Beruf als Molekularbiologe - Arbeiten in der Biologie

Gentechnik, Klonierung und Mutagenese – die meisten Menschen denken bei solchen Begriffen an Science Fiction-Filme oder dystopische Zukunftswelten. Als Molekularbiologe kannst du sie jedoch eines Besseren belehren, schließlich gibt es in der Tierwelt auch natürliche Klone, die Zucht von Pflanzen ist seit jeher eine gentechnische Veränderung und Mutagenese haben wir oftmals der Sonne zu verdanken. Als Molekularbiologe erforscht du im Labor das Leben und seine Prozesse auf der kleinstmöglichen Ebene. Doch auch im Vertrieb, Marketing oder in der Qualitätssicherung kannst du spannende Aufgaben finden. Was es sonst noch so alles über den Beruf als Molekularbiologe zu wissen gibt, das verraten wir dir hier!

Arbeitsalltag und Aufgaben als Molekularbiologe

Jobs als Molekularbiologe Molekularbiologe/-biologin werden

Welche Gene sind für Hirntumore verantwortlich und wo befinden sie sich? Welche Proteine sind bei Fettleibigkeit häufiger exprimiert? Im Beruf Molekularbiologe beantwortest du grundsätzliche Fragen der Biowissenschaften oder forschst ganz gezielt nach Anwendungsmöglichkeiten für Gentherapien, zellulären Abwehrmechanismen gegenüber Krankheiten oder nützlichen Stoffwechselwegen in Mikroorganismen. Egal, welcher Fragestellung du dich widmest, dein Arbeitsalltag spielt sich meistens im Labor ab.

Als Bachelor unterstützt du die Versuchsreihen, kontrollierst die Laborgeräte und dokumentierst die Ergebnisse, während du die Versuchsdauer im Blick hast und die Laborausstattung vorbereitest. Als Masterabsolvent arbeitest du im Beruf als Molekularbiologe schon an deinen eigenen Projekten, für die du dir zusammen mit dem federführenden Doktor geeignete Versuche überlegst und durchführst. Wahrscheinlich leitest du auch neue Praktikanten oder Studenten an und spannst sie ein. Als Doktor übernimmst du bereits sehr umfangreiche Projekt- und Personalverantwortung: Du koordinierst die Mitarbeiter deines Teams, stellst Wochenpläne auf und bist ständig mit der aktuellen Forschungsliteratur beschäftigt.

Gleichzeitig kooperierst du im Beruf Molekularbiologe mit ausländischen Instituten und Forschern und verfolgst ihre Laborarbeit. Meistens arbeitest du eine lange Zeit mit den gleichen Modellorganismen, etwa Caenorhabditis elegans. Oft genug hast du auch eine Maus in der Hand, entweder Mus musculus oder aber die Computermaus, schließlich musst du deine Arbeitsergebnisse haargenau dokumentieren und auswerten. In regelmäßigen Meetings stellst du dann deine Resultate vor und interpretierst sie, um die weitere Vorgehensweise zu erläutern.

Im Beruf Molekularbiologe stehen dir die medizintechnische, biotechnologische und pharmazeutische Branche offen, genauso wie die Forschung an Hochschulen und Instituten. Allerdings kannst du in der freien Wirtschaft deinen Schwerpunkt von der Forschung auf andere Bereiche verlagern, etwa den Vertrieb oder die Qualitätskontrolle. Außerdem bieten dir die Gesundheitsämter und Behörden Stellen im öffentlichen Dienst. Dort bist du zum Beispiel für die Kontrolle der Gewässer oder der Krankenhaushygiene zuständig und prüfst alles auf Kontaminationen. Hier leistest du zuerst einen zweijährigen Vorbereitungsdienst und kannst anschließend im gehobenen oder höheren Dienst einsteigen, je nachdem, ob du einen Bachelor- oder Masterabschluss hast. 

Voraussetzungen für den Beruf Molekularbiologe

Den Beruf Molekularbiologe kannst du mit unterschiedlichen Studienfächern ergreifen, zum Beispiel Biologie, Molekularbiologe, Biotechnologie und noch einige weitere. Wichtig ist, dass dir die Kurse und Vorlesungen vermittelt haben, welche grundsätzlichen Prozesse des Lebens es gibt und wie sie funktionieren. Das heißt, dass dir die Struktur, Biosynthese, Funktion und Interaktion von DNA, RNA und universellen Proteinen bekannt sein sollte. Vor allem die molekulare Genetik spielt in den meisten Berufen eine wichtige Rolle. Bei Begriffen wie Genexpression, -regulation sowie Epigenetik, Transkription und Translation sollte es bei dir klingeln.

Je höher dein Abschluss ist, umso verantwortungsvoller wird die Position sein, die du später übernehmen kannst. Zwar bietet dir bereits der Bachelor die Möglichkeit, einen Job als technischer Assistent zu bekommen. Gerade in Forschung wird aber der Doktor verlangt. Besonders dann, wenn du später mal Projekt- oder Teamleiter werden möchtest.

Für die Arbeit im Labor ist eine ruhige Hand unumgänglich. Nicht nur, weil du in biotechnologischen Firmen sehr oft mit gentechnisch verändertem Material umgehst, sondern auch, weil sich die Mengen im Mikroliter-Bereich bewegen. Kleinste Differenzen können im Beruf als Molekularbiologe die Ergebnisse später maßgeblich beeinflussen und ganze Versuchsreihen zerstören. Eine saubere Arbeitsweise gewährleistet die Sicherheit der Mitarbeiter, kontaminationsfreie Proben und aussagekräftige Ergebnisse. Darüber hinaus zahlt sich Erfahrung mit der üblichen Laborausstattung wie Blots und SDS-Gelen aus. Praktika in Unternehmen bringen dir Pluspunkte bei der Bewerbung. Das gleiche gilt für Auslandserfahrungen, schließlich handelt es sich bei den Naturwissenschaften um internationale Disziplinen.

Deine Versuchsergebnisse musst du außerdem nicht nur dokumentieren, sondern auch interpretieren und vorstellen. Teamplayer sind im Beruf Molekularbiologe ebenfalls gern gesehen, schließlich muss man sich ständig wegen Laborplätzen und deren Ausstattung absprechen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Vor dem ersten festen Beruf als Molekularbiologe solltest du dir Gedanken darüber machen, was dich im Studium besonders angesprochen hat und was du mit deiner Arbeit erreichen möchtest. Als Zoologe kannst du mit Mäusen, Würmern und Fliegen arbeiten, als Mikrobiologe setzt du dich mit E.Coli- und anderen Bakterien auseinander. Möchtest du Grundlagenforschung betreiben oder Produkte entwickeln, im Beruf als Molekularbiologe gezielt Menschen helfen oder aber das Wissen um unseren Planeten erweitern?

Während du an Universitäten grundlegende Prozesse des Lebens erforscht, setzt die Industrie auf die zielgerichtete Entwicklung von Produkten für den freien Markt. In der Pharmazie entwickelst du biotechnologische Produktionsprozesse für Arzneimittel und Wirkstoffe, als Biotechnologe kannst du aber auch in Brauereien arbeiten oder dich der Vitaminproduktion widmen. Du kannst dich auch nach dem Vertrieb oder der Qualitätssicherung umschauen. Mit einer betriebswirtschaftlichen Weiterbildung kannst du dich um die Vermarktung von Produkten kümmern oder als Vertreter im Außeneinsatz tätig sein. In der Qualitätskontrolle sorgst du dafür, dass die Produktionsprozesse kontaminationsfrei und auf gleichbleibendem Level effizient sind. Wenn du Interesse an der Informatik hast, dann kümmerst du im Beruf Molekularbiologe dich mit BLASTs darum, die Systematik von Gruppen und Ordnungen zu bestätigen. Oder du programmierst Software, mit denen sich ausgelesene Gensequenzen direkt visualisieren lassen.

Fachjargon
Primer-BLAST

Primer-BLAST ist eine frei verfügbare Online-Software des NCBI, mit der sich passende Primer zu PCR-Templates finden lassen. Primer-Design ist wichtig, um bestimmte Samples zu vervielfältigen und in andere Organismen einzuschleusen.

blotten

Bei Blots werden wahlweise Proteine, DNA oder RNA über Gelelektrophorese auf Trägermaterialien transferiert. Das Probenmaterial kann dann optisch sichtbar gemacht werden.

RNAi

RNAi oder RNA Interferenz bezeichnet ein molekularbiologisches Verfahren, um die Aktivität und Expression eines bestimmten Gens zu verhindern. Der eigentlich natürliche Mechanismus wird für die Forschung gezielt genutzt.

Wusstest du schon, dass...
  • der Begriff Molekularbiologie auf den englischen Physiker William Astbury zurückgeht? Er hat den Begriff 1952 definiert.
  • mehr als 1,7 Millionen Spezies bekannt sind? Forscher schätzen jedoch, dass wir vor allem von den Mikroorganismen bisher nur einen Bruchteil kennen und auch in den Tiefen der Ozeane noch viele weitere Arten unentdeckt sind.
  • Herbert Boyer von der University of California 1978 zum ersten Mal E.Coli genutzt hat, um „menschliches“ Insulin zu produzieren?
Was man kennen und können sollte
Fachliche Kenntnisse
  • Molekulare Genetik
  • Biochemie
  • typische Bioinformatik-Tools
  • Gel-Elektrophorese, Blots, PCR
Sprachen
  • sehr gutes Englisch in Wort und Schrift
Soft Skills
  • Organisationstalent
  • Frustrationstoleranz
  • Selbstständigkeit
  • Teamgeist
Verwandte Berufsfelder:
Molekularbiologe als Beruf - Infos zur Arbeit in der Biologie

Beruf als
Molekularbiologe/-biologin

Molekulargenetiker Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: bis 40 Stunden: Entspannt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1800-3830 €
Männer/Frauen-Relation 4/6
Bewerber pro Stelle: 15 Bewerber
Spitzenverdiener 7400 €