Bewerbung als Kameramann

Über die klassische Bewerbung wirst du, wie bei den meisten Berufen in der Medienwelt, nur zu Beginn deiner beruflichen Karriere stolpern. Nämlich, wenn du dich um Praktika bewirbst, um erste Set-Luft zu schnuppern. Später wirst du dir ein Netz an Kontakten aufgebaut haben, das dir Jobs zuerst als Erster oder Zweiter Kameraassistent und später dann auch als Kameramann beschert. Wenn du dir als Kameramann durch deine Beteiligung an diversen Projekten und die Zusammenarbeit mit diversen Regisseuren oder Realisatoren schließlich einen Namen gemacht hast, wird man in der Regel auf dich zukommen, um dir ein Projekt anzubieten. Ausgeschriebene Stellen findest du eher noch im Low-Budget und Amateurbereich, wenn Kameramänner gesucht werden, die gleichzeitig auch eigenes Equipment mitbringen. Und auch dann läuft der Bewerbungsprozess oft nicht ganz so formell ab.

Anschreiben und Lebenslauf

Deine Qualität als Kameramann steigt fast automatisch mit deiner Erfahrung. Je mehr du durch eine Linse gesehen und gefilmt hast, umso tiefer werden deine Kenntnisse, deine Automatismen und auch deine Intuition. Wenn also wirklich mal Anschreiben und Lebenslauf gefordert werden, so geht es hauptsächlich darum, einen Überblick über deine Erfahrungen und deine Projekte zu gewinnen. In Zeiten von Online-Mediatheken ist die Qualität deiner Arbeit oft auch direkt prüfbar. Du kannst auch Showreels mitschicken, also Zusammenschnitte von Szenen, die du gedreht hast, und die dein Können deiner Meinung nach besonders gut wiederspiegeln. Viele Kameramänner haben auch eigene Webseiten, auf denen sie sich und ihre bisherige Arbeit samt Ausschnitten präsentieren. Bei einer Bewerbung kannst du dann auf diese Webseite verweisen. 
Kameramann Bewerbung - Tipps zu Anschreiben und Lebenslauf

Das Vorstellungsgespräch

Wenn du erstmals bei einer Sendeanstalt oder einer Produktionsfirma, meistens in Person eines Produktionsleiters, vorstellig wirst, dann geht es dabei weniger um zwischenmenschliche Sympathie, sondern eher um deine bisherigen Erfahrungen sowie um die Rahmenbedingungen deiner Anstellung, also vertragliche Details, die etwa die Laufzeit oder die Überstundenregelung betreffen. Dass du imstande bist, gute Bilder zu schießen, und dass du ein zuverlässiger Kameramann bist, belegt schon deine bisherige Mitarbeit an anderen Projekten. Da der Produktionsleiter selber nur selten am Set ist, wird ihm der charakterliche Eindruck von dir, solange dieser nicht besonders negativ ausfällt, erst einmal nicht so wichtig sein.

Oft kommt es aber auch zu einem Vorstellungsgespräch mit dem Regisseur, bevor es zu einer erstmaligen Zusammenarbeit zwischen euch kommt. Das gilt vor allem bei Produktionen, bei denen diese Zusammenarbeit besonders eng ausfallen wird und eine Grundharmonie umso wichtiger ist, etwa bei szenischen Drehs. Diese Art von Vorstellungsgespräch fällt meistens aber sehr locker aus. Mag ein Regisseur die Bilder, die du bei vorherigen Produktionen geschossen hast, und möchte er dich für seine eigenen Projekte gewinnen, dann läuft dieses Kennenlernen nicht selten bei einem gemeinsamen Bier ab.

Der Bewerbungsprozess

Wenn du erst mal an einigen Projekten beteiligt warst, wird man in der Regel auf dich zukommen, um dir einen Job anzubieten. Aber auch ein noch so großes Netzwerk aus Branchenkontakten ist keine Garantie für dich, permanent eine Beschäftigung als Kameramann zu finden. Während solcher Dürreperioden kann es also passieren, dass du dich durchaus auch mal auf ausgeschriebene Stellen bewirbst, die vor allem bei kleinen Produktionen immer mal wieder auftauchen. Dabei wirst du aber nie ein formvollendetes Anschreiben oder einen Lebenslauf samt Foto einschicken, sondern meistens reicht hier eine E-Mail, in der du dich, deine bisherigen Erfahrungen, deine Gehaltsvorstellung und, sofern das gewünscht ist, deine vorhandene Ausrüstung kurz präsentierst. 


Viele Kameramänner kooperieren außerdem mit Medienproduktionsfirmen, die ihrerseits von Sendern oder anderen Produktionen angeschrieben werden, wenn Kameramänner gesucht werden. So kannst du dich z.B. bei einem Unternehmen registrieren lassen, und wenn dort ein Stellengesuch eintrudelt, schicken diese Unternehmen Kameramänner aus ihrem Pool zu den Drehs. Das ist vor Allem bei EB-Drehs üblich. Solche Unternehmen verstehen sich dann als Dienstleister, die z.B. für die Umsetzung einer Reportage vom Ton- über den Kameramann bis hin zur technischen Ausstattung alles zur Verfügung stellen, was für eine audiovisuelle Aufnahme gebraucht wird.
Typische Fragen im Bewerbungsgespräch
  • Was für eine Wochengage verlangen Sie?
  • Welches Equipment bringen Sie mit?
  • Welche Kameramänner haben Sie mit ihrer Arbeit besonders inspiriert?

Dresscode

Was du als Kameramann trägst, bleibt völlig dir überlassen. Bei Produktionen, in denen mehrere Kameras im Einsatz sind, solltest du auf grelle Farben verzichten, damit du nicht so hervorstichst, wenn du mal im Hintergrund zu sehen bist. Ansonsten kleide dich einfach bequem und den Bedingungen entsprechend. Das bedeutet, du solltest wenn nötig über ein paar wasserdichte Hosen und winddichte Jacken verfügen. Außerdem solltest du ein paar Schuhe dein Eigen nennen, die warmhalten, und in denen du dir nicht schon nach zwei Stunden Blasen gelaufen hast. Der Großteil einer Film- und Fernsehcrew ist ständig in Outdoor-Kleidung unterwegs. Auch beim Vorstellungsgespräch, wenn es denn mal zu einem solchen kommen sollte, erwartet dich daher niemand in Hemd und Krawatte.

Beruf als
Kameramann/-frau