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Beruf als Orthopäde - Arbeiten in der Medizin

Und da ist es passiert: Beim Joggen bist du einmal blöd aufgetreten und hast dir den Knöchel verknackst. Wohin jetzt mit dem schmerzenden Gelenk? Zum Orthopäden natürlich! Dieser Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, wie die Berufsbezeichnung eigentlich lautet, ist Experte für alles, was mit dem menschlichen Bewegungsapparat zu tun hat. Er kümmert sich also nicht nur um Knochenbrüche oder –fehlstellungen, sondern heilt auch Bänderrisse, Sehnenverletzungen und Bandscheibenvorfälle. Nach deiner Facharztausbildung kannst du dir aussuchen, ob es dich eher in den OP zieht, wo du als Unfallchirurg das Skalpell schwingst oder ob du deinen Patienten lieber durch manuelle Therapien helfen möchtest. Klingt interessant? Wir haben die wichtigsten Infos über den Beruf als Orthopäde gesammelt. 

Arbeitsalltag und Aufgaben als Orthopäde

Jobs als Orthopäde Orthopäde/in werden

Wie der Alltag in deinem Beruf als Orthopäde aussieht, hängt davon ab, welchen Arbeitsplatz du dir aussuchst. Entscheidest du dich für einen Job in einem Krankenhaus oder einer Reha-Klinik, bist du verantwortlich dafür, den Patienten, die zu dir kommen, die richtige Diagnose zu stellen und sie entsprechend zu behandeln. Ist eine Operation nötig, bist du als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie auch dafür zuständig. Du arbeitest eng mit einem Team aus Ärzten und Krankenschwestern zusammen – nicht nur am Operationstisch, sondern auch bei den täglichen Röntgenbesprechungen und der Patientenvisite. Bei deinen Arbeitszeiten im Beruf als Orthopäde ist Flexibilität gefragt, denn Nacht- und Wochenenddienste sind im Klinikalltag selbstverständlich. Ebenso wie Überstunden. Wenn kurz vor Schichtende ein Notfall eintrudelt, kannst du als Facharzt ja nicht einfach nach Hause gehen.

Viele Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie entscheiden sich daher nach Ende ihrer Ausbildung für eine eigene Praxis. Hier bist du dein eigener Herr und arbeitest in der Regel werktags mit morgendlichen Sprechstunden, bist aber auch selbst verantwortlich für die Organisation und alle administrativen Aufgaben. Die Verantwortung, die du als niedergelassener Orthopäde trägst, ist mindestens genauso groß wie die deiner Krankenhauskollegen. Die Patienten, die mit angeborenen Fehlbildungen oder langwierigen Sportverletzungen zu dir kommen, verlassen sich ganz auf dein Können, wenn sie dir ihre Knochen, Muskeln und Sehnen anvertrauen. Oft haben sie eine lange Leidensgeschichte hinter sich und werden länger bei dir in Behandlung sein. Du bist also nicht nur von Beruf Orthopäde, sondern auch immer ein Stückchen Seelsorger und Mutmacher für deine vielen Stammpatienten.

Als Orthopäde hast du nie ausgelernt, weil immer neue Techniken und Behandlungsmethoden entwickelt werden. Dementsprechend oft besuchst du Fortbildungen um immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Voraussetzungen für den Beruf Orthopäde

Um von Beruf Orthopäde zu werden, musst du zu allererst ein abgeschlossenes Medizinstudium und deine Approbation als Arzt in der Tasche haben, denn ohne darfst du nicht praktizieren. Die anschließende Facharztausbildung dauert sechs Jahre und erfordert viel Durchhaltevermögen, macht dich aber in jeder Hinsicht fit für den späteren Joballtag als Orthopäde. Als Assistenzarzt wirst du überwiegend in Kliniken eingesetzt, wo du auf verschiedenen Stationen arbeitest. Die ersten zwei Jahre umfassen deine Weiterbildung zum Chirurgen. Davon arbeitest du jeweils ein halbes Jahr in der Notaufnahme und der Intensivmedizin und wechselst danach für ein ganzes Jahr auf die Chirurgie um deine Fähigkeiten mit dem Skalpell zu perfektionieren. Erst danach folgt deine vierjährige Ausbildung zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, die du brauchst, um perfekt ausgerüstet in den Beruf als Orthopäde zu starten. Anschließend kannst du dich sofort in den Joballtag stürzen. Möchtest du deine eigene Praxis eröffnen, solltest du dich vorher bei der zuständigen Zulassungsstelle der Kassenärztlichen Vereinigung um eine sogenannte Kassenzulassung bewerben. Erst wenn du die hast, darfst du in deinem Beruf als Orthopäde gesetzlich versicherte Patienten behandeln.

Hast du deinen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie bestanden, bist du im wahrsten Sinne auf Herz und Nieren geprüft und hast vor allem deine Belastbarkeit und Selbstdisziplin mehrfach unter Beweis gestellt. Beides brauchst du als Orthopäde nämlich unbedingt. Ganz wichtig sind natürlich auch Präzision und eine ruhige Hand – auch nach Stunden darf dir bei einer komplizierten OP kein Fehler unterlaufen oder eine Diagnose falsch gestellt werden. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Als ausgebildeter Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie hast du dir deine Spezialisierung im Medizin Beruf im Grunde schon ausgesucht. Natürlich bleiben dir trotzdem noch einige Wahlmöglichkeiten, was deine berufliche Orientierung angeht. Als erstes solltest du überlegen, wo deine Interessen liegen. Möchtest du lieber zu schonenden Methoden greifen, um zu helfen? Dann bist du im Bereich der konservativen Orthopädie bestens aufgehoben. Hier wird versucht, Probleme mit dem Bewegungsapparat erst einmal über manuelle Therapien und schmerzlindernde Medikamente in den Griff zu bekommen. Oft haben Orthopäden mit einem konservativen Behandlungsschwerpunkt ihre eigene Praxis sowie einen festen Kundenstamm und sind zusätzlich ausgebildet in Akupunktur und Chirotherapie. Dich reizt am Beruf als Orthopäde vor allem das chirurgische Handwerk? Dann kannst du dich natürlich auch darauf spezialisieren. Auf dem OP-Tisch eines Orthopäden landen vor allem Sportunfälle und Patienten mit angeborenen Fehlstellungen. Dein Arbeitsbereich sind überwiegend Krankenhäuser und Rehakliniken, es gibt aber auch viele Orthopädie-Praxen mit chirurgischem Schwerpunkt. Dann operierst du nach deinem eigenen Zeitplan meist in größeren Operationszentren.  

Spezialisierungen
Orthopäde/in
Fachjargon
Arthrose

Arthrosen sind das Krankheitsbild, dem du als Orthopäde in der Praxis besonders häufig begegnen wirst. Bei einer Arthrose handelt es sich, einfach ausgedrückt, um einen Gelenkverschleiß, der zwar besonders häufig in den Kniegelenken auftritt, aber auch alle anderen Körpergelenke betreffen kann. Arthrosen entstehen entweder krankheitsbedingt oder durch Überlastung des Gelenks. Ist eine Arthrose weit fortgeschritten, hilft oftmals nur eine Operation, bei der versucht wird, entzündetes Gewebe zu entfernen und gesundes zu transplantieren, um das Gelenk zu erhalten.

Bandscheibe

Viele Patienten, die deine Hilfe als Orthopäde brauchen, kommen mit starken Rückenschmerzen zu dir. Häufig sind daran die Bandscheiben schuld. Eine Bandscheibe ist die knorpelige Verbindung zwischen zwei Rückenwirbeln und dafür da, Druckbelastungen auszugleichen und Erschütterungen der Wirbelsäule abzufedern. Werden Bandscheiben über einen längeren Zeitraum falsch belastet, kann es zu einem Bandscheibenvorfall kommen, der starke Schmerzen verursacht und entweder durch manuelle Therapie oder durch eine Operation behoben werden kann.

Luxation

Eine Luxation bezeichnet eine Verrenkung, bzw. das Auskugeln eines Gelenks. Die Ursache seiner Luxation kann zB. ein Sturz auf den Arm oder auch angeboren sein. Das ausgekugelte Gelenk kannst du als Orthopäde entweder vorsichtig wieder einrenken oder, falls Sehnen und Nerven verletzt sind, operativ wieder zusammenfügen.

Wusstest du schon, dass...
  • sich die klassische Orthopädie aus den Behandlungsmethoden für Knochentuberkulose-Patienten entwickelte?
  • der Beruf Orthopäde 2005 mit dem des Unfallchirurgen zusammengelegt wurde? Und zwar deshalb, weil sich beide Berufsfelder stark miteinander überschneiden, was die erforderlichen Kompetenzen und den Arbeitsalltag angeht.
  • der Begründer der Orthopädie in Deutschland, Johann Georg Heine, eigentlich gelernter Messerschmied war? Erst durch seine Freundschaft mit dem Sohn eines Chirurgen begann er, sich für Orthopädiemechanik zu interessieren.
Was man kennen und können sollte
Softskills
  • Einfühlungsvermögen
  • Konzentration
  • Präzision
  • Rasche Auffassungsgabe
  • Engagement
  • Gesprächskompetenz
Untersuchungen
  • Deutung von Röntgenbildern
  • Vorbeugung, Erkennung, Behandlung, Nachsorge, Rehabilitation
  • Ultraschall
  • Kernspintomographie
  • Risikoeinschätzung
Autor: Laura Zink
Verwandte Berufsfelder:
Orthopäde/in als Beruf - Aufgaben und Infos

Beruf als
Orthopäde/in

Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie Bevorzugte Studiengänge
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Männer/Frauen-Relation 9/1
Bewerber pro Stelle: 35 Bewerber
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