachdenken und das Wichtigste nicht aus den Augen verlieren, zeichnet dich als Physiker aus. Du wertest Ergebnisse aus und dokumentierst zum Beispiele Fort- oder Rückschritte. Dieses Vorgehen sollte für dich jedoch keine Herausforderung darstellen, weil auch dein Studium aus Versuchsauswertungen und Berichten bestand.  

Was du ebenfalls im Physiker Beruf nicht unterschätzen darfst, sind grundlegende Eigenschaften, die auch in anderen Berufen eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören die Beherrschung der englischen Sprache und IT-Kenntnisse. Da du in deinen Vorlesungen nicht nur auf Zahlen und Buchstaben konzentrieren musstest, sondern auch etliche Fachbegriffe auf Englisch waren, müsstest du schon fast automatisch auf Englisch denken, wenn es um physikalische Vorfälle geht. Das wäre eine Voraussetzung, die sich schon durch dein Studium erfüllen sollte. In den Aufgabenbereich eines Physikers fallen, abgesehen von der herkömmlichen Word- und Excel- Nutzung auch weiterführende technische Fähigkeiten. Je nach dem für welche Fachrichtung du dich entscheidest, könnten auch Programmierungen an der Tagesordnung stehen. Dann dürftest du dich nicht wundern, wenn du mithilfe von C keine Formel für elektrische Kapazität aufstellen musst, sondern ein Betriebssystem programmieren sollst. Das ist dir wahrscheinlich auch gar nicht so neu, wenn du Informatik beispielsweise als Nebenfach gewählt hast.                  

Spezialisierungsmöglichkeiten

Wie dir bestimmt schon aufgefallen ist, hast du bei den Berufen als Physiker eine große Auswahl. Spezialisieren musst du dich in dem Sinne, dass du herausfindest, welche Bereiche dir besonders liegen und danach deine Studienfächer wählst oder deinen Master in dieser Fachrichtung absolvierst. Übrigens sind Master und Promotion für eine Karriere als Physiker empfehlenswert und eröffnen dir weitere Möglichkeiten. Entscheiden kannst du beispielsweise zwischen Forschung und Wirtschaft. Wenn der wissenschaftliche Aspekt dir mehr liegt, wirst du wahrscheinlich vieles aus der Uni her kennen. Siehst du dich aber als Unternehmensberater, wirst du dich zum Beispiel im Bereich BWL weiterbilden müssen.      

Spezialisierungen
Physiker/in
Fachjargon
Kondensator

Ein Kondensator ist Bestandteil der Elektrotechnik. Unterschieden wird zwischen Kugel-, Zylinder und Plattenkondensator. Diese haben zwar verschiedene Formen, aber die Gemeinsamkeit, dass sie elektronische Leiter sind. Die Funktion eines Kondensators ist es, Energie zu speichern.

Elektromagnetische Welle

Elektromagnetische Wellen finden sich überall in unserem Alltag. Ob Mikrowelle, Radio oder auch schlicht und einfach Licht. Dabei werden elektrische und magnetische Felder systematisch umgewandelt.

Spektroskopie

Spektroskopie ist eine Untersuchungsmethode, die die Bandbreite einer Probe analysiert. Häufig möchte man damit die Beziehung von Substanz und ihrer Bestandteile untersuchen, auch in Bezug auf die Qualität. Als Physiker stehen dir unterschiedliche Spektroskopiemethoden zur Verfügung.

Wusstest du schon, dass...
  • Albert Einstein erst mit drei Jahren sprechen lernte?
  • Anders Celsius, der 1742 die Temperaturskala erfand, diese erst andersrum angelegt hat, weil in seiner Vorstellung Wasser bei 0° den Siedepunkt erreicht und bei 100° gefriert? Zwei Jahre später wurde das allerdings in die Maßstäbe geändert, wie wir sie heute kennen.
  • es Rennwagen auch in der Elektrovariante gibt? Den Rekord für das schnellste Elektroauto liegt bei knapp 330 km/h und wird von Lola-Drayson B12/69 EV, das keine 1000 kg wiegt.
Was man kennen und können sollte
Programme
  • Word
  • Excel
  • Power Point
  • LabTech
Sprachen
  • Englisch
Verwandte Berufsfelder:
Physiker als Beruf - Infos zur Arbeit in der Physik

Beruf als
Physiker/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Bis 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2750-3100 €
Männer/Frauen-Relation 8/2
Bewerber pro Stelle: 2 Bewerber
Spitzenverdiener 7800 €