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Beruf als Neuropsychologe - Arbeiten in der Psychologie

Es vergeht kein Tag im Leben eines Menschen, ohne dass sich irgendetwas in ihm verändert. Was klingt wie das schnulzige Zitat irgendeines Facebookdichters, ist tatsächlich ein neurologischer Fakt. Täglich verändern sich die Verbindungen in unserem Gehirn, und so verändert sich täglich auch unsere Wahrnehmung. Unser Erfahrungswissen wächst beinahe minütlich.

Es gibt allerdings Vorkommnisse im Leben eines Menschen, die das Erfahrungswissen entweder mit einem Schlag oder Schritt für Schritt verschwinden lassen. Tätigkeiten wie morgens aufzustehen, uns anzuziehen und in die Uni oder zur Arbeit zu fahren, erscheinen uns als das Normalste auf der Welt. Aber all diese Tätigkeiten sind daran gebunden, dass das Gehirn intakt ist. Durch einen Hirnschaden können solche selbstverständlichen Dinge völlig außer Kontrolle geraten. Alles, was wir von dieser Welt wahrnehmen, nehmen wir nur dann korrekt wahr, wenn unser Gehirn vollständig intakt ist. Doch leider kann es durch Unfälle, Schlaganfälle oder Hirntumore verletzt werden. Wenn das der Fall ist, kommst du im Beruf als Neuropsychologe ins Spiel. Als solcher sorgst du dafür, dass Menschen mit neurologischen Schäden wieder einen normalen Alltag leben können.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Neuropsychologe

Jobs als Neuropsychologe Neuropsychologe/-psychologin werden

Wie dein Arbeitsalltag im Beruf als Neuropsychologe aussieht, kommt ganz darauf an, in welcher Art von Einrichtung du arbeitest. Als Neuropsychologe hast du nämlich verschiedenste Möglichkeiten. Neben dem ambulanten Bereich stehen dir auch noch die Türen zu Rehakliniken oder zu neurologischen Stationen in Krankenhäusern offen.

Als ambulanter Neuropsychologe arbeitest du vor allem in der Therapie. Hier geht es zwar auch um die Diagnostik einer neurologischen Störung, aber mehr noch darum, Patienten zu behandeln. Im ambulanten Bereich ist dein Beruf als Neuropsychologe durch eine starke Bindung an deine Patienten geprägt, eine Behandlung kann mehrere Jahre dauern. Die Betreuung der Pateinten erfolgt in Rehakliniken oder in einer niedergelassenen Praxis. Wenn du eine eigene Praxis eröffnen und mit den Krankenkassen abrechnen möchtest, benötigst du allerdings die Approbation in einem Richtlinienverfahren.

Gerade in Rehakliniken hast du im Beruf als Neuropsychologe gute Chancen, einen Job zu finden, da momentan gute klinische Neuropsychologen an jeder Ecke fehlen. In einer Rehaklinik übernimmst du im Beruf als Neuropsychologe ähnliche Aufgaben wie in der ambulanten Betreuung von Patienten. Auch hier geht es darum, durch eine spezielle neuropsychologische Diagnostik herauszufinden, wo Defizite und wo (verbleibende) Kompetenzen des Patienten liegen. Darauf aufbauend behandelst du deine Patienten, um ihnen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Die Therapiemethoden, die du einsetzen kannst, sind teilweise computergestützte, übende Verfahren, einen Teil deiner Arbeit machen aber auch therapeutische Gespräche mit deinen Patienten aus.

Die Arbeit im Krankenhaus setzt eine Stufe vorher an. Hier werden die Patienten meist nur wenige Tage behandelt. In der Regel bist du ihr behandelnder Neuropsychologe, wenn sie im Notfall ins Krankenhaus kommen, zum Beispiel bei einem Schlaganfall. Aus den bildgebenden Verfahren sind die neurologischen Ärzte oft nicht in der Lage, das Ausmaß und die Auswirkungen der Verletzungen zu erfassen. Hier ist dann der Neuropsychologe gefragt, um herauszufinden, welche kognitiven Funktionen beispielsweise durch den Verschluss einer Hirnarterie ausgefallen sein könnten. Dein Kernbereich ist die entsprechende Diagnostik

Voraussetzungen für den Beruf Neuropsychologe

Wenn du den Beruf als Neuropsychologe ausüben möchtest, ist die Grundvoraussetzung ein Studium der Psychologie oder Neuropsychologie. Gesundheits- und Rehabilitationspsychologie sowie ähnliche Studiengänge bieten grundsätzlich aber eine ähnlich gute Grundlage für den Beruf als Neuropsychologe. Egal was du studiert hast, musst du, wenn du als Neuropsychologe arbeiten möchtest, eine spezielle Weiterbildung absolvieren. Für diese benötigst du auf jeden Fall einen Master. Wenn du dich später mit einer eigenen Praxis niederlassen möchtest, benötigst du außerdem eine abgeschlossene Ausbildung in einem Richtlinienverfahren (Approbation). Die Weiterbildung zum Klinischen Neuropsychologen, wie deine genaue Berufsbezeichnung lautet, dauert etwa vier Jahre und beinhaltet 400 Theoriestunden sowie eine dreijährige Tätigkeit an einer anerkannten Weiterbildungseinrichtung im Umfang einer Vollzeitstelle. Außerdem gehören 100 Stunden fachbezogene Supervision durch anerkannte Supervisoren mit dazu. Um letztlich dein Zertifikat als anerkannter Klinischer Neuropsychologe in den Händen halten  zu dürfen, musst du zusätzlich noch fünf Fallstudien einreichen und außerdem eine mündliche Prüfung bestehen. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Im Beruf als Neuropsychologe hast du schon ein sehr spezielles Wissen. Trotzdem hast du natürlich die Möglichkeit, dich auf verschiedene Teilbereiche zu spezialisieren. Vielleicht möchtest du lieber in der Forschung als in der Praxis arbeiten – auch hier ist der Bedarf an Neuropsychologen groß, schließlich ist das menschliche Gehirn das Organ, das noch am wenigsten erforscht ist. Wenn du im Bereich der Forschung und Lehre arbeiten möchtest, ist es aber auf jeden Fall zu empfehlen, dass du im Anschluss an deinen Master promovierst. 

Spezialisierungen
Neuropsychologe/-psychologin
Fachjargon
Anosognosie

Eine Lähmung, Sehstörung, Taubheit oder ähnliches einfach nicht wahrzunehmen, kann man sich vermutlich kaum vorstellen. Als Anosognosie bezeichnet eine Erkrankung, bei der man aber genau das tut. Die Patienten erkennen in diesem Fall nicht, dass sie zum Beispiel Lähmungserscheinungen haben. Ihnen ist nicht bewusst, dass sie unter einer neurologischen Störung leiden. Oft tritt die Anosognosie durch einen Schlaganfall auf.

Restitution

Die vollständige Wiederherstellung kognitiver oder emotionaler Funktionen nach deren Verlust durch eine Gehirnschädigung nennt man Restitution. Durch restitutive Therapie kann ein Patient, der sein Sprachvermögen verloren hat, dieses wieder erlangen. Während die Sprachzentren des Menschen normalerweise in der linken Gehirnhälfte liegen, ist es durch eine restitutive Therapie möglich, dass sich in der rechten Hemisphäre ein neues Sprachzentrum bildet.

Amnestische Aphasie

Die amnestische Aphasie ist eine Störung des Sprachzentrums, die sich zum Beispiel durch Wortfindungsstörungen äußern kann. Es ist möglich, dass der Patient dann im einen Augenblick noch weiß, was er sagen möchte, und im nächsten Moment vergisst, wie das Wort, das er meint, artikuliert wird.

Wusstest du schon, dass...
  • es nur sehr wenige niedergelassene Neuropsychologen gibt? Überwiegend arbeiten sie in Krankenhäusern oder Rehazentren.
  • der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache in Deutschland ist?
  • man bisher erst etwa zehn Prozent des menschlichen Gehirns erforscht hat? Wie durch die elektrische Aktivierung mehrerer Millionen Nervenzellen eigentlich genau Bewusstsein entsteht, ist heute noch ein völliges Rätsel.
Was man kennen und können sollte
Diagnostik
  • CT
  • MRT
  • Computerunterstütze Test
Therapie
  • Gesprächstherapie
  • computergestützte Therapie
  • Sprachtherapie
Dieses Berufsprofil ist entstanden mit Unterstützung von

Prof. Dr. Erich Kasten ist klinischer Neuropsychologe und arbeitet als Hochschullehrer am Lehrstuhl für Neuropsychologie der Medical School in Hamburg. Er macht sich vor allem um die Entwicklung von PC-Programmen zur Rehabilitation von Hirnschäden verdient. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen visuelle Wahrnehmungsstörungen, außerdem beschäftigt er sich unter anderem mit Störungen der Körperwahrnehmung und mit nicht-krankhaften Halluzinationen.

Neuropsychologe Erich Kasten
Prof. Dr. Erich Kasten
Autor: Eva Friese
Verwandte Berufsfelder:
Neuropsychologe/-psychologin als Beruf - Aufgaben und Infos

Beruf als
Neuropsychologe/-psychologin

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: bis 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1800 - 3000 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 1 Bewerber
Spitzenverdiener 6000 €