Beruf als Bibliothekar - Arbeiten im Bibliothekswesen

Es gab bereits Bibliotheken als noch jedes Buch einzeln und mühsam mit der Hand verfasst wurde. Jedes Werk war ein Unikat und verlangte Geduld sowie höchste Präzision, bis der Buchdruck aufkam und einiges veränderte. Das sollte jedoch nicht die einzige Revolution in der Geschichte der Bibliothek bleiben. Besonders heute im Zeitalter des technischen Fortschritts hat der Beruf des Bibliothekars nichts mehr mit staubbedeckten Bucheinbänden und meterhohen Regalen zu tun. Genauso wie E-Books und Onlinequellen mit Papierseiten konkurrieren, ist der Bibliothekar nicht nur jemand der den ganzen Tag Buchbestände zählt und für Ruhe sorgt. Auch wenn sich der Berufsname altbacken und etwas abgenutzt anhört, sollte man sich davon nicht in die Irre führen lassen. Informationsvermittlung, Einkauf, EDV-Kenntnisse und vor allem das Schritthalten mit der Weiterentwicklung sind alles Aufgabenbereiche des Bibliothekars - oder sollte man dich besser vielseitiger Organisator der Wissensvermittlung nennen?

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Arbeitsalltag und Aufgaben als Bibliothekar

Arbeitsalltag als Bibliothekarin Bibliothekar/in werden
Dass Bibliothekare die meiste Zeit damit verbringen, im Internet zu surfen oder Bücher im Minutentakt verschlingen ist ein verbreitetes Klischee, das dir bestimmt auch während deines Studiums begegnet ist. Zwar arbeitest du in dem Beruf als Bibliothekar häufig am Computer, die Gründe dafür finden sich aber nicht in der Langeweile. Viel eher bist du für die Erschließung der Informationen verantwortlich, indem du dich um die Bestände kümmerst. Gemeint sind jedoch keine Mahnschreiben für versäumte Rückgaben, sondern Prüfung der Gesamtliteratur. Über welche Werke verfügt die Bibliothek? Welcher Bestand ist nicht vollständig? Wo fällt eine Überprüfung der Aktualität an? 
Was sich jetzt nach endlosem Bücherwälzen anhört, ist eher eine Frage der Technik. Printexemplare, AV-Medien, Onlinebestände – es gibt kein Format, das dich von deinem Bürostuhl reißen würde. Im Gegenteil musst du dich auf allen Gebieten auskennen. Einkauf und Auswahl gehören genauso zu deinem Aufgabenfeld wie die Überprüfung von Lizenzen. Wenn du dich jetzt fragst: „Bibliothekar und Lizenzen?“, gibt’s als Antwort nur eifriges Kopfschütteln, denn mit der Erweiterung der neuen Medien, wie E-Books oder Onlinemagazinen musst du in deinem Beruf als Bibliothekar betriebswirtschaftliche Kenntnisse beweisen. Wenn du beispielsweise ein wissenschaftliches Onlinepaket erwerben möchtest, musst du dich vorerst mit der Lizenzverwaltung auseinandersetzen.         
Nur weil Ruhe in einer Bibliothek die herrschende Macht ist, bedeutet das noch lange nicht, dass du in dem Beruf als Bibliothekar immer auf dem Alleingang bist. Soziale Kompetenzen brauchst du genauso, wie deinen Ordnungssinn. Je nach Position musst du Mitarbeitern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es fehlt eine neue Theorie zur Auswirkung der Medien auf gesellschaftliche Strukturen? Dann solltest du dich mit einem Dozenten in Verbindung setzten und über eine Neuanschaffung diskutieren. Generell kannst du die beratende Funktion gegenüber Schülern, Studenten oder Büchereibesuchern nur mit Offenheit gut meistern.
In Stadtbibliotheken kannst du auch für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig sein. Dabei musst du nicht nur organisiert sein, sondern kannst auch deinen kreativen Impulsen freien Lauf lassen. Unter anderem kannst du interessante Ideen für Vorlesestunden oder Lesenächte entwickeln oder dir ein neues Projekt zum nächsten Welttag des Buches einfallen lassen.   

Voraussetzungen für den Beruf Bibliothekar

Für den Beruf als Bibliothekar musst du kein mundtoter Literaturfanatiker sein. Du brauchst Organisation, Kommunikation und technisches Verständnis. Das wird dir bereits im Studium Bibliothekswesen – oder Informationswissenschaft vermittelt. Dass du mich fachfremden Studiengängen zum Quereinsteiger in der Bibliothek wirst, ist selten der Fall. Es erklärt sich von selbst, dass du hinter einer Bibliothek ein System siehst. Damit das weiterhin so bleibt und jeder das Buch in der dafür vorgesehenen Kategorie findet, solltest du Ordnung am Arbeitsplatz nicht nur aus Ratgebern kennen. Wenn du dich schon während deiner Seminare nur schlecht konzentrieren konntest und am liebsten alle zehn Minuten aufgestanden wärst, um dir die Beine zu vertreten, solltest du deinen Berufswunsch als Bibliothekar noch mal überdenken. Recherchearbeiten, die du von Zeit zu Zeit auch mal durchführen musst, erledigen sich nicht ohne Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit. 
Den Umgang mit Menschen solltest du nicht nur hinter Glasscheiben bevorzugen. Zwar bist du nicht in erster Linie für die Beratung in einer Bibliothek zuständig, aber beim Anweisen von Mitarbeitern, in Besprechungen mit Fachleuten oder bei der Durchführung von Schulungen können dir kommunikative Fähigkeiten nur weiterhelfen. 
Technische Grundkenntnisse sind Voraussetzungen für die meisten Berufe, auch für den des Bibliothekars. Obwohl mit dem Strom schwimmen meist negativ konnotiert ist, tust du dir als Bibliothekar damit einen Gefallen, wenn du dich in Bezug auf technische Weiterentwicklungen daran hältst. Denn als Experte im Umgang mit elektronischen Medien und Onlineportalen sollte der Umgang mit dem Computer dir nicht fremd sein. Auch die Benutzung der Bibliothekssoftware, die sich in jedem Bundesland unterscheidet, sollte dir keine Schwierigkeiten bereiten. 
Was du bei dem Beruf als Bibliothekar niemals unterschätzen solltest, ist die Mobilität. Dass du für deinen Traumjob in eine andere Stadt oder sogar in ein anderes Bundesland ziehst in keine Seltenheit. Aber da die Meisten bereits für ihr Studium umziehen, nimmt man das für eine berufliche Zukunft wahrscheinlich auch in Kauf.  

Spezialisierungsmöglichkeiten

Streng genommen hast du zwei Spezialisierungsmöglichkeiten: Entweder steigst du nach deinem Bachelorstudium als Angestellter ins Berufsleben ein oder du machst nach deinem Master ein Referendariat und wirst als Bibliothekar verbeamtet. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht jedes Bundesland die Möglichkeit der Verbeamtung zur Verfügung stellt. 
Nach deinem Studium musst du aber nicht nur Bibliothekar werden, sondern kannst dich in den Bereichen Archiv oder Dokumentation spezialisieren. Zwar erfordern diese Berufsrichtungen teilweise auch Weiterbildungen, dafür ist es aber auch dir überlassen zu entscheiden, welchen zukünftigen Arbeitsbereich du favorisierst.
Spezialisierungen
Bibliothekar/in
Fachjargon
Informationsvermittlung

Die Informationsvermittlung ist für dich so etwas, wie die Gesundheit in der Medizin. In dem du recherchierst, über Relevanz entscheidest und für die Verfügbarkeit sorgst, verfolgst du genau dieses Ziel. Die Hürde, die der moderne Bibliothekar meistern muss, ist die Informationsvermittlung in Kombination mit dem technischen Fortschritt.

Bestandsprüfung

Manchmal hat man das Gefühl, dass Literatur, wie am Fließband produziert wird. Genau dann ist es deine Aufgabe als Bibliothekar zu entscheiden, welche Werke noch angeschafften werden, was du häufig in Zusammenarbeit mit Fachpersonal erledigst. Manche Bücher haben an Aktualität eingebüßt und werden kaum noch gebraucht. Auch dann entscheidest du, wie ihre Zukunft aussieht.

Katalogisierung

Wenn eine Neuanschaffung vorgenommen wurde, wird das Buch natürlich nicht einfach ins Regal gestellt und gut ist. Die Aufgabe des Bibliothekars liegt darin, das Buch im System zu verzeichnen und es für den Verleih bereitzustellen. Unterschieden wird zwischen Formalerschließung und Sacherschließung.

Wusstest du schon, dass...
  • das erste E-Book 1988 veröffentlicht wurde? Es war der erste Roman, den man komplett auf dem Computer lesen konnte. Verfasst wurde er von William Gibson und trägt den Titel „ Mona Lisa Overdrive.“
  • Wolfgang Johann Goethe eine Privatbibliothek hatte, die heute um die 5424 Titel umfasst?
  • das Guinness-Buch der Rekorde am häufigsten aus Bibliotheken gestohlen wurde?
Was man kennen und können sollte
EDV – Kenntnisse
  • Word
  • PowerPoint
  • Excel
  • Bibliotheksinterne Software
  • Datenverarbeitungskenntnisse
Sprache
  • Englisch
Soft-Skills
  • Kommunikation
  • Organisation
  • Sorgfalt
  • Allgemeinwissen
Verwandte Berufsfelder: Beratung
Bibliothekar als Beruf - Infos zur Arbeit im Bibliothekswesen

Beruf als
Bibliothekar/in

Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 40 Stunden: Entspannt
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 1300-2000 €
Männer/Frauen-Relation 3/7
Bewerber pro Stelle: 30 Bewerber
Spitzenverdiener 4500 €