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Beruf als Kriminologe - Arbeiten in der Kriminologie

Als Detective à la CSI Miami durch die Straßen ziehen? Dieses Bild haben viele direkt im Kopf, wenn sie das Wort Kriminologie hören. Doch in dem Beruf als Kriminologe machst du alles andere als in Gummistiefeln über matschige Feldwege zu laufen und Reifenspuren zu sichern. Denn für die Spurensicherung ist die Kriminalistik zuständig. Als Kriminologe hingegen in es deine Aufgabe, herauszufinden, warum ein Verbrechen überhaupt begangen wurde. Das heißt, du beschäftigst dich mit der „Lehre vom Verbrechen“. Du wirst also überwiegend dem Täter sehr nahe sein und möglicherweise sogar Gefangene in einer Justizvollzugsanstalt besuchen.

Spezialisierungen
Kriminologe/-login

Arbeitsalltag und Aufgaben als Kriminologe

Jobs als Kriminologe Kriminologe/-login werden

Werfen wir mal einen Blick in deine Akte: Der Beruf als Kriminologe ist mehr oder weniger ein Forschungsberuf. Du erforschst die Ursachen und Auswirkungen von kriminellem Verhalten in unserer heutigen Gesellschaft. Für dich als Kriminologe steht nicht die Frage im Vordergrund, wie und wann jemand eine Tat verübt hat, sondern die persönlichen Motive des Täters. Weshalb werden Menschen straffällig? Stress in der Schule? Eine zerrüttete Familie? In dem Beruf als Kriminologe beschäftigst du dich also mit der Grundsatzfrage, was zu einer Straftat geführt haben könnte.

Für die Untersuchungen, die du in dem Beruf als Kriminologe durchführst, bedienst du dich ganz unterschiedlicher Wissenschaften und arbeitest mit Kollegen aus der Soziologie, den Sozialwissenschaften, der Psychologie und den Rechtswissenschaften zusammen. Der Forschungsbereich, das heißt auch die Datenerhebung, Auswertung und Veröffentlichung wichtiger Ergebnisse, ist dein täglich Brot in dem Beruf als Kriminologe.

Zusätzlich können auch Aufgaben wie die Befragung von Tätern und Opfern auf dich warten.  Denn wie sieht es mit Straftätern aus, die frühzeitig aus der Haft entlassen werden sollen? Oder wie wirksam sind Strafandrohungen und Strafvollzugsmaßnahmen? Hierfür entwickelst du Interviewleitfäden und arbeitest alte Akten und Statistiken über vergangene Fälle auf. Schließlich interpretierst und dokumentierst du diese, um daraus passende Präventions- oder Strafsysteme zu entwickeln. Auch die Wirksamkeit von Gesetzen, Verfolgungs- und Strafmaßnahmen überprüfst und untersuchst du in dem Beruf als Kriminologe.  Dies dient in erster Linie dem Schutz unserer Bevölkerung.  Wer als Kriminologe arbeitet, tut dies also auch mit dem Ziel der Resozialisierung.

Kriminologen können aber auch als Dozent an Hochschulen arbeiten und beispielsweise an Lehrstühlen für Kriminologie, Kriminalpolitik oder kriminologischen Sachverhalten den Nutzen von Videoüberwachungssystemen diskutieren. Hierfür ist allerdings die Promotion notwendig.  Du referierst auf Tagungen und Kongressen und machst deine Erkenntnisse in Fachartikeln für andere Wissenschaftler zugänglich.

Und so vielfältig wie der Beruf ist auch dein Arbeitsort. Du bist nicht nur in Büro- oder Besprechungsräumen zu finden, sondern auch hin und wieder an Tatorten oder in Gerichtsräumen. In der Regel bist du bei Behörden der Verbrechensbekämpfung angestellt. Das heißt, zum Beispiel bei einem Bundes- oder Landeskriminalamt, bei Strafvollzugsanstalten oder auch bei Polizeibehörden.

Voraussetzungen für den Beruf Kriminologe

Wer den Beruf als Kriminologe ausüben möchte, der braucht vor allem eins: Einen Uniabschluss! Es ist allerdings nicht möglich, einfach mal „ins Blaue hinein“ zu studieren und am Ende zu sehen, was man eigentlich machen möchte. Kriminologie auf Bachelor zu studieren ist nicht möglich, du musst ein Fach wählen, das mit dem Fach Kriminologie thematisch verknüpft ist. Dazu zählen beispielsweise die Soziologie, Pädagogik, Psychologie oder auch Ökonomie. Darauf aufbauend ist dann der Masterabschluss in Kriminologie für diesen Beruf Pflicht.

Eine weitere Möglichkeit, Kriminologe zu werden, ist ein Jurastudium oder ein Studium der Rechtswissenschaften. Dazu musst du im Hauptstudium den Schwerpunkt Kriminologie wählen. Allerdings solltest du bedenken, dass der Bereich Kriminologie hier nur „angerissen“ wird. Für einen direkten Berufseinstieg reicht das Staatsexamen in Rechtswissenschaften alleine daher meist nicht aus. Empfehlenswert sind außerdem praktische Erfahrungen während des Studiums. Diese können beispielsweise bei Kriminalämtern gesammelt werden.

Neben diesen akademischen Voraussetzungen solltest du dir für den Beruf Kriminologe zudem eine professionelle emotionale Distanz wahren, denn du wirst es in Zukunft oft mit Delikten zu tun haben, die über Supermarkt-Diebstähle hinausgehen. Die Fähigkeit, auch scheinbar offensichtliche Tatbestände zu hinterfragen, ist für den Beruf als Kriminologe genauso unabdingbar wie ein allgemeines Interesse an unserer Gesellschaft. Denn wie möchtest du herausfinden, warum ein Verbrechen begangen wurde, wenn du die möglichen sozialen Zusammenhänge und gesellschaftlichen Probleme des Täters nicht im Blick hast?

Spezialisierungsmöglichkeiten

Der Beruf Kriminologe ist nicht für eine bestimmte Position festgelegt. Du kannst dich beispielsweise auf die Forschung und Entwicklung bei Behörden der Verbrechensbekämpfung konzentrieren. Aber auch der Bereich Journalismus kann für Kriminologen interessant sein. Du kannst dich auf Positionen wie Journalist oder Redakteur spezialisieren und dich für besondere Rechtssysteme einsetzen.  Steht für dich die Rechtspflege besonders im Vordergrund, kannst du als Kriminologe auch in der Justizverwaltung arbeiten und dich auf die Bereiche Strafverfolgung und Strafvollzug konzentrieren.

Spezialisierungen
Kriminologe/-login
Fachjargon
Sicherungsverwahrung

Die Sicherungsverwahrung ist eine Maßnahme, die einem Täter seine Freiheit entzieht. Sie soll der Besserung des Straftäters und dem Schutz der Allgemeinheit vor diesem dienen. Man kann also in diesem Zusammenhang auch von einer sogenannten Präventivmaßnahme sprechen. Die Sicherungsverwahrung wird angesetzt, wenn ein Straftäter beispielsweise in eine psychiatrische Anstalt kommt und nach Verbüßen seiner Strafe nicht wieder auf freien Fuß gesetzt wird, weil in absehbarer Zeit nicht mit einer Resozialisierung zu rechnen ist

Prävention

Grundsätzlich stammt das Wort Prävention von dem lateinischen Verb „praevenire“, was so viel heißt wie „zuvorkommen“. In der Kriminologie wird daher mit Prävention die Gesamtheit aller Maßnahmen bezeichnet, die dazu dienen sollen, zukünftigen Straftaten vorzubeugen.

Viktimologie

Die Viktimologie ist ein Teilgebiet der Kriminologie und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Opfern einer Straftat. Hier werden in erster Linie die Beziehungskonstellationen zwischen Opfern und Tätern untersucht und geschaut, ob es Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Persönlichkeitsstrukturen von Opfern gibt. Außerdem stehen die (Langzeit-)Folgen, die das Opfer einer Straftat davontragen kann, im Fokus. Die Viktimologie ist darüber hinaus auch Bestandteil der Psychologie und der Sozialwissenschaften.

Wusstest du schon, dass...
  • man Anfang des 20. Jahrhundert zeitweilig von der Existenz eines „Mörderchromosoms“ ausging?
  • früher Ohr- statt Fingerabdrücke genommen wurden, um Straftäter in einer Kartei zusammenzufassen? Die Ohren eines Menschen sind nämlich genauso einmalig wie seine Fingerabdrücke.
  • die Kriminologie nichts, wie fälschlicherweise häufig angenommen, mit Polizeiarbeit zu tun hat? Wer zum Beispiel zur Spurensammlung möchte, sollte sich eher mit dem Bereich Kriminalistik auseinandersetzen.
Was man kennen und können sollte
Kriminologische Verfahren
  • Forschungsmethoden (z.B. Deskriptive Feldforschung, Handlungsforschung)
  • Erhebungsmethoden (z.B. Interview, Teilnehmende Beobachtungen)
  • Analysemethoden (z.B. Kodierverfahren, Statistik, Typenbildung, Hermeneutische Verfahren, Semiotik)
Sprachen
  • Englisch
  • Ggfs. Französisch
Verwandte Berufsfelder:
Kriminologe/-login als Beruf - Aufgaben und Infos

Beruf als
Kriminologe/-login

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: bis 50 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2900-4500 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 67 Bewerber
Spitzenverdiener 5800 €