Beruf als Logistiker - Arbeiten in der Logistik

„Der logistische Auftrag besteht darin, die richtige Menge, der richtigen Objekte, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualität, zu den richtigen Kosten zur Verfügung zu stellen“ – die Ware von A nach B zu transportieren ist also schon lange nicht mehr das, was man in dem Beruf als Logistiker macht. Du bist für den einwandfreien Materialfluss zuständig, angefangen bei den Lieferanten über die eigenen Produktionswerke und Spediteure bis hin zum Fahrzeug und zum Endkunden. Logistiker sind für den kompletten Prozess vom Transport bis zur Steuerung und Optimierung verantwortlich. Als Berufseinsteiger bist du in der Regel Teil des Ganzen und kannst überall in der Prozesskette einen Aufgabenbereich übernehmen.

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Logistiker/in
Verwandte Berufe

Arbeitsalltag und Aufgaben als Logistiker

Arbeitsalltag als Logistikerin Logistiker/in werden

Ob nach einem Logistikstudium oder nach einem reinen BWL-Studium, in der Logistik hast du viele Möglichkeiten als Absolvent eine Anstellung zu finden. Grund dafür sind die vier großen Bereiche, die dir die Prozesskette der Logistik bietet. Denn in der Regel übernimmst du immer nur einen Teilprozess. Du kannst also für die Beschaffung der Rohstoffe zuständig sein, in der Produktion arbeiten, dich um die Distribution kümmern oder aber auch im Verkauf tätig sein. Es gibt auch sogenannte Allrounder, die Supply Chain Manager, die sich innerhalb der Prozesskette um fast alles selber kümmern. Das ist aber gerade in einem großen Konzern fast unmöglich.

Als Absolvent eines BWL- Studiums wirst du für den Beruf als Logistiker in den meisten Fällen erst einmal durch eine Trainee Stelle ins Unternehmen treten. Grund dafür ist, dass du in der Regel zwar viel Wissen über die Ausrichtung des Unternehmens mitbringst, über die logistischen Größen und Anwendungen allerdings noch kaum Vorwissen hast. Die Trainee-Stelle bietet dir die Möglichkeit jeden Teilprozess einmal genauer kennen zu lernen, um schließlich zu entscheiden, ob der Beruf als Logistiker auch das Richtige für dich ist.

Hast du ein Logistikstudium abgeschlossen, kennst du dich in der Logistikbranche bereits bestens aus und kannst dich daher direkt auf eine Vollzeitstelle bewerben. Die meisten Berufseinsteiger bewerben sich auf eine Stelle als Disponent, das heißt, dass du ganz am Anfang startest und einen geregelten Arbeitsalltag hast. Du bist als Disponent dafür zuständig die Aufträge, die von Kunden eingehen, zu überprüfen. Dazu zählt der Blick ins Lager, die Rücksprache mit der Produktion und natürlich die Planung, wie das Produkt letztendlich an den Endkunden gelangt. Dabei ist deine größte Herausforderung möglichst kosteneffizient zu arbeiten.

Genauso gut kannst du den Beruf als Logistiker aber auch in der Distribution ausüben. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit der Steuerung und der Kontrolle der Prozesse. Hier werden die notwendigen Schritte für die Überführung der Güter von deinem Unternehmen zu den Kunden gesichert. Begriffe wie Lieferfähigkeit, Kommissionierung oder auch Distributionsgrad laufen dir hier fast täglich über den Weg. Zudem hast du gute Karrieremöglichkeiten, denn bereits nach 1,5-2 Jahren kannst du zum Projektmanager aufsteigen. Sie fungieren als Verbindungsstelle zwischen den internen Produktionsprozessen und den externen Zulieferern und Endkunden. Als Projektmanager in einem Logistikunternehmen besteht daher dein Arbeitsalltag hauptsächlich aus Absprachen mit vorgelagerten und nachgelagerten Stufen, dem Kontakt zu Kunden und Frachtführern und der Verantwortung, die Prozesskette zu optimieren. Dies können Projekte sein wie beispielsweise die Einführung eines neuen Tourenplanungstools. Deine Aufgabe ist es dann, alle Schnittstellen, die an diesem Projekt beteiligt sind, in jeden Arbeitsschritt mit einzubeziehen.

Für die Stelle als Projektmanager kannst du dich natürlich auch nach dem Studium direkt bewerben. In der Regel hast du allerdings mit einem Logistik-Studium und ersten einschlägigen praktischen Erfahrungen bessere Chancen, für eine solche Position eingestellt zu werden.

Der Arbeitsalltag in dem Beruf als Logistiker lässt sich also nicht so einfach über einen Kamm scheren. Es kommt immer darauf an, welche genaue Position du im Unternehmen einnimmst und natürlich auch in welcher Branche dein Unternehmen tätig ist. Denn Logistiker können genauso gut im Transportwesen wie auch im Güterverkehrswesen eine Anstellung finden, Logistiktechnologien entwickeln oder einfach nur Produktionsabläufe planen. 

Voraussetzungen für den Beruf Logistiker

Um in den Beruf als Logistiker einzusteigen, solltest du natürlich auch ein paar Voraussetzungen erfüllen. Neben einem Studienabschluss sind vorangegangene Praktika in einem Logistikunternehmen gerne gesehen. Besser wäre es sogar noch, wenn du neben deinem Studium als Werkstudent gearbeitet hast. Häufig wirst du nach deinem Studium direkt ins kalte Wasser geschmissen, wenn du dann bereits Vorkenntnisse mitbringst, findest du dich nicht nur schneller zurecht, sondern hast du bessere Chancen dich weiterzuentwickeln.

Je nachdem, welche Position du dann im Unternehmen einnehmen willst, solltest du ein absoluter Teamplayer sein. Denn gerade in der Logistikbranche und dem Beruf als Logistiker stehst du ständig im Kontakt mit anderen Schnittstellen. Hier muss alles Hand in Hand laufen, als Einzelkämpfer hast du keine Chancen. Zudem solltest du in der Lage sein, schnell selbstständig zu arbeiten. Ob als Disponent oder Projektmanager, in dem Beruf als Logistiker wirst von Anfang an darauf hingewiesen, dass du mitdenken musst. Deshalb sind auch logisches Denken und die Fähigkeit auch über den Tellerrand zu schauen unabdingbar.

Nicht immer kann alles glatt laufen, auch in der Logistik nicht. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du schnell eigenständig Entscheidungen treffen kannst, Lösungen findest und vor allem die Kontrolle behältst. Eine ruhige, belastbare Persönlichkeit ist in der Logistik also sehr gut aufgehoben. Welche Voraussetzungen genau du für eine jeweilige Stelle mitbringen musst, über Fachwissen bis hin zu Charaktereigenschaften, wird dir in der Regel in der Stellenausschreibung bereits mit auf den Weg gegeben. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Für den Beruf als Logistiker ist es von Vorteil, wenn du dich bereits während deines Studiums für einen bestimmten Bereich spezialisiert hast. Das kann zum Beispiel das Supply Chain Management oder auch das Logistikcontrolling sein. Hast du kein Logistikstudium, sondern nur ein reines BWL-Studium absolviert, hast du die Möglichkeit, dich innerhalb des Unternehmens weiter zu spezialisieren. Hier kommt es in der Regel darauf an, in welcher Position zu tätig bist oder was dir persönlich am besten liegt. Jedes Unternehmen bietet dann seine ganz eigenen Weiterbildungsmöglichkeiten an.

Eine klassische Spezialisierung wäre beispielsweise der Asset Manager, zu Deutsch auch Bestandsmanager genannt. Er ist für die Bedarfsplanung, Bestandsplanung und Beschaffungsplanung zuständig. Das heißt er muss in erster Linie dafür Sorge tragen, dass von allen Produkten immer genügend zur Verfügung steht.

Nach ein paar Jahren Berufserfahrung ist es auch möglich Contract Manager zu werden. Besonders im Bereich Logistik gibt es immer wieder Diskussionen zu Lizenzverträgen oder auch Absprachen mit den Zulieferern und Spediteuren. Als Contract Manager hast die Kontrolle über Vertragsabschlüsse oder Vertragsverhandlungen. Du bist die Schnittstelle zwischen mehreren Spezialisten und sollst den Überblick über alle vertraglichen, technischen und kommerziellen Bereiche behalten. 
Spezialisierungen
Logistiker/in
  • Logistiker/in bei
    BAUR Gruppe

    Sicherzustellen, dass unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Zielsetzungen das richtige Produkt in der richtigen Qualität und zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Kunden eintrifft zählt zu den wichtigsten Aufgaben unseres Logistikbereichs. Hierfür ist eine intensive, übergreifende Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Abteilungen der Logistik wie Wareneingang, Lager, Packerei und Qualitätssicherung erforderlich. Unsere Logistiker arbeiten ständig an der Verbesserung der Prozesse. Hierbei helfen moderne Informations- und Kommunikationstechnologien und ein hoher Automatisierungsgrad in der Intralogistik, um unseren Kunden auch in Zukunft exzellente Logistikleistungen garantieren zu können.

    Passende Jobs bei BAUR Gruppe
Fachjargon
Bestandsreichweite

Die Bestandsreichweite ist eine relative Höhe von Beständen. Sie gibt die Anzahl an Tagen an, die ein Material noch ausreicht, um beispielsweise ein Produkt zu produzieren, wenn ausschließlich der aktuelle Werksbestand betrachtet wird.

FIFO

FIFO ist die Abkürzung für den Ausdruck „First in First out“. Hiermit ist eine Lagerentnahmestrategie gemeint, bei der der Artikel, der zuerst eingelagert wurde (First in), auch wieder zuerst ausgelagert wird (First out).

UN-Nummer

Die UN-Nummer ist eine vierstellige Nummer eines Gefahrgutes. Sie wird auch Stoffnummer genannt und ist eine Kennzahl, die für alle gefährlichen Stoffe festgelegt wird. Mit dieser Nummer wird die Zusammensetzung des Transportgutes beschrieben. Dabei bedeutet 1230 beispielsweise, dass es sich um Methanol handelt.

Wusstest du schon, dass...
  • du als studentische Hilfskraft beim Deutschen Logistik Kongress dabei sein kannst und dafür freien Eintritt erhältst?
  • Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen an Sonn- und Feiertagen nur mit einer Genehmigung über die Autobahnen in Deutschland, der Schweiz und Österreich fahren dürfen?
  • der Anteil der Lastkraftwagen am Güterverkehr in Deutschland auf rund 70 Prozent beläuft?
Was man kennen und können sollte
EDV Kenntnisse
  • SAP
  • Microsoft Excel
  • Tourenplanungstools (z.B. PTV Smartour)
Sprache
  • Englisch
Autor: Marina Paar
Verwandte Berufsfelder: Logistik
Logistiker als Beruf - Infos zur Arbeit in der Logistik

Beruf als
Logistiker/in

Supply Chain Manager Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40-45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2600-3500 €
Männer/Frauen-Relation 9/1
Bewerber pro Stelle: 7 Bewerber
Spitzenverdiener 8000 €