Beruf als Fotograf - Arbeiten in Design

Ein Leben ohne Fotos können wir uns heutzutage gar nicht mehr vorstellen. Wir brauchen sie für unseren Ausweis, um unsere Identität bestätigen zu können, laden sie bei Facebook hoch, um zu zeigen, wer wir sind oder hängen uns lieb gewonnenen Erinnerungen von Urlauben und besonderen Momenten an unsere Zimmerwand. Zugegeben: Wirklich professionell sind nur die Passfotos, alle anderen Bilder sind sicher mit Liebe gemacht worden, weisen in der Technik und Ausführung aber sicher ein paar Fehler auf. Rote oder gar geschlossene Augen, glänzende Haut, unvorteilhafte Perspektiven oder unscharfe Bilder. Zwischen Amateur- und Profifotos liegen einfach Welten.


Arbeitsalltag und Aufgaben als Fotograf

Arbeitsalltag als Fotograf Fotograf/in werden

Klar, dass du während deines Studiums für den Beruf als Fotografen lernst, wie du all das vermeiden kannst. Neben jeder Menge Theorie und Geschichte erfährst du mit steigender Berufserfahrung, wie wichtig es ist, vorbereitet zu sein. Organisation, Management und Planung eines Fotoshootings sind das A und O. Wenn du bereits im Voraus alles super planst, kannst du dich voll und ganz auf die Fotos konzentrieren und musst am Ende auch nicht ganz so viel nachkorrigieren. Keine Frage, dass dabei eines klar im Mittelpunkt stehen muss: die Wünsche und Zufriedenheit deiner Kunden. 

Wenn man über den Beruf des Fotografen nachdenkt, ist die erste Assoziation natürlich, dass es sich dabei hauptsächlich um das Schießen von Fotos handelt. Natürlich ist das auch die wichtigste Aufgabe eines Fotografen, denn ohne Fotos könnte er seine restlichen Aufgaben gar nicht erledigen. Trotzdem ist es nicht so, dass man sich ins Auto setzt, irgendwo hinfährt, Fotos macht und diese dann dem Kunden überlässt. Ein Fotoshooting erfordert ein großes Maß an Planung und Organisation, und zwar davor und danach, ganz egal, ob du selbstständig oder in einer Agentur angestellt bist.

In beiden Fällen nimmt die Fotografie selbst daher lediglich 30% des Berufsalltags ein. Die restlichen 70% finden vorwiegend am Rechner bzw. im Büro statt. Du checkst morgens zunächst einmal deine Mails und nimmst Telefonate an, um neue Termine mit Kunden zu vereinbaren und zu koordinieren. Für bereits ausgeführte Shootings erstellst du Rechnungen, für noch anstehende Termine sichtest du die Locations, um dich auf die Umgebung und mögliche Fotomotive einzustellen. Da du als Freelancer selten Aufträge à la „Suche Hochzeitsfotografen“ im Internet oder in Zeitungen findest, musst du selbst aktiv werden und für dich die Werbetrommel rühren.

Social Media Kanäle wie Twitter und ganz besonders Facebook sind für Selbstständige sehr wichtig. Hier kannst du Gewinnspiele starten oder auf Aktionen und Angebotspreise hinweisen. Besonders mit der Verlosung von Fotoshootings kannst du im Fotografen Beruf einen ganz neuen Kundenstamm ansprechen und diesen für dich gewinnen. Wenn dann ein Shooting ansteht, bist du häufig mit mehreren Personen vor Ort und arbeitest mit externen Hairstylisten oder Visagisten zusammen. Bist du selbstständig, hilft dir meistens ein externer Assistent, den du für diesen Tag gebucht hast. Er bedient eine zweite Kamera oder kümmert sich um die Ausleuchtung des Settings.

Vor Ort gehst du dann natürlich auf die Kundenwünsche ein, die meistens schon in einem Vorgespräch besprochen und abgeklärt wurden. Du hilfst deinen Kunden dabei, sich perfekt in Szene zu setzen, indem du Anweisungen und Tipps gibst. Da die meisten Menschen nicht so häufig vor einer professionellen Kamera stehen und vor allem im Bereich Erotik oft verängstigt sind und Hemmungen haben, musst du dafür sorgen, dass sie ihre Scheu verlieren und dir vertrauen. Denn nur so können tolle Bilder entstehen. Nach dem Shooting findest du dich dann im Büro wieder, um die Fotos nachzubearbeiten und dann ein Paket aus den besten Bildern für den Kunden zusammenzustellen.

Wenn du in einem Unternehmen angestellt bist, musst du meist zu einer bestimmten Zeit im Büro sein und kriegst die Aufträge von deinem Vorgesetzten zugeteilt. Dabei arbeitest du dann fast immer als Werbefotograf und kümmerst dich um die perfekte Inszenierung von Produkten, die eure Kunden herstellen. Dabei kann es sich um Autos, Kühlschränke oder Nahrungsmittel handelt, die Hauptsache ist, dass du alles perfekt in Szene setzt. 

Voraussetzungen für den Beruf Fotograf

Es wird dich vielleicht überraschen, aber um für den Fotografen Beruf infrage zu kommen, musst du nicht unbedingt Fotografie studiert haben. Auch Designer, Journalisten, Biologen oder BWLer mit gutem Auge haben gute Chancen, als Fotograf durchzustarten. Du hast gar nicht studiert? Auch das ist eigentlich kein Problem, denn vor allem in der Fotobranche sind sehr gute Noten und Uni-Abschlüsse eher zweitrangig. Was zählt, ist, dass du ein Auge für kleine Details und Besonderheiten hast und Konzepte zusammen mit Kunden umsetzen kannst. Denn mal ehrlich: Was bringt dir eine 1,3 in Labortechnik wenn du einfach keine guten Bilder machst und nicht weißt, wie man die Kamera richtig bedient?

Neben Talent gehört definitiv auch eine ganzen Menge Organisationsfähigkeit dazu. Das Allerwichtigste ist jedoch, dass du super mit Menschen umgehen und dich gut verkaufen kannst. Wenn ihnen deine Arbeit und deine Art gefallen haben, kommen sie meistens auch wieder. Häufig beginnt alles mit einem Hochzeitsshooting und setzt sich dann mit einem Schwangerschaftsshooting und den anschließenden Babybildern fort. Es ist toll, dass man als Fotograf an so wichtigen und intimen Momenten der Kunden teilhaben darf und somit häufig auch zu einem Teil der Familie wird.

Es gehört sicherlich auch zu den spannendsten Dingen am Beruf des Fotografen, dass man gemeinsam mit Kunden immer wieder neue tolle Bilder erschafft und entwickelt. Täglich lernt man neue Menschen kennen und meistens gleicht kein Tag dem anderen.

Aufgrund der intensiven Vor- und Nachbearbeitung der Shootings ist der Job auf jeden Fall sehr zeitaufwändig. Da Fotografen meistens selbstständig sind, arbeiten sie oft 60-70 Stunden in der Woche und müssen auch schon mal an Samstagen oder Sonntagen arbeiten, wenn Hochzeiten oder andere Events auf diese Wochentage fallen. Du solltest dir daher darüber im Klaren sein, dass du nur wenig Freizeit haben wirst und auch die Büroarbeit schon einmal mit nach Hause nehmen musst, um alles rechtzeitig fertigzubekommen.

Natürlich musst du als Fotograf auch sehr technikaffin sein und kein Problem damit haben, einige  Zeit am Rechner zu sitzen. Du solltest über Erfahrungen mit den Adobe Creative Programmen verfügen, um die Bilder perfekt nachbearbeiten zu können. Denn egal wie toll die Kunden bei Hochzeiten oder Beautyfotos aussahen, meistens werden sie trotzdem noch einmal am Computer verschönert.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Im Fotografen Beruf kannst du dich auch verschiedene Dinge spezialisieren, um sie zu perfektionieren. Die Regel ist jedoch, dass du als selbstständiger Fotograf meistens die ganze Bandbreite an Shootings anbietest, um möglichst viele Felder und ein breites Kundeninteresse abzudecken. Als Fotograf in Erotikfotografie musst du sehr einfühlsam sein und auf die Sorgen und Ängste der Kunden eingehen, da die Kunden oft Hemmungen haben, sich vor der Linse und dir als „Fremden“ zu entblößen. Bereits in Vorgesprächen kannst du darauf eingehen und abklären, ob der Kunde sich hüllenlos oder in schönen Dessous zeigen will. Als Fotograf in der Richtung Beautyfotografie arbeitest du fast immer noch mit Hairstylisten oder Visagisten zusammen. Neben ihrer eigenen Optik setzt du Accessoires wie Federn oder Schmuck ein, um das Topmodel im Kunden zu erwecken. Eine ganz andere Richtung ist die Unternehmensfotografie. Hier führst du Business-Shootings durch und versuchst das Unternehmen und ihre Dienstleistungen oder Produkte wirkungsvoll zu inszenieren und darzustellen.

Spezialisierungen
Fotograf/in
Fachjargon
Social Media

Der Bereich Social Media ist besonders für selbstständige Fotografen sehr wichtig. Das Internet bietet das beste Medium für die Darstellung der Arbeit, des Betriebs oder der eigenen Person. Vor allem Facebook wird gerne genutzt, da man dort direkt mit den Followern interagieren kann. Fotografen können dort beispielsweise ihre eigene Fan-Seite erstellen, die Kunden liken. Dort können dann aktuelle Aktionen wie Gewinne, Verlosungen oder Rabattaktionen angekündigt und beworben werden. Natürlich ist es auch sinnvoll, wenn man dort Fotos hochlädt, damit potenzielle Kunden sich ein Bild über das Angebot machen können.

Empfehlungsgeschäft

Das Geschäft von selbstständigen Fotografen lebt von der Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn Kunden zufrieden waren und Freunde oder Familienmitglieder auch einen Fotografen für ein bestimmtes Event suchen, wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit weiterempfohlen. Hat man erst einmal einen Kunden gewonnen, folgt häufig eine Abfolge von Aufträgen. Häufig beginnt man als Hochzeitsfotograf und wird dann auch für andere wichtige Ereignisse des weiteren Lebens als Fotograf gebucht. Häufig folgen auf Hochzeiten Schwangerschaftsbilder und Babyshootings. Wenn du also offen, kommunikativ und freundlich bist und deine Kunden glücklich über ihre tollen Fotos sind, werden Folgeaufträge eintreffen. Und es gibt sicher keine schönere Bestätigung der eigenen Arbeit, als weiter empfohlen oder erneut gebucht zu werden.

Fotoshooting

Keine Frage, dass auch Fotoshootings unbedingt zum Fachjargon eines Fotografen gehören. Wenn du als selbstständiger Fotograf arbeitest und Kunden dich für Fotos buchen, handelt es sich um organisierte und geplante Shootings. Die Fotos werden zu einem bestimmten Zwecke oder Auftrag geschossen. Zu einem Fotoshooting gehören also neben einem Zeitpunkt und Ort auch Fotomotive, die abgelichtet werden können. Je nachdem, um was für ein Shooting es sich handelt, sind weitere Personen anwesend und involviert. Geht es zum Beispiel um ein Beauty-Shooting, sind neben dem Fotografen auch Models, Hairstylisten, Visagisten und Assistenten vor Ort, die extern dazu gebucht werden können.

Wusstest du schon, dass...
  • die 1981 von Sony hergestellte „Mavica“ als Ur-Digitalkamera gilt?
  • die größte Speicherkarte der Welt 120 Petabyte umfasst?
  • die Camera Obscura (dunkle Kammer) der Namensgeber für die gesamte Gattung der Kamera ist?
Was man kennen und können sollte
EDV/IT
  • Adobe Creative Suite
  • Lightroom
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Dieses Berufsprofil ist entstanden mit Unterstützung von
Das Ehepaar Poli und Nadja Moutevelidis arbeitet seit 2009 als freie Fotografen in seinem eigenen Studio in Dortmund und steht für eindrucksvolle Fotografie in den Bereichen Hochzeit, Beauty, Erotik und Unternehmen. In speziellen Locations, ihrem Fotostudio oder an der frischen Luft schießen die beiden intensive Fotos, die einen modernen Lifestyle verkörpern. Das hat auch der „Bund der professionellen Portraitfotografen“ so gesehen und ihnen 2013 mit 3 Sternen die höchste Auszeichnung verliehen.
Poli Moutevelidis und Nadja Moutevelidis
Verwandte Berufsfelder: Design Medien
Fotograf als Beruf - Infos zur Arbeit in Design

Beruf als
Fotograf/in

Fotodesigner, Fotoredakteur, Fotochef, Fotojournalist Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 56 Stunden, vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1800-2500 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 20 Bewerber
Spitzenverdiener 3500 €