Beruf als Dolmetscher - Arbeiten mit Sprache

It knocks me out the socks – wo automatische Übersetzungsprogramme dramatisch versagen, weißt du es besser, denn du kannst nicht nur übersetzen, sondern auch den Sprachstil beibehalten. Als Dolmetscher bist du der Profi, wenn es um die gesprochene Sprache geht. Ob in Konferenzen, bei Medienveranstaltungen oder politischen Kongressen, du bist der Mittler, der dafür sorgt, dass es zu keinen Missverständnissen kommt. Schriftliche Übersetzungen überlässt du dagegen deinen Übersetzer Kollegen. Diese übertragen Werbetexte, Romane oder Geschäftsberichte mühelos und stilsicher. Worauf es bei dem spannenden Beruf Dolmetscher ankommt, erfährst du nun bei uns. 

Arbeitsalltag und Aufgaben als Dolmetscher

Arbeitsalltag als Dolmetscherin Dolmetscher/in werden

Die Welt wird immer kleiner und vernetzter. Doch wo weltweit kommuniziert wird, werden Mittler benötigt, die dabei helfen Sprachbarrieren zu überwinden. Man stelle sich einen internationalen Kongress mit Teilnehmern aus 25 Staaten vor, bei dem keine Dolmetscher und Übersetzer beteiligt sind. Missverständnisse sind vorprogrammiert. Doch nicht nur in Wirtschaft und Politik kann längst nicht auf den Dolmetscher Beruf verzichtet werden. Auch im täglichen Fernseh-Showprogramm hat man sich längst an prominente Gäste mit Knopf im Ohr und eine Liveübersetzung gewöhnt. Besonders wichtig sind Dolmetscher zudem am Gericht oder bei polizeilichen Ermittlungen. Als Dolmetscher bist du daher nur selten in deinem Büro anzutreffen, du bist immer dort wo du gebraucht wirst und reist von Einsatz zu Einsatz. An ein Leben aus dem Koffer musst du dich daher gewöhnen. 

Voraussetzungen für den Beruf Dolmetscher

Sprichst du drei Sprachen fließend ist das natürlich schon einmal ein sehr guter Anfang, dass aus dir ein guter Dolmetscher wird, bedeutet es aber noch nicht. Multitasking lautet das Zauberwort im Dolmetscher Beruf. Hören, Übersetzen, Sprechen – und das zeitgleich. Pausen? Bestimmt nicht! Du schaltest während Einsätzen auf Autopilot. Natürlich musst du das nicht für volle 8 Stunden, mehr als 30 Minuten am Stück zu dolmetschen ist eher unüblich. Hast du mit dieser Belastung Probleme, ist Dolmetschen vielleicht nicht das Richtige für dich. Beweisen, dass du Sprachen beherrscht, kannst du aber dennoch – als Übersetzer. Denn bei der schriftlichen Übersetzung kommt es weniger auf deine Multitasking Fähigkeit, sondern auf dein gutes Textverständnis an. Denn es geht nicht nur darum, einen Text eins zu eins zu übertragen – sondern auch den Sprachstil beizubehalten.

Der klassische Weg in den Dolmetscher Beruf führt über ein Studium, idealerweise im Fachbereich Übersetzung/Dolmetschen. Aber auch über klassische Sprachstudiengänge, kann man in den Dolmetscher Beruf gelangen. Eine Sprache allein, reicht aber in den seltensten Fällen, üblicherweise sprechen angehende Dolmetscher zwei bis drei Sprachen fließend. Der Vorteil der Dolmetscher Studiengänge ist allerdings der, dass du nicht nur die Sprachen erlernst, sondern auch die Übersetzungs-Methoden. Auch Praktika in internationalen Einrichtung sind hier vorgesehen. Mit dem Uniabschluss bewaffnet kannst du dich bei Verlagen und Dolmetschbüros bewerben. Hast du noch wenig Praxiserfahrung, solltest du gezielt nach Volontariaten Ausschau halten. Aber auch mit einer Ausbildung, beispielsweise zur Europakauffrau und anschließenden Weiterbildungen, kann man Dolmetscher oder Übersetzer werden

Spezialisierungsmöglichkeiten

Dolmetschen ist nicht gleich Dolmetschen und dabei geht es weniger um die Sprachen, die du übersetzt, sondern vielmehr um die Methodik. Als Simultandolmetscher beispielsweise übersetzt du parallel zu einer Rede oder während eines Gesprächs. Damit du die Redner nicht aus dem Fluss bringst und auch für deine höchste Konzentration gesorgt werden kann, arbeitest du in einer schallisolierten Kabine. Hier wird übrigens in Teams gearbeitet, so kann gewährleistet werden, dass du kleine Pausen machen kannst.

Anders ist dies beim Flüsterdolmetschen, hier stehst du in Hörweite zu deinem Zuhörer. Besonders häufig findet diese Methode am Gericht oder in Konferenzen statt, in denen nur wenige Personen die Sprache nicht beherrschen. Als Gebärdendolmetscher übersetzt du, wie der Name schon sagt, für Gehörlose in Gebärdensprache.

Beim Dolmetschen und Übersetzten gilt übrigens, je mehr Methoden du beherrscht, desto vielseitiger bist du auch einsetzbar. Gerade Dolmetscher, die sich mit ihrem Beruf selbstständig machen, bemühen sich, mehrere Dienstleistungen anzubieten. 

Spezialisierungen
Dolmetscher/in
Fachjargon
Retour

Das Retour Dolmetschen bezeichnet das Übersetzen von der Mutter- in die Fremdsprache.

Décalage

Dieser Ausdruck stammt aus dem Simultandolmetschen und bezeichnet den zeitlichen Abstand zwischen der Originalrede und der Übersetzung.

Konsekutiv

Konsekutiv bedeutet nachfolgend. Demnach versteht man unter Konsekutivdolmetschen die nachträgliche Übersetzung einer Rede. Der Dolmetscher macht lediglich Notizen und erarbeitet im Anschluss die Übersetzung.

Wusstest du schon, dass...
  • die Berufsbezeichnungen Dolmetscher und Übersetzer nicht geschützt sind?
  • Dolmetscher bei Übersetzungstätigkeiten am Gericht beeidigt sein müssen?
  • sich der Begriff Dolmetschen nicht von „Übersetzen“ sondern von „Mittelsmann“ herleitet? Der Begriff stammt aus dem Türkischen.
Was man kennen und können sollte
Sprachen
  • Mindestens 2-3 Sprachen fließend
Soft Skills
  • Multitasking-Fähigkeit
  • Stressresistenz
  • Wortgewandtheit
  • Sehr gutes Ausdrucksvermögen
  • Zuverlässigkeit
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder:
Dolmetscher als Beruf - Infos zur Arbeit mit Sprache

Beruf als
Dolmetscher/in

Sprachmittler, Übersetzer, Translation, Mediator Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: Bis 55 Stunden: Vielbeschäftigt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2000-2400 €
Männer/Frauen-Relation 7/3
Bewerber pro Stelle: 100 Bewerber
Spitzenverdiener 5000 €