Beruf als Facharzt Innere Medizin - Arbeiten in der Medizin

Jeder, der als Kind schon mal eine Folge „Es war einmal das Leben“ geguckt hat, der weiß: in unserem Körper ist eine ganze Menge los. Da wollen Vergiftungen geheilt, Infektionen eingedämmt und unsere Organe behandelt werden. Dein Aufgabengebiet im Beruf als Facharzt Innere Medizin ist derart komplex, dass du die Wahl hast, dich entweder zum Allrounder ausbilden zu lassen, der quasi von allem ein bisschen beherrscht und bei komplizierteren Fällen an den Fachmann weiterleitet. Oder du wirst ein solcher Spezialist und suchst du dir deinen Nischenbereich. Wie du dich auch entscheidest, im Beruf als Facharzt Innere Medizin bist du verantwortlich dafür, dass unter unserer Haut alles so funktioniert, wie es auch funktionieren soll. Und weil es dort so einiges gibt, das funktionieren muss, kommen Fachärzte Innere Medizin in fast allen Einrichtungen der medizinischen Behandlung zum Einsatz.

Arbeitsalltag und Aufgaben als Facharzt Innere Medizin

Facharzt für Innere Medizin werden Facharzt/-ärztin für Innere Medizin werden

Im Beruf als Facharzt Innere Medizin, auch Internist genannt, bist du hauptsächlich für die inneren Organe der Patienten zuständig, etwa Herz, Nieren, Verdauungs- und Atmungsorgane. Aber auch die Behandlung von Blut, Gewebe, Infektionen, Tumoren und Immunsystem zählt dazu. Die Symptome, bei denen du als Internist aufgesucht wirst, sind weitverbreitet. Dementsprechend viele Einrichtungen haben auch eine innermedizinische Abteilung. Anstellung findest du im Beruf als Facharzt Innere Medizin in Kliniken, Praxen und Krankenhäusern. Das können kommunale Einrichtungen sein, etwa öffentliche Krankenhäuser, freigemeinnützige Einrichtungen, etwa der Kirche oder des Roten Kreuzes, Unikliniken oder privat geführte Einrichtungen.

Der Arbeitsalltag in den einzelnen Einrichtungen fällt relativ ähnlich aus, immer bist du für die Vorbeugung, Diagnose, Behandlung sowie für Therapien zur Gesundheitswiederherstellung zuständig. Du hast zum einen die Möglichkeit, quasi Experte für die Basis der Inneren Medizin zu werden, musst bei komplizierteren Krankheitsbildern dann aber häufig an einen Spezialisten verweisen. Oder du wirst ein solcher Spezialist und fokussierst dich beispielsweise auf ein bestimmtes Organ.

Größere Kliniken verfügen über mehrere Abteilungen für Internisten und beherbergen mehrere Spezialisten, während kleinere Kliniken sich auf bestimmte Spezialgebiete fokussieren. Dementsprechend variantenreich fallen die Symptome aus, mit denen du in Berührung kommst. In Privatkliniken kommen die Patienten außerdem, abgesehen von den offenen Sprechstunden, in der Regel nach terminlicher Absprache. Hier kannst du dich stärker auf die einzelnen Patienten einstellen als in Krankenhäusern oder großen Kliniken, die häufig bei spontanen Unfällen aufgesucht werden. Bist du in einer Uniklinik eingestellt, arbeitest du zudem häufig in der Forschung und leitest Studenten an, die ihre ersten praktischen Erfahrungen sammeln.

Die Chancen, auch wirklich eine Anstellung zu bekommen, sind eigentlich ziemlich gut. Allgemein herrscht in Deutschland eine große Nachfrage, außerdem verfügen fast sämtliche Krankenhäuser über eine Station für innere Medizin. Allerdings sind deine Aussichten stark davon abhängig, ob du in der Stadt oder auf dem Land eine Anstellung suchst. Während Ärzte in ländlichen Gegenden mit Kusshand empfängt, herrscht besonders in Großstädten ein regelrechtes Überangebot an medizinischem Personal. 

Voraussetzungen für den Beruf Facharzt Innere Medizin

Die wichtigste Voraussetzung für den Beruf Facharzt Innere Medizin ist natürlich ein abgeschlossenes Medizin-Studium. Nach diesem Studium suchst du dir eine Stelle als Assistenzarzt, bei der du zum Facharzt der Inneren Medizin ausgebildet wirst. Die Facharztausbildung beginnt mit einer dreijährigen stationären Basisweiterbildung. In dieser Zeit erwirbst du alle grundlegenden Kenntnisse, Fertigkeiten, Untersuchungs- und Behandlungsverfahren. Diese Basisweiterbildung umfasst unter vielen anderen Gebieten Kenntnisse in der Vorbeugung und Behandlung bei Gesundheitsstörungen und Erkrankungen der inneren Organe, von soliden Tumoren und der intensivmedizinischen Basisversorgung.

Anschließend suchst du dir deinen Schwerpunkt. Bei diesem Schwerpunkt hast du einmal die Möglichkeit, zwei weitere Jahre eine stationäre Basisweiterbildung anzuhängen und damit Allgemeininternist, quasi ein Allrounder zu werden. Als Allgemeininternist hast du allerdings mitunter den Nachteil, deine Patienten oftmals doch an einen Spezialisten weiterleiten zu müssen. So ein Spezialist wirst du, indem du an die dreijährige Basisweiterbildung eine dreijährige Fachausbildung mit Schwerpunkt aus dem Bereich der Inneren Medizin dranhängst.

Die Inhalte der Schwerpunktweiterbildung richten sich nach dem Fachbereich. Mit der Fachrichtung Endokrinologie und Diabetologie stehen z.B. dann Diabetes-assoziierte Erkrankungen wie arterielle Hypertonie, koronare Herzerkrankungen und Fettstoffwechselstörungen auf dem Stundenplan.

Du kannst auch zwei dieser Fachkompetenzen erwerben, dann dauert deine Ausbildungszeit aber mindestens acht Jahre. Hier wird oft die Variante gewählt, fünf Jahre Allgemeininternist zu werden, und anschließend noch eine dreijährige Facharztausbildung zu machen. Die genauen Inhalte und alle Zulassungsvoraussetzungen sind in den Weiterbildungsordnung und Richtlinien der Bundesärztekammer und der einzelnen Landesärztekammern vorgeben und können sich zwischen den verschiedenen Bundesländern auch leicht unterscheiden. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Der menschliche Körper ist wie eine enorm komplexe Maschine, bei der jedes einzelne Bauteil einen ausgewiesen Fachmann braucht, der sie wartet, pflegt und notfalls auch repariert. Im Beruf als Facharzt Innere Medizin kannst du dir einen Schwerpunkt innerhalb dieses komplizierten Organismus suchen. Das beginnt bereits in deiner Zeit als Assistenzarzt, also in der Ausbildung zum Facharzt. Mögliche Fachbereiche, wie sie die Bundesärztekammer vorgibt, sind die Angiologe, Endokrinologe/Diabetologe, Gastroenterologe, Hämatologe/Onkologe, Kardiologe, Nephrologe, Pneumologie und Rheumatologe.

Diese Fachbereiche decken einen bestimmten Bereich der inneren Medizin ab. Die Kardiologie stellt etwa Herz- und Kreislaufbeschwerden in ihr Zentrum, die Hämatologie hingegen Blut und blutbildende Organe. Anschließend kannst du deine Ausbildung in einem dieser Schwerpunktgebiete noch um ein Jahr verlängern, woraufhin du diesen Schwerpunkt in deine Berufsbezeichnung aufnehmen darfst. So bist du beispielsweise nicht nur Facharzt Innere Medizin, sondern Facharzt für Innere Medizin und Angiologie.  

Spezialisierungen
Facharzt/-ärztin für Innere Medizin
Fachjargon
Hypertonie

Wie du vermutlich schon im Studium bemerkt hast, besteht die Medizin fast ausschließlich aus Fachbegriffen. Einer dieser Fachbegriffe, die du als Facharzt Innere Medizin mit am häufigsten hören wirst, ist Hypertonie. Dahinter verbirgt sich der Bluthochdruck. Bluthochdruck ist eine Krankheit des Herz-Kreislauf-Systems und vor allem in Industrienationen weit verbreitet. In Deutschland ist die Hälfte aller Über-55-Jährigen davon betroffen, zu den Ursachen zählen Alter, Übergewicht und Bewegungsmangel. Dauerhafte Hypertonie kann Herz, Gehirn und Nieren schädigen und zu Herzinfarkten und Schlaganfällen führen.

EKG

EKG ist die Abkürzung für Elektrokardiogramm. Das EKG dient der Aufzeichnung von allen elektrischen Aktivitäten, denen sämtliche Herzmuskelfasern nachgehen. Aus diesen Aufzeichnungen liest der Internist wichtige Informationen zu den Eigenschaften und der Gesundheit des Herzens.

Adipositas

Als Adipositas wird fachsprachlich die Fettleibigkeit bezeichnet, ob diese nun ernährungs- oder stoffwechselbedingt verursacht ist. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation liegt eine Adipositas ab einem Körpermasseindex von 30 Kilogramm pro Quadratmeter vor. Als Folge von Adipositas treten häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen auf, die du als Facharzt Innere Medizin behandelst.

Wusstest du schon, dass...
  • Nordrhein-Westfalen als einziges Bundesland zwei Ärztekammern hat? Die Ärztekammer Nordrhein und die Ärztekammer Westfalen-Lippe.
  • Unter jungen Internisten die Spezialisierung Kardiologie am beliebtesten ist? 2010 gab es insgesamt 3800 Kardiologen.
  • das menschliche Herz täglich im Schnitt 100.000 Mal schlägt?
Was man kennen und können sollte
Untersuchungsmethoden
  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • EKG und Langzeit-EKG
  • Langzeit-Blutdruckmessung
  • Sonographie (z.B. B-Mode, Endosonographie, u.a.)
  • Endoskopie
  • Labordiagnostik
  • Knochenmarkspunktion
  • Herzkatheteruntersuchung
  • Lungenfunktionsuntersuchung
  • Lungenbiopsie
  • Leberbiopsie
Verwandte Berufsfelder: Medizin
Facharzt für Innere Medizin als Beruf - Infos zur Arbeit im Bereich Medizin

Beruf als
Facharzt/-ärztin für Innere Medizin

Internist Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Ab 56 Stunden: Workaholic
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 3690-5569 €
Männer/Frauen-Relation 6/4
Bewerber pro Stelle: 10 Bewerber
Spitzenverdiener 10.000 €