Karriere und Weiterbildung als Modedesigner

Als Modedesigner lebst du in der Modemetropole Paris, Mailand oder New York. Dort schickst du Models mit deinen Kleidungsstücken auf den Runway und schlürfst mit den Reichen und Schönen ein Gläschen Champagner. Als du Leonardo DiCaprio gerade deine neusten Designs vorstellen willst, klingelt leider dein Wecker. Es wäre aber auch zu schön gewesen. Die Realität sieht etwas anders aus, denn leider bist du als Neuling in der Modebranche alles andere als ein Schwerverdiener. Auch nach deinem Studium kommst du dir vermutlich so vor, als wärst du in einer Endlosschleife von „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gefangen, denn du jagst von einem Praktikum zum nächsten. Ohne Praktika läuft in der Modebranche gar nichts. Hier schnupperst du in den Berufsalltag, gewinnst Praxiserfahrung und knüpfst erste Kontakte für deine Karriere als Modedesigner.

Leerlauf zwischen Studium und Praktikum oder Vollzeitstelle ist nicht das Ende der Welt. Es kann sogar die Chance zu etwas Großem werden. Denn nichts ist schlimmer als ein Modedesigner, der noch nichts von der Welt gesehen hat. Nutze deshalb jede Pause, um über den Tellerrand zu schauen und gehe ins Ausland, um neue Ideen für deine Mappe und zukünftige Entwürfe zu sammeln. Du musst noch nicht einmal ein Auslandspraktikum machen. Es reicht schon, wenn du ein paar Monate durch die Welt gereist bist und fremde Kulturen erlebt und gesehen hast. Das kommt bei Bewerbungen immer sehr gut an.

Deshalb solltest du bereits während deines Studiums wissen, dass du am Ende keine Festanstellung bekommst, wenn du dich in dein Zimmerchen eingeschlossen hast, um alles zum Thema Design auswendig zu lernen. Gute Noten sind in der Modebranche zweitrangig und meistens ist es auch egal, ob du einen Bachelor- oder Master-Abschluss absolviert hast. Was zählt, ist deine Erfahrung und die Entwürfe in deiner Mappe. Und neuen Ideen und Inspirationen erhält man eben häufig nur, wenn man einen Schritt vor die Tür macht.

Neben Praktikumsstellen ist es in großen Unternehmen sehr üblich, dass man mithilfe von Trainee-Stellen einen Fuß in die Unternehmenstür setzen kann. Hier bekommst du tolle Einblicke in die verschiedenen Bereiche und lernst so alle Zweige der Modeindustrie kennen. Da Trainee-Stellen zu 99% aller Fälle nicht für einen bestimmten Bereich ausgeschrieben sind, kannst du deinen späteren Schwerpunkt in deiner Modedesigner Karriere im Anschluss frei wählen und dich spezialisieren oder eventuell weiterbilden.

Deine Karriere beginnst du in großen Unternehmen meistens als Assistant Designer. In einigen Firmen legt ihr dann zu Beginn eines jeden Kalenderjahres Ziele fest, die du in den nächsten 12 Monaten zu erfüllen hast. Wenn du dies geschafft hast, steigst du jährlich die Karriereleiter hoch. Du kannst danach als Designer durchstarten und bereits eigene Projekte übernehmen. In der nächsten Stufe wirst du zum Designer Teamleader promotet. Hier hast du bereits ein paar Designer, die unter dir arbeiten und denen du Aufgaben erteilst. Als Category Designer leitest du große Teams und hast auch viele administrative Aufgaben oder organisierst Meetings. In der nächsthöheren Stufe, dem Head of Design, hast du nicht mehr wirklich viel mit entwerfen und gestalten zu tun. Du bist eher in der Organisation tätig. Als Design Chef, hast du dann das Ende der Karriereleiter erreicht und verdienst bis zu 8.000 Euro brutto im Monat.

Damit du alle Aufgaben auch gewissenhaft erledigen kannst, besuchst du natürlich Weiterbildungen. Diese Fortbildungen finden entweder intern oder extern statt. In den Schulungen lernst du zum Beispiel, wie man richtig präsentiert oder wie man gut im Team arbeitet. Je nachdem, für welche der folgenden Spezialisierungen du dich entscheidest, wirst du in diesem Bereich natürlich auch geschult, damit du weißt, worauf es ankommt.

Karrierepfad als Modedesigner/in

Modedesigner Karriere und Weiterbildung

Modedesigner in Kidswear, Womenswear oder Menswear

Als Modedesigner im Bereich Kidswear, Womenswear oder Menswear kümmerst du dich um Kleidungsstücke für die jeweilige Zielgruppe. Im Bereich Kidswear kannst du dich total austoben, was bunte Farben, wilde Muster und robustes Material angeht. Die Kleidungsstücke müssen etwas aushalten und die Jeans darf nicht beim ersten Rutschversuch auf dem Spielplatz reißen. In der Womens- und Menswear richtest du dich nach aktuellen Trends und schaust dabei auch mal in anderen Ländern vorbei. Besuche Fashionweeks, spionier auf Modeblogs oder durchforste Modemagazine. Aktualität und ein Gespür für etwas Neues sind hier sehr wichtig. Natürlich solltest du auch hier hochwertige Stoffe benutzen und dem Label entsprechende Designs entwerfen.

Modedesigner in Lifestyle

Wenn du dich für den Bereich Lifestyle entschieden hast, kümmerst du dich nicht nur um die neuste Schuhkollektion oder aktuelle Trends, sondern sorgst auch dafür, dass kreative Konzepte mit langfristigen Strategien entstehen, um so Marke und Mensch zu positionieren. Deine Konzepte und Entwürfe gehen einher mit Emotionen und müssen ein echtes Lebensgefühl beim Kunden erwecken. Das neue Strandkleid verspürt Sommer, Sonne und gute Laune und liegt dank des leichten Stoffes angenehm auf der Haut, auch wenn es mal über die 36 Grad Celsius Marke geht. Es erweckt somit ein Gefühl von Leichtigkeit und ist zugleich zweckmäßig, da es auch im Hochsommer angenehm zu tragen ist. Mit einer Karriere als Modedesigner in Lifestyle kümmerst du dich darum, dass Mode mehr ist als nur ein simples Kleidungstück. Für dich unterstreicht es die Persönlichkeit des Trägers und unterstützt ihren Lebensstil.

Modedesigner in Sportswear

Das Ziel ständig im Auge. Ehrgeizig und unter Zeitdruck. Der Schweiß tropft dir das Gesicht runter. Wir reden nicht von einem Marathonläufer, sondern vom Modedesigner in Sportswear. In diesem Bereich kannst du dich voll und ganz austoben, was das Thema Funktionalität angeht. Was bringt einem der coolste Sport-BH, wenn er nicht hält, was er verspricht. Besonders in Sportkleidung muss man sich wohlfühlen und bewegen können. Wer kennt das nicht, dass einem im Sportunterricht die Buchse kneift oder das T-Shirt so komisch geschnitten ist, dass es einem ständig über den Bauchnabel rutscht. Als Modedesigner achtest du auf die richtigen Schnitte und atmungsaktive Materialien, damit der Sportler am Ende nicht in seiner körpereigenen Sauna gefangen ist.

Modedesigner in Footwear

Läufst du auch lieber in Sneakers dem Zug hinterher, als dir dabei in High-Heels die Beine zu brechen? Gemütliche Puschen sind dir viel lieber als unbequeme Öko-Latschen? Im Bereich Footwear bist du der „God of Shoes“ und designst für jeden Anlass und Zweck das richtige Paar. Wenn du das besonders gut machst, lässt das so manch einer Kundin Tränen in die Augen steigen. Und Schuhe werden immer gekauft: Auch wenn die Hose kneift oder zu locker sitzt, am Fuß nimmt man weder zu noch ab. Du entwirfst Schuhe und gestaltest sie dem Anlass entsprechend. Egal ob es sich um Flip-Flops für die Sommersaison, Boots für den Winter oder High Heels für wilde Tanzabende handelt, als Modedesigner richtest du dich nach aktuellen Trends und gestaltest schicke Treter für den passenden Anlass.

Beruf als
Modedesigner/in