Karriere und Weiterbildung als Klinischer Linguist

Viele denken beim Begriff Sprachtherapie ausschließlich an die Behandlung von Kindern. Diese Ansicht ist auch nicht falsch, denn das kann deine Aufgabe sein. Aber dass deine Karriere als Klinischer Linguist sich nicht nur auf die Sprachtherapie für Kinder beschränkt, ist häufig nicht klar. Du behandelst schließlich auch Kommunikations-, Schluck und Sprachstörungen bei Schlaganfallpatienten oder Senioren. Dementsprechend kannst du auch in verschiedenen Einrichtungen, unter anderem in Kindergärten und Rehakliniken, einen Job finden und  Weiterbildungen als Klinischer Linguist absolvieren. Welche zu empfehlen ist, hängt dabei von deinem Können und deinen Zielen ab. Welche Möglichkeiten du aber hast, erfährst du hier. 

Karrierepfad als Klinische/r Linguist/in

Klinischer Linguist  Karriere und Weiterbildung

Master

Du kannst schon nach dem Bachelor als akademischer Sprachtherapeut arbeiten, aber wenn du dich tiefergehend mit neurolinguistischen Sachverhalten und Störungen auseinandersetzen willst und auch der Weg in die Forschung für dich in Frage kommt, dann brauchst du den Master. Als Weiterbildung als Klinischer Linguist kommen hier beispielsweise Klinische Linguistik oder Speech Science in Frage. Danach hast du auch bessere Chancen, in leitende Positionen aufzusteigen. Auch die Zertifizierung zum Klinischen Linguisten ist nur mit Master-, Magister- oder Diplomabschluss möglich. Außerdem kannst du in der Regel mit dem Master mehr Störungsformen therapieren als nur mit dem Bachelor.

Klinischer Linguist (BKL)

Die Zertifizierung als Klinischer Linguist (BKL) sollten alle anstreben, die sich mit einer eigenen Praxis selbständig machen wollen. Denn ohne bekommt man nicht die dafür erforderliche Zulassung der Krankenkasse. Je nachdem, welches Studium du abgeschlossen hast, musst du für die Weiterbildung als Klinischer Linguist nur noch den Antrag stellen und brauchst nicht noch ein Praktikum im Anschluss an dein Studium absolvieren. Ein Blick in die Prüfungsordnung beziehungsweise auf die Internetseite des Bundesverbands Klinische Linguistik verrät dir, was in deinem Fall zu tun ist.

Fortbildungen

Weil auf dem Gebiet der Sprech- und Sprachtherapie viel geforscht wird, musst du laufend Weiterbildungen als Klinischer Linguist besuchen, um die neuesten Erkenntnisse in deine Behandlung einfließen lassen zu können. Das verlangt auch das berufliche Leitbild von dir, an dem sich akademische Sprachtherapeuten orientieren. Als Praxisinhaber musst du nachweisen, dass du jährlich eine bestimmte Anzahl von Fortbildungen besucht hast. Darunter fallen etwa Weiterbildungen zu den Themen Mehrsprachigkeit, Frühförderung und Sprachentwicklung oder Redeflussstörungen. Sie werden meistens vom Deutschen Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (dbs) oder von Heilmittelherstellern angeboten und kosten zwischen 130 Euro und 350 Euro für ein Wochenende. Mitglieder des dbs bekommen vergünstigte Konditionen, eventuell beteiligt sich auch dein Arbeitgeber an den Kosten.

Promotion

Wenn dir noch viele spannende Forschungsfragen unter den Nägeln brennen, dann solltest du als Weiterbildung als Klinischer Linguist an deinen Master noch eine Promotion anschließen. Gerade die Forschung im Bereich der Sprachtherapie boomt und der Titel bietet dir auch die Möglichkeit eines Gehaltssprungs und die Chance auf leitende Positionen in Praxis und Forschung, aber auch in der Lehre.

Leitung

Wenn du einige Jahre Berufserfahrung in Kliniken oder in therapeutischen Praxen gesammelt hast, dann ist der nächste Schritt für die Karriere als Klinischer Linguist die  Fachliche Leitung einer Praxis, die Stationsleitung oder gar die Leitung einer anderen therapeutischen Einrichtung. Dafür solltest du mindestens den Master haben, aber auch der Doktor macht sich hier gut im Lebenslauf. 

Beruf als
Klinische/r Linguist/in