Beruf als Meteorologe - Arbeiten in der Meteorologie

Früher war es der Wetterfrosch mit seiner kleinen Leiter, der aus seinem Glas heraus das Wetter vorhersagen konnte. Die Bauern haben sich an den Vögeln orientiert und kennen noch heute so einige Weisheiten wie „Geht die Sonne feurig auf, so folgen Regen und Wind darauf“. Dein Studium hat dir Rüstzeug mitgegeben, um diesen Thesen entweder wissenschaftlich Paroli zu bieten oder sie zu bestätigen. In jedem Fall bist du im Beruf Meteorologe für viele Menschen unverzichtbar. Fällt der Wochenendausflug ins Wasser? Muss ich mich warm anziehen? Täglich hilfst du den Menschen, sich gegen Wind und Wetter zu wappnen. Du weißt was Graupel bedeutet und kannst erklären, warum uns der Himmel nicht auf den Kopf fallen kann. Sprite ist für dich kein süßes Kaltgetränk, sondern die elektrische Ladung, die sich von Wolken in die Atmosphäre entlädt. Neben einer Beamtenlaufbahn beim Wetterdienst hast du auch die Möglichkeit, Unternehmen in der freien Wirtschaft zu beraten, dich an der Hochschule der Klimaforschung zu widmen oder in Redaktionen Wettermeldungen zu verfassen. 

Spezialisierungen
Meteorologe/ Meteorologin

Arbeitsalltag und Aufgaben als Meteorologe

Jobs als Meteorologe Meteorologe/ Meteorologin werden

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach bekommt täglich 10 bis 20 Millionen Daten von weltweit 11.000 Boden-Radarstationen, 7800 Schiffen, 3000 Flugzeugen, 750 ferngesteuerten Bojen, 1800 Wetterballons und 14 Satelliten zugeschickt. Im Meteorologen Beruf analysierst du daraus mit Hilfe spezieller Software Windstärken und Niederschläge und errechnest die Regenwahrscheinlichkeit oder die voraussichtliche Temperatur der nächsten Tage und Wochen. Anschließend werden die ganzen Daten und deine Analysen deutschlandweit an Redaktionen, Behörden und Einrichtungen wie die Küstenwache oder Flughäfen verteilt.

Nicht für alle Vorhersagen sind die Computer geeignet, und manche deiner Kollegen erstellen Wetterkarten noch per Hand, indem sie die Daten auswerten und auf der Karte skizzieren. Außerdem sind manche Programme für einige deiner Messungen, Berechnungen oder Projekte zu alt oder nicht konzipiert. In diesem Moment sind im Beruf als Meteorologe deine Programmierkenntnisse gefragt, um die Software an deine speziellen Arbeitsbedürfnisse anzupassen.Deine Arbeit im Beruf Meteorologe ist sehr komplex und stets herausfordernd, insbesondere dann, wenn das Wetter stürmischer wird. Orkane, starke Winde und Niederschläge spielen beispielsweise für Schiffsbesatzungen, den Flugverkehr oder Bauunternehmen eine Rolle. Fast im Sekundentakt musst du dann Warnungen herausgeben und die Berechnungen und Prognosen aktualisieren. Natürlich bist du im Beruf als Meteorologe nicht alleine dafür zuständig, sondern übernimmst innerhalb einer Gruppe verantwortungsvolle Aufgaben. Manchmal hast du bis zu vier Bildschirme gleichzeitig im Blick und nebenbei internationale Kollegen an der Telefonstrippe. Auch sonst bist du ein Teamplayer, setzt dich mit einem Geologen für ein Gutachten für ein Bauprojekt zusammen oder programmierst zusammen mit einem Informatiker ein neues Softwarefeature.

Neben der täglichen oder mittelfristigen Wettervorhersage geht es im Beruf Meteorologe auch darum, langjährige Entwicklungen und Tendenzen zu erkennen. Dafür vergleichst du alte mit neuen Daten und versuchst, Prognosen für die nächsten Monate und Jahre aufzustellen. In welche Richtung dreht der Wind? Wie verändern sich die Luftströme und Temperaturen? Häufig bist du auch im Freien, um wiederkehrende Naturerscheinungen zu analysieren und zu dokumentieren. Unter diesen Bereich fallen etwa wiederkehrende Zugvögel oder sonstige Phänomene, bei der sich die Natur auf das Klima einstellt. Genauso dient die Klimaanalyse dazu, Naturkatastrophen vorherzusagen. Dieser Forschungszweig wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Der Deutsche Wetterdienst ist nicht die einzige öffentliche Einrichtung, in der du den Beruf Meteorologe ausüben kannst. So kommen für dich auch Umweltämter auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene, Wasser-und Schifffahrtsämter oder Bundespräsidien infrage. In vielen dieser Ämter kannst du eine Beamtenlaufbahn im Wetterdienst einschlagen. So auch bei der Bundeswehr. Dort analysierst du einsatzrelevante Einflüsse und erstellst ökologische Gutachten für das Heer, die Luftwaffe oder die Marine.

Außerdem kannst du im Beruf Meteorologe ein wichtiger Berater für die Industrie und das Finanzwesen sein, denn bis zu 80 Prozent der Wirtschaft sollen vom Wetter abhängig sein. Das umfasst zum Beispiel Flugzeuge, die wegen Blitzeis oder Vulkanasche nicht starten können, oder Versicherungen, die ihre Beiträge für zunehmende Hagelschäden oder Überschwemmungen anpassen. Auch wenn Banken oder Unternehmen in große Projekte wie Solaranlagen investieren, prüfst du vorher die Anzahl der Sonnenstunden pro Jahr oder die durchschnittliche Windgeschwindigkeit. Diese Tätigkeiten übernimmst du vor allem in Planungsbüros oder als Selbstständiger. Daneben beschäftigen auch große Rundfunkanstalten eigene Meteorologen, die in der Redaktion die Wettervorhersage vorbereiten. Alternativ kannst du als Wissenschaftsjournalist anheuern und Magazine und Sendungen mit Beiträgen füllen.

Voraussetzungen für den Beruf Meteorologe

Die Fülle an gesammelten Daten setzt voraus, dass du im Beruf als Meteorologe sehr ordentlich arbeitest und analytisch denken kannst, schließlich musst du Temperatur und Druck in greifbare Prognosen umwandeln. Dein Studium, egal ob Meteorologie, Physik oder Mathematik, sollte dich auf diesen Teil bereits ausführlich vorbereitet haben. Die Datenfülle setzt immer mehr computerunterstützte Berechnungen voraus. Informatisches Geschick zahlt sich aus, denn du programmierst eigene Modellprogramme, mit denen die Wetterdaten analysiert und gespeichert werden bzw. die eine Prognose und grafische Darstellung ermöglichen. Programmierkenntnisse und logisches Denken sind hier von Vorteil. Auch wenn viele Sachen mittlerweile elektronisch verrechnet werden, solltest du im Beruf als Meteorologe mit den typischen Messinstrumenten umgehen können, vor allem wenn du Feldstudien durchführst oder dich für die Klimaforschung interessierst.

Wenn du im Beruf als Meteorologe eher beratend tätig bist, solltest du sehr kommunikativ sein und dich in kurzer Zeit in andere Branchen hineindenken können. Deine Kunden sind oft Unternehmen, die eine wichtige und langfristige Investition tätigen wollen. Du beurteilst, ob sie sinnvoll eingesetzt ist und sich rentiert, oder eben nicht. Da sich die Projekte dafür stark unterscheiden können, musst du die Sicht der Kunden schnell übernehmen können.

Grundsätzlich kannst du mit einem Bachelor in den Beruf als Meteorologe starten, in der Regel erwartet man von dir jedoch den Masterabschluss, der mittlerweile das alte Diplom ersetzt hat. Praktika in Wetterstationen sind nicht unbedingt vonnöten, allerdings erleichtern sie dir den Berufseinstieg. Das ist nicht unwichtig, denn der Arbeitsmarkt für Meteorologen ist hart umkämpft.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Da die Datenmengen immer weiter steigen, werden computergestützte Verfahren nicht nur immer wichtiger, sondern unerlässlich. Die Software steigt in immer höhere Sphären der Komplexität auf, und die Computermodelle sollen zuverlässige Prognosen zulassen. So kannst du dich im Beruf Meteorologe entweder auf den Input spezialisieren, also wie die Daten verarbeitet werden. Oder aber du konzentrierst dich auf den Output und programmierst Algorithmen, Modelle und Geoinformationssysteme, die Berechnungen wiedergeben und Prognosen ermöglichen.Daneben werden für viele weitere Sparten spezialisierte Fachleute gebraucht. So gibt es für den Flugverkehr eigene Institute, die das Flugwetter überwachen und Piloten, Sportflieger und Ballonfahrer mit aktuellen Wertinformationen versorgen. Andere Institute konzentrieren sich auf Ozeane, auch der Wetterdienst informiert Bootsbesatzungen, Reedereien, Lotsenstationen und die Wasserschutzpolizei über die Wetterlage. Im Studium hast du sicherlich schon erste Schwerpunkte gesetzt. Diese kannst du als Meteorologe im Beruf weiter verfolgen.

Wenn du lieber entspannt an deine Aufgaben gehen möchtest, dann kannst du im Beruf als Meteorologe deinen Schwerpunkt auf Gutachten legen. Du analysierst dazu die Wetterdaten einer bestimmten Region oder eines Grundstücks und prüfst beispielsweise für Unternehmen, ob sich der Bau von bestimmten Anlagen lohnt. Gutachten entstehen aber auch für Behörden, Einrichtungen oder Verbände, die sich in Zeiten des Klimawandels auf steigende Pegel, Überschwemmungen oder Dürren einstellen müssen.

Da die Themen Klimawandel und Klima im Allgemeinen immer komplexer werden, ist auch eine seriöse Berichterstattung von Nöten. So findest du als Wissenschaftsjournalist Arbeit in überregionalen Redaktionen, Online-Redaktionen, Wissenssendungen und Fachmagazinen. Interdisziplinäre Studieninhalte machen sich natürlich gut, wenn du im Beruf als Meteorologe über den Tellerrand schauen möchtest und auch Beiträge anderer naturwissenschaftlicher Bereiche bearbeitest.

Außerdem kannst du eine akademische Laufbahn ins Auge fassen. An einigen deutschen Hochschulen und Instituten bietet sich dir die Möglichkeit, an der weltweiten Klima- und Umweltforschung mitzuwirken. Nach deinem Master kannst du dort an groß angelegten, internationalen Projekten mitforschen. An der Uni bist du dann auch in der Lehre tätig und gibst dein Wissen an die Studenten weiter.

Spezialisierungen
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Fachjargon
Stratus

Mit dem Begriff Stratus bezeichnet man eine niedere Schichtwolke, die auch als Höhen- oder Hochnebel bekannt ist. Der Stratus ist völlig strukturlos und besteht aus feinen Wassertröpfchen. Meistens sorgt der Stratus für Nieselregen.

Exosphäre

Die Exosphäre bezeichnet die äußere Schicht der Atmosphäre – den Teil, der etwa zwischen 400 und 10.000 Kilometern von der Erde entfernt ist. Der Übergang vom Thermalraum in die Exosphäre ist genauso fließend wie der in den interplanetaren Raum. Die Exosphäre ist übrigens die einzige Schicht, aus der Gasmoleküle mit ihrer eigenen Geschwindigkeit der Erdgravitation entkommen trotzen können.

Aerosol

Der Begriff bezeichnet ein Gemisch, besser gesagt eine Dispersion, aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen und Gas. Damit sind alltägliche Dinge wie Regen oder Staub gemeint, genauso wie Zigarettenqualm in der Luft.

Wusstest du schon, dass...
  • in den Alpen 1944 so viel Schnee gefallen ist wie noch nie zuvor dort? Die Schneedecke war über acht Meter dick.
  • der Deutsche Wetterdienst (DWD) 1954 gegründet wurde? Er schloss sich aus verschiedenen Wetterstationen der damaligen westdeutschen Besatzungszonen zusammen.
  • in Arica, Chile, die weltweit längste Trockenperiode stattfand? Sie dauerte 173 Monate: von Oktober 1903 bis Januar 1918.
Was man kennen und können sollte
Fachliche Kenntnisse
  • Grundkenntnisse der Naturwissenschaften
  • Mathematik (Lineare Algebra, Differenzial-, Integralrechnung)
IT-Kenntnisse
  • Programmiersprachen (Fortran, C, C++, Basic, …)
  • IDL, Matlab, Mapple
  • GnuPlot, FERRET, Grads
Außerfachliche Kompetenzen
  • Englisch (Wort & Schrift)
  • Weitere Fremdsprachen von Vorteil
  • Eigenständigkeit
  • Teamfähigkeit
Verwandte Berufsfelder:
Beruf als Meteorologe - Infos zur Arbeit in der Meteorologie

Beruf als
Meteorologe/ Meteorologin

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 38-40: Entspannt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1900-3500 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 6 Bewerber
Spitzenverdiener 5670 €