Karriere und Weiterbildung als Kinderarzt

Hast du erst einmal einen Ausbildungsplatz in einer befugten Klinik oder Praxis ergattert, ist dein weiterer beruflicher Werdegang in der Pädiatrie eigentlich ziemlich planbar. In der Regel folgt deine Karriere als Arzt in der Kinder- und Jugendmedizin immer einem festen Muster. Du musst dich einzig entscheiden, ob du als voll ausgebildeter Facharzt weiter in einer Klinik arbeiten möchtest, um es dort zum Oberarzt und vielleicht sogar zum Chefarzt zu schaffen, oder ob du dich lieber mit einer eigenen oder einer Gemeinschaftspraxis niederlässt.  

Karrierepfad als Kinderarzt/-ärztin

Kinderarzt Karriere und Weiterbildung

Schwerpunktkompetenzen

Nach deiner fachärztlichen Ausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin kannst du durch zwei- bis dreijährige Weiterbildungen vier verschiedene Schwerpunktkompetenzen erwerben. Die Kinderhämatologie- und -onkologie ist spezialisiert auf Blut- und Krebserkrankungen, während in der Kinderkardiologie angeborene oder später auftretende Herzfehler, Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelerkrankungen diagnostiziert und nicht-operativ behandelt werden. In der Neonatologie bist du für die Versorgung von Frühgeborenen und erkrankten Neugeborenen verantwortlich, während die Neuropädiatrie die neurologische Untersuchung von Säuglingen und Kindern, die Diagnose neurologischer Krankheitsbilder, die Anwendung spezieller Untersuchungsmethoden und die Beratung von Kindern und Eltern umfasst.

Zusatzweiterbildungen

Durch mehrstündige Kurse, Präsentationen und Dokumentationen eigener Fälle, ganztägiger Seminare oder anderer Maßnahmen kannst du zahlreiche spezifische oder auch fachübergreifende Kompetenzen erwerben, die dich auf bestimmte pädiatrische Bereiche spezialisieren. Mögliche Spezialisierungsbereiche sind z.B. die Endokrinologie und Diabetologie, die Infektiologie, die Allergologie, Sportmedizin, Gastroenterologie oder Pneumologie. Andere Fortbildungen sind sogar vorgeschrieben, fallen aber, z.B. als Onlinetest zu einem Fachmagazin-Artikel, vergleichsweise wenig komplex aus.

Eigene Praxis / Gemeinschaftspraxis

Nach deiner Zeit als Assistenzarzt kannst du dich mit einer eigenen Praxis niederlassen oder mit Kollegen eine Gemeinschaftspraxis eröffnen. Hierfür gibt es allerdings von Bundesland zu Bundesland, mitunter sogar von Stadt zu Stadt abweichende Bedingungen. An Standorten, an denen es ein Überangebot an niedergelassenen Ärzten mit Kassenzulassung gibt, ist es mitunter nur möglich, Praxen zu übernehmen, deren Betreiber in Rente gehen oder sie aus anderen Gründen aufgeben, nicht aber, eine neue zu eröffnen.

Als niedergelassener Kinderarzt hat man zwar nicht weniger zu tun als in einer Klinik, dafür kann man sich die Arbeit freier einteilen und ist selbst für seinen Lohn verantwortlich. In einer Gemeinschaftspraxis kann man auch mal Urlaub nehmen, ohne direkt die Praxis schließen zu müssen, zudem entwickelt sich zu vielen Patienten über die Jahre ein persönliches Vertrauensverhältnis. Eine Praxis dient meistens auch als erste Anlaufstelle. So entwickelt man ein Gefühl dafür, bei der Kinderbehandlung die Fälle nach Dringlichkeit zu ordnen, und man lernt zu entscheiden, wann man selbst behandelt oder lieber an einen Spezialisten übergibt. 

Karriere in der Klinik

Im Laufe der Jahre steigst du in der Klinik automatisch auf. Du beginnst als Assistenzarzt, nach deiner fünfjährigen Ausbildung bist du dann Facharzt. Einige Jahre, eine erworbene Schwerpunktkompetenz und einige Fortbildungen später wirst du zum Oberarzt befördert. In dieser Position hast du nicht nur mehr Einkommen, sondern auch einen ganzen Kittel voll Verantwortung. Du hast deinen eigenen Funktionsbereich und manchmal zwei oder drei Stationen unter dir, deren neue Assistenzärzte du dirigierst. Zwischen Assistenzarzt und Oberarzt kann die Zwischenstufe des Funktionsoberarztes liegen. Hier wirst du an die Aufgaben des Oberarztes herangeführt, dein Gehalt bleibt aber meistens erst mal gleich. Für die auf den Oberarzt folgenden Sprossen der Karriereleiter sind dann nicht mehr nur Erfahrung und Weiterbildungen nötig, sondern auch ein wenig Glück und die richtigen Kontakte. Stimmen all diese Faktoren, kannst du zuerst zum leitenden Oberarzt ernannt werden, der der direkte Vertreter des Chefarztes ist, und anschließend sogar zum Chefarzt selbst. Hier bist du für sämtliche Belange der Klinik verantwortlich, von der Haushalts- bis zur Personalplanung, und kannst mit entsprechender Zulassung nebenher deine eigenen Privatpatienten versorgen.

Beruf als
Kinderarzt/-ärztin