Beruf als Facharzt für Radiologie - Arbeiten in der Medizin

Als Facharzt für Radiologie bist du der Detektiv unter den Fachärzten, denn dein Alltag dreht sich vor allem um die Diagnose. Mit der Unterstützung von modernster Technik gehst du den Dingen auf den Grund. Dein Arbeitsalltag ist besonders abwechslungsreich, da du an der Schnittstelle zu sämtlichen Fachbereichen – wie der Onkologie, Orthopädie oder Chirurgie stehst. Da bildgebende Verfahren nicht mehr aus der modernen Medizin wegzudenken sind und die Forschung immer weiter voranschreitet, ist der Beruf des Facharztes für Radiologie besonders zukunftsträchtig. Benötigst du noch ein weiteres Argument für den Beruf des Facharztes der Radiologie, können wir dir sagen, dass der Radiologe vergleichsweise geregelte Arbeitszeiten hat.

Spezialisierungen
Facharzt/-ärztin für Radiologie

Arbeitsalltag und Aufgaben als Facharzt für Radiologie

Facharzt für Radiologie werden Facharzt/-ärztin für Radiologie werden

Wer mit der Medizin höchstens als Patient vertraut ist, hat es bestimmt noch nie gemerkt, unter Ärzten sorgt es regelmäßig für Kopfschütteln. In Spielfilmen und Arztserien werden immer wieder Röntgenbilder begutachtet, die falsch herum hängen. Doch dies ist oft gar nicht der einzige Fehler, denn in kaum einem Krankenhaus werden Röntgenbilder, MRT-Aufnahmen und Angiografien von den behandelnden Ärzten selbst ausgewertet. Denn hierfür gibt es Fachärzte, die auch die kleinste Auffälligkeit bemerken und zu interpretieren wissen - natürlich handelt es sich hier um Fachärzte für Radiologie.

Hier sind wir auch schon beim Kern der Arbeit, denn dein Arbeitsalltag als Radiologe dreht sich um die Durchführung und Auswertung von bildgebenden Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT. Dir sollte dabei bewusst sein, dass du einen Großteil deines Arbeitstages im Dunkeln verbringst, da dies die Auswertung der Bilder erheblich erleichtert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Fachärzten, hast du daher vergleichsweise wenig Patientenkontakt, dafür aber umso mehr zu deinen Kollegen, so wirst du jede deiner Auswertungen ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprechen. Ein besonderer Pluspunkt ist das enorme Spektrum am Krankheitsbildern, mit denen du es zu tun bekommst. Abwechslung ist daher vorprogrammiert.

Arbeiten kannst du im Radiologen Beruf nicht nur in einer Klinik, sondern ebenso als niedergelassener Arzt, wobei der Trend hier zu der Gemeinschaftspraxis geht. Sind dir planbare Arbeitszeiten besonders wichtig, ist dies natürlich ein Argument für die Tätigkeit in einer Praxis. Doch auch in einer Klinik wirst du geregelte Schichten haben. Da es in ländlichen Gebieten kaum Radiologen gibt, bist du hier natürlich besonders begehrt und kannst dich über einen mangelnden Patientendrang nicht beklagen.

Voraussetzungen für den Beruf Facharzt für Radiologie

Möchtest du den Radiologen Beruf ausführen, sollte dich die Erstellung von Diagnosen mit Hilfe von Bildmaterial schon im Studium fasziniert haben. Denn ob mit digitalen Röntgenaufnahmen, Computertomographien oder Magnetresonanztomografie – du blickst in den menschlichen Körper ohne dafür ein Skalpell in die Hand nehmen zu müssen. Besonders wichtig ist daher dein räumliches Vorstellungsvermögen und Bildgedächtnis. Denn nicht immer kannst du mit Vergleichsbildern arbeiten, alle nötigen Informationen sollten bereits in deinem Kopf abgespeichert sein. Da du mit Ärzten aller Bereiche zusammenarbeitest, solltest du sehr kommunikativ und bereit zum täglichen Austausch sein. Möchtest du dagegen besonders viel Patientenkontakt haben, könnte dies ein Manko sein, denn du begleitest deine Patienten nur über einen kurzen Zeitraum. So klärst du beispielsweise über die Risiken einer Röntgenuntersuchung auf, verabreichst Kontrastmittel oder bist bei der Besprechung der Diagnose dabei. Danach übernimmt wieder der jeweilige Facharzt die weitere Behandlung.

Wie die meisten Facharztausbildungen ist auch die Ausbildung zum Facharzt für Radiologie eine echte Herausforderung. Dies liegt nicht zuletzt an den vielen Verfahren, die du beherrschen musst und den vielen Fachbereichen, die du im Radiologen Beruf unterstützt. Die Ausbildung dauert daher mindestens fünf Jahre, möchtest du dich darüber hinaus weiter spezialisieren, beispielsweise auf den Bereich der Kinderradiologie, musst du weitere zwei Jahre einplanen.  

Spezialisierungsmöglichkeiten

Der Beruf des Facharztes für Radiologie bietet dir viele Möglichkeiten, dich zu spezialisieren. Besonders beliebt ist die Spezialisierung auf die Kinderradiologie. Denn hier wartet nicht nur eine fachliche Herausforderung, sondern auch eine zwischenmenschliche. So nimmst du den kleinen Patienten die Angst vor „gruseligen“ MRT Röhren oder erklärst spielerisch, was die Geräte alles können. Aber auch die Neuroradiologie, die Nuklearmedizin oder Strahlentherapie sind mögliche Spezialisierungen. Die interventionelle Radiologie bietet dir darüber hinaus die Möglichkeit, mithilfe von minimalinvasiven Eingriffen dem Patienten nicht nur durch die Diagnose zur Genesung zu verhelfen, sondern auch durch die Durchführung einer Operation. Denn auch diese sind nur durch die Unterstützung bildgebender Verfahren möglich. Das heißt während du operierst, zeigen dir Aufnahmen, was im Inneren geschieht. 

Spezialisierungen
Facharzt/-ärztin für Radiologie
Fachjargon
Stent

Ein Stent ist eine Gefäßprothese, die bei Durchleuchtungskontrollen eingesetzt wird. In diesem Fall spricht man nicht von einer Angiographie, sondern von einer Stentangioplastie.

Nativ

In der Radiologie bedeutet nativ, dass eine Untersuchung ohne Kontrastmittel durchgeführt wird. Viele Radiologische Untersuchungen werden mit Hilfe von Kontrastmitteln durchgeführt, beispielsweise, wenn Venen oder Lymphgefäße betrachtet werden. Verfahren wie Röntgenuntersuchungen des Thorax oder Mammographien der Brust kommen aber ohne aus.

Teleradiologie

Unter Teleradiologie versteht man die Auswertung von Bildern von Zuhause aus. Durch digitale Aufnahmen bist du nicht an das Krankenhaus oder die Praxis gebunden, sondern kannst dir die auszuwertenden Bilder schicken lassen. Diese Möglichkeit macht den Beruf besonders familienfreundlich.

Wusstest du schon, dass...
  • nur 2% aller Fachärzte Radiologen sind und diese damit eine sehr kleine Gruppe bilden?
  • in den neuen Bundesländern auf 40.000 Einwohner nur ein niedergelassener Radiologe fällt? In den alten Bundesländern teilen sich 31.000 Einwohner einen Radiologen.
  • 70% aller Diagnosen durch die Radiologie gestellt werden?
Was man kennen und können sollte
Fachkenntnisse
  • Umfangreiche Kenntnisse in MRT und CT
  • Beherrschung CT-gesteuerte Biopsien und Drainagen
weitere Fähigkeiten
  • Gutes Bildgedächtnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Engagement
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder: Medizin
Facharzt für Radiologie als Beruf - Infos zur Arbeit in der Medizin

Beruf als
Facharzt/-ärztin für Radiologie

Radiologe, Radiologin Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 45 bis 55 Stunden: vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 4700-6100 €
Männer/Frauen-Relation 6/4
Bewerber pro Stelle: 5 Bewerber
Spitzenverdiener 46.000 €