Beruf als Filialleiter - Arbeiten in der Wirtschaft

Ob die urige Buchhandlung nebenan oder die exklusive Mode-Boutique im Nobelviertel, ob Supermarkt, Fastfood-Laden, Möbelgeschäft oder lizensiertes Kaffeehaus – jede Filiale braucht ein Oberhaupt, das vom Wareneinkauf, über das Personalmanagement bis hin zur Entwicklung von Marketingideen für den wirtschaftlichen Erfolg der Verkaufs- oder Zweigstelle verantwortlich ist. Im Beruf als Filialleiter beziehungsweise Filialleiterin hast du diese verantwortungsvolle Position inne. Wenn du dich mit einem bestimmten Sortiment oder bestimmten Dienstleistungen, einem bestimmten Kundenkreis und einer bestimmten Region besonders identifizieren kannst, Spaß am Umgang mit Menschen hast, über kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Know-how verfügst und zudem nicht davor zurückscheust, weitreichende Entscheidungen zu treffen, dann bist du der perfekte Kandidat für diesen Job.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Filialleiter

Jobs als Filialleiter Filialleiter/in werden

Was macht ein Filialleiter? Die einfachere Frage wäre, was er eigentlich nicht macht. Im Beruf als Filialleiter, auch Verkaufsstellenleiter genannt, bist du der Hauptverantwortliche dafür, dass es in einer Zweig- oder Verkaufsstelle von größeren Unternehmen oder Warenhäusern rund läuft. Du kümmerst dich eigenverantwortlich um den Wareneinkauf und die Warenverfügbarkeit, um die Präsentation des Sortiments und den Absatz. Leitest du ein Dienstleistungsunternehmen, achtest du darauf, dass alle Aufträge zufriedenstellend ausgeführt werden und immer ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, vom Mietauto bis zum Kundenberater. Du bist verantwortlich für den wirtschaftlichen Erfolg, die Kundenzufriedenheit sowie die Personalplanung deiner Zweigstelle, manchmal auch für die Kundenakquise und für Marketingideen, zum Beispiel besonderen Gewinnspielaktionen.

Nehmen wir als Beispiel einen Supermarkt: Du schaust, welche Artikel gut laufen und von welchen Nachschub geordert werden muss. Die geschälten und dann wieder verschweißten Bananen sind ein Ladenhüter, während die Chips mit Currywurstgeschmack aus den Regalen gerissen werden? Okay, dann hiervon bei der nächsten Bestellung eine Ladung mehr und davon lieber etwas weniger. Stehen wieder Panikkäufe an, weil der Freitag ein Feiertag ist, solltest du lieber auch ein paar Kassierer zusätzlich einplanen. Der Bedarf an Mitarbeitern hat sich erhöht? Dann gibst du Stellenanzeigen auf und führst Bewerbungsgespräche. Natürlich nur, sofern neues Personal überhaupt ins Budget passt. Auch das Arrangement des Sortiments liegt in deiner Verantwortung. Süßigkeiten platzierst du etwa schlauerweise so, dass die Kinder beim Warten in der Schlange angefixt werden und noch ein ungeplantes Ü-Ei in den Einkaufswagen wandert. Daneben stehst du im Filialleiter Beruf im regen Austausch mit den Kollegen über dir, etwa den Verkaufsleitern, den Geschäftsführern oder dem Vorstand, und überlegst dir Strategien, wie ein bestimmtes Produkt oder gleich der ganze Laden ihren Umsatz steigern könnte.

Den Beruf als Filialleiter gibt es natürlich nicht nur in Supermärkten, sondern in so ziemlich allen Branchen und Bereichen, ob Autovermietung oder Personalvermittlung, ob Bank oder Versicherung. Wie dein Arbeitsalltag dann im Einzelnen aussieht, ist stark abhängig von dem Waren- oder Dienstleistungsangebot sowie dem Kundenstamm, mit dem du es zu tun hast. Die Größe deiner Filiale hat dabei deutlich Auswirkungen auf die Palette deiner Aufgaben. In einem großen Haus mit hundert Mitarbeitern bist du vermutlich nur in bestimmte Aufgaben direkt involviert und hast noch diverse Abteilungsleiter unter dir. In einem kleinen, fein sortierten Getränkemarkt bist du dagegen vom Wareneinkauf bis hin zum Regalauffüllen überall im Einsatz.

Voraussetzungen für den Beruf Filialleiter

Die formalen Voraussetzungen für den Beruf als Filialleiter können ganz unterschiedlich ausfallen. In vielen Filialen, besonders im Einzelhandel, ist eine kaufmännische Ausbildung ein super Einstieg, da du auf diese Art bereits ein bestimmtes Unternehmen oder die typischen Abläufe kennengelernt hast. Häufig werden Filialleiter daher aus dem eigenen Azubi-Nachwuchs rekrutiert und zuerst als stellvertretender Filialleiter oder Marktleiter angelernt. Daneben sind gerade betriebswissenschaftliche Studiengänge eine hervorragende Basis für den Filialleiter Beruf, da du dort alle Bereiche wie Controlling, Rechnungswesen, Personal und Marketing kennenlernst. Alles richtig machst du mit einem dualen Studium, das die kaufmännische Ausbildung mit dem Studium vereint. Wenn du keine Lust auf ein Studium hast, können dich auch Fortbildungen, zum Beispiel zum Betriebswirt, für den Posten prädestinieren. Für höhere Positionen, etwa als Verkaufsleiter, wird in der Regel aber ein abgeschlossenes Studium erwartet, wobei der Bachelor meistens ausreicht.

Häufig durchläufst du, gerade wenn du dich als Hochschulabsolvent ohne größere Erfahrung für den Beruf als Filialleiter bewirbst, zuerst noch ein Traineeprogramm oder ein sogenanntes Training on the Job. Hier wirst du innerhalb einiger Monate bis eines ganzen Jahres gezielt auf die Aufgaben eines Filialleiters vorbereitet.

Daneben sind ein Interesse am Waren- oder Dienstleistungsangebot, der Spaß am Umgang mit Kunden und ein hohes Maß an Kommunikationsstärke unabdingbar für den Jobs. Du musst dich stets über neue Produkte auf dem Laufenden halten und auch mit einem Auge auf die Konkurrenz schielen. Wenn dein Supermarkt als einziger im Umkreis von 20 Kilometern schon um 18 Uhr schließt, darfst du dich nicht wundern, wenn die Kunden das Lager wechseln.

Spezialisierungsmöglichkeiten

In der Filialleitung bist du bereits spezialisiert, nämlich auf eine bestimmte Branche, ein bestimmtes Waren- oder Dienstleistungsangebot, einen bestimmten Kundenkreis und einen bestimmten Standort. Je nach Größe deiner Filiale wirst du dich  unter Umständen aber nur auf bestimmte Aufgabengebiete konzentrieren, einfach, weil dir für viele andere Aufgaben die Zeit fehlt. So behältst du vielleicht das Große und Ganze im Auge oder fokussierst dich vor allem auf die Kommunikation sowohl innerhalb der Belegschaft als auch mit der Unternehmensführung, während du die Personalverwaltung oder den Einkauf an andere Mitarbeiter delegierst. Anderenorts findest du dich dagegen mitten im Laden wieder, räumst Waren ein oder bedienst Kunden. Im Beruf als Filialleiter gilt daher die Regel: je größer deine Filiale, umso spezialisierter dein Aufgabenbereich. 

Spezialisierungen
Filialleiter/in
  • Filialleiter/in bei
    Sixt

    Filialleiter – das bunte Gesamtpaket

    Im In- oder Ausland seine eigene Filiale leiten? Klingt super! Aber was genau macht ein Filialleiter eigentlich? Ganz einfach: alles, was Chefsache ist! So ist der Filialleiter nicht nur für die Mitarbeiterführung, -schulung und –entwicklung verantwortlich, sondern auch für das Flottenmanagement und die Überwachung der Prozesse.

    Außerdem kümmert er sich um die betriebswirtschaftliche Kennzahlensteuerung, um die qualitative Steuerung der Filiale und natürlich um die Sicherstellung der Kundenzufriedenheit. Zusätzlich ist er zuständig für die Umsatzsteigerung durch Kundenakquisition im lokalen Vertrieb sowie dem Verkauf von Zusatzprodukten.

    Der Beruf des Filialleiters umfasst also ein spannendes und abwechslungsreiches Aufgabenfeld, bei dem auf keinen Fall „business as usual“ gilt, sondern das Arbeiten im eigenen kleinen Unternehmen mit einer vielfältigen Fahrzeugflotte, unterschiedlichsten Kunden und vor allem einem tollen Team!

    Passende Jobs bei Sixt
Fachjargon
Filialist

Als Filialist bezeichnet man Dienstleister und Handelsketten, die mehr als fünf Niederlassungen ihr Eigen nennen. Auch die Besitzer oder Betreiber dieses Mutterunternehmens werden als Filialist, beziehungsweise Filialistin bezeichnet, manchmal sogar die Filialleiter und Filialleiterinnen selbst.

Cashflow

Wie viel Geld wird ausgegeben, wie viel Geld wird eingenommen? Die Differenz, also den Geldzu- oder -abfluss, wird als Cashflow bezeichnet. Der Cashflow wird immer innerhalb eines bestimmten Zeitraums gemessen, etwa ein Geschäftsjahr. Als Filialleiter bist du natürlich an einem positiven Cashflow deiner Filiale interessiert.

B2B/B2C

Die Geschäftsbeziehungen zwischen zwei Parteien werden entweder als „Business to Business“ (B2B) oder als „Business to Customer“ (B2C) bezeichnet. Von „Business to Business“ spricht man, wenn beide Parteien Unternehmen sind, etwa beim Verhältnis von einem Warenhaus und dem Lieferanten. „Business to Customer“ umfasst dagegen das Verhältnis zwischen Unternehmen und Kunden. Als Filialleiter hast du es in der Regel mit beiden Formen zu tun.

Wusstest du schon, dass...
  • die beiden Ketten mit den weltweit meisten Filialen aus dem Fastfoodbereich kommen? Der Erstplatzierte ist berühmt für seine Sandwiches, Platz 2 geht an das Unternehmen mit dem großen M im Logo.
  • im Gegensatz zu Filialleitern die Franchise-Nehmer rechtlich selbstständig sind? Filialen gelten als betriebseigene Organe, Franchises nicht. Franchise-Nehmer sind somit keine Angestellten der Kette und damit auch nicht weisungsgebunden.
  • die Dortmunder Innenstadt der Standort mit dem höchsten Anteil (79,5%) an Filialisten ist? Den niedrigsten Anteil findet man in der Innenstadt von München (53,7%).
Was man kennen und können sollte
Fachliche Kompetenzen
  • Waren- und Dienstleistungsangebot
  • Personalmanagement
  • Budgetplanung
  • Marketing
  • Organisation
Soziale Kompetenzen
  • Mitarbeiterführung
  • Kommunikationsstärke
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kundenbetreuung
Verwandte Berufsfelder:
Filialleiter als Beruf - Infos zur Arbeit in der Wirtschaft

Beruf als
Filialleiter/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 45 bis 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2500-3000 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 10-30 Bewerber
Spitzenverdiener 5000 €