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Beruf als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut - Arbeiten in der Psychologie

Die Kindheit und die Jugend – gerne schwelgen wir in Erinnerungen an das unbeschwerte und problemlose Leben. Doch leider ist es so, dass nicht alle Kinder die vermeintlich schönste Zeit des Lebens genießen können, denn auch Menschen unter 20 können tiefgehende seelische Probleme haben. Tatsächlich leiden jährlich etwa 2,6 Millionen Kinder und Jugendliche unter psychischen Krankheiten, wovon ca. 700.000 eigentlich eine unmittelbare Behandlung benötigen. Deshalb ist der Beruf des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auch so wichtig. Nach deiner abgeschlossenen Ausbildung kannst du den Betroffenen dabei helfen, mit ihren Problemen, ihren Erlebnissen und ihren Traumata umzugehen.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in werden

und Jugendlicher ein Thema. Doch auch weniger dramatisch erscheinende Situationen können dazu führen, dass junge Menschen deine Hilfe benötigen, beispielsweise die Scheidung der Eltern oder der Wechsel auf die weiterführende Schule. Um die junge Seele davor zu bewahren, durch Nicht-Bewältigung traumatischer Situationen dauerhaft belastet zu werden, sorgst du mithilfe deiner Expertise im Beruf als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut dafür, dass deine Patienten lernen, mit diesen Situationen umzugehen und sie zu verarbeiten.

Neben den Therapiesitzungen mit deinen Patienten kommt im Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Beruf auch noch so einiges an organisatorischer Arbeit auf dich zu. Die Behandlungsschritte sowie die Probleme, die in den Therapiesitzungen mit deinen Patienten besprochen werden, müssen dokumentiert werden. Falls du deine eigene Praxis leitest, musst du außerdem noch die Leistung in deinem Abrechnungsprogramm buchen. Wenn du mit Kollegen arbeitest, gehören auch Teambesprechungen zum täglichen Arbeitsablauf. Du solltest dir außerdem darüber im Klaren sein, dass dein Arbeitstag in der Regel nicht vor 11 Uhr beginnt, schließlich sind deine Patienten meist noch schulpflichtig oder besuchen einen Kindergarten.

Egal, wo du arbeitest – es ist in diesem Beruf nicht üblich, Bereitschaftsdienst leisten zu müssen. Falls du als Angestellter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut mal Überstunden machen musst, kannst du diese meistens auch in der näheren Zukunft wieder durch freie Tage oder einen früheren Feierabend ausgleichen. Die meisten Menschen, die die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten absolvieren, haben das Ziel, sich selbstständig zu machen. Da es aber eine begrenzte Anzahl an Kassenzulassungen gibt, werden auch oft Gemeinschaftspraxen gegründet. Solltest du Lust auf Teamarbeit haben, wären Stellen in einer Gemeinschaftspraxis, einer Klinik oder einem Beratungszentrum das Richtige für dich. Als Angestellter trägst du ein geringeres finanzielles Risiko und musst dich um Dinge wie die Abrechnung und den Patientengewinn nicht oder kaum kümmern. Stattdessen musst auch mal für einen Kollegen einspringen, wenn der krank oder im Urlaub ist. 

Voraussetzungen für den Beruf Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Nicht jeder kann und sollte den Beruf als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut ergreifen. Neben formellen Bedingungen wie dem Abschluss eines Diplom- oder Masterstudiums in Psychologie oder (Sozial-) Pädagogik und der abgeschlossenen Ausbildung gibt es einige Voraussetzungen, die du erfüllen solltest. Beispielsweise musst du deine Patienten und ihre Probleme wirklich ernst nehmen und darfst sie für das, was sie mit dir besprechen, nicht verurteilen. Auch wenn du gar nicht nachvollziehen kannst, was sie dir erzählen oder grundsätzlich anderer Meinung bist – harsche Kritik und Zweifel solltest du nicht äußern. Darüber hinaus darf es nicht dein Anspruch sein, jede zarte Kinderseele zu retten oder von dir selbst Erlebtes durch deinen Beruf zu ‚reparieren‘. Die Distanz zum Patienten zu wahren und auch dein eigenes Handeln ständig reflektieren zu können, sind wichtige Fähigkeiten, die du haben oder erlernen solltest, bevor du dich dazu entschließt, den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Beruf zu ergreifen. Diese und weitere Punkte sind aber auch in Ethikleitlinien für  Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten festgeschrieben, nach denen du dich richten musst.

Sobald du mit dem Abschluss der Ausbildung die Approbation erhalten hast, kannst du im Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten Beruf loslegen. Durch die vielen Praxiseinheiten bist du schon so gut vorbereitet, dass du weitere Praktika oder Traineeprogramme nicht mehr nötig haben wirst. Du solltest dir überlegen, ob du lieber eine eigene Praxis gründen möchtest, um alle Entscheidungen deines Berufslebens selbst zu treffen oder lieber in einem Angestelltenverhältnis arbeiten willst. Das ist beispielsweise in Fachkliniken möglich, wo du oft recht intensiv mit deinen jungen Patienten zusammenarbeitest, wenn diese stationär behandelt werden müssen – beispielsweise wegen lebensgefährdender Essstörungen. In Beratungszentren kann es hingegen sein, dass du nur wenige Sitzungen mit einem Kind oder Jugendlichen abhältst oder auch viel mit den Eltern über ihr Kind sprichst. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Die ambulante Psychotherapie ist im Allgemeinen auf drei verschiedene Verfahren begrenzt (andere Verfahren werden von Krankenkassen nicht bezahlt). Du kannst dich entscheiden, ob du lieber eine Verhaltenstherapie, eine tiefenpsychologisch fundierte oder eine analytische Psychotherapie anbieten möchtest. Bei der Verhaltenstherapie bist du insbesondere für die Behandlung von Problemen wie Ess-, Belastungs-, Angst- und affektiven Störungen verantwortlich und hilfst deinen Patienten v.a. dabei, sich in Zukunft selbst helfen zu können. In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie behandelst du hauptsächlich unbewusste Konflikte, die sich auf das aktuelle Leben deiner Patienten auswirken und beispielsweise durch psychosomatische Krankheiten ihren Ausdruck finden. Die analytische Psychotherapie ist die einzige, bei der Patienten in der Regel auf der berühmten Couch liegen. Sie wird besonders für Patienten eingesetzt, die mit ihrem Leben grundsätzlich und über einen langen Zeitraum hinweg unzufrieden und in ihrer neurotischen Entwicklung gestört sind. Im Beruf des Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten interagierst du mit deinen Patienten im Kindesalter dabei  aber eher auf spielerische Art und Weise. Neben diesen drei Richtungen gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer Spezialisierungen und Richtungen der Psychotherapie, die wir unter dem Punkt „Karriere“ weiter ausgeführt haben.

Spezialisierungen
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in
Fachjargon
Anpassungsstörung

Die Anpassungsstörung, oft auch reaktive Depression oder depressive Reaktion genannt, ist eine Störung, die bei Kindern, Jugendlichen, aber auch bei Erwachsenen als Reaktion auf einen belastenden Vorfall auftritt. Das könnte beispielsweise die Trennung der Eltern sein, der Tod einer nahestehenden Person, eine tiefgehende Kränkung oder auch eine erlittene körperliche Krankheit. Menschen, bei denen diese Vorfälle eine Anpassungsstörung hervorrufen, werden beispielsweise aggressiv, reizbar, ängstlich oder besonders besorgt. Dieser Zustand kann sich nach einer Weile legen, sollte er aber über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, ist eine psychotherapeutische Behandlung empfehlenswert.

Sozialphobie

Bei der Sozialphobie könnte man auch von krankhafter und somit extremer Form der Schüchternheit sprechen, manchmal wird sie auch soziale Angststörung oder soziale Phobie genannt. Sie äußert sich durch situative Angst, z.B. davor, dass man bei seinen alltäglichen Handlungen von Anderen gesehen und womöglich sogar kritisiert wird, vor Prüfungssituationen oder vor dem Auftreten in der Öffentlichkeit. Aus dieser Angst heraus beginnen die Betroffenen, die angstmachenden Situationen zu vermeiden, indem sie z.B. nicht zu Geburtstagsfeiern gehen, sich im Unterricht nicht melden, vor Anderen nicht essen etc. Sobald sie aber in eine solche Situation kommen, äußert sich die Angst in Übelkeit, Schwindel, Herzrasen, Erröten o.ä. Um diese Symptome und die Sozialphobie zu überwinden ist es für die Betroffenen ratsam, eine Psychotherapie, besonders in Form einer Verhaltenstherapie, zu machen.

Essstörungen

Es gibt eine Vielzahl von Essstörungen, die z.T. sogar in Mischformen resultieren. Zu diesen Störungen gehören die bekannteren Anorexia Nervosa (Magersucht), Bulimia Nervosa (Ess-Brech-Sucht), Esssucht und Binge Eating (periodische Heißhungeranfälle), aber auch in der Gesellschaft noch unbekannteren Formen wie Orthorexia Nervosa (krankhaftes Gesund-Essen) oder Anorexia Athletica (Sportsucht als Begleiterscheinung der Esssucht). In Deutschland ist mindestens jeder fünfte Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren von einer Essstörung betroffen, bei Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren zeigt sogar jede Dritte Hinweise auf eine Störung des Essverhaltens. Essgestörte Menschen bedürfen dringend einer Psychotherapie, da die Störung (weitere) gesundheitliche und psychische Schäden mit sich bringen kann.

Wusstest du schon, dass...
  • bei einer Studie des Robert Koch Instituts aus dem Jahr 2007 herauskam, dass es bei etwa 22% der Kinder und Jugendlichen in den Altersstufen zwischen sieben und siebzehn Hinweise auf psychische Auffälligkeiten gibt?
  • im Jahr 2012 3110 Kinder- und Jugendpsychotherapeuten in Deutschland eine Kassenzulassung hatten?
  • sich unbehandelte psychische Krankheiten in der Kindes- und Jugendzeit verfestigen und zu chronischen Störungen werden können? Das ist bei circa 50% der psychischen Erkrankungen von Erwachsenen der Fall.
Was man kennen und können sollte
Persönliche Eigenschaften
  • Empathie
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Professionalität
  • Selbstreflexion
  • Ernsthaftigkeit
Computerprogramme
  • MS Office
  • Abrechnungssoftware
Verwandte Berufsfelder:
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in als Beruf - Aufgaben und Infos

Beruf als
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/in

Kinderpsychotherapeut, Jugendlichenpsychotherapeut, Psychagoge Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Bis 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2800-3200 €
Männer/Frauen-Relation 2/8
Bewerber pro Stelle: 5 Bewerber
Spitzenverdiener 8500 €