Beruf als Biochemiker - Arbeiten in der Biochemie

„Du bist der Grund warum mein Oxytocinhaushalt durcheinandergerät. Du sorgst dafür, dass Adrenalin und Noradrenalin sich mit Dopamin, Endorphin und Serotonin in ihrer Wirkung vereinen und ich mich in einer positiven Aufregung befinde.“ So oder so ähnlich würdest du als Biochemiker den Ausnahmezustand der Liebe beschreiben und wahrscheinlich auch dein eigenes Verhältnis zur Biochemie. Oberflächlichkeit gehört nicht in das Berufsbild der Biochemiker. Viel mehr beschäftigst du dich mit den inneren Vorgängen in Organismen und interessiert dich dafür, welcher Prozess zu welcher chemischen Reaktion führt.

Spezialisierungen
Biochemiker/in
Verwandte Berufe

Arbeitsalltag und Aufgaben als Biochemiker

Arbeitsalltag als Biochemiker Biochemiker/in werden

Kittel, Gummihandschuhe, Reagenzglas? Was sich jetzt stark nach einem Labor anhört, kann Teil deiner Arbeit sein, muss es jedoch nicht. In dem Beruf als Biochemiker ist Laborarbeit längst keine Pflicht mehr. Wenn du dich nach deiner Promotion für eine zeitlich begrenzte Stelle als Post-Doktorand im In- oder Ausland bewirbst, wird Laborarbeit jedoch wahrscheinlich nicht wegzudenken sein. Oder auch in Forschungseinrichtungen, wenn du dich auf ein Themengebiet spezialisierst, was ohne wissenschaftliches Arbeiten nicht möglich wäre.  

Dort kannst du, mit Berücksichtigung deines Fachgebiets, aktuellen Fragestellungen nachgehen und eigene Experimente durchführen. Die Position, ob du dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Projektleiter angestellt bist, hängt von deinen Qualifikationen und Berufserfahrungen ab. Fast die Hälfte der promovierten Absolventen entscheidet sich für einen Job als Post-Doktorand in der Biochemie. Damit würdest du dich immer noch in der Forschung bewegen, könntest aber durch die befristet Stelle Berufserfahrungen sammeln, die sich bei einem Berufswechsel in die Industrie oftmals auszahlen.

Wenn du immer derjenige warst, der seinen Kommilitonen mit dem Lernstoff auf die Sprünge helfen musste, könntest du dir auch überlegen, ob die Arbeit als Dozent nichts für dich wäre. Diese kommt für dich als Biochemiker ebenfalls infrage. Dabei müssen sich Lehre und Forschung nicht unbedingt ausschließen. Das hängt zwar immer davon ab, wo genau du angestellt bist, aber an einer Hochschule kannst du dich wissenschaftlich beteiligen und unterrichten.

Du hörst weder die Forschung noch die Lehre deinen Name rufen? Dann hast du die Möglichkeit in die Industrie zu gehen. Wo genau du dich dort ansiedeln kannst, ist so weitläufig, wie die Biochemie selbst. Beispielsweise ist ein Einstig als Pharmareferent möglich, was du als Sprungbrett für deine weitere Karriere nutzen kannst. Dabei bringst du nicht nur dein Fachwissen zum Einsatz, sondern kannst dich auch im Umgang mit Kunden üben. Wenn du den Einstig in die Wirtschaft geschafft hast, kannst du dich auch zum Beispiel zum Produkt Manager hocharbeiten.

Dasselbe Prinzip funktioniert übrigens auch, wenn du dich als Biochemiker im Vertrieb engagieren willst. Klar, dass du da keine Staubsauger an den Mann bringst, sondern medizinische Apparaturen oder Neuheiten mit chemischen Hintergrund. Ob du im Außen- oder Innendienst tätig bist, bleibt deinen Vorlieben überlassen. Fakt ist jedoch, dass du entweder im Vertrieb deine Berufung finden kannst oder dadurch erst zu deiner beruflichen Bestimmung kommst, im den du zum Beispiel zum Abteilungsleiter befördert wirst.      

Bei den Jobs als Biochemiker liegt es demnach vor allem an dir, dich für ein Fachgebiet und anschließend für eine Branche zu entscheiden. Brotkrummen, die dir den genauen Weg in Richtung Traumberuf als Biochemiker aufweisen, suchst du allerdings vergeblich. Erst einmal liegt es an dir dich zu entscheiden, ob du gerne im Forschungsbereich tätig sein willst oder doch durch die offenen Pforten der Industrie spazierst. Sogar das Patentwesen könnte für dich attraktiv werden, wenn du dich nach den passenden Stellen umschaust. 

In deinem Beruf als Biochemiker ist es aber höchst unwahrscheinlich, dass du den lieben, langen Tag nur praktisch arbeitest. Wenn du nach einer Anstellung in der Industrie strebst, kommt es nicht selten vor, dass du eher im Büro als im Labor tätig bist. Kundenbetreuung oder Projektleitung musst du genauso beherrschen wie Trennverfahren. Dass du dabei im Team arbeitest und der Ansprechpartner für viele deiner Mitarbeiter bist, sollte dich nicht stören.    

Voraussetzungen für den Beruf Biochemiker

Der Beruf als Biochemiker verlangt einiges von dir ab. Es reicht nicht nur, wenn du molekulare Vorgänge halbwegs verstehst oder die Zellbiologie über dich ergehen lässt. Du solltest wirkliches Interesse an dem Fach mitbringen, was du wahrscheinlich bereits im Studium festgestellt hast. Das ist deswegen unersetzbar, weil in Bereich der Naturwissenschaften Abschlussnoten immer noch eine wichtige Rolle spielen. Wenn du also später eine Anstellung ergattern möchtest, die dir Spaß macht und ordentlich bezahlt wird, sind gute Noten eine Voraussetzung dafür.   

Zusätzlich solltest du dich mit dem Bachelor nicht zufrieden geben. In der Regel wird im Anschluss daran mindestens der Master gemacht oder sogar eine Dissertation angestrebt. Besonders, wenn du dich beruflich lieber in der Wirtschaft verwirklichen willst, gilt meistens Doktortitel-Pflicht.

Als Naturwissenschaftler bist du zwar auch dort eine gerngesehene Arbeitskraft, aber dass du direkt von der Uni abgeworben wirst, ist eher fraglich. Viel eher solltest du dir Zeit für ein paar Praktika einplanen. Dass logisches Denken deine Stärke ist, wäre jetzt kein Headliner, aber besonders in der Industrie müsstest du an deiner Praxis feilen. Dazu zählen unter anderem betriebswirtschaftliche Kenntnisse, wenn du beispielsweise eine Stelle im Marketing anstrebst. Somit hast du durch Praktika nicht nur die Chance eine andere Richtung deiner Karriere zu begutachten, sondern auch im wirtschaftlichen Bereich Fuß zu fassen.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Deine Spezialisierungsmöglichkeiten in den Berufen als Biochemiker sind zwar weitläufig aber nicht prädestiniert. Nach deinem Bachelor Studium musst du dich erst einmal entscheiden, ob du damit direkt zum Berufseinsteiger werden möchtest oder doch lieber deine akademische Laufbahn bis zur Promotion ausschöpfst, die in den naturwissenschaftlichen Berufen immer noch eine wichtige Rolle spielt.

Wenn dir das Experimentieren in deinen Praktika immer besonders viel Spaß gemacht hat, kannst du nach deinem gewünschten Abschluss in die Forschung gehen. Du kannst wissenschaftlicher Mitarbeiter oder Post-Doktorand in Forschungseinrichtungen oder Hochschulen werden. Falls du lieber Wissen weiter vermitteln möchtest, kannst du dich auch als Dozent engagieren.

Ob chemische, pharmazeutische oder die Lebensmittelindustrie- als Biochemiker hast du die Qual der Wahl. Es wäre empfehlenswert dich auf einen Bereich zu spezialisieren und danach zu entscheiden, welche Branchen dir zusagen. Wenn du dich für die Industrie entscheidest, bist du nicht nur als Wissenschaftler tätig. Du übernimmst auch Verwaltungs- und Beratungsaufgaben. Als Projektleiter oder Manager in einer wissenschaftlichen Abteilung musst du Führungskompetenzen und Engagement beweisen. Letztendlich hängt deine Spezialisierung von dem ab, mit welchen Themenbereichen du dich am liebsten auseinandersetzt und wie du dir deinen Traumberuf vorgestellt hast.         

Spezialisierungen
Biochemiker/in
Fachjargon
Domäne

Die Domäne ist Teil eines Proteins, die durch ihre bestimmte Struktur eine eigene unabhängige Funktion erfüllen kann. Das Zusammenspiel der verschiedenen Domänen sorgt für die Gesamtfunktion des Proteins. Wobei das Protein jedoch nicht zwangsläufig aus mehreren Domänen bestehen muss.

HPLC

Die Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie (engl. high performance liquid chromatography) ist ein Trennverfahren, das auch die kleinsten Stoffe zerteilen kann, wodurch eine genaue Konzentration bestimmt werden kann. Der Vorgang erfolgt, indem die Substanz mit hohem Druck in eine Trennsäule gepumpt wird. Wichtige Faktoren sind dabei die mobile sowie stationäre Phasen und eine unterschiedliche Polarität. Im Vergleich zur Gaschromatographie kann die HPLC sich auch thermolabilen und nichtflüchtigen Substanzen trennen.

Metabolit

Ein Metabolit ist ein Zwischen- oder Abbauprodukt, das im Stoffwechsel umgesetzt wurde. In der Biochemie werden zwei Arten von Metaboliten unterschieden: Anaboliten und Kataboliten, die sich in ihren Reaktionswegen unterscheiden und immer am Intermediärstoffwechsel beteiligt sind.

Wusstest du schon, dass...
  • wir durch Musikhören über die Kopfhörer bis zu 700 Prozent mehr Bakterien im Ohr haben?
  • Truthahn angeblich müde macht, weil er eine Aminosäure (Tryptophan) enthält, die eine schläfrige Wirkung hat? Im Allgemeinen wird das jedoch als Lebensmittelmythos betrachtet, weil der Tryptophangehalt im Truthahn zu gering ist, als das er sich wirklich einschläfernd auf den menschlichen Körper auswirken kann.
  • im Jahr 2009 das erste einhöckrige Kamel geklont wurde? Nach fünfjähriger Forschung ist der Versuch geglückt und „Injaz“ kam in Dubai zur Welt.
Was man kennen und können sollte
EDV - Kenntnisse
  • Word
  • Excel
  • PowerPoint
Sprachen
  • Englisch
Verwandte Berufsfelder:
Biochemiker als Beruf - Infos zur Arbeit in der Biochemie

Beruf als
Biochemiker/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40-50 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2300-3500 €
Männer/Frauen-Relation 5/5
Bewerber pro Stelle: 3 Bewerber
Spitzenverdiener 8500 €