Beruf als Journalist - Arbeiten im Journalismus

Wahrheitssucher, die Prometheus gleich den Menschen das Feuer der Information bringen, oder einfach nur herumschnüffelndes, sensationsgeiles Pack. Der Beruf Journalist spaltet seit jeher die Gesellschaft, je nachdem, welche Neuigkeiten ans Licht gebracht werden. Auch wenn du dich wahrscheinlich eher als Ersteres begreifst, solltest du wissen: Jeder kann sich Journalist nennen, da die Berufsbezeichnung nicht rechtlich geschützt ist. Hier liegt aber auch die Faszination für diesen Beruf begründet, denn aus dem Überbegriff lässt sich alles oder nichts machen – es liegt allein an dir. In kaum einem anderen Beruf hast du so viele Möglichkeiten, dich einzubringen und jeden Tag Neues zu erleben. Dafür musst du, genau wie bei einer guten Story, das Beste aus dem Berufsfeld rausholen und es dir so zurechtlegen, dass alles passt. Denn auch wenn es theoretisch jeder versuchen kann, längst nicht jeder kann auch ein guter Journalist sein. 

Arbeitsalltag und Aufgaben als Journalist

Arbeitsalltag als Journalist Journalist/in werden

Stars und wichtige politische Persönlichkeiten treffen, an großen Veranstaltungen teilnehmen und dann die „Top-Story“ des Jahres veröffentlichen – so ist das Journalistenleben für viele nur in Tagträumen. Die meisten Journalisten Deutschlands arbeiten nämlich nicht an den „Top-Stories“, sondern in Lokalredaktionen. Was nicht zwangsweise bedeutet, dass du es mit weniger spannenden Themen zu tun hast, sie sind wahrscheinlich nur von weniger globaler Relevanz. Ein Drittel aller 45.000 festangestellten Journalisten in Deutschland arbeitet bei Tageszeitungen, aber auch „das Fernsehen“, zahlreiche Online- sowie Print-Magazine und Radiosender brauchen Journalisten.

Meist wird die Bezeichnung Journalist als Synonym für Reporter verwandt, Tatsache ist aber, dass auch Redakteure, Texter, Korrespondenten und Moderatoren zu den Journalisten zählen (können). Und beim gesprochenen und geschriebenen Wort ist noch lange nicht Schluss, der Beruf Journalist bezieht sich ebenso auf den Video- und Fotobereich.

Diese grundsätzliche Entscheidung – ob Tastatur oder Kamera – dürfte dir wahrscheinlich noch leicht fallen, das Beantworten folgender Frage ist aber für deinen ersten „richtigen Job“ noch essentieller: Willst du als freier Journalist für viele unterschiedliche Auftraggeber zuständig sein oder als Angestellter arbeiten? Gut die Hälfte aller Journalisten ist freiberuflich bzw. auf Honorarbasis tätig. Der große Vorteil: Du kannst in vielen Fällen deinen Arbeitstag selbst gestalten. 11 Uhr aufstehen und dafür dann bis 22 Uhr arbeiten, kein Problem, Hauptsache du hältst alle Abgabetermine ein. Der große Nachteil: Wenn du nicht genügend Aufträge hast, ist am Ende des Monats nichts auf deinem Konto. Es ist also ein freieres, aber auch risikoreicheres Arbeiten.

Der große Vorteil „freie Zeiteinteilung“ ist leider nicht gleichbedeutend mit „freier Themenwahl“. Die Konkurrenz ist nicht zu unterschätzen, du solltest also entweder ein sehr interessantes Nischenwissen sowie einen guten Schreibstil vorweisen können oder dich auf weitere Nebenjobs einstellen. Grundsätzlich hast du als freier Journalist aber gute Karten, denn die Tendenz geht immer mehr in Richtung mehr Freiberufler. Kein Wunder, für Redaktionen ist es zu Stoßzeiten einfacher, kurzfristig auf externe Experten zu setzen, als immer wieder neue Journalisten anzustellen. Der Beruf als selbstständiger Journalist ist zwar unsicherer als die bequeme Festanstellung, dafür kannst du dir schnell einen Namen machen und nach einiger Zeit nur noch die Aufträge annehmen, die dir wirklich zusagen. Vom Praktikant zum Chefredakteur - im Journalismus ist alles möglich, wenn du ausreichend Einsatz zeigst. 

Journalisten verdienen meist keine exorbitanten Summen, außer sie besetzen hohe Positionen in bekannten Tageblätter oder Magazinen. Das typische Bild vom Journalisten hat eben nicht von ungefähr auch immer etwas mit Leidenschaft an der Information zu tun. Du deckst auf, berichtest und kommentierst und arbeitest so immer mit aktuellen Themen – Langeweile kommt hier sicher nicht auf. Dennoch solltest du von allzu romantischen Vorstellungen ein wenig Abstand nehmen, nicht jeder Journalist arbeitet „journalistisch“ korrekt – du wirst dich wundern, wie viel abgeschrieben wird. Doch selbst mit wasserdichter Recherche gilt, journalistische Texte sind keine Kunstwerke. Eine Wahnsinnseinleitung, für die du wahrscheinlich den Pulitzerpreis bekommen würdest, bringt leider gar nichts, wenn du ihretwegen die vorgegebene Zeichenanzahl überschreitest. Das sollte dich aber nicht entmutigen. Im Gegenteil, gerade diese Einschränkungen sind es, die dich im Beruf als Journalist immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. 

Voraussetzungen für den Beruf Journalist

Im Journalisten-Beruf solltest du dich auf unregelmäßige Arbeitszeiten einstellen. Wenn irgendwo ein Event um 9 Uhr abends stattfindet, über das berichtet werden soll, kannst du nicht einfach die Füße hochlegen. Reisebereitschaft solltest du also mitbringen und auch den Willen, ggf. am Sonntag oder am Feiertag zu arbeiten. Es ist natürlich nicht gerade angenehm, wenn man auf einen Gesprächspartner wartet, der entweder zwei Stunden zu spät oder schlimmstenfalls gar nicht auftaucht. Dafür wirst du für deine Ausdauer aber auch direkt entlohnt: Mit dem Kennenlernen interessanter Menschen, einem Schnappschuss, den kein anderer hat, oder Informationen mit Titelseitenpotenzial.

Was du unbedingt mitbringen solltest, sind Neugier und ein gutes Allgemeinwissen. Wissensfragen sind in Einstellungstests für Journalisten – insbesondere bei Tageszeitungen – keine Seltenheit. Zudem solltest du dich durchsetzen können und niemand sein, der allen nach dem Mund redet. (Achtung, Hartnäckigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Unhöflichkeit.) Du musst Fragen stellen oder Fotos machen, die deinem Gegenüber eindeutig unangenehm sind, denn erst dann kommst du an Informationen und Bilder, die kein anderer hat. Es ist eine Gratwanderung zwischen der Zufriedenheit deiner Interviewpartner und den Ansprüchen deiner Leser. Menschenkenntnis ist hier das Stichwort.

Was du nicht unbedingt brauchst: Ein journalistisches Studium. Grundsätzlich kann man in diesen Beruf mit allen möglichen Studienfächern einsteigen, die geisteswissenschaftlichen oder medienwissenschaftlichen Fächer bekommen wegen ihrer Textaffinität aber häufig den Vorzug. Es wird dich aber niemand abweisen, weil du Informatik studiert hast. Häufig kann detailliertes Fachwissen dir im richtigen Ressort den Berufseinstieg sogar erleichtern.

Leider ist es nur bedingt so, dass dich das geisteswissenschaftliche Studium gut auf journalistische Tätigkeiten vorbereitet hat. Du kannst recherchieren wie kein Zweiter, aber zwischen wissenschaftlichem Schreiben und journalistischer Arbeit liegen Welten. Ein sicherer Tipp für den Berufseinstieg ist die Ausbildung in einer deutschen Journalistenschule. Allerdings sind die Plätze begrenzt und die Aufnahmebedingungen alles andere als ein Kinderspiel.

Der klassische Weg in eine Festanstellung für Journalismus Berufe ist das Volontariat. In 1-2 Jahren legst du die Grundlagen für deine berufliche Zukunft.  Gerade bei Tageszeitungen ist das Volontariat für den Einstieg häufig noch obligatorisch, in anderen Bereichen wie z.B. Online-Redaktionen ist es heutzutage nur noch selten Voraussetzung. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Als Journalist musst du zwar in vielen Dingen ein Allrounder sein, allerdings kannst und solltest du dich dennoch auf bestimmte Themengebiete spezialisieren. Interessierst du dich für die Boulevardpresse, solltest du dich also in der Promiszene auskennen, willst du für ein IT-Magazin schreiben, musst du mehr können, als einen Ordner auf dem Desktop erstellen, und als  Sportjournalist ist es das Mindeste zu wissen, wer gerade in der Bundesliga ganz oben dabei ist. Auch wenn du beim Berufseinstieg wahrscheinlich noch kein Experte bist, hilft es, sich frühzeitig über sein Wunschressort bzw. seine Wunschbranche im Klaren zu sein.

Es liegt an dir, was du aus dem Beruf Journalist machst. Möchtest du bei einer Heimatzeitung ganz beschaulich über Land und Leute berichten oder politisch investigativ tätig sein? Je nachdem, ob dich das Ausland reizt, braucht es auch schon mal eine Portion Mut und Risikowillen, wenn du als Korrespondent in Krisengebieten unterwegs bist.

Nicht nur Themen und Arbeitsbedingungen unterscheiden sich von Journalismus-Beruf zu Journalismus-Beruf, sondern auch stilistische Faktoren solltest du bedenken. Als PR-Redakteur wirst du relativ nüchterne Pressemitteilungen schreiben, während du als Online-Redakteur meist etwas lockerer, dafür aber suchmaschinenoptimiert texten musst. Und natürlich schreibt man bei der BILD ganz anders als bei der FAZ. Wie du siehst, ist die Entscheidung, den Beruf Journalist zu ergreifen, nur die erste von vielen weiteren. 

  • Journalist/in bei
    Journalistenschule ifp

    Menschen treffen und ihre Geschichten erzählen. Missstände aufdecken. An der Entwicklung des Gemeinwesens mitwirken. Orientierung geben in der Informationsflut... Wir könnten jetzt noch viele weitere Facetten des Berufs aufzählen. Viel lieber aber antworten wir gezielt auf Ihre Fragen. Also, rufen Sie uns an oder mailen Sie uns: Die Studienleiter Burkhard Schäfers (schaefers@journalistenschule-ifp.de, Tel.: 089-549103-16) und Julia Walker (walker@journalistenschule-ifp.de, 089-549103-23) sind Ihre Ansprechpartner fürs Volontariat.

    Passende Jobs bei Journalistenschule ifp
Fachjargon
„Freier“

Unfreiwillig zweideutige Abkürzung für einen „freiberuflichen Journalisten“, der in keinem festen Angestelltenverhältnis steht, sondern Auftrags- und Honorararbeiten abliefert.

Lead

Als Lead wird die Einleitung oder auch der Vorspann eines Artikels bezeichnet, der den Leser über die wichtigsten Inhalte des Texts informiert und Lust machen soll, weiterzulesen. Häufig ist er fett gedruckt und variiert in der Länge zwischen einem und fünf Sätzen.

Deadline

An der sagenumwobenen Deadline kommt kein Journalist vorbei, denn sie markiert das Datum samt Uhrzeit, zu dem die eigene Arbeit (sei es Text oder Bild) in ihrem finalen Zustand sein muss. Wer seine Deadlines nicht einhält, bekommt schnell Probleme mit dem Vorgesetzten.

Wusstest du schon, dass...
  • nicht jeder Journalist automatisch einen Presseausweis hat? Man muss ihn selbstständig beantragen und belegen, dass man hauptberuflich journalistisch tätig ist.
  • laut einer Umfrage 41% der deutschen Journalisten mindestens einmal wöchentlich in sozialen Netzwerken recherchieren?
  • es den Beruf des Comedy-Redakteurs gibt, der sich besonders auf unterhaltsame Texte für Radio&TV spezialisiert?
Was man kennen und können sollte
Programme (als Textjournalist)
  • Microsoft Office
  • Adobe Indesign
  • Erfahrung mit CMS-Systemen
Programme (als Bildjournalist)
  • Bildbearbeitungsprogramme (z.B. Adobe Photoshop)
Sprachen
  • Perfekte deutsche Rechtschreibung & Grammatik
  • Sehr gute Englischkenntnisse (Wort & Schrift)
  • Weitere Sprachkenntnisse (von Französisch bis Chinesisch)
Autor: Lena Kuschke
Verwandte Berufsfelder: Medien Online
Journalist als Beruf - Infos zur Arbeit im Journalismus

Beruf als
Journalist/in

Redakteur, Reporter Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 50 bis 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1600-3300 €
Männer/Frauen-Relation 5/5
Bewerber pro Stelle: 100 Bewerber
Spitzenverdiener 6000 €