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Beruf als Maskenbildner - Arbeiten in den Medien

Der Vorhang geht auf, Macbeth, Akt I: Drei Hexen inmitten eines tosenden Gewitters. Ihr Haar ist zerzaust und von grünlichem Weiß, die Gesichter sind faltig, die Nasen lang und gebogen. Dem Publikum läuft ein Schauer den Rücken hinunter, zart besaitete Gemüter können kaum hinschauen. Um solch ein schauriges Schauspiel besonders überzeugend zu gestalten, ist der Maskenbildnerberuf notwendig. Aus Phantasien Wirklichkeit zu machen, indem das Aussehen der Darsteller so realistisch oder kreativ wie möglich verändert wird und das Publikum so für wenige Stunden in eine andere Welt eintauchen darf – das sind die großen Ziele in dieser Branche. Im Beruf als Maskenbildner beziehungsweise Maskenbildnerin sorgst du mit Leib und Seele dafür, dass Zuschauer von Bühnen-, Film- oder Fernsehproduktionen sich ganz der Illusion hingeben können. 

Spezialisierungen
Maskenbildner/in
Verwandte Berufe

Arbeitsalltag und Aufgaben als Maskenbildner

Jobs als Maskenbildner Maskenbildner/in werden

Die Vorstellungen vom Maskenbildnerberuf decken sich nur selten mit der Realität. Beispielsweise tun Maskenbildner viele Dinge, die über Schminken und Frisieren hinausgehen. Die Arbeit findet außerdem nicht ausschließlich am Abend der Vorstellung oder direkt vorm Filmen einer Szene hinter den Kulissen statt. In jedem Bühnenstück, jedem Filmspektakel und jeder aufwendigeren Fernsehproduktion steckt oft eine monatelange Vorbereitung. Sobald zum Beispiel eine neue Produktion für eine neue Spielzeit ansteht, wendet sich der Regisseur an die zuständigen Kostümbildner und Chefmaskenbildner. Dieser fertigt dann Figurinen der einzelnen Charaktere an, die sowohl den anderen Kostüm- als auch den Maskenbildnern zeigen, wie der Charakter auf der Bühne, der Leinwand oder dem Bildschirm auszusehen hat. Nun beginnt die große Planung: Wie viele Perücken werden benötigt? Wird Kunstblut fließen? Müssen sonstige Special Effects vorbereitet werden? Anschließend werden die Darsteller in die Maskenbildner-Werkstatt eingeladen, wo du mit deinem Team Gipsabdrücke von ihren Köpfen oder Gesichtern für perfekte sitzende Masken herstellst. Außerdem kann es sein, dass du Skelette, Körperteile oder komplette Leichen-Dummys anfertigen musst. Die Herstellung all dieser Elemente braucht natürlich ihre Zeit, spätestens zum Dreh oder zur Generalprobe müssen sie aber bereitstehen, damit eventuelle Mängel vor der Premiere oder dem ersten Take ausgebessert werden können.

Übst du den Maskenbildnerberuf an einer Staatsoper, am Theater oder beim Musical aus, beginnt mit den Aufführungen der richtig actionreiche Part. Du setzt Perücken auf, schminkst, klebst und tüftelst, bis alle Darsteller so aussehen, wie auf den Figurinen abgebildet. Damit ist der Arbeitstag aber noch lange nicht vorbei, denn zwischen den Szenen müssen bei den einzelnen Darstellern kleine Fehler behoben oder gar die komplette Maskerade gewechselt werden. Damit die Perücken und Masken nach dem Stück keinen Schaden nehmen und wiederverwendet werden können, liegt es auch in deiner Verantwortung, sie fachgerecht aufzubewahren.

Am Theater hast du laut Tarifvertrag zwar eine 38,5-Stunden-Woche, Überstunden sind im Maskenbildnerberuf aber an der Tagesordnung. Zudem kann es sein, dass du an sieben Tagen die Woche Dienst hast. Du hast zwar das Recht auf zwei freie Tage pro Woche, diese können aber auch auf mehrere halbe Tage verteilt werden. Dein ganzer Arbeitsalltag im Maskenbildnerberuf richtet sich nach den Spielzeiten. Da Theatervorstellungen vor allem abends und am Wochenende stattfinden, musst auch du zu diesen Zeiten verfügbar sein.

Bei Film und Fernsehen sieht der Maskenbildnerberuf am Set dann ein wenig anders aus als am Theater, eine Live-Inszenierung erfordert nämlich nochmal eine andere Routine von dir in der Arbeit mit dem Maskenbild als ein szenischer Dreh. Schließlich kann der Regisseur bei Letzterem jederzeit „Cut!“ rufen, wenn etwas nicht stimmt. Natürlich sollen deine Werke trotzdem den ganzen Tag halten, allerdings müssen die Darsteller beispielsweise nicht über mehrere Szenen hinweg ein Blutkissen unter der Kleidung tragen, damit im richtigen Moment der künstliche Lebenssaft fließen kann. Zwischen den einzelnen Szenen und Takes kannst du die Darsteller neu abpudern oder abstehende Haarsträhnen richten – im Theater geht das nicht immer. Während des Drehs wartest du dann am Set auf deinen Einsatz, wodurch hin und wieder ein gewisser Leerlauf entsteht. Hier ist somit wesentlich mehr Geduld gefragt als am Theater.

Bei Dreharbeiten wirst du immer zu den Drehzeiten gebraucht, was früh morgens, mitten am Tag oder in der Nacht sein kann, bei Wind und Wetter, draußen oder im Studio. Sicher ist nur, dass du beim Film mit sehr langen Arbeitstagen rechnen musst. Und es gibt noch einen wesentlichen Unterschied zwischen Theater und Dreharbeiten: Im Theater sind Festanstellungen die Regel, bei Film und Fernsehen hingegen eine Seltenheit. Stattdessen wirst du projektbezogen als freier Mitarbeiter eingestellt. Stellen beim Fernsehen sind zudem ziemlich selten, Maskenbildner werden dort eher bei sehr großen und aufwendigen Produktionen gebraucht. Die Arbeit bei kleineren Produktionen übernehmen dann Visagisten. Deren Tätigkeit unterscheidet sich insofern vom Maskenbildnerberuf, dass sie vor allem dafür eingesetzt werden, Schönheit mittels Make-Up zu unterstreichen. Größere und kompliziertere Veränderungen des Aussehens sind weiterhin Maskenbildnern vorbehalten. 

Voraussetzungen für den Beruf Maskenbildner

Der klassische Weg in den Maskenbildnerberuf ist die duale Ausbildung, die von Theatern oder Opernhäusern angeboten wird. Um diese überhaupt beginnen zu können, sind in der Regel wenigstens Erfahrungen, wenn nicht sogar eine abgeschlossene Kosmetiker- oder Friseurausbildung im vonnöten ist. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Ausbildung an einer Maskenbildnerschule zu absolvieren oder an einer Hochschule oder Theaterakademie zu studieren. Die nötigen Techniken und Fertigkeiten erlernst du in all diesen Ausbildungsformen, das Studium vermittelt dir aber eine zusätzliche theoretische Basis, beispielsweise in Kunstgeschichte und Dramenanalyse.

Alle Ausbildungsformen haben ihre Vor- und Nachteile: Hast du die duale Ausbildung absolviert, konntest du bereits Einblicke ins und Erfahrungen am Theater gewinnen und wirst vielleicht auch direkt übernommen. Wenn du gut bist, stellen aber auch die schulische Ausbildung oder das Bachelor- oder Masterstudium keinen Nachteil für dich dar, schließlich erlernst du auch an der Hochschule alle nötigen Grundlagen und erlangst einen qualifizierten Abschluss. Zusätzliche Praktika und Jobs im Bereich Maske machen sich natürlich trotzdem gut im Lebenslauf. Da die Studiengänge für Maskenbildner noch relativ jung und zudem selten sind, hast du damit bisher aber auch keine Vorteile gegenüber dual oder schulisch ausgebildeten Maskenbildnern.

Im Maskenbildnerberuf arbeitest du in einem festen Team, in dem jedes Mitglied jede Fertigkeit jederzeit übernehmen können muss. Falls jemand verhindert ist, kann die Arbeit schließlich nicht einfach liegenbleiben. Deshalb werden in diesem Business neben fachlichem Können auch Teamfähigkeit und kommunikative Stärken besonders groß geschrieben. Du musst diesen Beruf wirklich lieben und auch mit sehr stressigen Situationen gut umgehen können, um Erfolg zu haben. Du solltest so viel Enthusiasmus und Engagement mitbringen, dass du auch in arbeitsreichen Zeiten deine Kreativität, Ruhe und gute Laune nicht verlierst. Vor allem vor den Vorstellungen fungierst du als eine Art „Therapeut“ für aufgeregte Darsteller. Du beruhigst während des Schminkens die Gemüter, musst aber auch mit zum Teil exzentrischen Persönlichkeiten umgehen können und dabei stets professionell bleiben. Zudem erfordert dein Job nicht nur Kreativität und handwerkliches Geschick, sondern auch Kenntnisse in Sachen Arbeitssicherheit und chemische Substanzen.

Worauf du dich bei der Berufswahl übrigens auch unbedingt einstellen solltest: Als Profi der Maske wirst du sicherlich auch im Privatleben öfter mal nach Schminktipps gefragt – vor allem, wenn Halloween naht.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Wie bereits beschrieben, hast du im Maskenbildnerberuf die Möglichkeit, festangestellt und in Vollzeit am Theater, in der Oper oder beim Musiktheater zu arbeiten. Alternativ kannst du als Freelancer bei Film- oder aufwendigen Fernsehproduktionen einen Job finden. In Deutschland musst du als Maskenbildner alles vom Perückenknüpfen über die Glatzen-, Narben-, Wunden- und Dummyherstellung bis hin zu diversen Schmink- und Frisiertechniken beherrschen, eine Spezialisierung auf einen der Bereiche ist innerhalb des Maskenbildnerberufs eher selten. Falls es dich aber eines Tages in die USA verschlägt, wo dir schon allein die Traumschmiede Hollywood große Chancen bietet, kannst du dich spezialisieren. Dort ist der Beruf nämlich in Make-Up Design, Spezialeffekte und Haararbeiten unterteilt. 

Spezialisierungen
Maskenbildner/in
Fachjargon
Thermotüll

Thermotüll ist ein Material, das du bei der Perückenherstellung verwendest. Dieser Tüll hat den großen Vorteil, dass er schrumpft, sobald er erhitzt wird. So kann eine Perücke oder Glatze optimal an den Kopf des Darstellers angepasst werden, da der Thermotüll sich perfekt um den Kopf herum zusammenzieht.

Glatzan

Glatzan ist unerlässlich, wenn ein Maskenbildner eine künstliche Glatze herstellen möchte. Bei Glatzan handelt es sich um einen flüssigen Kunststoff, der hauchdünn auf einem Modellkopf aufgetragen wird. Sobald er getrocknet ist, kannst du die fast fertige Glatze vorsichtig abziehen und dem Darsteller aufsetzen. Im Anschluss werden sowohl die Übergänge als auch die gesamte Glatze geschminkt, damit sie möglichst natürlich aussieht.

Old Age Stipple

Um in Theater und Film jüngere Darsteller in Senioren zu verwandeln, wird „Old Age Stipple“, ein Spezialpräparat aus Latex, verwendet. Um alte und faltige Haut vorzutäuschen, muss die Haut des Darstellers gestrafft werden. Darauf wird das Old Age Stipple aufgetragen, sobald es getrocknet ist, kann die Haut wieder entspannt werden und der Alterungsprozess ist vollendet.

Wusstest du schon, dass...
  • das Knüpfen einer Perücke je nach Haarlänge und -qualität etwa 40 bis 50 Stunden dauert?
  • Maskenbildner im Theater nicht nur für die visuelle Verwirklichung zuständig sind, sondern auch für die olfaktorische? Wenn sich jemand auf der Bühne übergibt, sollte das Publikum das nicht nur sehen, sondern auch riechen.
  • dem US-amerikanischen Maskenbildner Rick Baker seit seinem ersten Sieg im Jahr 1982 noch sechs weitere Oscars verliehen wurden? Er war außerdem für elf weitere nominiert und ist damit sowohl der am häufigsten nominierte als auch der am häufigsten honorierte Maskenbildner in der Geschichte der Oscar-Verleihung.
Was man kennen und können sollte
Soft Skills
  • Teamfähigkeit
  • Kreativität
  • Zuverlässigkeit
  • Ehrlichkeit
  • Offenheit
  • Einsatzbereitschaft
  • Stressresistenz
Techniken
  • Tressieren
  • Knüpfen
  • Modellieren
  • Kaschieren
  • Maskenbau
  • Formenbau
Verwandte Berufsfelder:
Maskenbildner/in als Beruf - Aufgaben und Infos

Beruf als
Maskenbildner/in

Make-Up Artist, Stylist Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: bis 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1650-2400 €
Männer/Frauen-Relation 2/8
Bewerber pro Stelle: 5-8 Bewerber
Spitzenverdiener 5000 €