Karriere und Weiterbildung als Patentanwalt

Die Konsumenten werden immer anspruchsvoller und unsere Trends immer kurzlebiger. Aus genau diesem Grund sind Innovationen so wichtig. Viel wichtiger sind sie aber für den Industriestandort Deutschland, denn hier gilt es den Wettbewerbsvorteil zu sichern. Für deine Zukunft als Patentanwalt bedeutet das vor allem eins: Rosige Aussichten und sichere Arbeitsmöglichkeiten. Denn diese Innovationen möchten systematisch abgesichert werden. Selbst die Wirtschaftskrise hat die Unternehmen nicht davon abgehalten, ihre immateriellen Werte zu schützen. 

Als Patentanwalt sicherst du geistiges Eigentum und steigerst damit automatisch einen Unternehmenswert. Da zudem auch ausländische Wettbewerber auf den europäischen Markt drängen, steigt hier zusätzlich die Nachfrage nach Dienstleistern auf dem Gebiet des gewerblichen Rechtsschutzes. Aber nicht nur die Nachfrage nach der Beraterfunktion ist ein Argument, welches für eine Karriere als Patentanwalt spricht, sondern auch die zunehmende Anzahl von Patentstreitigkeiten. Hier sind besonders die Smartphone-Hersteller eines der besten Beispiele für Nachahmung zwischen Wettbewerbern. Für Ingenieure oder Naturwissenschaftler bieten sich also hervorragende Zukunftsperspektiven in diesem Berufszweig. 

Karrierepfad als Patentanwalt/-anwältin

Patentanwalt Karriere und Weiterbildung

Patentassessor

Nach erfolgreich abgeschlossener Patentanwaltsausbildung hast du in der Regel drei Möglichkeiten, als Patentanwalt tätig zu werden. Zum einen kannst du eine eigene Kanzlei eröffnen oder in einer größeren Sozietät arbeiten. Diesen Weg für die Karriere als Patentanwalt schlagen viele Absolventen ein. 

Eine weitere Möglichkeit ist es, in einer Rechts- oder Patentabteilung eines Industrieunternehmens tätig zu werden oder aber in einem Unternehmen zu arbeiten und nebenbei als freiberuflicher Patentanwalt zu agieren. In Deutschland sind die Karrierewege der derzeit tätigen Patentanwälte zweigeteilt: Während die eine Hälfte als Patentassessor in einem Wirtschaftsunternehmen angestellt ist, arbeitet die andere Hälfte freiberuflich. Der Vorteil einer Anstellung in einem Unternehmen ist das klassische Angestelltenverhältnis mit sehr guten Gehältern und familienfreundlichen Arbeitszeiten, während die Arbeit in einer Kanzlei dafür langfristig und selbstständig ausgerichtet ist. 

Als Freiberufler arbeitest du für mehrere Mandanten und bist dein eigener Chef. Der besondere Reiz für diese Karriere als Patentanwalt liegt vor allem in den Aktivitäten der Mandanten auf unterschiedlichen technischen Gebieten. So kannst du dich vorrangig mit Verfahrenstechnik und beispielsweise dem Maschinenbau befassen und Mandaten aus unterschiedlichen Branchen betreuen. Deswegen ist es auch ein Weg, den viele Patentanwälte gehen. 

Entscheidest du dich stattdessen für eine Karriere als Patentanwalt in einem Unternehmen, bist du die Schnittstelle zwischen Erfindern und Management, um mit deinem Fachwissen Ideen auf dem Gebiet des Rechtsschutzes auch umzusetzen. Dein Aufgabengebiet ist dabei ähnlich vielseitig wie bei einem freiberuflichen Patentanwalt, allerdings mit dem Unterschied, dass du nicht viele verschiedene Mandanten hast, die du berätst, sondern ein einziges Unternehmen und nur ein Marktsegment. Hast du ein Unternehmen deiner Wahl gefunden und möchtest du eben genau für dieses Unternehmen und seine Werte und Ziele arbeiten, ist auch dies eine solide Möglichkeit, als Patentanwalt Karriere zu machen. 

European Patent Attorney

Am Ende deiner Ausbildung zum Patentanwalt kannst du dich entscheiden, ob du als Patentanwalt nur vor dem deutschen Patent- und Markenamt zugelassen werden möchtest, oder auch vor dem Europäischen Patentamt. Die meisten Absolventen streben für ihre Karriere als Patentanwalt beide Abschlüsse an. Als European Patent Attorney unterstützt du deine Mandanten bei der weltweiten Erlangung, Durchsetzung und Lizenzierung ihrer Schutzrechte und bist dabei zugelassener Vertreter vor dem Europäischen Patentamt. Um European Patent Attorney zu werden, musst du eine Prüfung ablegen.

 Qualifizierungslehrgänge

Um dich ständig weiterzubilden oder auf dem Laufenden zu bleiben, ist für deine Karriere als Patentanwalt zudem von Vorteil, an Qualifizierungslehrgängen teilzunehmen. Je nachdem in welchem Bereich zu tätig bist, gibt es in dieser Hinsicht viele verschiedene Angebote. Sie reichen von Wettbewerbsrecht und Urheberrecht über Europarecht bis hin zu Patentdatenbanken, Gesprächsführung sowie EDV-Anwendungen und Finanz- und Rechnungswesen. 

Autor: Marina Paar

Beruf als
Patentanwalt/-anwältin