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Beruf als Bewährungshelfer - Arbeiten in der Sozialen Arbeit

Eine Bewährungsstrafe ist so etwas wie die Gelbe Karte der Gerichtbarkeit. Für Straftäter heißt es jetzt: Aufpassen, Auflagen erfüllen und vor allem nicht erneut kriminell werden, denn sonst droht ein Gefängnisaufenthalt. Im Beruf als Bewährungshelfer unterstützt du die Verurteilten während dieser Zeit und hilfst ihnen dabei, dass aus der Gelben Karte kein Platzverweis wird. Wenn du im sozialen Bereich studiert hast, dann wartet mit diesem schmalen Grat zwischen Vertrautem und Aufpasser eine Herausforderung auf dich, die es wert ist, in Angriff genommen zu werden. Als Belohnung lockt nicht nur das gute Gefühl, Menschen geholfen zu haben, sondern auch das Beamtentum mit all seinen Privilegien. 

Arbeitsalltag und Aufgaben als Bewährungshelfer

Jobs als Bewährungshelfer Bewährungshelfer/in werden

Im Beruf als Bewährungshelfer begleitest du Straftäter, die ihre Bewährung zu einem erfolgreichen Abschluss bringen wollen, indem sie den gerichtlichen Anordnungen nachkommen und nicht erneut das Gesetz übertreten. Solche Auflagen können zum Beispiel der Besuch einer Therapie oder die Zahlung von Unterhalt sein. Daneben bist du aber auch Ansprechpartner bei allen Problemen, die sich während der Rückkehr in die Gesellschaft auftun, und hilfst, neue Konfliktsituationen zu lösen. Du begleitest bei der Wohnungs- und Jobsuche, gehst mit zur Schuldenberatung oder unterstützt bei Behördengängen. Jugendliche Straftäter verlangen außerdem auch eine pädagogische Verantwortung, die zusammen mit den Erziehungsberechtigten oder gesetzlichen Vertretern übernommen wird.

Die Bewährungszeit dauert in der Regel drei bis fünf Jahre. Wenn ein Verurteilter zu dir kommt, hat er seine erste Auflage schon erfüllt. Er kann dich aber auch öfter als vom Gericht festgelegt aufsuchen. Manch einer lässt sich vielleicht nur alle paar Monate sehen, ein anderer steht dagegen täglich vor deiner Tür. Rat und Tat werden dabei auch schon mal am Wochenende oder zu später Stunde von dir gefordert.

Im Beruf als Bewährungshelfer bist du in der Regel Beamter im gehobenen Sozialdienst, die Arbeitgeber sind in den meisten Fällen die Landgerichte. Du hast vor allem drei Arbeitsplätze: In den Büros der Justizbehörde erledigst du die Verwaltungsaufgaben, verfasst Berichte über Klienten oder telefonierst mit den Behörden. Daneben verbringst du viel Zeit mit den Betroffenen selbst, zum Beispiel in deren Wohnung. Doch auch am Gericht bist du anwesend, etwa wenn der Fall verhandelt wird oder du Rücksprache mit dem Richter halten musst. Deine Arbeit musst du gegenüber dem Gericht zwar offenlegen, in der Regel bist du im Bewährungshelfer Beruf aber sehr selbstständig aktiv.

Der Beruf Bewährungshelfer bringt eine permanente Spannung aus Kontrolle und Hilfe mit sich. Du musst eine Beziehung aufbauen zu jemanden, der gegen die Regeln einer intakten Gesellschaft verstoßen hat. Die Delikte deiner Klienten reichen von Drogenvergehen über Diebstahl bis zu schwerer Körperverletzung. Du musst dir das Vertrauen von jemandem erarbeiten, den du eigentlich überwachst. Du musst melden, wenn eine Auflage verletzt wird, bei besonders schweren Verstößen kannst du auch die Aufhebung der Bewährung einleiten. Du bist dann also Vertrauter sowie potentieller Verräter gleichermaßen. Meistens wirst du in den ersten Monaten von einem erfahrenen Kollegen in diesen nicht ganz einfachen Drahtseilakt eingearbeitet. Ohnehin stehen Bewährungshelfer in ständigem Austausch mit Kollegen, um sich gegenseitig um Rat zu fragen.

Die Aussichten, einen Beruf als Bewährungshelfer zu bekommen, sind dabei deutschlandweit ziemlich gut, denn Straffälligenbetreuer werden dringend gebraucht. Es gibt Bewährungshelfer, die für bis zu 100 Straftäter gleichzeitig zuständig sind. In solchen Fällen bleiben pro Klient gerade mal wenige Stunden im Monat.

Voraussetzungen für den Beruf Bewährungshelfer

Im Beruf als Bewährungshelfer arbeitest du zwar in der Rechtspflege, brauchst aber kein Studium der Rechtswissenschaften, sondern der Sozialen Arbeit oder der Sozialpädagogik. Alternativ werden auch psychologische oder andere pädagogische Studiengänge akzeptiert. Trotzdem brauchst du natürlich umfangreiches Wissen über die rechtlichen Regelungen im Sozialwesen. Der Bachelorabschluss ist hier übrigens ausreichend. Ein Masterabschluss kann allerdings förderlich sein, wenn du später mal eine leitende Position ergattern möchtest.

Da du im Beruf als Bewährungshelfer in der Regel verbeamtet wirst, musst du außerdem deutscher oder EU-Staatsbürger sein und darfst dein 45. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Anders als in den meisten Beamtenlaufbahnen leistest du aber keinen Vorbereitungsdienst, denn als Bewährungshelfer schlägst du eine sogenannte Laufbahn besonderer Fachrichtung ein. Allerdings wird in der sozialen Arbeit nach dem Studium eine staatliche Anerkennung gefordert, um im Berufsstand der Sozialarbeiter anerkannt zu werden. Diese Anerkennung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. In einigen Bundesländern bekommt man die staatliche Anerkennung direkt mit der Bachelor-Urkunde, in anderen wie Niedersachsen muss man ein bis zu einjähriges Berufspraktikum, das sogenannte Anerkennungsjahr, absolvieren.

Daneben brauchst du natürlich eine ganze Menge Soft Skills, persönliche Reife und ein dickes Fell. Einige deiner Fälle im Bewährungshelfer Beruf werden sicher nicht leicht zu verpacken sein. Du brauchst sowohl Geduld und Empathie, musst dir gleichzeitig aber auch eine professionelle Distanz bewahren. Auch ist es nicht immer leicht, sich das Vertrauen der Klienten zu erarbeiten, da bedarf es manchmal einer ziemlichen Hartnäckigkeit. Außerdem wirst Du beileibe nicht für jedes ihrer Probleme eine Lösung finden können.

Spezialisierungsmöglichkeiten

Im Beruf als Bewährungshelfer kannst du dich durch berufsbegleitende Weiterbildungen oder Schulungen auf bestimmte Straftätergruppen spezialisieren. Denn manch ein Delinquent braucht eine besondere Herangehensweise. So werden zum Beispiel mehrmonatige Fortbildungen vergeben, die sich auf die Behandlung von Sexualstraftätern konzentrieren. Jugendliche Straftäter brauchen wiederum auch erzieherische Hilfe, und dort bist du natürlich mit anderen Behörden und rechtlichen Grundlagen in Kontakt als zum Beispiel bei einem volljährigen Dieb oder Gewalttäter. Weitere Gruppen, auf die du dich spezialisieren kannst, sind Drogenabhängige und psychisch Labile.

Spezialisierungen
Bewährungshelfer/in
Fachjargon
Täter-Opfer-Ausgleich

Wird ein Täter zu einer Strafe verurteilt, dann hat das eigentliche Opfer persönlich meistens nur wenig davon. Durch den Täter-Opfer-Ausgleich soll das Opfer nun stärker in das Gerichtsverfahren miteinbezogen werden. Darunter kann man einen Art Schadensersatz verstehen, bei dem Opfer und Täter untereinander aushandeln, ob und in welcher Form dieser Ersatz geleistet wird. Gleichzeitig kann damit auch eine außergerichtliche Einigung oder zumindest eine Strafminderung für den Angeklagten erwirkt werden.

ADBeV

Die ADBeV ist die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Bewährungshelferinnen und Bewährungshelfer, also ein Zusammenschluss der hauptamtlichen Bewährungshelfer und -helferinnen sowie der Mitarbeitern der ambulanten sozialen Dienste in der Justiz. Der ADBeV möchte die Beratung, Resozialisierungsmöglichkeiten und Unterstützung für Straffällige verbessern. Dafür bietet der gemeinnützige Verein Aus- und Fortbildungen an, veranstaltet Fachtagungen zu allen relevanten Themen und leistet Öffentlichkeitsarbeit.

Electronic Monitoring

Unter Electronic Monitoring versteht man die Führungsaufsicht durch technische Hilfsmittel, zum Beispiel elektronische Fußfesseln. Elektronische Fußfesseln, auch als Elektronische Aufenthaltsüberwachung (EAÜ) bezeichnet, können seit dem 01. Januar 2011 für die Dauer der Führungsaufsicht oder für kürzere Zeit bei einer verurteilten Person angeordnet werden. So sollen zum Beispiel Gefängnisse entlastet werden. Die EAÜ wird als neuer Bereich zwischen Haft- und Bewährungsstrafe verstanden.

Wusstest du schon, dass...
  • es nach Schätzungen des Berufsfachverbandes ungefähr 3000 Bewährungshelfer gibt?
  • gut drei Viertel aller Bewährungsaufsichten erfolgreich abgeschlossen werden?
  • 2013 laut polizeilicher Kriminalstatistik insgesamt 5,96 Millionen Straftaten erfasst wurden, von denen 3,24 Millionen aufgeklärt wurden? Die meisten Straftaten, nämlich 1,48 Millionen, wurden in Nordrhein-Westfalen erfasst.
Was man kennen und können sollte
Soft Skills
  • Empathie
  • Geduld
  • Freundlichkeit
Programme
  • MS-Office
Verwandte Berufsfelder:
Bewährungshelfer/in als Beruf - Aufgaben und Infos

Beruf als
Bewährungshelfer/in

Straffälligenhelfer/-in, Straffälligenbetreuer/-in Bevorzugte Studiengänge
Work-Life-Balance: 45 Stunden: Normal
Durchschnittliches Einstiegsgehalt: 2500-2800 €
Männer/Frauen-Relation 5/5
Bewerber pro Stelle: 10 Bewerber
Spitzenverdiener 5000 €