Bewerbung als Biotechnologe

Aufwendige chemische Verfahren sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr durch biotechnologischen Verfahren ersetzt worden. Manches aber bleibt beim Alten - zum Beispiel die Bewerbungen. Zwar gibt es heutzutage immer mehr Online-Bewerbungen, allerdings muss man auch hier noch dieselben Sachen beachten wie vor 20 Jahren. Was unbedingt in deine Bewerbung als Biotechnologe gehört und was bei Anschreiben, Lebenslauf und im Vorstellungsgespräch tabu ist, das erfährst du hier.

Anschreiben und Lebenslauf

Das Anschreiben als Biotechnologe ist für deinen zukünftigen Chef das erste, was er von dir in den Händen halten wird - das macht es auch so wichtig. Das Anschreiben ist immer wieder der Grund, um eine Bewerbung schnellstens auszusortieren. Du solltest von Anfang an darauf achten, dass das Format stimmt. Passende Vorlagen findest du in unseren Bewerbungs-Ratgebern. Auf jeden Fall musst du dir genau überlegen, was nennenswert ist und was nicht. Wir sagen dir, was auf jeden Fall in das Anschreiben als Biotechnologe gehört:

Viele Wege führen nach Rom – dasselbe gilt auch für deinen zukünftigen Beruf. Absolventen der Biologie, Biochemie, Verfahrenstechnik bis hin zur Medizin können sich für Jobs in der Biotechnologie bewerben. Du solltest daher zuerst deinen Studienhintergrund erläutern. Wo hast du welchen Bachelor absolviert, wo den Master und welches Thema hatte deine Abschlussarbeit? Diese Frage geben einen ersten Eindruck darüber, was du theoretisch kannst. Wichtige Methoden oder Verfahren, die du während deiner Laborzeit gelernt hast und die im neuen Beruf gefragt ist, solltest du unbedingt erwähnen.

Überhaupt zahlen sich deine Praxiserfahrungen in der Bewerbung als Biotechnologe am meisten aus. Da die Biotechnologie vor allem industriell genutzt wird, sind Erfahrungen in Betrieben Gold wert. Hast du deine Abschlussarbeit bei einem großen Konzern geschrieben oder ein mehrwöchiges Praktikum dort absolviert, dann bringt dir das viele Pluspunkte.

Am Ende kannst du im Anschreiben als Biotechnologe deine persönlichen Eigenschaften hervorheben. Zielstrebigkeit, Flexibilität und teamfähig sind alles Worte, die gut klingen und dich mit Sicherheit zu einem guten Arbeitnehmer und Kollegen machen. Aber warum sollte man dir das einfach so glauben? Auch hier gilt: Beweise, Beweise, Beweise. Wer zielstrebig ist, der hat sein Studium mindestens in Regelstudienzeit geschafft oder schneller. Wer flexibel ist, der hat sich in vielen Arbeitsgruppen schnell eingelebt oder sogar mitten im Projekt neue Aufgaben angenommen. Teamfähig ist derjenige, der schon jahrelang Teamsport betreibt oder ehrenamtlich im Verein tätig ist.

Ganz zum Schluss noch einmal mit aller Ruhe drüber schauen, Fehler ausmerzen und wenn man das Labor vor lauter Pipetten und den Fehler vor lauter Buchstaben nicht mehr sieht, einfach jemand anderen lesen lassen.

Für den Biotechnologen Lebenslauf gilt genauso, dass er fehlerfrei sein sollte. Kontrolliere akribisch jede Monats- und Jahresangabe. Wer bei der Bewerbung als Biotechnologe schlampt, der wird vermutlich auch im Labor nicht so präzise arbeiten, wie es eigentlich gefordert wird. Es empfiehlt sich bei der Ausbildung zuerst die letzten Stationen zu nennen und dann chronologisch rückwärts zu gehen bis zur weiterführenden Schule. So hat der Leser auf den ersten Blick die wichtigsten Fakten vor Augen.

Biotechnologe Bewerbung - Tipps zu Anschreiben, Lebenslauf und Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch

Schriftliche Bewerbung – check. Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch – doppelcheck. Die erste Hürde ist geschafft, die Anzahl der Mitbewerber nun mehr als überschaubar und der Vertrag zum Greifen nah. Das heißt aber noch nicht, dass du ihn sicher hast. Das Vorstellungsgespräch für Biotechnologen unterscheidet sich von Firma zu Firma. Bei kleinen mittelständischen Unternehmen ist es zumeist ein recht lockeres Gespräch, das darauf abzielt, dich als Bewerber wirklich gut kennenzulernen. In großen Firmen sitzen dir aber mehrere Personen gegenüber, die deine Fähigkeiten gründlich prüfen und deine Persönlichkeit sowie dein Auftreten haargenau kontrollieren. Auf alle Fälle geht es darum, deine Person etwas näher kennen zu lernen. Als freundlicher, sympathischer und offener Mensch empfiehlst du dich natürlich als zukünftiger Kollege. Allerdings gibt es mit Sicherheit auch diverse fachliche Fragen und Fragen zu deinem Hintergrund. Was hat Sie an Ihrem Studium besonders fasziniert? Welche Schwierigkeiten traten bei der Forschungsarbeit im Labor auf? Welche Methoden beherrschen Sie, die Sie in unserer Stelle anwenden können? Wie würden Sie folgendes Problem angehen? Es lohnt sich, mindestens ein paar Stunden des Vortages dafür zu investieren, sich ein paar Antworten auf typische Fragen zurecht zu legen. Die müssen zwar nicht innerhalb weniger Nanosekunden aus der Pistole geschossen kommen, aber es hilft ungemein, ein ungefähres Konzept im Kopf zu haben, wer du bist, was du willst und bei welchem Unternehmen du dich bewirbst. Bei spontanen und unerwarteten Fragen ist es allerdings gar kein Problem, kurz nachzudenken. Niemals aber solltest du dich im Vorstellungsgespräch als Biotechnologe verstellen, das fällt auf und kann natürlich dein Aus bedeuten.

Der Bewerbungsprozess

In der Regel läuft die Bewerbung für den Biotechnologen klassisch ab. Du schreibst zuerst eine Bewerbung, du kriegst eine Rückmeldung, erscheinst beim Vorstellungsgespräch, überzeugst auf ganzer Linie und hast dann hoffentlich deine Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Große Firmen allerdings setzen immer häufiger auf große Recruitment-Prozesse wie Assessment Center, um die potentiellen Mitarbeiter noch genauer prüfen zu können. Dabei geht es einerseits um Organisationsfähigkeit, Flexibilität, Belastbarkeit und Teamwork, aber auch um viele Socials Skills. Mit unseren Ratgebern kannst du dich auf typische Aufgaben gut vorbereiten. Ansonsten gilt auch hier: Sei wer du bist. Dich zu verstellen, kostet Zeit und Nerven und wird geübte Personaler nicht blenden, ganz im Gegenteil.

Typische Fragen im Bewerbungsgespräch
  • Haben Sie bereits Laborpraxis in einem Betrieb gesammelt?
  • Erzählen Sie uns von Ihren Forschungserfolgen und –Hürden während der Abschlussarbeit.
  • Sind Sie technisch versiert?

Dresscode

Weniger ist manchmal mehr – das mag beizeiten gelten, nicht aber im Vorstellungsgespräch. Hier bewährt sich in der Regel das Gegenteil. Obwohl du im Labor mit Kittel unterwegs bist und ansonsten meist das tragen kannst, was dir beliebt, solltest du dich für das Vorstellungsgespräch etwas herausputzen. Ordentliche, saubere Schuhe (keine Sneakers oder Sandalen), eine gepflegte Hose und dazu ein Hemd, bzw. eine Bluse sind ein Muss. Ein (Hosen-)Anzug oder ein Kostüm empfiehlt sich vor allem für große Unternehmen, eine Krawatte zum Beispiel muss allerdings nicht sein. Hauptsache ist: Du hast dich darauf vorbereitet, du bist gepflegt und nimmst die Bewerbung als Biotechnologe von Anfang bis Ende ernst.

Beruf als
Biotechnologe/-technologin