Beruf als Logopäde - Arbeiten in der Logopädie

Kannst du dich noch dran erinnern, dass es schrecklich Ärger gab, wenn man in der Schule etwas vorgesagt hat? Im Beruf Logopäde gehört dies zu deinen Hauptaufgaben, denn du therapierst Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Dabei ist jeden Tag Einsatz gefordert, sei es, um Zungenbrecher aufzusagen oder deine Patienten zu motivieren und auch nach Misserfolgen wieder aufzubauen. Zu deinen Patienten zählen Kinder ebenso wie Erwachsene und Senioren, die beispielsweise mit den Konsequenzen von Erkrankungen und Schlaganfällen zu kämpfen haben. Anstellungen findest du daher in Praxen sowie (Reha-)Klinken und Kindertagesstätten. Wie dein Berufsleben im Detail aussehen kann, das erfährst du nun bei uns.

Spezialisierungen
Logopäde/in

Arbeitsalltag und Aufgaben als Logopäde

Jobs als Logopäde Logopäde/in werden

Dein Arbeitsalltag im Beruf Logopäde ist von Abwechslung und Flexibilität geprägt. In der Regel arbeitest du für eine Praxis bzw. einen Praxisverbund, eine Klinik oder therapeutische Einrichtung. Hier muss zunächst einmal der Patient in die Behandlung aufgenommen werden. Gespräche mit behandelnden Ärzten, besorgten Eltern und den Patienten stehen also ganz am Anfang deiner Arbeit. Du analysierst die Sprachstörung und legst einen Behandlungsplan fest. Häufige Ursache sind zum einen Krankheiten wie Demenz und Alzheimer, Schlaganfälle, Schluckstörungen (Dysphagie) oder psychische Erkrankungen. Aber auch Multiple Sklerose, Wachkoma oder Parkinson sind Krankheitsbilder, mit denen du arbeiten wirst. Kinder werden besonders häufig aufgrund einer gestörten Sprachentwicklung von Logopäden untersucht und behandelt.

Nach Diagnose und Ausarbeitung des Behandlungsplans kann die Therapie mit den Patienten beginnen. Arbeitest du in einer Praxis, heißt dies übrigens nicht, dass du deine Patienten nur vor Ort empfängst, denn häufig sind Haus- oder Klinikbesuche für eine Behandlung notwendig. Die Behandlung selbst erfordert viel Fingerspitzengefühl. Du stellst verschiedene Aufgaben, die dem jeweiligen Behandlungsstand entsprechen. Das können Sprechübungen wie das Lesen oder Vortragen eines Textes in unterschiedlichen Sprechgeschwindigkeiten oder Mund- und Zungenübungen zur Stärkung der Muskulatur sein. Bei Kindern hat die Behandlung häufig spielerische Aspekte. Du motivierst, korrigierst oder machst Sprachübungen selber vor. Darüber hinaus, gibst du Anleitungen, wie das Sprachtraining zwischen den Unterrichtseinheiten selbstständig weitergeführt werden kann.

Auch wenn du in der Regel eigenständig therapierst und einen festen Patientenstamm besitzt, ist der Austausch mit Kollegen ein wichtiger Aspekt deiner Arbeit. Denn keine Behandlung verläuft nach Schema X, da kann eine Besprechung mit Kollegen Fragen klären und neue Erkenntnisse bringen. 

Voraussetzungen für den Beruf Logopäde

Voraussetzung für den Beruf Logopäde ist eine Ausbildung oder ein Studium der Logopädie. Während dich beide Wege auf den Beruf vorbereiten und grundsätzlich qualifizieren, hast du mit einem universitären Abschluss bessere Chancen auf Logopädie-Stellen, die wissenschaftliches Arbeiten voraussetzen. Zudem benötigst du häufig einen universitären Abschluss, um an weiterführenden Masterstudiengängen bzw. Spezialisierungen teilnehmen zu können. Und aufgrund der immer höher werdenden Anforderungen, die der Beruf Logopäde mit sich bringt, sind Spezialisierungen, die Behandlung neurologischer Krankheitsbilder, von großem Vorteil. Um an der Ausbildung bzw. dem Studium teilnehmen zu dürfen, musst du selbst einen Sprach- und Hör-Check bestehen. Daneben zählen vor allem deine Empathie, dein Einfühlungsvermögen und dein Engagement. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Im Logopäden Beruf bist du zwar in der Lage, eine große Bandbreite an Sprachstörungen zu behandeln, die Regel sind aber Spezialisierungen auf eine bestimmte Symptomatik oder auch Patientengruppen, beispielsweise Kinder. Gerade die Behandlung von neurologischen Krankheitssymptomen, etwa nach einem Schlaganfall oder bei einer Demenzerkrankung, macht eine zusätzliche Qualifikation notwendig. Aber auch auf bestimmte Behandlungsmethoden kannst du dich im Beruf Logopäde spezialisieren. Nicht selten wird zudem eine Selbstständigkeit in Betracht gezogen. Sowohl Ausbildung als auch Studium ermöglichen diesen Schritt ohne weitere Zusatzprüfung. Was du allerdings benötigst, ist eine Kassenzulassung, damit deine Leistungen als Logopäde auch abgerechnet werden können.

Spezialisierungen
Logopäde/in
Fachjargon
Odynophagie

Die Odynophagie ist eine spezielle Form der Schluckstörung, also Dysphagie, die mit teils starken Schmerzen einhergeht. Eine Schluckstörung kann sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben und kann im Rahmen einer Behandlung eines Logopäden therapiert werden. An Schluckstörungen leiden rund 45 % aller über 75-Jährigen.

Dyslalie

Die Dyslalie bezeichnet Störungen der Aussprache und Artikulation und kann umgangssprachlich auch als Stammeln bezeichnet werden. Falsch ist dagegen die Gleichsetzung mit Stottern. Die Dyslalie kann verschiedene Ursachen haben, beispielsweise eine Störungen der Sprechwerkzeuge oder eine Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung im auditiven und visuellen Bereich.

Poltern

Auch unter Poltern versteht man eine Sprechstörung. Laute und Silbenfolgen verschmelzen oder fallen weg, wodurch es zu einer hohen Unverständlichkeit kommt. Der Sprechrhythmus ist unregelmäßig. Eine Behandlung, für die es in der Regel kein festgelegtes Therapie-Schema gibt, schließt nicht nur die Sprache, sondern auch die psychosozialen Probleme mit ein.

Wusstest du schon, dass...
  • Schlaganfälle der häufigste Grund für Sprachstörungen im Erwachsenenalter sind?
  • bis 2012 das Sprachzentrum im menschlichen Gehirn an der falschen Stelle vermutet wurde?
  • ein Schluckvorgang bis zu 20 Sekunden dauern kann?
Was man kennen und können sollte
Diagnostik
  • Anamneseerhebung
  • Störungsspezifische Tests und Screenings
  • Videofluroskopie und Videoendoskopie
  • Voice-Handicap-Index
Weitere fachliche Qualifikationen
  • Erstellung von Therapieplänen
  • Grundlagen der Neurolinguistik
  • Perfektes Beherrschen der Aussprache
Persönliche Eigenschaften
  • Empathie
  • Selbstbewusstsein
  • Toleranz
  • Motivationsfähigkeit
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder:
Logopäde als Beruf - Infos zur Arbeit in der Logopädie

Beruf als
Logopäde/in

Sprachtherapeut Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 38-45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1700-3200 €
Männer/Frauen-Relation 3/7
Bewerber pro Stelle: 10 Bewerber
Spitzenverdiener 3900 €