Beruf als Medizinphysiker - Arbeiten in der Medizinphysik

Deine Entscheidung Medizinphysiker zu werden, eröffnet dir ein breites Betätigungsfeld, indem du bei der Lösung medizinischer Probleme mitarbeiten darfst. Du verstehst dich nicht nur auf Technik, sondern kannst auch bei medizinischen Belangen mitreden. Du sorgst mit deinem physikalischen Wissen dafür, dass Schmerzen gelindert oder Krankheiten mit dieser gesicherten Qualität geheilt werden. Genauso wie Physiker mit anderen Spezialisierungen, bist du im Umgang mit messtechnischen Apparaturen geübt und bist für die konstante Qualität der Medizintechnik verantwortlich. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass die Technik, mit der du hantierst, nicht nur unseren Alltag erleichtert, sondern das fördert, was man mit Geld nicht kaufen kann: unsere Gesundheit.   

 

     

Spezialisierungen
Medizinphysiker/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Medizinphysiker

Stellen als Medizinphysiker Medizinphysiker/in werden

In deinem Studium erlangst du zwar in erster Linie mathematische und physikalische Fähigkeiten, kannst dir aber je nach Studienausrichtung auch in Sachen Medizin Wissen aneignen. Das wird in deinem Beruf als Medizinphysiker nicht anders sein. Mit Zahlen und Daten beschäftigst du dich auch in deinem Berufsalltag, wenn du beispielsweise für die Qualitätssicherung in der Strahlentherapie sorgst und verschiedene Messwerte kontrollierst. Ergebnisse auswerten und beurteilen, welche Relevanz die Werte beispielsweise für deine Forschung haben, wirst du wahrscheinlich nicht nur alle Jubeljahre machen müssen.

Du brauchst jedoch nicht nur ein sicheres Auftreten im Umgang mit Daten, sondern auch mit Patienten. Denn die Behandlung in der Strahlentherapie erfordert gesetzlich, dass ein Medizinphysiker anwesend ist, der den Vorgang überwacht und für alle Fragen zum Thema Strahlenschutz zur Verfügung steht. Dass du dabei deinen Bestrahlungsplan am Patienten umsetzt, sollte dich nicht erschrecken. In der Industrie hingegen fungierst du eher als Ansprechpartner für Kunden und machst komplizierte Zusammenhänge deutlich.

In dem Beruf des Medizinphysikers unterscheidet sich dein Aufgabenbereich in jeder Branche. Ein mögliches Berufsfeld ist die Forschung, in der du tätig sein kannst. Auch dort überlegst du dir Konzepte oder überprüfst neuartige Verfahren durch Experimente. An Universitäten oder Forschungseinrichtungen kannst du an neuen Projekten zum Thema Tumortherapie oder an diagnostischen Verfahren mitarbeiten. Du betreibst Datenanalyse und wertest Proben aus, um so beispielsweise biologische Wirksamkeit zu bestimmen.

Eine andere Stelle als Medizinphysiker findest du beispielsweise in der Industrie. Dort entwickelst oder optimierst du technische Apparate für den medizinischen Gebrauch. Ob Chirurgie-Roboter oder Lasersysteme - du bist für die medizinischen Fortschritte verantwortlich und arbeitest an den Entwürfen mit, bei denen die Marktanalyse auch mal eine zentrale Rolle spielen kann.

Ein anderer Berufszweig, der dir einen Job als Medizinphysiker verschaffen kann, ist die Dienstleistungsbranche. Im Krankenhaus bist du für die Einführung und Qualitätssicherung der technischen Systeme verantwortlich, die in zeitlich festgelegten Abständen erfolgen muss. Diese werden nach der DIN-Norm oder der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) geregelt. Auch gehören Personalanweisungen zu deinem Arbeitsbereich. Wenn du nicht gerade mit Mitarbeitern kommunizierst, entscheidest du bei der Anschaffung neuer medizinischer Geräte mit, die deiner Qualitätskontrolle unterstehen. Wie zum Beispiel der Linearbeschleuniger, den du auf Herz und Nieren untersuchst. Dabei achtest du auf Dosis, Toleranz und den einwandfreien Betrieb. Erst wenn alles den Vorgaben entspricht, darf die Behandlung des Patienten beginnen.  

Du merkst, dass der Beruf des Medizinphysikers vielseitig ist und dementsprechend deine Aufgabenbereiche von deiner Spezialisierung abhängen. Klar ist jedoch, dass analytisches Denken und die Übernahme von Verantwortung in deinem Berufsalltag in Großbuchstaben leuchten. Wenn du beispielsweise den Plan der Behandlung und Bestrahlung für den Patienten konzipierst und elektronisch hinterlegst, darf dir natürlich unter keinen Umständen ein Zahlensalat passieren. Deshalb kontrollierst du diese Eingaben mehrfach. Auch wenn du dabei die Unterstützung eines Expertenteams hast, ist selbstständiges Arbeiten nicht wegzudenken. Besonders als Anfänger unterstehst du einem Abteilungsleiter, der dich arbeitstechnisch an die Hand nimmt – zumindest für die erste Zeit.   

Voraussetzungen für den Beruf Medizinphysiker

Als Medizinphysiker wirst du momentan aufgrund von Fachkräftemangel als heiße Ware auf dem Arbeitsmarkt gehandelt. Besonders wenn du es auf den Titel Medizinphysik-Experte abgesehen hast, den du dir durch eine Weiterbildung aneignen kannst. Dabei gibt es gesetzliche Regelungen, die die Anzahl der Medizinphysik-Experten in Kliniken vorschreiben. Um das zu garantieren, kannst du bereits mit einem Bachelor deine Karriere starten, was jedoch nicht immer zu empfehlen ist. Denn der Masterabschluss wird immer noch favorisiert. Durch dein praxisbezogenes Medizinphysik Studium, sammelst du Erfahrungen, die dir im späteren Berufsleben zu Gute kommen werden. Falls du dennoch Orientierungshilfe benötigst, sind betriebliche Praktika immer eine gute Idee.   

Für den Beruf als Medizinphysiker musst du nicht nur eine Bandbreite an vielseitigem Wissen haben, sondern es auch flexibel anwenden können. Während in großen Krankenhäusern genug Mitarbeiter beschäftigt sind und du auch mal nur für eine Therapieform verantwortlich bist, wirst du in kleinere Praxen zum Multitalent und bedienst dort das ganze Spektrum strahlentherapeutischer Anwendungen.

Als Medizinphysiker hast du dich zwar auf technische Geräte, Messwerte und Stoffe spezialisiert, doch Berührungsängste solltest du trotzdem nicht haben. Besonders bei der Behandlung von Tumoren solltest du nicht davor zurückschrecken, wenn du zur Abwechslung mal nicht am PC arbeitest, sondern mit dem Schicksal des Patienten konfrontierst wirst.  

Auch wenn du als Naturwissenschaftler deine Zeit lieber mit Ionen und Neutronen verbringst, solltest du deine kommunikativen Fähigkeiten nicht vernachlässigen. Diese Eigenschaft ist nicht nur für den Umgang mit Patienten und Kunden wichtig, sondern auch für dein eigenes Arbeitsteam. Als Medizinphysiker bist du nur selten ganz auf dich allein gestellt. Oft umgibt dich ein Expertenteam, mit dem du über Probleme, Patientenfälle und Bestrahlungstechniken diskutieren kannst. Dabei solltest du natürlich auch Teamfähigkeit beweisen. Ganz so harmonisch muss es nicht immer zu gehen, denn gerade wenn du mit Spezialisten aus anderen naturwissenschaftlichen Feldern zusammenarbeitest, wirst du nicht nur auf Meinungsgleichheit stoßen. Doch die Kopf-durch-die-Wand-Methode lässt du lieber zu Hause und nimmst stattdessen eine Portion Toleranz mit zur Arbeit.   

Spezialisierungsmöglichkeiten

Mit der Medizinphysik hast du dich zwar auf einen bestimmten Teil der Physik spezialisiert, was jedoch nicht bedeutet, dass du damit einer vorgeschrieben Laufbahn folgen musst. Auch als Medizinphysiker musst du dich für ein Fachgebiet und eine Branche entscheiden. Teletherapie, Brachytherapie, Röntgendiagnostik oder Nuklearmedizin – du hast eine Fülle an Möglichkeiten. Wenn du dich auf die Strahlentherapie konzentrierst, musst du beispielsweise Bestrahlungstechniken, wie IMRT (Intensitäts Modulierte RadioTherapie) oder VMAT (Volumetric Intensity Modulated Arc Therapy) anwenden können. Optimal wäre es, wenn du schon während des Studiums feststellst, wo du am liebsten tätig sein möchtest. Anschließend kannst du auch entscheiden, ob du lieber in der Forschung, Industrie, Dienstleistung oder Lehre medizinische Wunder vollbringen möchtest. 
Spezialisierungen
Medizinphysiker/in
Fachjargon
Dosisverteilungsoptimierung, Dosisvolumenhistogramm (DVH)

Der Begriff Dosimetrie bezeichnet die technischen Apparaturen zur Messung von Strahlungen unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes. Damit möchte man auf der einen Seite Messverfahren optimieren und auf der anderen Seite verschiedene Faktoren auf ihre Genauigkeit prüfen.

Szintigrafie

Die Szintigrafie gehört in die Nuklearmedizin und ist ein Verfahren, in dem radioaktive Substanzen in den Körper eingesetzt werden und sich um das zu untersuchende Gebiet anreichern. Mithilfe einer speziellen Kamera werden die Werte gemessen und in Bild form sichtbar gemacht. Das Ziel der Szintigrafie ist die Optimierung der Behandlungsmethode.

Deterministische Strahlenwirkung

Bei einer ionisierten Strahlung kann es zu Organschäden kommen. Um die Schäden so minimal, wie möglich zu halten gibt es eine festgelegte Schwellendosis, ab wann es erst zu einer Beeinträchtigung kommen kann. Unterschieden wird zwischen deterministischer und stochastischer Strahlenwirkung, bei der es keinen Schwellenwert gibt.

Wusstest du schon, dass...
  • eines der ersten Röntgengeräte aus dem Jahr 1896 eine Strahlenbelastung hatte, die 1500 Mal höher war, als die heutige?
  • der erste chirurgische Roboter 1993 seine Zulassung in den USA erhielt? Sieben Jahre später durfte der Chirurgie-Roboter Da Vinci bereits eigenständig eine OP durchführen.
  • Marie Curies Tochter, Irène Joliot-Curie ebenfalls mit ihrem Mann einen Nobelpreis in Chemie bekommen hat? Sie haben gemeinsam die künstliche Radioaktivität entdeckt.
Was man kennen und können sollte
Programme
  • Word
  • PowerPoint
  • Excel
Sprachen
  • Englisch
  • Latein
Verwandte Berufsfelder:
Medizinphysiker als Beruf - Infos zur Arbeit in der Medizinphysik

Beruf als
Medizinphysiker/in

Medizinphysik-Experte, Medizinischer Physiker, Physiker für medizinische Physik, Klinischer Physiker Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Bis 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 3200-5000 €
Männer/Frauen-Relation 6/4
Bewerber pro Stelle: 4 Bewerber
Spitzenverdiener 8500 €