Beruf als Buchhalter - Arbeiten im Rechnungswesen

Staubtrockene Arbeit, mäßige Zukunftsperspektiven? Ganz im Gegenteil, als Buchhalter kannst du es bis in die Führungsetage schaffen und nimmst eine der bedeutendsten Positionen im Unternehmen ein. Vorausgesetzt, du setzt aufs richtige Pferd – beziehungsweise auf die richtige Weiterbildung. Denn generell ist der Buchhalter Beruf nicht nur für Uniabsolventen, sondern auch für Leute mit einer abgeschlossenen kaufmännischen Ausbildung interessant. Die Stellen können sich daher in Schwierigkeitsgrad und Anspruch deutlich unterscheiden. Du als Absolvent solltest daher die Spezialisierung des Bilanzbuchhalters ins Visier nehmen.  

Arbeitsalltag und Aufgaben als Buchhalter

Arbeitsalltag als Buchhalter Buchhalter/in werden

Die von der Firma erwirtschafteten Umsätze, laufende kosten für Firmenwagen, EDV, Personal, Geschäftsreisen - und und und. In jeder Firma gehen unzählige Rechnungen ein und aus. Die Kunst besteht dabei darin, nie den Überblick zu verlieren. Denn während du für deine eigenen Finanzen mit einem Konto auskommst, haben Konzerne mehrere tausend. Die Rechnungen und Buchungen müssen entsprechen auf dem richtigen Konto einsortiert werden. Hier ist eine enorm hohe Aufnahmefähigkeit und flexibles Denken gefragt.  Dass du mit der Verwaltung der Finanzen eines Konzerns enorme Verantwortung trägst, versteht sich schon fast von selbst.

Wenn du nun denkst, dass du als Buchhalter in einer stillen Kammer hockst und den ganzen Tag über den Ein- und Ausgaben brütest, dann hast du ein völlig falsches Bild. Um im Beruf des Buchhalters erfolgreich zu sein, musst du ein Teamplayer sein. Denn deine Arbeit ist die Grundlage des Controllings; dass die Controller regelmäßig mit dir Rücksprache halten versteht sich also nahezu von selbst. Auch die Buchhalter untereinander stehen in einem regen Austausch. Gerade große Konzerne kommen mit einem Buchhalter allein nicht aus. Daneben wirst du Fragen aus allen Unternehmensbereichen entgegennehmen. Du bist also eine wichtige Schnittstelle. Generell darfst du dir als Buchhalter kaum Fehler erlauben, zu groß sind die Summen, die fließen. Da Fehler ab nun mal menschlich sind und selbst dem gewissenhaftesten Buchhalter der eine oder andere unterlaufen wird, gibt es spezielle interne Kontrollsysteme. Du musst also damit rechnen, dass man dir bei deiner Arbeit ganz genau auf die Finger schaut.

Deine Werkzeuge sind SAP Software, Microsoft Office, insbesondere Excel, und natürlich ein Taschenrechner. Generell dreht sich nahezu dein gesamter Berufsalltag als Buchhalter um Zahlen, weshalb es dir leicht fallen sollte, dich über einen langen Zeitraum - auch unter hohem Zeitdruck-  zu konzentrieren und eine hundertprozentige Genauigkeit zu gewährleisten. Doch auch wenn der Druck oft hoch ist, deinen Feierabend kannst du in der Regel pünktlich machen. Der Beruf des Buchhalters ist also besonders für die geeignet, die großen Wert auf Planbarkeit der Arbeitszeiten legen. 

Voraussetzungen für den Beruf Buchhalter

Dass du als Uniabsolvent, den Beruf des Bilanzbuchhalters anvisieren solltest, haben wir bereits erwähnt. Denn du solltest wissen, dass der Berufstitel Buchhalter nicht geschützt oder an ein Zertifikat gebunden ist. Anders sieht dies beim Bilanzbuchhalter aus, den ein besonders hoher Verantwortungsgrad auszeichnet. Um den Beruf des Bilanzbuchhalters ausüben zu dürfen, ist daher ein wirtschaftswissenschaftliches Studium die ideale Grundlage, allerdings benötigst du zusätzlich die Weiterbildung zum staatlich geprüften Bilanzbuchhalter. Nun ist es eher unüblich, dass die Weiterbildung gleich nach der Uni absolviert wird. Zunächst steigst du als Buchhalter, Praktikant oder Trainee ins Rechnungswesen ein und nimmst mit einigen Jahren Berufserfahrung an der Weiterbildung teil, um die Karriereleiter hinaufklettern zu können. Mit der bestandenen Weiterbildung kannst du dich intern bei deinem Arbeitgeber oder natürlich auch bei jedem anderen Konzern oder Steuerberater, sowie bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften bewerben.

Doch Zertifikate sind natürlich längst nicht alles. Um den Beruf des Buchhalters dauerhaft erfolgreich ausüben zu können, musst du nicht nur, wie bereits beschrieben, sorgfältig, eigenverantwortlich und teamfähig sein. Kommunikation im Allgemeinen sollte dir leichtfallen. Dein Telefon wird selten stillstehen, Freundlichkeit wird daher von dir vorausgesetzt. Multitasking-Fähigkeiten würde der Laie vielleicht nicht ganz oben auf die Liste der Dinge setzen, die ein Buchhalter benötigt, tatsächlich wirst du es im Beruf allerdings schwer haben, wenn du nicht in der Lage bist, Zusammenhänge schnell zu erkennen, komplex zu denken und Aufgaben adäquat umzusetzen. 

Spezialisierungsmöglichkeiten

Als Buchhalter erwarten dich viele verschiedene Aufgabenbereiche. So kann zwischen Debitor- und Kreditor Buchhaltern, Lohnbuchhaltung, Finanzbuchaltern und Konzernbuchhaltern unterschieden werden.

Als Debitor- oder Kreditor Buchhalter arbeitest du vor allem nach Zuweisung. Die Zuordnung der Konten wird in diesem Fall aus deinem Aufgabengebiet ausgegliedert, du musst also "nur" die Buchungen auf die entsprechenden Konten durchführen. Diese Positionen sind daher vor allem für Berufseinsteiger geeignet. Ein nächster Schritt kann die Lohnbuchhaltung sein. Diese ist leicht erklärt, du bist für Lohn- und Gehaltsauszahlungen zuständig.

Die Bilanzbuchhaltung, die du in der Finanz-oder Konzernbuchhaltung übernimmst, dagegen, fordert weit mehr Eigenständigkeit von dir und ist daher ein Aufgabenbereich für besonders ehrgeizige Absolventen. Nicht nur, dass du als Bilanzbuchhalter, die Einsortierung der Konten im Griff haben musst, so erstellst du zusätzlich Bilanzen und bist am Jahresabschluss beteiligt. Als Bilanzbuchhalter kannst du sogar als Leiter des Rechnungswesens eingesetzt werden. 

Spezialisierungen
Buchhalter/in
Fachjargon
Cashflow

Der Cashflow oder auch Geldfluss ist eine wirtschaftliche Messgröße, die die Beurteilung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens ermöglicht.

IKS – Internes Kontrollsystem

In der Buchhaltung ist absolute Sorgfalt die oberste Pflicht. Fehler passieren dennoch, daher arbeiten Firmen und Konzerne mit den sogenannten Internen Kontrollsystemen. IKS beinhalten verschiedene Prinzipien, dazu gehört beispielsweise das Vier-Augen Prinzip. So werden wesentliche Vorgänge von Kollegen überprüft und abgesegnet.

Buchhalternase

Damit in ein T-Konto keine nachträglichen Einträge getätigt werden, verwendet man eine Sperrlinie -die sogenannte Buchhalternase. Achtung an alle Neulinge, der Auftrag, eine Buchhalternase zu besorgen, ist ein beliebter Scherz seitens der Kollegen.

Wusstest du schon, dass...
  • Buchhalter Tagebuch führen? In dem Tagebuch oder auch Journal werden die Einnahmen und Ausgaben chronologisch aufgeführt.
  • Konzerne mit einer Anzahl an Konten im vierstelligen Bereich arbeiten? Als Buchhalter musst du einen Überblick über alle diese Konten haben.
  • Controller ihre Arbeit nur auf Basis der Buchhaltung machen können?
Was man kennen und können sollte
EDV/Software
  • SAP –Software
  • Microsoft Office, insbesondere Excel
Weitere Kenntnisse
  • Sehr gute Kenntnisse der Steuerlehre
  • Gutes Zahlenverständnis
  • Vorausschauendes Denken
  • Genauigkeit/Verlässlichkeit
Autor: Sabine Zagar
Verwandte Berufsfelder: Finanzen
Buchhalter als Beruf - Infos zur Arbeit im Rechnungswesen

Beruf als
Buchhalter/in

Bilanzbuchhalter Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40-45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1600-2900 €
Männer/Frauen-Relation 3/7
Bewerber pro Stelle: 12 Bewerber
Spitzenverdiener 5000 €